Eine Babyfliege hat gerade fliegen gelernt und macht jetzt alleine einen Ausflug. Als sie wieder nach Hause kommt, fragt die Mutter: „Na, wie hat das Fliegen geklappt?“

Da antwortet die Babyfliege: „Toll, als ich an einem Tisch vorbeikam, haben alle geklatscht!“

 

Nicht immer bekommt man dafür Applaus, wenn man etwas lernt, aber trotzdem ist es eine Freude machende Angelegenheit, zumindest für einen selber.

In meinen letzten beiden Predigten habe ich euch gesagt, dass ein Jünger Jesu jemand ist, der etwas lernt. Und dass wir in der Bibel dazu ermutigt werden, nicht nur selbst von Jesus zu lernen, sondern das, was wir gelernt haben, anderen beizubringen, die wiederum andere unterrichten können.

In meiner letzten Predigt ging es darum, Dinge aus dem Wort Gottes dadurch zu lernen, dass ich alles, was ich erkannt habe, möglichst praktisch in meinem Leben umsetze.

 

Heute möchte ich auf den zweiten Aspekt eingehen, den ein Mitarbeiter in Gottes Reich lernen sollte:

Ehrliche Gemeinschaft leben.

 

In unserem Gemeindeslogan haben wir bewusst die folgenden drei Worte gewählt: „Echt Ganz Sein“ Und ich denke, dass gerade dieses erste Wort bei uns nicht nur einfach so im Slogan steht, weil wir uns das vor einigen Jahren einmal ausgedacht haben. Echtheit ist ein Wert, der in dieser Gemeinde gelebt wird. Das traue ich mich, ohne schlechtes Gewissen zu behaupten. Darüber freue ich mich sehr.

Das Gegenteil von Echtheit wäre Heuchelei, eine Eigenschaft, die nicht nur Jesus auf die Palme gebracht hat, sondern, die leider auch heute in verschiedensten Gemeinden immer wieder vorkommt. Gerade je mehr die Menschen sich anstrengen um „heilig“ leben zu wollen, desto größer ist die Gefahr von Heuchelei. Das war nicht nur bei den Pharisäern so, das ist auch heute nicht anders.

 

Die gegenteilige Gefahr von Heuchelei wäre die Lauheit. So nach dem Motto: Ich bin ja sowieso nicht perfekt, also brauche ich mich nicht anstrengen. Ich bin OK, du bist OK. Lass und chillen.

Das wäre zwar echt, aber nicht besonders produktiv.

Was wir aber wollen, ist eine Haltung, die sagt: Ja, wir alle haben unsere Fehler und Macken. Wir stehen dazu, wir brauchen nichts zu verstecken, und wir nehmen einander an, so wie wir sind, aber wir strecken uns danach aus, dass Jesus uns verändert.

Wir haben kein Problem damit, dass wir noch nicht perfekt sind. Ein Problem wäre es, wenn wir diesen Zustand als unveränderbar hinnehmen würden. Tun wir aber nicht. Wir sind auf einem Weg, hin zu den Menschen zu werden, die Gott im Sinn hatte, als er uns schuf.

Auf diesem Weg dorthin, brauchen wir den HG, aber wir brauchen auch einander!

 

Als Gott uns schuf, legte er im Wesentlichen zwei Bestimmungen für unser Leben fest:

Du bist geschaffen, um Gott anzubeten.

Du bist geschaffen, um Teil von Gottes Familie zu werden.

 

Ja! Gott wollte eine Familie haben! Das ist der Grund, warum wir hier sind. Er wollte Kinder haben.

Und in der Bibel heißt es, dass er alles im Universum dafür geplant hat, dass wir geboren werden können,

erstens um Anteil an seiner Herrlichkeit zu haben,

und zweitens um ein Teil seiner Familie zu werden.

 

„Aus Liebe hat er uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden – durch Jesus Christus und im Blick auf ihn“ (Eph 1,5; GN).

Die Bibel als Ganzes ist die Geschichte von Gott, der eine ewige Familie gründet. Genau darum geht es.

Warum ewige Familie? Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Erstens: Deine leibliche Familie wird letztlich zerbrechen und verschwinden. Viele Familien bestehen gar nicht bis zum Tod ihrer Mitglieder, sondern zerbrechen schon vorher. Selbst eine glückliche irdische Familie ist nur ein Schatten der Familie Gottes in der Ewigkeit.

