Fritzchen kommt zu spät in die Schule. Er rast im Schulgebäude die Treppen hoch und da steht plötzlich der Direktor vor ihm.

„Zehn Minuten zu spät!“, sagt der Direktor.

„Ich auch“, sagt Fritzchen.

 

 

Die Schule ist ein Ort des Lernens, aber nicht nur die Schule.

Letzten Sonntag haben wir gelernt, dass ein Jünger jemand ist, der von Jesus (und anderen Christen) lernt, und gleichzeitig anderen das beibringt, was er selber schon kann.

 

In der Schule gibt es Prüfungen.

Heute eine Prüfung für mich: Was habt ihr euch von meiner letzten Predigt gemerkt?

Wer hat was davon bereits umgesetzt?

 

 

Eine Gemeinde hat sehr viele „Funktionen“. Sie ist der „Leib Christi“. Sie führt das Werk Jesu auf Erden fort. Somit ist die Gemeinde ein Ort der Heilung und der Wiederherstellung für diese verlorene Welt.

Sie ist ein Ort in der Gemeinschaft wiederhergestellt und eingeübt wird.

Sie ist darüber hinaus ein prophetischer Wegweiser in den Himmel.

Die Gemeinde ist aber auch eine Art Firma, die Lehrlinge ausbildet.

 

Wenn du in eine Firma kommst, ist es ein riesiger Unterschied, ob du als Kunde, oder als Mitarbeiter das Firmengebäude betrittst. Unsere „Kunden“ sind die Menschen, denen wir dienen. Es sind Menschen, die Gottes Liebe dadurch erfahren, dass wir für sie beten, sie praktisch unterstützen, oder ihnen das Evangelium erklären, sodass sie eine Entscheidung für Gott treffen können. Wenn du zu dieser Gemeinde gehörst, bist du ein Mitarbeiter Gottes.

 

Eine Firma ist dann gut, wenn sie motivierte Mitarbeiter hat und das Produkt, oder die Dienstleistung dem Kunden Nutzen bringt.

 

Natürlich hat jedes Bild seinen Rahmen. Wir als Gemeinde können nicht alle Mitarbeiter anstellen und bezahlen, obwohl es sehr wohl einen Lohn gibt, für die Arbeit im Reich Gottes.

 

Aber das, worum es mir geht, ist dass du dich als Teil des Mitarbeiterstabes siehst, dass es dir selber wichtig ist, deinen Platz bestmöglich auszufüllen und so dazu beizutragen, dass das „Unternehmen“ Gemeinde erfolgreich ist.

Mit erfolgreich meine ich klarerweise nicht, dass wir finanzielle Gewinne erwirtschaften, sondern dass wir unsere Ziele erreichen.

 

Unser Missionsziel lautet:

Wir wollen, dass suchende Menschen aus unserer Region,

durch das Erleben von gesunden Beziehungen,

Vertrauen zu Gott fassen und seine Freunde werden.

 

Also: Willst du Mitarbeiter, im großartigsten Unternehmen, das es im ganzen Universum gibt, sein? In der Baufirma „Gott, Sohn & Co“, Filiale St. Martin, beauftragt das Reich Gottes im oberen Mühlviertel zu bauen?

Wenn Ja, dann freu dich, Teil des großartigsten Teams zu sein, dass es auf dieser Erde gibt.

Die Bezahlung ist Freude und Leben in Ewigkeit. Du wirst niemals arbeitslos werden! Und der Chef höchstpersönlich ist jederzeit für dich erreichbar. Er unterstützt dich bei der Arbeit. Somit wird die Arbeit niemals zu einer Last. Und wenn doch, dürfen wir alle Lasten, genauso wie alle Sorgen bei ihm abladen. Wie gesagt: Seine Bürotür ist immer für dich offen!

 

Für alle, die neu sind im Glauben und so quasi in diese „Firma“ hineinschnuppern, möchte ich noch ergänzen: Wie vorhin schon gesagt kann man eine Gemeinde mit einem Ausbildungsbetrieb für Lehrlinge vergleichen. Lerne den „Betrieb“ kennen. Wenn du jemand bist der sich zu den „FAT People“ zählt (Faithful, Available, Teachable), dann freu dich. Unsere Mitarbeiter werden sich darum reißen, dir das beizubringen, was du wissen musst, um einen guten Job zu machen.

