Ein junger Mann auf der Baustelle protzt mit seiner Kraft herum. Er verspottet gern vor allem einen der älteren Bauarbeiter.

Nach einer Weile hat der genug von dieser Angeberei und sagt: „Jetzt wollen wir doch mal sehen, ob du tatsächlich so stark bist, wie du denkst. Ich wette einen Wochenlohn mit dir, dass du nicht in der Lage bist, etwas das ich mit der Schubkarre auf die andere Seite der Baustelle fahre, wieder hierher zurück zu karren!“

„Kein Problem“, sagte der Kraftprotz, „die Wette gilt!“

Der alte Mann holte die Schubkarre und sagte zu dem Angeber, „Okay, dann setz dich mal in die Schubkarre!“

 

T-Shirt Aufdruck: „Als Gott mich schuf, wollte er angeben!“

Manche haben mir schon ein sehr großes Selbstbewusstsein attestiert, wenn ich dieses T-Shirt anhabe, aber ich trage es aus voller Überzeugung. Dabei kann ich mich sogar auf die Bibel berufen.

Ps 139,14 Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich!

Mit gutem Recht darf das jeder von uns für sich in Anspruch nehmen. Gott hat dich wunderbar gemacht.

Hast du dich schon einmal gefragt: Warum eigentlich?

 

Wir sind Werkzeuge in Gottes Hand. Jedes Werkzeug, ja jedes Ding, das wir verwenden erfüllt einen ganz bestimmten Zweck. (Ding der Woche bei „Was gibt es neues?“)

Natürlich kann auch mit einer Zange ein Bier aufmachen, aus einem Schuh trinken, mit einer Gitarrensaite ein Bild aufhängen, oder mit einem Buch jemanden erschlagen. Aber dafür wurden diese Dinge eigentlich nicht gemacht. Wenn ich den Zweck eines Dings, oder eines Werkzeugs kenne, werde ich es normalerweise auch Zweckmäßig verwenden.

 

Was ist dein Zweck? Warum hat dich Gott genau so gemacht, wie er dich gemacht hat?

Wir alle sind ja unterschiedlich, nicht nur äußerlich, sondern auch in unseren Begabungen, dem was uns wichtig ist und in unserer Persönlichkeit.

 

Die Bibel ist ja unter anderem auch eine Gebrauchsanweisung unseres „Erfinders“ und „Erbauers“. Darin können wir nachlesen, wozu er dich und mich so wunderbar geschaffen hat.

 

Eph 4

11 Er hat die einen als Apostel, die anderen als Propheten, wieder andere als Prediger und schließlich einige als Hirten und Lehrer eingesetzt.

12 Ihre Aufgabe ist es, die Gläubigen für ihren Dienst vorzubereiten und die Gemeinde – den Leib Christi – zu stärken.

13 Auf diese Weise sollen wir alle im Glauben eins werden und den Sohn Gottes immer besser kennen lernen, sodass unser Glaube zur vollen Reife gelangt und wir ganz von Christus erfüllt sind.

14 Dann werden wir nicht länger wie Kinder sein und uns ständig von jeder fremden Meinung beeinflussen oder verunsichern lassen, nur weil geschickte Betrüger uns eine Lüge als Wahrheit hinstellen.

15 Stattdessen lasst uns in Liebe an der Wahrheit festhalten und in jeder Hinsicht Christus ähnlicher werden, der das Haupt seines Leibes – der Gemeinde – ist.

16 Durch ihn wird der ganze Leib zu einer Einheit. Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe und trägt zum Wachstum der anderen bei, sodass der ganze Leib gesund ist und wächst und von Liebe erfüllt ist.

 

Hier ist davon die Rede, immer reifer, erwachsener und im Glauben stark zu werden, es ist von Einheit die Rede und davon, Christus ähnlicher zu werden. All das gehört zur Jüngerschaft, mit der wir uns ja seit einigen Wochen befassen, als fester Bestandteil dazu.

 

Paulus zählt hier eine Reihe wichtiger Ämter auf (Fünffältiger Dienst), die alle etwas mit geistlichen Gaben zu tun haben. Darauf möchte ich heute den Schwerpunkt legen.

 

Die geistlichen Gaben helfen dir deinen Platz im Reich Gottes zu entdecken. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Gaben kennst.

 

1.Kor 12,1

Brüder und Schwestern! Ich komme nun zu den Fähigkeiten, die der Geist Gottes schenkt, und sage euch, was ihr darüber wissen müsst.

 

Seine Gaben zu kennen, und vor allem zu wissen, wie ich diese Gaben einsetzen kann, ist ein wesentlicher Teil deines „Jünger Jesu seins“!

