Frage: Warum trinkt der Russe Wodka, der Schotte Whisky, der Österreicher Wein und der Deutsche Bier?
„Damit sich die einzelnen Völker an der Fahne erkennen!“

Ich denke jedem von uns ist es schon einmal so ergangen, dass man jemanden getroffen hat, von dem man wusste: Ich kennen ihn/sie, aber ich weiß nicht mehr woher…
Und wenn man sich dann erinnert und man erkennt die Person, freut man sich. (Aha Erlebnis)

In unserer heutigen biblischen Geschichte geht es genau um so eine Situation: Zwei Freunde Jesu, der eine hieß Kleopas, vom anderen kennen wir den Namen nicht, trafen einen Mann, den sie zwar kannten, aber nicht gleich erkannten.

Lk 24, 13-33a: (GN)
13 Am selben Tag gingen zwei, die zu den Jüngern von Jesus gehört hatten, nach dem Dorf Emmaus, das zwölf Kilometer von Jerusalem entfernt lag.
14 Unterwegs unterhielten sie sich über alles, was geschehen war.
15 Als sie so miteinander sprachen und alles hin und her überlegten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. 16 Aber sie erkannten ihn nicht; sie waren wie mit Blindheit geschlagen.
17 Jesus fragte sie: »Worüber redet ihr denn so erregt unterwegs?« Da blieben sie stehen und blickten ganz traurig drein, 18 und der eine – er hieß Kleopas – sagte: »Du bist wohl der Einzige in Jerusalem, der nicht weiß, was dort in diesen Tagen geschehen ist?«
19 »Was denn?«, fragte Jesus. »Das mit Jesus von Nazaret«, sagten sie. »Er war ein Prophet; in Worten und Taten hat er vor Gott und dem ganzen Volk seine Macht erwiesen. 20 Unsere führenden Priester und die anderen Ratsmitglieder haben ihn zum Tod verurteilt und ihn ans Kreuz nageln lassen.
21 Und wir hatten doch gehofft, er sei der erwartete Retter, der Israel befreien soll! Aber zu alledem ist heute auch schon der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist!
22 Und dann haben uns auch noch einige Frauen, die zu uns gehören, in Schrecken versetzt. Sie waren heute früh zu seinem Grab gegangen 23 und fanden seinen Leichnam nicht mehr dort. Sie kamen zurück und erzählten, sie hätten Engel gesehen, die hätten ihnen gesagt, dass er lebt.
24 Einige von uns sind gleich zum Grab gelaufen und haben alles so gefunden, wie es die Frauen erzählten. Nur ihn selbst sahen sie nicht.«
25 Da sagte Jesus zu ihnen: »Was seid ihr doch schwer von Begriff! Warum rafft ihr euch nicht endlich auf zu glauben, was die Propheten gesagt haben?
26 Musste der versprochene Retter nicht dies alles erleiden und auf diesem Weg zu seiner Herrschaft gelangen?«
27 Und Jesus erklärte ihnen die Worte, die sich auf ihn bezogen, von den Büchern Moses und der Propheten angefangen durch die ganzen Heiligen Schriften.
28 Inzwischen waren sie in die Nähe von Emmaus gekommen. Jesus tat so, als wollte er weitergehen. 29 Aber sie ließen es nicht zu und sagten: »Bleib doch bei uns! Es geht schon auf den Abend zu, gleich wird es dunkel!« Da folgte er ihrer Einladung und blieb bei ihnen.
30 Als er dann mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, sprach das Segensgebet darüber, brach es in Stücke und gab es ihnen.
31 Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn. Aber im selben Augenblick verschwand er vor ihnen.
32 Sie sagten zueinander: »Brannte es nicht wie ein Feuer in unserem Herzen, als er unterwegs mit uns sprach und uns den Sinn der Heiligen Schriften aufschloss?«
33 Und sie machten sich sofort auf den Rückweg nach Jerusalem.

