Vor einiger Zeit hat mich Gott einmal so richtig aus dem Nichts heraus gefragt: „Was ist eines der größten Hindernisse in der Jüngerschaft?“

Nun, da sind mir ganz viele Dinge eingefallen. Aber wenn man von Gott so eine Frage gestellt bekommt, ist es nicht wahrscheinlich, dass er von mir eine Antwort erwartet. Also hab ich ihn gefragt, was er dazu meint und seine Antwort hat mich verblüfft: „Passivität“. Hm. Ja, natürlich. Aber ist es nicht viel eher so, dass heutzutage alle viel zu aktiv sind und sich kaputt arbeiten? Ich war etwas verwirrt. Hab ihn um Erläuterung gebeten.

 

In der Zeit danach hat er mir immer wieder in Situationen gezeigt, was er meint, und das war für mich ein Augenöffner, eine Korrektur, besonders für mein eigenes Leben, und auch für meine Sichtweisen.

 

Da wir gerade eine Predigtreihe über Jüngerschaft haben, möchte ich euch das heute weiter sagen: Was meint Gott wenn er sagt: Ein Jünger muss aktiv sein?

 

Ich glaube, dass jeder einmal oberflächlich gesehen übereinstimmt bei diesem Punkt: Ein Jünger tut was. Darum ist Christsein oft so anstrengend. Ich investiere was von mir und es muss mich etwas kosten. Und je mehr ich mich reinhänge, desto besser, desto lieber ist es Gott. Dazu gibt es ganz viele Verse, so wie Jak.1/22 Sei Täter des Wortes, Matth.28/19 der Sendungsauftrag: Gehet hin in alle Welt.

Das ist was für Leute, die viel Zeit haben, unbegrenzt Kraft, die es aushalten, nur ein paar Stunden zu schlafen, und viel Geld haben oder von Spenden leben. Natürlich können wir auch in unserer Umgebung hingehen, das ist dann mehr für die, die nicht so viel Geld oder Geldgeber haben und eben „kleine“ Christen sind.

 

Du merkst vielleicht schon, dass da etwas nicht stimmt. Ich wusste eigentlich immer, dass etwas nicht stimmt. Nur wusste ich nicht was. So viele Christen, die ich kenne, sind ausgebrannt und ich war es auch. Jesus, was habe ich, was haben wir falsch gemacht?

 

Eines Tages hat ein Freund, der Pastor ist, zu mir gesagt: Jesus zu dienen macht nicht krank. Logisch. Hm. Ich war wirklich im Konflikt. Warum war ich dann schon krank, und noch dazu konnte ich seine Arbeit nicht mehr tun, konnte nicht mehr das tun, was meiner Meinung nach in seinem Wort steht, weil ich ausgebrannt war?

 

Schlimmer: ich wollte es nicht mehr tun. Ich hatte keine Freude mehr dran. Aber: muss denn Gottes Willen tun Freude machen? Ich habe so oft in Predigten gehört, dass man einfach unter der Last bleiben muss, Geduld lernen, und dass wir eben unser Kreuz tragen müssen. Ist es unser kollektives Kreuz, ausgepowert zu sein?

 

Kennst du das auch? Dein Herz dient und du möchtest wirklich gerne ein Täter des Wortes sein, aber du hast keine Zeit und Kraft für Taten! Du möchtest wirklich gerne dich selber überwinden und hingehen und in den Hauskreis gehen und dich mit Leuten treffen und in die Kirche gehen und in der Bibel lesen und beten ohne Unterlass, und… Es ist dir wirklich wichtig! Aber dann ist einfach so viel los und der Tag ist schon wieder um. Aber morgen. Morgen wird’s gelingen.

 

Der Hl. Geist hat mir gesagt, ich soll doch einmal die Stelle in Lukas 16/1-11 lesen:

Jetzt wandte sich Jesus an seine Jünger und erzählte folgende Geschichte: »Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Als er erfuhr, dass dieser seinen Besitz verschleuderte, stellte er ihn zur Rede: ›Was muss ich von dir hören? Bring mir deine Abrechnung! Du bist entlassen!‹ Der Verwalter überlegte: ›Was mache ich jetzt? Meinen Posten bin ich los. Die schwere Feldarbeit liegt mir nicht, und zum Betteln bin ich zu stolz. Aber ich weiß, was ich tue. Ich mache mir Freunde, die mich in ihren Häusern aufnehmen, wenn ich arbeitslos bin.‹ Er ließ nacheinander alle Männer zu sich rufen, die bei seinem Herrn Schulden hatten. Den ersten fragte er: ›Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?‹ Der Mann antwortete: ›Hundert Fässer Olivenöl.‹ ›Hier ist dein Schuldschein‹, erklärte ihm der Verwalter. ›Trag fünfzig ein!‹ ›Und du?‹, fragte er einen anderen. ›Hundert Säcke Weizen.‹ ›Hier, nimm den Schuldschein und schreib stattdessen achtzig!‹, forderte er ihn auf.« Der Herr lobte den betrügerischen Verwalter dafür, dass er so vorausschauend gehandelt hatte. Denn wenn es darum geht, sich seine Zukunft zu sichern, sind die Menschen dieser Welt klüger und geschickter als die Menschen, die im Licht Gottes leben. Jesus erklärte seinen Jüngern: »Ich sage euch: So klug wie dieser ungerechte Verwalter sollt auch ihr das Geld (euren Besitz)einsetzen. Macht euch Freunde damit! Dann werdet ihr, wenn euch das Geld nichts mehr nützen kann, einen Platz im Himmel bekommen. Nur wer im Kleinen treu ist, wird es auch im Großen sein. Wenn ihr bei kleinen Dingen unzuverlässig seid, werdet ihr es auch bei großen sein. Geht ihr also schon mit dem Geld (Besitz), an dem so viel Unrecht haftet, nicht gut und treu um, wer wird euch dann die Reichtümer des Himmels anvertrauen wollen? Wenn ihr schon die Güter nachlässig verwaltet, die Gott euch nur vorübergehend anvertraut hat, wie soll er euch dann die Dinge schenken, die wirklich euch gehören sollen?« »Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld (den Besitz) leben.«

 

Jesus hat offensichtlich eine andere Definition von gut und treu als ich! Das ist eines der unmöglichsten Gleichnisse der Bibel für mich. Kann Jesus wirklich so etwas erzählt haben, damit wir davon lernen?

 

Und was hat dieses Gleichnis mit dem zu tun, dass man keine Zeit hat und sich bemüht, das Richtige zu tun? Soll vielleicht dieses korrupte Verhalten des Verwalters ein Beispiel sein, wie wir es machen sollen?

Dieses Gleichnis ist so komplex, dass ich nur einen von mehreren Punkten rausnehmen möchte. Also alles andere lasse ich unbehandelt. Hört mich bitte richtig, dass ich nur einen einzigen Punkt, den Jesus hier macht, herausgreife!

 

Mir ist aufgefallen, dass hier steht: Jesus erklärte seinen Jüngern: »Ich sage euch: So klug wie dieser ungerechte Verwalter sollt auch ihr das Geld (euren Besitz) einsetzen und euch Freunde machen.« Es steht nicht, dass wir es so machen sollen wie der Verwalter, und fremden Besitz so einsetzen.

Jesus fordert uns also hier nicht zur Untreue auf, sondern er macht einen anderen Punkt: Wir sollen unser Geld klug einsetzen und zu unserem Gunsten arbeiten lassen, damit wir hier auf der Welt ein gutes Leben haben. Eigentlich ziemlich schräg, dieser Gedanke. Kaum zu glauben, dass er von Jesus persönlich kommt.

 

Ich glaube, der Knackpunkt hier ist, dass wir eine Entscheidung treffen müssen: wollen wir „brav“ und ordentlich sein, oder wollen wir Leben in Fülle? Ich meine mit brav und ordentlich, dass ich einfach ohne Nachdenken das tue, was man oder irgend jemand von mir als Christen erwartet, also dass ich angepasst bin und die von mir oder anderen erwartete Leistung erbringe.

 

Jesus kann hier nicht gemeint haben, dass es OK ist, andere zu betrügen und zu stehlen. Wenn er den Verwalter lobt, dann lobt er nur, dass der gewusst hat, wie er im Leben vorwärts kommt. Er hat sich Freunde gemacht.

Jesus möchte, dass wir genau so klug sind, aber für die richtigen Dinge und auf die richtige Weise. Wir sollen Geld richtig einsetzen, wozu es gedacht ist, nämlich, dass es für das Königreich arbeitet, für Beziehungen, als etwas, womit mich mein himmlischer Papa versorgt: dass ich leben kann und Leben in Fülle habe, nicht dass ich es für mich horte oder für Dinge ausgebe, die nicht gut für mich sind!

 

Er möchte, dass ich dem Geld einen Stellenwert einräume, der sagt: es ist mir wert, es auszugeben für die richtigen Dinge, damit es für mich arbeitet, damit es mir gut tut und mich bei meiner Arbeit im Königreich voran bringt. Es bringt mich persönlich übrigens auch voran, wenn ich damit großzügig bin und andere unterstütze!