 

 

Das erste und wichtigste: Du bist begabt!!!

1.Kor 12,7

…an jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben.

Wenn du deine Gaben nicht kennst, dann nicht, weil Gott dir keine gegeben hat, sondern weil du sie noch nicht entdeckt hast. Das lässt sich ändern!

Jeden Herbst: DIENST Seminar bzw. Gespräche.

 

Gott ist unendlich großzügig. Ich habe noch keinen Christen getroffen, der keine Gaben hatte.

Es gibt zwar Christen, die ihre Gaben nicht einsetzen, aber das ist ein anderes Thema.

 

 

Alle Gaben haben ihren Ursprung in Gott!

Daraus folgt, dass wir uns niemals etwas einbilden können auf unsere Gaben.

Gebet: „Alle guten Gaben…“! ð Dankbarkeit

Was weiters daraus folgt, ist dass wir keinen direkten Einfluss darauf haben, welche Gaben er uns schenkt, und welche nicht.

Verschiedene Gabentests, Fragebögen… mit 20-30 verschiedenen Gaben.

Erkenntnis: Die meisten davon habe ich nicht!

Auf den ersten Blick frustrierend: so „wichtige“ Gaben wie Gebet, Weisheit, oder Gastfreundschaft habe ich leider nicht.

 

Es ist eine Tatsache, dass Gott nicht jedem Christen alle Gaben gegeben hat. Er hat sich etwas dabei gedacht und das ist gut so. Das bedeutet nämlich, dass du dir keinen Stress machen brauchst, weil du gewisse Gaben nicht hast. Im Gegenteil. Es befreit dich, die Gaben zur Entfaltung kommen zu lassen, die er dir gegeben hat.

Genau genommen möchte ich nicht so sehr davon sprechen, dass wir gewisse Gaben haben – oder eben nicht haben, so als wären sie unser Besitz.

Wenn du so einen Gabentest ausfüllst, kommst du drauf, dass gewisse Gaben schwächer – und andere stärker ausgeprägt sind. Also befasse dich mit den Gaben, die bei dir am stärksten ausgeprägt sind.

 

Gott schenkt dir die Gaben nicht als Belohnung für geistliche Reife oder Treue. „Du bist jetzt 20 Jahre im Glauben, du erhältst die Gaben des …“

Jeder Christ hat geistliche Gaben, auch die, die noch sehr jung im Glauben sind. Natürlich werden „Neogläubige“ ihre Gaben eher unreif einsetzen.

Bsp.: Teenager bekehrt sich und will mit seiner E-Gitarre im LP mitspielen.

 

Unterschied: Gaben – Frucht des Geistes.

 

 

Da wir wissen, dass Gott uns Gaben schenkt, müssen wir uns fragen, was wir damit anfangen?

Warum gibt Gott seinen Kindern Gaben?

  1. A) Damit wir stolz darauf sein können?
  2. B) Damit wir uns vergleichen können? (Christen 1,2,3… Klasse)
  3. C) Damit wir uns darüber streiten können?
  4. D) Damit Gottes Liebe unsere Mitmenschen erreicht?

 

In den meisten Gabenbüchern liest man: „zum Aufbau des Leibes Christi“, oder „zum Nutzen für den ganzen Leib Christi“. Es geht um den Aufbau des Leibes Christi also der Gemeinde.

Abgeleitet aus 1. Kor 12,7: (HfA) Wie auch immer sich die Gaben des Heiligen Geistes bei jedem einzelnen von euch zeigen, sind sie zum Nutzen der ganzen Gemeinde bestimmt.

Aber wenn man genau hinsieht, dann steht dort wörtlich (Elb):

Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben.

Bei Luther steht „zum Nutzen aller.“

Es ist sicher nicht falsch, dass durch die Gaben die Gemeinde auferbaut wird, aber wir dürfen nicht übersehen, dass die Gemeinde niemals Selbstzweck ist, sondern sie eine Aufgabe in dieser Welt hat.

In Eph 4,12 steht in diesem Zusammenhang:

Deren Aufgabe ist es, die Glaubenden[A] zum Dienst bereitzumachen, damit die Gemeinde, der Leib von Christus, aufgebaut wird.

  1. A) Wörtlich die Heiligen.

 

Zu welchem Dienst? Sicher nicht nur KiGo, LP Team…

Die Gaben nur auf Gottesdienst und HK zu beschränken wäre eine schlimme Verkürzung dessen, wofür Gott sie uns gegeben hat.

