Peter hat in den letzten zwei Predigten über Jüngerschaft gesprochen. Jüngerschaft ist eines der Hauptthemen in unserem Jahresthema: Erstlingsgabe. Wenn ich ein Jünger bin, gebe ich Jesus alles von mir, er ist an erster Stelle, ich gehöre ihm ganz. Er ist meine und ich bin seine Erstlingsgabe.

Luk. 14/25,33
Als Jesus sich wieder auf den Weg machte, wurde er von einer großen Menschenmenge begleitet. Er wandte sich zu ihnen um und sagte: »Wenn einer mit mir gehen will, so muss ich für ihn wichtiger sein als seine Eltern, seine Frau, seine Kinder, seine Geschwister, ja wichtiger als das eigene Leben. Sonst kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht bereit ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, der kann nicht mein Jünger sein…. Überlegt auch ihr vorher, ob ihr wirklich bereit seid, alles für mich aufzugeben und mir nachzufolgen. Sonst könnt ihr nicht meine Jünger sein.

Jesus musste sein Kreuz zu seiner eigenen Beerdigung tragen, so wie Verbrecher, die unter der römischen Herrschaft gekreuzigt wurden. Die Kreuzigung war die Hinrichtungsart der Römer, wenn sie jemanden öffentlich vorführen und demütigen wollten. Wer sein Kreuz trug, der war so gut wie tot. Mit diesem Vergleich sagte Jesus also etwas ziemlich Abstoßendes.

Wenn Jesus Marketing studiert hätte, dann hätte er sicher etwas Schöneres gesagt. Jesus sagt uns so etwas, weil er eine radikale Aussage treffen will. Weil er uns etwas klar machen will, das ganz wichtig ist: Wer ein Jünger sein will, muss
sterben. Unser Ego, unsere Anschauungen, Denkmuster und Wünsche müssen sterben. Gott muss uns wichtiger sein als alles, als alle Beziehungen, als mein Egoismus, als alles Hab und Gut.

Warum? Ist das nicht ein wenig drastisch?

Weil wir erst in sein Königreich passen, wenn Jesus uns verändert hat. Und das geht erst, wenn das Korrupte, das Kaputte, unser altes Ich, gestorben ist.
Hast du schon einmal bemerkt, dass die Gesetzmäßigkeiten Gottes vom Teufel hier auf der Erde genau umgedreht worden sind?

  • Wir müssen z.B. dem sterben, dass es uns wichtig ist, wie wir aussehen. Gott sagt, dass Schönheit aus dem Herzen kommt und aus den Augen leuchtet.
  • Wir müssen dem sterben, dass wir Geld und Besitz scheffeln. Gott sagt, dass wir glücklich werden, wenn wir teilen und dass er uns versorgt, uns sogar die Fülle gibt!
  • Wir müssen dem sterben, dass wir selber unser eigenes Leben möglichst festhalten. Gott sagt, dass wir leben wenn wir sterben.

Und so weiter.
Diese Sache wäre ziemlich arg, wenn nicht ein Faktor da wäre, der alles ins rechte Licht rückt: Gott ist Liebe. Er liebt dich und mich bedingungslos. Ohne Bedingungen. Einfach so.

Hm. Klingt nicht so arg nach Liebe, dass ich sterben muss!

Ich hatte neulich einen Traum von Gott. So einen, der sich so intensiv anfühlt, dass man ganz verstört ist in der Früh. Ich hatte Gott am Abend beim Einschlafen gebeten, ob er mir bitte etwas von sich zeigen kann. Ich möchte ihn immer mehr kennenlernen.

Der Traum war ziemlich arg vom Gefühl her, ich konnte lange nicht über ihn sprechen. Und zwar hatte ich mehrere Lastwägen gesehen und auch große Schiffe, die alle einen Zweck hatten, nämlich Menschen in Kisten ins Meer zu entsorgen. Es war offensichtlich, dass da Unrecht geschah.

Ich war furchtbar entsetzt in dem Traum und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich rief zu Jesus. Und mir wurde die Schuld der Menschheit so bewusst. Ich bat um Verzeihung. Aber während ich das tat, wurde mir bewusst, dass ich nicht einmal wusste, wofür ich mich entschuldigen sollte, weil ich das ganze Ausmaß der Schuld nicht kannte. Es waren nicht nur meine Vorfahren, sondern auch alle anderen Menschen und Völker, die so viel Schuld auf sich geladen hatten, und so hatte ich auch kein Recht, mich für sie zu entschuldigen. Ich war überwältigt. Ich flüsterte Gottes Namen, weil rufen konnte ich nicht mehr.

Und es war für mich klar, bei diesem Unrecht konnte Gott nur eine Sache machen, nämlich alle Menschheit vernichten, sich abwenden und einfach einen Schlussstrich ziehen.

