Die Oma zur Enkelin: „Du darfst dir zu Weihnachten von mir ein schönes Buch wünschen!“
„Fein, dann wünsche ich mir dein Sparbuch.“

Bei uns in Österreich ist Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres.
Die Häuser und Wohnungen werden gründlich geputzt, alles wird schön dekoriert, viele Sorten Kekse werden gebacken, Christbäume werden aufgestellt und geschmückt und noch vieles andere wird unternommen, damit Weihnachten ein schönen Fest wird.
Man besucht in den Feiertagen die Verwandten, es gibt sehr viele gute Sachen zu Essen und nicht nur, aber vor allem die Kinder freuen sich auf die Geschenke.
Weihnachten gilt als das Fest der Familie, der Liebe und des Friedens.

Natürlich kommt das Thema Weihnachten dieser Tage auch in den Nachrichten groß vor. Meist geht es aber da nur um die Frage, ob die Österreicher „genug“ eingekauft haben und die Händler mit dem Geschäft zufrieden sind, oder auch nicht.
Parallel dazu dominiert aber ein ganz anders Thema unsere Schlagzeilen: Die vielen Flüchtlinge, die derzeit nach Europa strömen. Und die Frage: Wo wir genug Platz für all die Menschen auf der Flucht finden können.
Vielleicht fragst du jetzt: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Was hat Weihnachten mit der aktuellen Flüchtlingssituation zu tun?
Zu Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus Christus. Wir Christen glauben, dass Gott selber Mensch wurde. Aber anders, als wir es vielleicht erwarten würden, kam er nicht wie ein König in einer goldenen Kutsche, gefeiert und erwartet von einer großen Menge. Er kam als Baby, für den niemand Platz machen wollte in dieser Welt. Seine irdischen Eltern waren wie Flüchtlinge auf der Suche nach einem Platz, in dem Jesus zur Welt kommen sollte. Aber ähnlich wie es vielen Flüchtlingen heute in Europa geht, so wollte auch Maria und Josef niemand aufnehmen. „Kein Platz mehr – das Boot ist voll“, diesen Satz hört man oft, nicht nur von Politikern heute.

Hören wir die Geschichte, wie es sich damals zugetragen hat:

Lk 2,1-20

Die Geburt eines Kindes ist immer ein Grund zum Feiern. Voller Freude denke ich an die Geburt meiner drei Kinder zurück. Und natürlich feiern wir jedes Jahr den Geburtstag jedes einzelnen Familienmitgliedes. Von berühmten Personen wird der Geburtstag auch über deren Tod hinaus gewürdigt. Z.B.: wurde 2006 der 250. Geburtstag von W.A. Mozart mit vielen Konzerten gefeiert. Heute vor 116 Jahren (1899) wurde übrigens der Schauspieler Humphrey Bogart geboren.

Die Geburt von Jesus feiern Milliarden Christen rund um den Erdball, wenn auch nicht alle am selben Tag. Aber das Datum ist nicht entscheidend. Warum ist die Geburt dieses Kindes etwas so besonders für so viele Menschen?
Wer war und wer ist dieser Jesus, dass bereits seine Geburt so viel Freude bereitet?

In der biblischen Geschichte, die wir gerade gehört haben wird von Hirten erzählt, denen ein Engel Gottes begegnet. In vielen Kirchen werden Engel als liebliche Kinder mit Flügeln dargestellt. Aber hier in der Bibel lesen wir, dass die Hirten erschraken, als der Engel erschien. Wörtlich: „Sie fürchteten sich mit großer Furcht“. Die „typische“ Begrüßungsformel von Engel „Fürchte dich nicht“, lässt auch darauf schließen, dass es furchterregende Gestalten sind.
Engel sind Boten Gottes. Viel wichtiger als das Aussehen, war daher die Botschaft des Engels: „Heute ist der Retter der Welt geboren!“
Wann brauche ich einen Retter? Wenn ich in Not bin.
Bsp.: Flüchtlingsboot kentert.