Deshalb formuliere ich die Antwort auf die Frage nach dem Warum der Gaben mit: Damit Gottes Liebe unsere Mitmenschen (vor allem die, die Gott noch nicht kennen) erreicht.

 

Daraus folgt, dass wenn wir uns über die Gaben Gedanken machen, dann müssen wir auch überlegen, wie wir sie „draußen“ – über Godi und HK hinausgehend – einsetzen können.

 

Bsp.: Film „Christ in you”

 

Christian Schwarz teilt die Gaben in seinem Buch „Die drei Farben deiner Gaben“ in drei Bereiche ein und ordnet jedem Bereich, wie der Buchtitel schon sagt einer Farbe zu.

Den grünen Farbbereich ordnet er Gott dem Vater zu. Die Gaben in diesem Bereich haben etwas mit der Schöpfungsoffenbarung zu tun, also wie sich Gott beispielsweise in der Natur mitteilt.

Dazu gehören Gaben wie: Organisation, Barmherzigkeit, Musik, Handwerk oder Gastfreundschaft.

Diese Begabungen sind häufig auch außerhalb des christlichen Kontextes anzutreffen. Sie werden dadurch zu geistlichen Gaben, dass sie für das Reich Gottes eingesetzt werden.

 

Der zweite Farbbereich ist rot und steht für Gaben, die im Zusammenhang mit der Verkündigung des Evangeliums und dem Wachstum im Glauben zu tun haben. Christian Schwarz bezieht diesen Bereich auf Gott den Sohn.

Im roten Segment finden wir Gaben wie Evangelisation, Leitung, Seelsorge, aber auch Dienen und Helfen.

 

Als drittes gibt es noch einen blauen Farbbereich, den er Gott dem Heiligen Geist zuordnet. Die Gaben in diesem Bereich haben mit der übernatürlichen Kraft Gottes zu tun, wie beispielsweise Prophetie, Heilung, Wundertaten und auch das Gebet.

 

Diese Unterteilung hilft dabei zu verstehen, warum manche Gaben in unseren Augen sehr spektakulär erscheinen und andere geradezu alltäglich. Aber das bedeutet nicht, dass nur bestimmte Gaben (blau) geistlich sind. Alle Gaben sind vom HG gegeben!

Du musst nicht traurig sein, über die Gaben die vielleicht ein Anderer, aber du nicht in diesem Ausmaß erhalten hast. Freu dich über deine Gaben und sorge dafür, dass sie zum Einsatz kommen. Das wird nicht nur für die Menschen ein Segen sein, denen du mit deinen Gaben dienst, sondern dieser Segen wird auch zu dir zurückkommen. Es entsteht dadurch eine Win-Win Situation.

 

Das Wichtigste bei den Gaben ist, dass sie dich zum Handeln bringen. Erst wenn die Gaben eingesetzt werden, haben sie ihr Zeil erreicht.

Die Gaben sind zwar von Anfang an da, spätestens ab dem Zeitpunkt, wenn du Jesus in dein Herz lässt, vielleicht sogar schon früher. Tatsache ist aber das Gaben wie Muskeln funktionieren. Wenn du einen Muskel nicht betätigst, verkümmert er. Bsp.: Gipsbein.

Wenn du aber eine Gabe trainierst, indem du sie regelmäßig einsetzt, wird sie wachsen. Selbst dann, wenn du einen Fehler machst. Fehler sind gut, weil du daraus lernen kannst.

Wie heißt es beim Erste-Hilfe-Kurs: „Du kannst nur eine Sache falsch machen: Wenn du nichts machst.“

 

Gleichnis von den anvertrauten Geldstücken (Talenten) Mt 25,14ff erzählen.

 

Wenn du deine Gaben einsetzt und der „Gabenmuskel“ bei dir wächst, wird Jesus eines Tages zu dir sagen: Mt 25,21+23

‚Sehr gut‘ … ‚du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‘

 

 

In all dem Einsetzen der Gaben lässt uns Gott ohnehin nicht allein. Er ist stets an unserer Seite um uns zu unterstützen, zu helfen, damit wir mit seiner Kraft an sein Ziel kommen.

Und er hat uns als Geschwister und als Gemeinde so zusammengestellt, dass wir einander mit unseren Gaben nicht nur ergänzen, sondern dass wir einander auch ermutigen und anspornen unsere Gaben in seinem Sinne einzusetzen.

 

Eph 4, 16 Durch ihn wird der ganze Leib zu einer Einheit. Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe und trägt zum Wachstum der anderen bei, sodass der ganze Leib gesund ist und wächst und von Liebe erfüllt ist.

 

Ist das bei uns so? Ja, und es wird immer mehr sichtbar. Danke Jesus!