 

Was genau muss ein guter Mitarbeiter bei Gott, Sohn & Co können?

Was sollen wir lernen und denen lehren, die bei uns in die Lehre gehen?

 

Ich denke, es sind drei Bereiche. Heute möchte ich den Ersten der Drei vertiefen, und die über anderen beiden in den nächsten Predigten sprechen.

 

Die drei Bereiche sind:

  • Das Wort Gottes tun
  • Ehrliche Gemeinschaft leben
  • Allen Menschen in Liebe dienen

 

Das Wort Gottes tun.

 

Die meisten Glaubengrundsätze von protestantischen Kirchen heben als allererstes die Bedeutung des geschriebenen Wortes Gottes, der Bibel hervor.

 

So z.B. die lehrmäßige Grundlagen FCGÖ. Sie decken sich weitgehend mit den Glaubensgrundsätzen von Foursquare:

  1. Das Wort Gottes

Wir glauben, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist. Sie ist die schriftliche Offenbarung Gottes an die Menschen. Sie zeigt die unfehlbare Ordnung des Glaubens und der Führung Gottes.

 

Die Bibel ist wahr, unverrückbar und ausreichend um Gottes Willen zu erkennen. In ihr begegnet uns der lebendige Gott. Deshalb hat es nur wenig Sinn, sie allein wissenschaftlich zu betrachten.

Die Bibel ist Gottes Liebesbrief an uns. Es geht darin weniger um Gebote und Fakten, auch wenn sie darin vorkommen, sondern es geht in erster Linie darum, beim Lesen der Bibel, das Herz Gottes zu entdecken. Dieses Entdeckte soll dann ganz praktische Auswirkung auf mein alltägliches Leben haben. Dann erst macht das Bibelstudium wirklich Sinn.

 

Wenn wir daraus gewonnenen Erkenntnisse erst nehmen und für unser Leben anwenden werden wir geistlich wachsen.

Gesundes Bibelstudium pickt keine einzelnen Verse heraus, die halt erbaulich klingen, sondern schaut immer auf das größere Ganze, auf den Zusammenhang in der ganzen Heiligen Schrift. Und es gibt ihn, diesen roten Faden, der die Bibel von vorne bis hinten durchzieht. Jesus kommt auch schon im AT vor. Der HG ist vom Anfang bis zum Ende der Bibel zu finden… Gott ist der Selbe im AT wie im NT.

 

Wenn du in der Bibel liest, dann frage Gott immer: Was willst du mir durch diese Verse sagen?

Um diese Frage konkreter beantworten zu können ist es hilfreich zunächst den Text genau anzusehen und zu fragen: Was genau wollte der Schreiber mitteilen? Was sagt diese Passage über Gott, über dich, und/oder über eine bestimmte Situation?

Und vor allem: Was sagt mir dieser Vers konkret; Was soll ich tun?

 

Gesunde Bibellehre richtet sich nicht nach dem, was die Menschen gerade hören wollen, sondern nach dem was Gott sagen will.

 

In 2.Tim 4 warnt Paulus seinen Jünger Timotheus sehr eindringlich:

2 Verkünde das Wort Gottes. Halte durch, ob die Zeit günstig ist oder nicht. In aller Geduld und mit guter Lehre sollst du die Menschen zurechtweisen, tadeln und ermutigen!

3 Denn es kommt eine Zeit, in der die Menschen nicht mehr auf die gesunde Lehre hören werden. Sie werden sich von ihren eigenen Wünschen leiten lassen und immer wieder nach Lehrern Ausschau halten, die ihnen sagen, was sie gern hören wollen.

4 Die Wahrheit werden sie ablehnen und stattdessen seltsamen Fabeln folgen.

 

Wenn wir uns aber darauf einlassen, dass Gott uns durch sein Wort lehren darf, wird dieses Wort in unseren Herzen auf fruchtbaren Boden fallen und viel Gutes hervorbringen. Wir werden als Jünger wachsen und so immer mehr seine Herrlichkeit widerspiegeln.