Es ist schon erstaunlich. Die beiden Jünger gehörten zwar nicht zum Kreis der 12 Apostel, aber vermutlich waren sie Teil der 72 Jünger, die Jesus in Lk 10 aussandte. Sie kannten also Jesus, sie folgen ihm nach, hatten schon sicher vieles mit ihm erlebt, sie liebten ihn und vor allem wussten sie, wie er aussah. Jesus war für sie nicht jemand, den man halt auch so flüchtig kennt, er war zentraler Bestandteil ihres Lebens. Und jetzt, zwei Tage nachdem Jesus gekreuzigt wurde, unterhielten sie sich ausschließlich über ihn. Er war nach wie vor Gesprächsthema Nr.1.
Da ist es schon erstaunlich, dass sie ihn in dieser Geschichte nicht gleich erkannten.
Aber sie waren nicht die einigen, denen es so ging. Maria Magdalena hielt ihn zunächst für den Gärtner, erst in der Art, wie er sie ansprach erkannte sie Jesus. (Joh 20,16)
In Joh 21 lesen wir die Geschichte, wie der auferstandene Jesus den Jüngern erneut zu einem großen Fischfang verhalf. Als er sie dann zum Essen einlädt heißt es: (Joh 21,12) Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Sie wussten, dass es der Herr war.

Ganz offensichtlich sah Jesus nach seiner Auferstehung anders aus, aber seinen Freunden gibt er sich zu erkennen.

Wir heute wissen nicht wie er ausgesehen hat. Fotos gab es zu seiner Zeit noch keine und in Gemälden wird Jesus immer durch die Brille des Künstlers „gefärbt“ dargestellt.

Aber trotzdem – und das ist die gute Nachricht – gibt sich Jesus zu erkennen. Auch heute noch. Weil er auferstanden ist und heute unter uns lebt, auch wenn wir ihn nicht sehen können, können wir ihn erkennen.
Dazu brauchen wir geistliche Augen, oder anders ausgedrückt, wir brauchen „Erkenntnis“.

Wir Christen glauben an das, was Jesus gesagt hat, nämlich dass er immer bei uns ist, bis ans Ende der Welt. Er ist heute mitten unter uns! Das ist die Botschaft von Ostern. Er lebt, er ist da! (JHWH)

Aber oft geht es uns, so wie den Emmausjüngern in der Geschichte. Erst im nachhinein merken wir, ja Jesus war und ist tatsächlich da. Er hat uns beispielsweise geholfen als wir Hilfe gebraucht haben, oder er hat uns durch scheinbar ausweglose Situationen gebracht, oder vielleicht hat er unseren Charakter geformt – auch wenn das wahrscheinlich ein herausfordernder Prozess war. Er hat uns vielleicht auch in Trauer getröstet und wieder ein fröhliches Herz geschenkt. Wenn wir ehrlich zurückschauen erkennen wir so viele Situationen, in denen Jesus für uns da war.
Wie glücklich können wir uns schätzen, wenn wir das erkennen dürfen. Besser wir erkennen es zumindest hinterher, als gar nicht.

Es gibt heute so viele Menschen, die nehmen Gottes Handeln in dieser Welt gar nicht, oder nur so am Rande wahr. Sie sehen zwar vielleicht die „Wunder der Natur“, oder erleben „zufällig“ Hilfe und Bewahrung nachdem sie ein Stoßgebet in den Himmel geschickt haben, aber sie sind wie mit Blindheit geschlagen und erkennen den liebenden Vater nicht, der doch letztlich hinter allen frohmachenden, erfüllenden und positiven Dingen steht, die wir erleben dürfen.
Gott ist ein liebender Vater, ihm ist sehr daran gelegen, dass wir seine liebende Hand erkennen und sein liebevolles Handeln bei uns ankommt.

Deshalb ist Jesus überhaupt auf diese Erde gekommen. Durch ihn können wir die Liebe des himmlischen Vaters erkennen.

