Ein Mathematiker spaziert mit seinem Freund durch die Australische Steppe. Da treffen sie auf eine riesige Herde Schafe.

Der Freund denkt laut: „Wahnsinn, wie viele das wohl sein mögen?“

Darauf der Mathematiker: „Wieso? Das sind genau 3746.“

Der Freund möchte natürlich wissen, wie er das so schnell gemacht hat, daraufhin der Mathematiker: „Ist doch gar kein Problem. Einfach die Beine zählen und durch 4 teilen.“

 

 

Jesus sagte auch einmal: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Eigentlich keine tolle Aussicht für ein Leben als Christ.

Aber, schauen wir uns den ganzen Text an.

 

Lk 10,1-11 (EÜ)

1 Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. 2 Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

3 Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. 4 Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! 5 Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! 6 Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. 7 Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!

8 Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. 9 Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

10 Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: 11 Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe.

 

 

Jesus schickt uns. Wir haben eine Mission (Auftrag). Dieser Auftrag ist von Anfang an Teil der göttlichen DNA, die er in uns pflanzt. So gesehen ist jeder Christ (auch ein Neubekehrter) ein Missionar. (Im eigenen Land).

Unsere Mission führt uns nicht irgendwo hin, sondern: [Jesus] …schickte sie … in die Städte und Dörfer, in die er selbst kommen wollte. (V1 HfA)

Auch wenn das hier wörtlich gemeint war, ist es sicher auch für uns in einer geistlichen Art und Weise zu verstehen.

Unsere Mission beginnt mit der Frage: Was willst du tun Herr?

Sie beginnt mit dem hinschauen und dem Hinwenden zum „Sender“.

Nur wenn wir von ihm das Ziel und die Richtung bekommen, werden wir auch das tun können, wozu er uns berufen hat: ernten!

 

Wo sollen wir also hingehen und ernten? Welchen Menschen sollen wir vom Glauben erzählen? Sind es die wichtigen, einflussreichen (Jesuitentaktik), toll begabten Menschen, oder sind es die, die sich problem- und schuldbeladen durchs Leben kämpfen?

„Viel Mist ergibt einen fruchtbaren Boden.“ ð Odel

 

Es ist zwar nicht so, dass nur weil ein Mensch „schlecht“ ist, dass er automatisch offen fürs Evangelium ist. Aber in dieser Gruppe sind in der Regel die Menschen zu finden, die Gott ganz besonders am Herzen liegen.

Menschen, die alles haben was sie sich wünschen, „brauchen“ keine Erlösung. Aber manche Menschen sind so tief gesunken, dass Jesus für sie buchstäblich der letzte Strohhalm ist an den sie sich klammern können. Und sie nehmen in dankbar an. Sie haben ja nichts mehr zu verlieren…

In ihren Ohren klingt der Begriff Gnade anders als für jemanden, der in einem gläubigen, behüteten Elternhaus aufgewachsen ist und vielleicht immer „brav“ war. Nicht dass so jemand keine Gnade braucht, aber JC hat selbst gesagt: Wem viel vergeben ist, liebt viel. (Lk 7,47)

 

JC traf sich eher selten mit angesehenen Politikern, Geschäftsleuten oder religiösen Führungspersönlichkeiten. Er hatte den Ruf ein „Freund der Zöllner und Huren“ zu sein.

 

Es gibt zwei Arten von Menschen: Motten und Kakerlaken. Beide leben normalerweise in der Dunkelheit, aber wenn man das Licht aufdreht, verschwinden die Kakerlaken, aber die Motten fliegen zum Licht.

 

Wenn du JC vertraust, bist du das Licht dieser Welt! Deine Mission ist es, dein Licht in der Dunkelheit scheinen zu lassen und die „Motten zu ernten“.

Frage zum weiter darüber nachdenken:

Wer von den Menschen, die du kennst, braucht JC am dringendsten?

 

 

In V2 sagt JC: »Hier wartet eine reiche Ernte, aber es gibt nicht genug Menschen, die helfen, sie einzubringen. Bittet den Herrn, dem diese Ernte gehört, dass er die nötigen Leute schickt!«

 

Eine reiche Ernte, das wünscht sich jeder Bauer. Aber was ist, wenn der Mähdrescher zu klein ist um sie einzubringen?