Aber dann wusste ich, dass er selber Mensch geworden war, er selber hatte diese gewaltige, diese furchtbare erstickende Schuld auf sich genommen und ist statt der Menschheit gestorben. Er hat sein Kreuz getragen. Aus Liebe.

Ich weiß nicht, ob ich genug die Gefühle, die ich bei diesem Traum hatte, wiedergeben konnte. Aber ich habe gewusst: dieser Liebe kann ich nur mit Liebe begegnen und ich danke ihm, dass ich sterben darf und dadurch er in mir lebt, denn dann habe ich eine Chance, ein Königreichmensch zu werden, einer, der mit ihm im Himmel sitzt und ihn bestaunt und anbetet. Das kann für mich die einzige Antwort auf so eine unmöglich verrückte Liebe sein!

Im Alten Testament finden wir die Geschichte vom Auszug aus Ägypten. Ich denke, jeder kennt sie. Steht im 2. Mose. Wenn du willst, kannst du sie zu Hause nachlesen. Ich greife nur ein paar Stellen heraus.

Inmitten der Wunder oder eigentlich Strafen, die der Pharao bekommt, weil er das Volk Israel nicht ausziehen lassen will, damit sie Gott anbeten, steht da etwas, das mir neulich aufgefallen ist:

2. Mose 8/21: Da rief der Pharao Mose und Aaron zu sich und sagte: »Ihr dürft losziehen und eurem Gott Opfer darbringen – bleibt aber hier im Land!

Ägypten ist immer ein geistliches Bild für das Leben ohne Gott, ohne Erlösung, bevor wir Gott erlauben, uns zu verändern.

Und hier sehen wir: Dem Teufel ist es egal, wenn wir anbeten, so lange wir uns nicht verändern. So lange wir so zu sagen „im Land“ bleiben. Wahre Anbetung ist Lebensveränderung. Eine Hingabe unseres ganzen Lebens. Wenn wir anbeten aber noch im Land leben, wo der Teufel das Sagen hat, dann geben wir ihm das Recht, uns alles wieder zu stehlen.
Also wenn wir Gott ein wenig geben, wenn wir großzügig sind und spenden oder so am Sonntag oder jeden zweiten in den GD gehen, nett sind zu einander und uns bemühen, immer wieder in der Bibel zu lesen,… beten wir ja Gott an. Aber wir geben uns nicht Gott hin. Er hat keine Rechte auf uns, wir sind in unserem Alltag unverändert und suchen nicht nach seinem Willen sondern wir leben unseren eigenen. Wir lernen Jesus nicht persönlich kennen, haben keine Liebesbeziehung mit ihm, sterben nicht unserem Ego. Wir regieren unser Leben.

Hingabe ist extrem. Wir denken da an die Frau, die Jesus ein Öl über die Füße geleert hat, das ihre Mitgift in die Ehe war. Sie hat nicht nur etwas Jesus geschenkt, eigentlich an ihn verschwendet, wie viele das gesehen haben, das ein Jahreseinkommen wert war, sondern sie hat ihn symbolisch zum Ehemann erklärt und das vor allen Leuten! Extreme Hingabe.

Die einzige Anbetung, die bei Gott zählt, ist extreme Anbetung. Wenn ich nichts von mir zurück halte. Die bringt extreme Resultate, extreme Veränderung.

In 2. Mose 10/11 heißt es weiter unten im Text: Der Pharao sagt: Ich werde euch aber niemals mit euren Familien ziehen lassen. Nein, nur ihr Männer dürft das Land verlassen, um dem HERRN, eurem Gott, zu opfern.

Der Feind mag es nicht, wenn ganze Familien anbeten! Es ist eine kraftvolle geistliche Einheit, wenn mehrere Generationen zusammen Gott anbeten. Gott segnet da überproportional. Und der Teufel macht Überstunden, um das zu verhindern, um Familien zu zerstören, oder zumindest zu verhindern, dass eine ganze Familie in Einheit Gott anbetet!

2. Mos. 10/24: Wieder ließ der Pharao Mose zu sich rufen und sagte: »Zieht los und dient dem HERRN, eurem Gott! Ihr dürft auch eure Familien mitnehmen. Nur eure Schafe, Ziegen und Rinder sollen hierbleiben.

Nicht nur mit den Familien sollen wir Gott anbeten, sondern auch mit unseren ganzen finanziellen Ressourcen. Anbetung, die wenig kostet ist auch wenig wert.

Wenn wir in der angst-orientierten Wirtschaft des Teufels leben, kann er unser Denken und unsere Gefühle beeinflussen. Somit sind wir nicht mehr effektiv in unserem göttlichen Ruf, in unserer Berufung. Wenn wir nicht gestorben sind, dann haben wir eben Angst. Wir kennen Gott, den Vater nicht persönlich und wir wissen, dass er gesagt hat, dass er uns die Fülle geben will, aber stimmt das?