Joh 14,6-7
6 Jesus antwortete: »Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.
7 Wenn ihr mich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.«

In Jesus bekommt die Liebe des Vaters ein Gesicht. Durch den Tod Jesu können wir Vergebung für unsere Schuld empfangen. Das Kreuz wird zur Brücke über den Graben, der uns bisher von Gott trennte. Wir dürfen über diese Brücke direkt in die liebenden Arme des Vaters laufen.

Durch die Auferstehung Jesu wissen wir, dass es ewiges Leben gibt, dass das Leben nicht mit dem Tod hier auf Erden aufhört, sondern in Gottes unmittelbarer Nähe und Herrlichkeit weiter geht. Aber mehr noch, das „Ewige Leben“ beginnt nicht erst mit unserem irdischen Tod. Es hat für alle, die Jesus vertrauen, bereits begonnen.
Jesus lebt unter uns. Mit dieser Erkenntnis, mit diesem Bewusstsein dürfen wir getrost und voll Vertrauen in jeden neuen Tag gehen und alles aus Gottes Hand empfangen.
Gott ist ein guter Vater, er gibt nicht nur das, was wir zum Leben brauchen, sondern vor allem auch Freude, angenommen sein, Hoffnung, Frieden, eine Perspektive und vieles mehr.

Als die beiden „Emmausjünger“ Jesus erkannten, taten sie etwas, das aus menschlicher Sicht gesehen unsinnig war: Sie kehrten sofort (wörtlich: noch in der selben Stunde) nach Jerusalem. Dorthin wo sie gerade hergekommen waren. Gerade noch hatten sie Jesus genötigt bei ihnen zu übernachten, weil es bald dunkel wird und es bei Dunkelheit gefährlich war zu reisen (stolpern, verirren, Räuber…) aber jetzt nehmen sie selber den Weg von 2-3 Stunden auf sich. Völlig unvernünftig. Warum?
Weil sie diese besondere Botschaft, dass Jesus lebt, nicht für sich behalten konnten. Sie mussten diese Neuigkeit den andern Jüngern erzählen. Sie hätten es gar nicht ausgehalten, es nicht weiter zu sagen.
In Apg 4,20 sagen Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat: „Wir können nicht verschweigen, was wir gesehen und gehört haben!“

Wenn du die Kraft des Auferstanden verspürst, setzt das dein Leben in Bewegung. In den Evangelien heißt es manchmal: Der HG trieb Jesus dazu dieses oder jenes zu tun. Der gleiche Geist kann auch dich zu Taten der Liebe antreiben, die du nicht für möglich gehalten hättest. Dass du bereit wirst Menschen zu lieben und anzunehmen, die alles andere als liebenswert sind. Dass du Menschen vergeben kannst, die dich sehr verletzt haben. Dass du anderen etwas gibst, oder ihnen dienst, einfach nur, weil Jesus dir die Kraft und die Motivation dazu gibt. Nicht weil sie es dir irgendwann zurückgeben können, sondern einfach so, aus Liebe heraus.
Das ist die Kraft des Auferstandenen.

Die Emmausjünger erkannten Jesus nachdem er mit ihnen das Brot brach und es ihnen gab. Das war kein „Abendmahl“ so wie wir es als christliche Tradition oder gar als kirchliches Sakrament kennen, sondern ein ganz normales Abendessen. Trotzdem löste dieses Brotbrechen etwas in den Jüngern aus. Der Groschen fiel genau da.

Wenn wir jetzt im Anschluss das Abendmahl feiern, dann soll das keine überhöhte religiöse Zeremonie sein, die irgendwelche geheimen kultischen Kräfte frei setzt, sondern ein Erinnerungsmahl. Wir sollen uns darauf besinnen, was Jesus für uns getan hat, dass er für unsere Schuld gestorben ist, aber auch dass er auferstanden ist und heute unter uns lebt.
Das Abendmahl kann uns, wie die Emmausjünger dazu bringen, Jesus zu erkennen und das bringt uns dazu, dass wir ihm noch begeisterter nachfolgen.