Diese geistliche Familie wird für immer bestehen.

Du wirst mehr Zeit mit deiner geistlichen Familie verbringen als mit deiner leiblichen! Deshalb möchte Gott, dass du deine geistliche Familie lieben lernst.

 

Zweitens: Wir werden Gott dadurch ähnlicher, denn Gott ist die Liebe.

Er möchte, dass seine Kinder lernen, mit einander auszukommen.

 

Und drittens: Es ist eine Übung für die Ewigkeit. Zu den Dingen, die du in der Ewigkeit im Himmel tun wirst, gehört es, Gott zu lieben und die anderen Menschen lieben, die dort sind. Der Himmel ist ein Ort der Liebe.

Deshalb sagt Gott: „Ich möchte, dass ihr jetzt schon lernt, andere Menschen zu lieben.“

 

Wenn wir andere Menschen annehmen, so wie sie sind und wir diese Menschen wirklich lieben, dann wird das ganz automatisch dazu führen, dass wir zu einer Gemeinschaft zusammengeschweißt werden.

Teil einer Familie wird man in der Regel durch die eigene Geburt. Du bist dann Teil der Familie, ob du willst, oder nicht. Und es sagt noch nichts über die Qualität der Beziehungen in dieser Familie aus. Es gibt, wie wir wissen leider auch sehr kaputte Familien.

 

Aber wenn wir in unserer geistlichen Familie LAV leben, dann wird diese Familie zu einem Ort von lebendiger Gemeinschaft werden.

Eine Gemeinschaft an sich entsteht ja automatisch, sobald es eine gemeinsame Mitte gibt. Ob das ein Fußballverein, Interesse für Kochrezepte, oder Jesus ist, macht auf den ersten Blick kaum einen Unterschied. Die gemeinsame Mitte allein sagt noch nichts über die Qualität der Beziehungen in dieser Gemeinschaft aus.

 

Je mehr Engagement und Verbindlichkeit ich in diese Gemeinschaft einbringe, desto herausfordernder, aber auch erfüllender wird es.

 

In der Familie Gottes gibt es vier Ebenen der Gemeinschaft. Diese vier werden wir uns jetzt etwas genauer ansehen.

 

  1. Ebene: Mitgliedschaft (Die Entscheidung dazuzugehören)

 

Unterste und grundlegende Ebene

 

Im Leben eines Christen geht es nicht nur um den Glauben. Es geht darum, dazuzugehören.

Man entscheidet sich dafür, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden. In der Bibel heißt es in Epheser 2,19: „Ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu seiner Familie“ (Hoffnung für alle). Du gehörst dazu.

 

Einzelentscheidung. Du musst das wollen!

Der erste Schritt zur Gemeinschaft besteht darin, sich einer Gemeinde anzuschließen, eine Entscheidung für eine Gemeinde zu treffen

 

Manche Menschen sagen: „Ich bin zwar Christ, aber ich will zu keiner speziellen Gemeinde gehören.“ Das macht einfach keinen Sinn.

In der Gemeinde lebt man erst aus, was es bedeutet, ein Christ zu sein. Es ist, als würde man sagen: „Ich bin Fußballprofi, aber ich will zu keinem bestimmten Team gehören.“ Das funktioniert so nicht. Oder als würde man sagen: „Ich spiele Tuba, aber ich will nicht in ein Orchester gehen.“

 

Ein Christ ohne eine Gemeinde, ohne eine geistliche Familie, ist ein Waisenkind. Gott hat uns dazu geschaffen, Teil einer Familie zu sein.

 

Der Begriff Mitglied kommt aus der Bibel.

Es geht darum, als ein Glied – als ein Mitglied – zu dem Leib zu gehören, der die Gemeinde ist, zum Leib Christi. So wie deine Hand ein Glied deines Körpers ist – genau auf diese Weise gehören wir als Gemeinde zusammen.

 

Wenn du wachsen willst, musst du Teil (Mitglied) einer Gemeinde werden. (Es geht nicht ums Papier, sondern ums Herz!)

 

Es gibt ein Symbol für diese Entscheidung, ein Symbol für die Tatsache, dass man der Familie angehört. ð „Taufe“. Die Taufe ist ein Bild dafür, dass wir als der Leib Christi zusammengehören.