Die Grundeinstellung ist hier: Ich bin nicht von meinem Geld abhängig, sondern von meinem himmlischen Vater, der mich versorgt. Aber mein Umgang mit dem Geld und Besitz spiegelt meine Einstellungen und Werte, meine Herzenshaltung wider.

Das muss ich wissen, damit nicht ich dem Geld diene sondern das Geld mir, und infolgedessen, damit mir die Reichtümer des Himmels anvertraut werden können.

 

Wie kann ich also so leben, dass ich klug bin und nicht brav und doch die richtigen Dinge tue, die Jesus von mir will, ohne dass ich hirnlos angepasst bin, oder mich finanziell oder kräftemäßig verausgabe? Ich glaube, dass es in diesem Gleichnis um Herzenseinstellungen geht.

 

Es ist mir klar geworden, dass es ganz viele Aufforderungen in der Bibel gibt, etwas zu tun: Gehe hin! Sei mutig! Sei fröhlich! Sei Täter des Wortes!…

In Jes. 35/4-7 steht:  Sagt denen, die sich fürchten: »Fasst neuen Mut! Habt keine Angst mehr…«

OK: Hast du Angst? Fass neuen Mut! Hab keine Angst! Hm. Ist doch einfach, oder? Einfach keine Angst haben, wenn du Angst hast!…Hmmm. Jesus sagt das auch immer wieder….

 

Auf einmal ist es mir klar geworden, was der Hl. Geist da sagen will: werde aktiv. Entscheide dich.

 

Und aktiv werden heißt nicht: Tu was! Selbst wenn ich Täter des Wortes bin, heißt es nicht in erster Linie, dass ich was tue sondern dass ich aktiv bin.

 

Lass mich erklären, was ich meine: Ich kann entweder eine Einstellung haben, dass mir etwas passiert. In dem Fall, z.B. wenn ich Täter des Wortes bin, tue ich das, was Gott mir in der Bibel sagt, indem ich mich zwinge, noch schnell eine Bibelhalbestunde oder ein Gebet für jemanden einzuquetschen in meinen Alltag. Und dann bin ich so müde, weil eigentlich hatte ich keine Zeit mehr dazu. Schließlich musste ich doch auch auf die Kinder schaun, in der Arbeit nett sein, ich musste mich den ganzen Tag bemühen, dass ich das alles rein quetsche was wichtig ist, was in der Bibel steht, weil schließlich tut das ein braver Christ! In dem Fall war ich trotz meiner Aktion, nämlich dem Bibellesen, nicht wirklich aktiv im Sinne von Jesus. Ich habe keine eigene Entscheidung gefällt für das Bibellesen sondern ich habe gemeint, dass ich das eben als Christ tun sollte und so habe ich es eingequetscht. Es ist passiert, ich wollte es schon, aber ich habe mich auch nicht für diese Tätigkeit selber entschieden, hab nur getan, was mir gesagt wurde. Und das Quetschen hat weh getan.

 

Aber Jesus sagt in dem Gleichnis, dass wir mit dem anvertrauten Gut, also mit den Geheimnissen der Bibel, mit Gebet, mit unseren Finanzen…unverlässlich umgehen, wenn wir es aus einer falschen Herzenshaltung heraus tun.

 

Ich glaube, was den Verwalter so hervorhebt, obwohl er korrupt war, ist, dass er eine aktive Herzenshaltung hatte. Er hat sein Leben gelebt, mit allen Konsequenzen.

 

Was meine ich also jetzt mit „aktiv sein“? Es geht in der Bibel immer um Entscheidungen. Zuerst entscheide ich mich, dass ich zu Jesus gehöre. Das passiert nicht, indem ich eine Tätigkeit setze, sondern durch meine bewusste Entscheidung. So eine Entscheidung ist etwas sehr Positives. Ich bin am Steuer, ich will das. Dadurch bin ich in die Familie Gottes hineingeboren, ich bin ein neuer Mensch, kein Sünder mehr, wie wir von Pastor Peter in den letzten Wochen gehört haben. Wir haben den Hl. Geist in uns und der führt uns in alle Wahrheit. Wir verstehen dadurch die Bibel und können mit Jesus und Gott dem Schöpfer so intim werden, dass wir ihn Papa nennen dürfen.

 

Aber damit hört es nicht auf. Jetzt beginnt die Jüngerschaft. Die Reise dahin, wie ich meinen Glauben lebe, wie ich von einer Herrlichkeit zur nächsten komme.