 

Gerade für junge Christen ist es wichtig, dass sie gemeinsam mit Erfahrenen die Bibel lesen und auch lernen, wie wir das gelesene in unserem Leben anwenden können. Wenn wir zu zweit, oder in kleinen Gruppen gemeinsam die Bibel lesen, kann die praktische Umsetzung viel besser und nachhaltiger erfolgen, als das durch eine noch so gute Predigt möglich wäre.

 

Wenn du mit einem Jünger gemeinsam die Bibel studierst, halte bewusst Ausschau nach den praktischen Umsetzungsmöglichkeiten und weniger nach Lehrmeinungen, über die man diskutieren kann.

 

Bsp.: In Lk 16 erzählt Jesus das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus. (V19-31)

Jetzt kann man ein lange und breit darüber diskutieren, wie es im Himmel und in der Hölle aussieht, ob es einen Sichtkontakt zwischen diesen beiden Welten gibt oder welche Rolle Abraham im Jenseits spielt. Ich habe auch schon gehört, dass Theologen darüber gestritten haben, ob die Hölle wirklich ein heißer Ort ist. Schließlich spricht Jesus davon, dass es dort „Heulen und Zähneklappern“ gibt…

Es wäre auch zu kurz gegriffen, aufgrund dieses Gleichnisses zu sagen, dass alle, denen es hier auf Erden gut geht, in die Hölle kommen und alle, die hier leiden müssen, in den Himmel.

 

Was ich aber sehr wohl aus diesem Gleichnis lernen kann ist, dass nicht einmal ein riesiges Wunder, wie die Auferstehung eines Toten automatisch dafür sorgt, dass alle Menschen anfangen zu Glauben.

Bsp.: Frank Breido.

Sehr wohl lehrt uns dieses Gleichnis, in Übereinstimmung mit der ganzen Bibel, dass Gott uns Menschen durch „Mose und die Propheten“ (das war die Bezeichnung für das AT; Bibel zur Zeit Jesu), davor warnt, ein Leben ohne ihn zu führen. Ein solches Leben endet im Verderben.

 

Die Hauptaussage der Bibel ist, dass Gott uns sagt: „Ich liebe dich! Vertrau mir dein Leben an. Ich will eine Beziehung zu dir haben.“

Wenn ich vorhin davon gesprochen habe, dass es für einen Jünger darum geht, das Wort Gottes zu tun, dann ist die allererste praktische Konsequenz, die ich nach dem Lesen dieses Gleichnisses tun kann, diesem Gott mein Leben anzuvertrauen und in dieser Beziehung zu ihm zu bleiben.

 

Ein letzter Gedanke noch:

Ich kann die Bibel durchlesen, ich kann sie studieren, ich kann sie sogar auswendig lernen, aber wenn ich sie nicht mit dem Herzen lese, sondern nur mit dem Kopf, dann werde ich für mein Leben keinen Gewinn daraus ziehen können. Dann bleibt alles theoretisch. Das ist so, wie wenn ich Schi fahren nur aus dem Fernseher kenne, aber mich nie selber auf die Bretter stelle. Dann werde ich nie erfahren, wieviel Spaß es macht, auf frischem Pulverschnee unter blauem Himmel meine Carving Schwünge zu ziehen.

Um die Bibel mit dem Herzen zu verstehen, brauche ich den HG. Er ist derjenige, der das Wort Gottes in meine ganz persönliche „Sprache“ übersetzt. Paulus schreibt in 2. Kor 3,6: Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Der HG hilft dir dabei das zu tun, was du zuvor gelesen hast. Natürlich braucht es dazu unsere Bereitschaft, aber ohne den HG, würde es allein an unserem Bemühen liegen, das Wort Gottes zu tun. Es gibt recht willensstarke Menschen, dazu gehöre ich nicht. Aber bei Gottes Reich geht es nicht darum, sich mehr anzustrengen, sondern mehr zu vertrauen. Dem HG vertrauen, dass er dir das Wort Gottes aufschließt!

 

Und so möchte ich abschließen mit einem Vers aus dem Philipperbrief, der mich schon sehr lange begleitet:

Phil 1,6: Ich bin ganz sicher, dass Gott sein gutes Werk, das er bei euch begonnen hat, zu Ende führen wird, bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt.

 

Das gilt ganz besonders auch, wenn es darum geht, Gottes Wort zu tun und dadurch als Jünger Jesu zu wachsen.