Was der Teufel am meisten fürchtet sind Familien, auch Gemeindefamilien, die in Einheit miteinander anbeten, sich waghalsig hineinschmeißen in die Heiligung und alle ihre Ressourcen (Geld, Zeit, Kraft, Können) im Königreich Gottes einsetzen. Gott wird solchen Leuten nichts vorenthalten! Es gibt Bücher über das Leben von Menschen, die so gelebt haben. Lebst du so, dass jemand ein Buch darüber schreiben kann? Bist du eine der Frauen, einer der Männer, die Gott als Vorbild verwendet? Die oder der sein Kreuz auf sich nimmt und dessen Ego stirbt, damit Gott dich zurückverwandeln kann in das, was er eigentlich meinte, als er dich erschaffen hat? In sein Ebenbild? Das erfordert Mut.

Und dann kam der nächste Test: Das Rote Meer war vor ihnen, die ägyptische Armee hinter ihnen.

Wäre Mose und das Volk auch auf die Idee gekommen, durch das Meer zu gehen, wenn sie nicht verfolgt worden wären? Wie ist das in unserem Leben? Muss Gott nicht manchmal den Feind benützen, damit wir Risiko eingehen? Muss er uns in Situationen bringen, damit wir Wunder überhaupt für möglich halten?

Die andere Frage ist: Lassen wir uns an solchen Punkten auf ein Wunder ein oder drehen wir lieber um und begeben uns resigniert wieder in unser altes Leben zurück? Lieber versklavt leben als ein solches Wagnis wagen? Gut, dass Mose nicht verzagt ist, sondern ein Wagnis eingegangen ist!

Das Rote Meer ist auch ein Bild für die Taufe, wo wir in der Unsichtbaren Welt einen prophetischen Akt setzen. Wir erklären unseren Glauben an Jesus Christus und bekommen Vergebung der Sünden. Das ist ein Bund, den wir in der Unsichtbaren Welt vor allen Mächten und Gewalten mit Gott eingehen.

Gott hat übrigens das Volk Israel nicht nur aus der Gewalt Ägyptens herausgeführt sondern auch ins Gelobte Land hinein. Das ist das Land wo er sich niederließ (Jerusalem), also übertragen gesehen: in des Königs Land, in seinen Einfluss. Dorthin sind wir hineingerettet worden, dort sollen wir leben. Das ist seit Jesus in Einheit mit ihm. Er in uns und wir in ihm.

Manche Leute sind so zu sagen aus der Sklaverei gerettet worden, aber sind nie im gelobten Land angekommen. Sie haben sich entweder beim ersten Hindernis zurück nach Ägypten gewandt oder sind irgendwo auf dem Weg zufrieden gewesen und haben sich niedergelassen, so wie die zwei einhalb Stämme Israels, die sich noch vor der Grenze zufrieden gegeben haben und sich dort niedergelassen haben, und nicht mit in Gottes Verheißung gekommen sind.

Wie wir wissen, hat es eine ganze Generation gegeben, die lieber nicht ins Gelobte Land wollte, sie hatten Angst. Sie haben es Gott nicht zugetraut, dass er wahr macht, was er gesagt hat, dass er sie schützt und versorgt.

Wenn du noch in deinem alten Leben ohne Gott, in der Sklaverei dieser Welt, lebst und Jesus zu deinem Herzen spricht, dich einlädt, zu ihm zu kommen, dann mach heute deine Herzenstür auf. Ergreife die Hand, die dir Jesus Christus hinstreckt und lass dich herausziehen aus deinem Ägypten. Geh nach dem GD zu einem der Beter vorne, und die werden dich anleiten im Gebet, damit du Jesus persönlich kennenlernst. Lass diesen Moment nicht vorbei gehen! Mach ganze Sache. Jetzt ist die Zeit.

Wenn du zwar zu Jesus gegangen bist, um die Erlösung zu bekommen, aber du steckst immer noch so am Rande Ägyptens fest oder du bist noch nicht im Gelobten Land angekommen, dann begnüge dich nicht mit einem religiösen Leben! Lerne Jesus ganz intim kennen.

Religion heißt: Etwas über Gott wissen.
Christsein heißt: Gott persönlich kennen und von ihm erkannt sein.

Wenn du da weiterkommen willst, dich neu aufmachen, dann komm doch auch nach vorne. Die Beter leiten dich gerne in dem Gebet an!

Wir Christen, wir Jünger Jesu sind dazu bestimmt, dass wir Priester sind. Priester hören seine Stimme, sind rein und sind nahe bei ihm. Komm und lass dich von ihm heiligen, verändern!

Jesus, ich erlaube dir, dass du mich so veränderst, wie du es möchtest. Ich lege dir mein Leben hin, es gehört dir! Ich schenke dir alles was ich bin und was du mir gegeben hast. Mit meinem ganzen Leben bete ich dich an. Bitte Hl. Geist, du bist der Lehrer, lehre mich dieses neue Leben!