Und – das wird dich jetzt gar nicht wundern – diese Reise besteht aus lauter Entscheidungen, aus Entschlüssen.

 

Gehorchen heißt nicht, blind alles tun, was Gott sagt, nur damit ich es tue und innerlich bin ich ganz böse, weil ich es getan habe. Ich kenne Leute, die so gelebt haben, völlig hingegeben über Jahre hinweg immer die Vorzeigechristen und auf einmal wenden sie sich völlig vom Glauben ab und wollen von Jesus nichts mehr wissen.

Ich denke, das hat viel zu tun mit dem, wie wir gehorchen verstehen. Jesus sagt auch dazu im Evangelium, dass er solche Leute nicht kennt, die auf diese Weise gehorcht haben und alles getan haben, wie es in der Schrift steht.

Also wirklich ein wichtiger Punkt! Gehorchen oder eine aktive Entscheidung für das, was Jesus von mir will heißt, dass ich weiß, dass Jesus etwas Bestimmtes gerne möchte für mich. Und dann kommt meine Antwort: ich kenne Jesus und weiß, dass er das nicht einfach so wünscht, sondern deswegen, weil es mir gut tut und mich das jetzt vorwärts bringt. Also entscheide ich mich aktiv, ihm zu gehorchen, weil ich ihn kenne und liebe – und auch weil ich die Vorteile davon möchte!

 

Angenommen es ist Mittelalter. Eine fremde Soldatenschar belagert die Stadt. Du bist geschützt hinter der Mauer und isst getrost deine Jause, weil es klingt gerade ganz ruhig. Außerdem steht ja einer deiner Kameraden auf seinem Aussichtsposten und sieht, was da draußen los ist. Auf einmal ruft er dir zu: He, schnell, bring dich in Sicherheit, es fliegt gerade eine Feuerbombe auf dich zu! Wirst du gehorchen? Warum? Natürlich, weil der andere den Überblick hat. Und auch weil du damit rechnest, dass er keine Witze macht mit dir und dich wo hinschickt, nur damit du dich lächerlich machst. Du triffst ganz schnell eine aktive Entscheidung, dem Mann zu gehorchen und wirst Täter seines Wortes.

 

Der eine einzige Punkt, den ich in diesem Gleichnis heraushole ist: Ich entschließe mich als Christ, dass mir nichts mehr einfach passiert. Mein Alltag ist kein Zufall mehr. Ich frage z.B. Jesus in der Früh beim Aufstehen, wie ich meine Zeit heute einteilen soll. Wenn ich das tue was er mir sagt, dann bin ich Täter des Wortes. Es sind ganz unterschiedliche Weisen, wie er mir das sagt.

Wenn ich herumhänge und zuerst in der Zeitung lese, obwohl er gesagt hat, ich soll zuerst überlegen, wer er ist und wer ich in ihm bin, dann passiert mir das auch nicht, sondern ich habe mich entschieden, ihm nicht zu folgen, also bin ich kein Täter des Wortes. Meine Herzenshaltung hat nicht gestimmt.

 

Also wenn ich passiv bin und es passieren scheinbar Dinge in meinem Leben, sind 2 sehr destruktive Dinge am Werk:

  1. Ich bin ohnmächtig. Ich bin ein Opfer und ich kann nichts ändern in meinem Leben, weil ja nicht ich schuld bin (sondern die Umstände, andere Leute, irgend etwas) und ich bin nicht in Kontrolle und für mein Verhalten verantwortlich! Das ist kein gutes Gefühl und wir wissen, dass so eine Ohnmacht zu Aggression führt. Und
  2. Ich habe mich trotzdem entschieden, denn wenn ich mich nicht entscheide, entscheide ich mich auch, nur indirekt, also auf eine passive Weise.

 

Ich will euch ein praktisches Beispiel aus meinem Leben erzählen:

Jesus hat mir einmal gesagt, ich soll zuerst nach seinem Reich trachten, dann wird mir alles andere zufallen. Ich hab mir gedacht: Cool! Tolles Angebot. Ich möchte gerne, dass mir alles zufällt und hab mich schon gefreut zu sehen, was das andere alles ist. Ich habe die Bibel und sein Wort an mich richtig ernst genommen. Ich hab mich rein geschmissen. Ich trachtete und trachtete. Wisst ihr, was mir zufiel? Ein Burnout.

Hat mich Jesus reingelegt? Ich hatte damals viel Zeit zum Nachdenken. Man kann ja in einem Burnout nichts anderes tun. Und da hat mir der Hl. Geist etwas Interessantes gesagt: Ich sollte nicht zuerst für das Reich Gottes arbeiten sondern ich sollte danach trachten! Ich war passiv in meiner ganzen Aktivität! Ich sollte aber aktiv sein.