 

Gutes Bild = Ehering

Einen Ehering zu tragen bedeutet noch lange nicht, dass man verheiratet ist. Aber Sabine, hat ihn mir an dem Tag gegeben, als wir geheiratet haben, damit ich ihn von diesem Tag an tragen könnte als ein sichtbares Zeichen des Bundes, den wir eingegangen sind.

Genau darum geht es auch in der Taufe. Es ist ein sichtbares Zeichen des Bundes, den eine Person mit Gott eingeht. Mit der Taufe drückt man aus, dass man sich nicht schämt, allen Menschen davon zu erzählen, dass man an Jesus Christus glaubt. Und gleichzeitig bekundet man, Mitglied in einer bestimmten Gemeinde zu sein.

 

Getaufte: ordentliche Mitglieder TPL

 

 

  1. Ebene: Freundschaft (Lernen zu teilen)

 

Wenn ich Mitglied in einer Gemeinde bin, entstehen automatisch Beziehungen. (= Natürlicher Prozess, Arbeitsplatz, Verein…)

Sagt noch nichts über die Qualität der Beziehungen aus.

 

In Apostelgeschichte 2,44 heißt es: „Alle, die zum Glauben gekommen waren, bildeten eine enge Gemeinschaft und teilten alles, was sie hatten“ (nach „Gute Nachricht Bibel“).

 

Zwei wichtige Dinge: Erstens: Man kann keine Freundschaften (enge Gemeinschaft) entwickeln, ohne sich regelmäßig zu treffen.

Zweitens: Man kann keine Freundschaften entwickeln, wenn man nicht teilt.

 

Sie teilten alles, was sie hatten.

Diejenigen, die Kinder haben, wissen ganz genau, dass Kinder vor allem eins lernen müssen: Zu teilen.

 

Es geht da nicht nur um materielle Dinge

Was sollen (dürfen) wir miteinander teilen?

 

Erfahrungen

Hast du jemals den Spruch gehört: „Wer klug ist, lernt aus Erfahrungen?“ Es ist besonders klug, von den Erfahrungen anderer Menschen zu lernen, weil du nicht genügend Zeit hast, um alle Fehler selbst zu machen.

„Aus Schaden wird man klug.“ ð Warum nicht aus dem Schaden anderer lernen?

ð Erfahrungen (positiv und negativ) teilen!

 

Häuser und Wohnungen

In 1. Petrus 4,19 heißt es: „Nehmt einander gastfreundlich auf“ (Gute Nachricht Bibel).

Da steht nichts darüber, wie es zu Hause auszusehen hat, wie groß oder wie klein eine Wohnung sein darf. Es steht nur da, dass wir einander gastfreundlich aufnehmen sollen.

Gerade in armen Ländern = Gastfreundschaft groß.

 

Warum sollen wir andere Leute in unsere Wohnungen lassen?

Weil Gemeinschaft nicht in einer riesigen Menge von Menschen funktioniert. Wir können Gott in einer großen Gruppe zusammen anbeten. Wir können zusammen feiern. Wir können zusammen lernen. Aber du kannst nachher den Saal verlassen und niemanden besser kennen gelernt haben als vorher.

Gemeinschaft geschieht nur in einer kleinen Gruppe ð Kleingruppe.

 

Hast du gewusst, dass es in den ersten 300 Jahren des Christentums keine Kirchengebäude gab? Alle Treffen fanden irgendwo zu Hause statt. Alle. Es gab keine anderen Gebäude.

Und in dieser Zeit, das sage ich nur nebenbei, hat die Kirche ihr stärkstes Wachstum erlebt.

Einer unserer Gründe, dich immer wieder dazu aufzufordern, dich einer Kleingruppe oder einem Hauskreis anzuschließen, ist, dass du dort wirklich wachsen kannst. Das ist ein biblisches Prinzip.

Christen sollen sich zu Hause treffen.

 

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Haustür (Kühlschranktür) und Herz: Sie werden gemeinsam geöffnet!

 

Probleme teilen

In der Bibel steht: „Teilt all eure Probleme und Sorgen“ (Galater 6,2). Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid.

In der Bibel heißt es auch: „Trauert mit den Trauernden und freut euch mit denen, die sich freuen.“

In einer Kleingruppe wird man manchmal vor Lachen am Boden liegen und manchmal gemeinsam weinen.