JC sagt wir sollen den Herrn der Ernte bitten, mehr Leute zu schicken. Mit andern Worten: Wir sollen beten.

 

 

In V3 kommt nun der Hammer:

Und nun geht! Ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.

Auf den ersten Blick klingt das wie ein Himmelfahrtskommando.

JC hat nicht gesagt: Folge mir nach und du hast keine Probleme mehr.

Er hat gesagt: „Ich bin der gute Hirte.“

Nur welcher gute Hirte schickt seine Schafe mitten unter die Wölfe? Warum tut er das? Sicher nicht, weit er uns zu Karate Schafen trainiert hat, die es mit einem Wolfsrudel aufnehmen kann. Wir sind und wir bleiben Schafe, aber wir haben den guten Hirten an unserer Seite, der für uns streitet und uns beschützt.

Warum werden wir dann zu den Wölfen geschickt?

Wölfe scharen sich dort, wo es leichte Beute gibt – andere verlorene Schafe.

Menschen, die mit Problemen, Sünden und Sorgen behaftet sind, die sich mit „Wölfen“ (Dämonen) herumschlagen müssen, Menschen, die ihr Leben vielleicht nicht einmal auf die Reihe bekommen: Die gilt es zu retten.

Unser Hirte sucht was verloren ist, um es zu retten. Und wir sind Teil seiner Rettungsmission.

 

Wir sind keine leicht zu reißende Beute mehr für die Wölfe, sondern Teil eines Rettungsteams für die noch verlorenen Schafe. Aber gerade in so einem Rettungsteam ist es wichtig, nahe beim Hirten zu bleiben und seinen Anweisungen genau Folge zu leisten. Sonst bin ich wieder selber in Gefahr. Und es ist auch wichtig zusammen zu halten und auf einander zu achten.

 

Es ist eine Frage der Perspektive. Alleine bin ich den Wölfen schutzlos ausgeliefert, aber mit dem Hirten an unserer Seite, besteht kein Grund, aus Angst die Flucht zu ergreifen.

 

„Und nun geht!“ Unser Auftrag ist es mit ihm an der Seite zu gehen.

 

Jesus gibt uns hier in diesem Text das ganz praktische Handwerkszeug, um diesen Auftrag erfüllen zu können.

 

In V4 sagt Jesus etwas, das jeden Versicherungsvertreter nur mit dem Kopf schütteln lässt: Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe.

„Man muss sich doch absichern. Man weiß ja nie was kommt.“ Eine Versicherung hier, ein Spargroschen dort. Angeblich sind die Mühlviertler die am besten versicherten Menschen in ganz Österreich.

Eine Versicherung an sich ist ja nichts schlechtes, oft auch notwendig. (Haftpflicht, Feuer…) Aber wenn ich gegen alles versichert bin, brauche ich kein Vertrauen (Glauben) mehr. Ich vertraue nur noch der Versicherung, dass sie auch ihre Verträge einhält.

Die Versicherung auf das ewige Leben kann ich mir nicht kaufen, oder erarbeiten.

 

Jesus sagt diesen Satz in Zusammenhang mit dem Auftrag, dass er uns zu den Verlorenen schickt. Im Zusammenhang mit der Ernte, die wir einbringen sollen.

Deshalb birgt dieser Satz noch eine weit tiefere geistliche Komponente, die ich bisher immer übersehen habe: Jesus schickt uns ohne großes Reisegepäck in die Ernte. Das heißt: Alles was wir in der Ernte brauchen (Finanzen, Mitarbeiter, Gebäude, Leiter, sonstige Ressourcen…) finden wir in der Ernte selbst! Alles was wir tun müssen, ist hingehen und ernten.

Bsp.: Lobpreisteams

 

Eines der schrägsten Personen im NT war wohl der Besessene von Gerasa. (Mk 5 u.a.)

Nackt, lebte in Grabhöhlen, von einer Legion (5-6000 Mann + 300 Reiter!) Dämonen besessen… Er war Stadtgespräch.

JC befreit ihn.

Mk 5,15: Er saß da, ordentlich angezogen und bei klarem Verstand. Da befiel sie [die Menschen aus der Stadt] große Furcht.