Damals hat das überhaupt keinen Sinn für mich gemacht. Ich habe ihn gebeten, mich Schritt für Schritt zu führen. In meinem Schmerz habe ich zu ihm geschrien: bitte zeigs mir!

Wisst ihr, was er mir geantwortet hat? Pflücke die Erdbeeren. Was? Ist das nach dem Reich Gottes trachten? Ja. Wenn ich dir das sage, dann schon.

 

Ihr habt es erraten: nach dem Reich Gottes trachten heißt, ihn zu fragen, was dran ist und dann das tun, was er sagt. Also in meinem Herzen ihn entscheiden lassen. Nicht mehr ich sage, was richtig und gut ist in dem Moment und in meinem Leben, sondern er. Mit einem Wort: er ist der Herr.

 

Das ist manchmal sehr herausfordernd und ich habe viel Vertrauen gelernt. Inmitten einer Zeit, wo wir kein Einkommen hatten, hat er gesagt, ich soll heute den Sonnenschein genießen. Das erfordert eine aktive Entscheidung! Während dem Genießen hatte ich erst so richtig das Gefühl, dass ich in ihm lebe. Es hat mich gejuckt, etwas zu unternehmen, denn wir hatten kein Geld. Aber ich musste lernen nichts zu tun, wenn das von ihm aus dran war.

Und Vorsicht: ich sage nicht, dass jeder lernen muss nichts zu tun! Ich sage nur, dass wir gut daran tun, auf ihn zu hören!

 

Und dann gibt es Momente, wo er sagt, dass wir aus der Komfortzone raus müssen und am Abend noch wen besuchen, dem es nicht gut geht und für ihn beten. Oder am Sonntag statt im Bett zu bleiben, in den Gottesdienst gehen.

Sonntag ist und die Zeit vergeht, ich kann mich nicht entschließen, ob ich gehen soll oder nicht, und es ist zu spät. Es ist mir passiert. Schließlich war ich so müde von der Feier am Vortag.

Oder ich gehe in den GD obwohl er mir sagt, dass ich heute meine Zeit lieber mit ihm auf einer Wanderschaft verbringen sollte. Das kann ich nicht, weil ich das „Brave und Richtige“ tun will. Beides war eine Entscheidung, das nicht zu tun, was Gott sagt.

 

Also aktiv sein ist eine Herzenshaltung. Es geht darum, dass mir Gottes Anliegen wichtiger sind als alles andere auf der Welt. Es geht darum, dass er der Herr ist. Und ich tue das, was er will und ich tue das nicht, was er nicht will, auch wenn es mir wichtig erscheint. Warum? Weil ich weiß, dass er oben auf der Mauer besser bescheid weiß, wo der Feind ist, als ich!

 

Wie so oft sitzt der Teufel in beiden Extremen:

Einerseits sitzt er dort, wo ich zu viel arbeite aus meiner eigenen Kraft und meinem eigenen Gutdünken. Vielleicht tue ich das aus den besten Motiven! Ich möchte gehorsam sein, also tue ich alles, was ich mir denke, dass ich tun sollte.

Andererseits bin ich nicht in der Lage etwas zu tun, weil ich mich gerade nicht danach fühle, weil mir so viel passiert, es kommt wer oder was dazwischen,… ich möchte so gerne nach Gottes Willen leben, aber irgendwie schaffe ich es nicht. Immer passiert etwas. Und wer weiß, vielleicht hat das ja Gott geschickt?

 

In beiden Extremen sitzt der Teufel. Beides ist passives Verhalten!

 

Seid Täter des Wortes und entscheidet euch, das zu tun, was in jedem Moment wichtig und richtig in eurem Leben ist. Und das weiß nur Jesus. Der hat uns den Hl.Geist gegeben, damit wir das wissen können. Lerne ihn kennen! Lerne dadurch Jesus kennen! Das ist die Voraussetzung, dass du weder angepasst etwas tust oder passiv etwas nicht tust. Und es ist das, wenn Jesus am Ende unseres Lebens sagen wird: Dich kenne ich! Komm zu mir, mein treuer Freund!

 

Jesus, ich bitte dich um Verzeihung, wenn ich nicht aktiv in deinem Willen mein Leben gelebt habe. Ich will das ab jetzt tun. Bitte zeige mir, wie es geht. Bitte zeige mir, wer du bist, damit ich dich immer mehr kennenlerne. Amen.