Unsere Welt ist in Not, nicht nur in Syrien und anderen Kriegsgebieten. Der Krieg, das Elend, verschiedene Krisen sind Auswirkungen eines viel tiefer liegenden Problems: Wir Menschen sind unfähig einander wirklich zu lieben. Natürlich kann jeder von uns manche Menschen, die ihm nahe stehen lieben. Ehepartner, Kinder, Freunde…
Ich möchte, wenn wir über Liebe sprechen klar stellen, dass es dabei nicht nur um Gefühle geht. Liebevolle Gefühle zu haben ist etwas Schönes, aber wie wir alle wissen, können sich Gefühle ändern. Manchmal schneller als wir das wollen.
Die echte Liebe ist eine Entscheidung, zum Besten meines Mitmenschen zu handeln. An dieser Form der Liebe mangelt es uns.
Wie gesagt: Bei manche Menschen geht es leicht sie zu lieben. Aber bei anderen Menschen fällt uns das schon viel schwerer, manche Menschen können wir einfach nicht lieben. Wir hassen sie, weil sie anders aussehen, eine andere Religion haben, aus einem anderen Land kommen, oder uns vielleicht einfach unsympathisch sind.
Wenn alle Menschen einander wirklich lieben würden, dann wären wir im Himmel. Dann gebe es keinen Krieg, keine Unzufriedenheit, keine bösen Worte, keine Verbrechen, keine Scheidungen auch keine Flüchtlinge.

Unsere Welt braucht Rettung. Aber nicht nur den Anderen mangelt es an Liebesfähigkeit. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass unsere eigene Liebesfähigkeit auch sehr begrenzt ist.
Es ist eine Tatsache, dass ich nicht mehr geben kann, als ich selber habe. Wenn ich nur €10,- eingesteckt habe, kann ich dir nicht €20,- geben.
Genauso ist es auch mit der Liebe. Ich kann nicht mehr Liebe geben, wie ich selber erhalten habe. Wer kann also meinen Liebestank auffüllen?

Die Bibel sagt uns ganz klar, dass Gott die Liebe in Person ist. Und dass er uns bedingungslos liebt. Aber Gott drängt sich nicht auf. Er lässt uns die Freiheit. Nur die Menschen können seine Liebe empfangen, die das auch wirklich wollen. Aber Gott hat viel getan, damit die Menschen ihn erkennen und sich seiner Liebe öffnen.
Es heißt in der Bibel: (Joh 3,16)
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Gott hat seinen Sohn in die Welt geschickt, damit wir an ihm die Liebe des Vaters im Himmel sehen können. Damit seine Liebe bis zu uns durchdringt. In Jesus bekommt die Liebe Gottes ein Gesicht.
Alle, die diesem Jesus, der vor 2000 Jahren in einem Stall in Bethlehem geboren wurde vertrauen, bekommen die Gelegenheit sich immer wieder neu mit Gottes Liebe füllen zu lassen. Und wenn ich mit Gottes Liebe gefüllt bin, dann kann ich diese Liebe weiter geben. Dann kann ich sogar meine Feinde lieben.
Vor ein paar Wochen haben wir erfahren, dass sogar ein paar führende Männer von „IS“ dieser Liebe Gottes in Jesus begegnet sind und jetzt keine islamischen Staat mehr bauen wollen, sondern Jesus nachfolgen.
Sie verüben jetzt keine Gräueltaten mehr, sondern Taten der Liebe!

Auch du bist eingeladen, diesem Jesus zu vertrauen. Dieser Jesus, dessen Geburtstag wir heute feiern. Er kann auch dein Leben verändern. Er kann auch deinen Liebestank füllen, damit du fähig wirst andere Menschen mehr zu lieben. Er ist die Mensch gewordene Liebe Gottes. Deshalb ist Weihnachten ein Fest voller Freude und Hoffnung.
Jesus, der Retter ist da!