Als er mit Jesus mitgehen wollte, sandte dieser ihn aus: Mk 5,19-20

»Geh zurück zu deinen Angehörigen und erzähl ihnen, was Gott an dir getan und wie er mit dir Erbarmen gehabt hat.«

Der Mann gehorchte und ging. Er zog durch das Gebiet der Zehn Städte und verkündete überall, was Jesus an ihm getan hatte. Und alle staunten.

 

Der Mann war ein Freak, noch keine Stunde bekehrt, hat keine Bibelschule besucht, nicht einmal einen Alphakurs oder ein DIENST Seminar, aber Gott sandte ihn in das Zehnstädte Gebiet. 10 Städte!!!

War er effektiv? Als JC das nächste Mal in diese Gegend kam, kamen Tausende zu Jesus um Heilung zu empfangen und ihn zu hören.

 

Also das erste Werkzeug, das JC uns zum Ernten gibt, ist das Wissen, dass wir alle Ressourcen, die wir zum Ernten brauchen, in der Ernte selbst finden.

 

 

Das zweite Werkzeug ist, dass wir nach einem Haus und/oder einer Person des Friedens Ausschau halten sollen.

 

Lk 10,5-6

Wenn ihr in ein Haus kommt, sagt zuerst: ‚Frieden sei mit diesem Haus!‘

Wenn dort jemand wohnt, der für diesen Frieden bereit ist, wird euer Wunsch an ihm in Erfüllung gehen; andernfalls bleibt er wirkungslos.

 

Die Person des Friedens ist in der Regel eine Schlüsselperson, die der Zugang zu einer ganzen Gruppe (Familie) von Menschen ist.

Oftmals ist die erste Person innerhalb einer bestimmten Gruppe, die zum Glauben kommt, diese Person des Friedens.

 

Missionswissenschaftler haben herausgefunden, dass die Person des Friedens durch drei Eigenschaften charakterisiert wird:

  1. Sie empfänglich für den Glauben
  2. Sie pflegen (viele) Beziehungen
  3. Sie haben einen Ruf (gut oder schlecht)

 

NT Beispiele: Lydia (Apg 16) Erste Christin in Europa

Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4)

Kornelius (Apg 11)

Gefängnisaufseher (Apg 16)

Der Besessene von Gerasa (s.o.)

 

 

Das dritte Werkzeug, das JC uns für die Ernte in die Hand gibt ist die Kraft seiner Gegenwart.

Lk 10,9

Heilt die Kranken in der Stadt und sagt den Leuten: ‚Gott richtet jetzt seine Herrschaft bei euch auf!‘

In der Parallelstelle in Mt 10,8 steht sogar:

Heilt die Kranken, weckt die Toten auf, macht die Aussätzigen rein und treibt die bösen Geister aus!

Umsonst habt ihr alles bekommen, umsonst sollt ihr es weitergeben.

 

Später in Lk 10,17 lesen wir:

Die Siebzig kamen zurück und berichteten voller Freude: »Herr, sogar die bösen Geister gehorchen uns, wenn wir uns auf deinen Namen berufen!«

 

Sei dir dessen bewusst, dass wohin du gehst, geht auch der König, und wohin der König geht, verneigen sich die Menschen!

JC hat gesagt: Mt 28,18

Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben.

Es gibt keine Tür, die er nicht öffnen könnte und wenn er eine Tür aufmacht, kann niemand sie schließen.

Der Feind will, dass wir diese Wahrheit vergessen oder verdrängen und somit leichte Beute für die „Wölfe“ werden.

Aber wenn wir in dem Bewusstsein leben, dass wir Königskinder sind, kann der Feind uns nichts anhaben.

Jak 4,7: Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen.

Jesus hat gesagt, dass wir ihn um alles bitten dürfen und dass wir sogar größere Dinge als er tun werden.

Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? (Röm 8,31)

 

Als Kind des Höchsten, als Jünger Jesu, als Schaf in seiner Herde bist du berufen zu gehen und zu ernten.

 

Die Ernte ist zwar anstrengend, aber ein Bauer, dem die Arbeit des Erntens zu viel ist, würde bald verhungern. Jeder kluge Bauer freut sich über reiche Ernte, auch wenn es viel Arbeit bedeutet.

Schließlich ist die Ernte auch der Lohn für die Arbeit. Das gilt im natürlichen gleich wie im geistlichen Bereich.

Die Ernte ist groß! Auch heute noch.

Also: Hab keine Angst vor den Wölfen und geh! Der gute Hirte ist bei dir!