 

In einer KG können wir nicht alle Probleme lösen, aber wir können alle Probleme teilen!

Es geht eigentlich nur darum, für den anderen da zu sein und zu sagen: „Mann, das kann ich verstehen“ oder „Ich fühle mit dir“ oder „Das kenne ich auch“ oder „Ich weiß genau, was du empfindest“ …

 

Auf diese zweite Ebene der Gemeinschaft wirst du niemals vordringen, wenn du dich nicht einer Kleingruppe anschließt.

Darum heißt es in der Bibel in Hebräer 10,25: Versäumt nicht die Zusammenkünfte eurer Gemeinde, wie es sich einige angewöhnt haben. Ermahnt euch gegenseitig dabeizubleiben. (Hfa)

 

Das Hauptziel einer Kleingruppe ist es, sich gegenseitig zu ermutigen. Deshalb steht in der Bibel: „Hört nicht auf damit“!

 

 

  1. Ebene: Mitarbeit (Etwas beitragen)

 

Dazugehören und Freundschaft ð Sich mit der Gemeinde identifizieren.

Von „eurer“ Gemeinde zu „meiner“ Gemeinde.

 

Identifizieren ð Investieren.

Gott möchte durch dein Leben etwas verändern.

In jeder Familie gibt es Aufgaben.

Jeder in der Familie hat eine Aufgabe. In der Bibel wird immer wieder deutlich, dass wir zusammenarbeiten sollen, um diese Aufgaben zu erledigen.

 

Allein im Neuen Testament ist 58 Mal davon die Rede, dass wir Dinge zusammen tun sollen. Wir sollen einander dienen. Wir sollen einander lieben, aufhelfen, ermutigen… Wir sollen zusammen beten.

So funktioniert das Ganze. Das ist aktive Liebe. Das ist mehr als Worte.

 

Es ist genial, wenn man sein Herz ausschütten kann, und darum geht es auf der zweiten Ebene. Aber es ist noch besser, seine Aufgabe in einer Gemeinde zu übernehmen. Darum geht es auf der dritten Ebene.

 

Wir sind Gottes Mitarbeiter“ (1.Korinther 3,9; Hoffnung für alle).

Wir arbeiten als Partner mit Gott zusammen.

 

Gott jedem von uns einzigartige Gaben gegeben.

DIENST/Gaben Seminar.

Ausprobieren!!!

 

Mutter Teresa hat ihr ganzes Leben lang, mit den Ärmsten der Armen in Kalkutta in Indien gearbeitet. Eines Tages wurde sie gefragt: „Wie schaffen Sie es, jeden Tag so viel Tod und Krankheit auszuhalten? Wie schaffen Sie das, wenn es in Ihrem Dienst um die wirklich harten Dinge geht?“

Und ihre Antwort war: „Bei jedem Menschen, den ich bade, und bei jedem Menschen, dessen Wunden ich verbinde, stelle ich mir das Gesicht Jesu vor. Ich tue es für ihn.“

Das ist die Einstellung, die dahinterstehen muss. Es ist die Einstellung, die auch in der Bibel, in Matthäus 25,40 beschrieben wird: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan“ (GN).

 

Also möchte ich dir Mut machen, in der kommenden Woche konkrete Schritte zu gehen.

Wenn du auf eine tiefere Ebene der Gemeinschaft vordringen willst: Halte Ausschau nach ganz konkreten Bedürfnissen der Menschen in deiner Gruppe, irgendetwas Einfaches und Konkretes, und tu, was du kannst um deinen Mitmenschen zu helfen. (Ermutigung, Gebet, praktische Hilfe…)

 

  1. Ebene: Angehörigkeit

 

Das ist ein Begriff, der für uns vielleicht ein bisschen komisch klingt, weil er alt ist. Wir benutzen das Wort nicht mehr oft. Es klingt wie „Verwandtschaft“, und wenn ich „Verwandtschaft“ sage, denken viele von Ihnen an die ungeliebten Schwiegereltern, oder an den Spruch: „Die Verwandtschaft kann man sich halt nicht aussuchen…“

 

Aber das meine ich gar nicht. Die Angehörigen sind nicht die Großfamilie, sondern Angehörigkeit bedeutet die engsten Beziehungen, die ich habe. Den engsten Kreis der Familie. Wenn jemand einen Unfall hat, dann heißt es: „Benachrichtigen Sie die nächsten Angehörigen“, und damit ist nicht Tante Ellie oder Ihre Schwiegermutter gemeint. Damit ist die Person gemeint, die einem am meisten bedeutet, die einem am nächsten steht, die einem am wichtigsten ist, um die man sich die meisten Gedanken macht.

 

Angehörigkeit ist die tiefste Ebene. Sie bedeutet, die anderen Christen wie die Familie zu lieben. Behandle und liebe die anderen Christen, als wären Sie ein Teil deiner eigenen Familie.

Sie gehören zu dir, es sind deine Angehörigen.

 

In Apostelgeschichte 2,42 heißt es: „Sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen“ (Gute Nachricht Bibel).

Gott sagt: „Wir sind nicht nur wie eine Familie, wir sind eine Familie.“ In Römer 12,10 steht: „Liebt einander von Herzen als Brüder und Schwestern“ (Gute Nachricht Bibel).

 

Das Wort für „Gemeinschaft“ im Griechischen ist „koinonía“. Und die grundlegende wörtliche Bedeutung ist, dass man einander so verbunden ist, wie wir mit Jesus Christus verbunden sind.

Beziehungen wie in einer Familie. Das ist Angehörigkeit.

Es bedeutet zu sagen: Ich bin bereit, Opfer für dich zu bringen.

 

Viele kennen die Bibelstelle in Johannes 3,16, „So sehr hat Gott die Welt geliebt…“ Aber die wenigsten kennen die Stelle im 1. Johannesbrief 3,16. Dort heißt es: „Christus gab sein Leben für uns hin; daran haben wir erkannt, was Liebe ist. Auch wir müssen deshalb unser Leben für unsere Brüder und Schwestern einsetzen“ (Gute Nachricht Bibel).

Das ist die tiefste Ebene der Gemeinschaft, füreinander Opfer zu bringen. Das ist die Art von Liebe, mit der Jesus Christus dich geliebt hat.

Ich bin bereit, Opfer für dich zu bringen.

In den Ländern, in denen Christen verfolgt werden, wissen die Glaubensgeschwister oft wortwörtlich, was es heißt, sich füreinander zu opfern.

Aber wie können wir hier in Europa auf diese Stufe der Angehörigkeit kommen?

 

Es geht, indem man anderen Menschen beisteht, wenn sie in einer Krise sind. Wenn alle anderen gehen, kommen die „Angehörigen“ (wahren Freunde) ins Spiel. Sie sind da in den Zeiten, wenn es wirklich hart wird.

 

Gerade in Krankheit, Scheidung, Tod, Verlust des Arbeitsplatzes… brauchen wir einander. Da weißt du dann auch, wer deine wahren Freunde und eben deine Angehörigen sind.

 

Am Sterbebett hat noch nie jemand gesagt:

„Gebt mir meine Urkunden und Zeugnisse. Ich möchte, dass sie in meiner Nähe sind.“

Niemand sagt: „Holt mir meine Pokale und Auszeichnungen.“

Niemand sagt: „Bringt mir die goldene Uhr, die ich zu meiner Pensionierung bekommen habe.“

Niemand sagt: „Wo ist mein Auto? Mein Computer? Mein Handy?“

In diesen letzten Minuten reden alle nur von dem, was ihnen am wichtigsten ist, und sie sagen: „Holt mir meine Familie und meine Freunde.“

 

Es sind genau diese engsten Freunde, die mir auch ehrlich das sagen dürfen, was in meinem Leben nicht in Ordnung ist. Weil ich weiß, dass sie mich nicht verurteilen, sondern mich trotzdem lieben. Und sie sagen mir diese Dinge nicht, um mich zu demütigen, sondern weil sie mir helfen wollen, dass sich mein Leben positiv verändert.

 

 

Im Leben zählt in Wirklichkeit nur eines: Gott kennen und enge Beziehungen zur Familie und zu echten Freunden haben.

 

Ich hoffe, dass du das nicht erst im letzten Augenblick deines Lebens begreifst. Ich hoffe, du entschließt dich jetzt und fängst an, Gemeinschaft zu leben, wie Gott es sich vorgestellt hat. Gemeinschaft mit ihm und echte, ganzheitliche Gemeinschaft untereinander.

 

Ein Jünger Jesu ist jemand, der genau das lernt.