Wenn etwas günstig ist, denken wir normalerweise an ein Schnäppchen, beispielsweise im Supermarkt, oder vielleicht an günstiges Wetter für einen Ausflug.

Günstig kommt von Gunst, einem Wort, das in unserem aktiven Sprachgebrauch nicht mehr sehr häufig vorkommt.

„Unter Gunst versteht man das Wohlwollen, eine freundliche, gnädige Gesinnung einem anderen Menschen gegenüber. Ein Gunsterweis ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass man für einen anderen Menschen nur etwas Gutes will. Zum Teil wird das Wort Gunst auch im Sinne von Bevorzugung gebraucht.“ (Wikipedia)

 

Wir haben uns in den letzten beiden Godis mit der Geschichte von Josef aus dem AT beschäftigt.

 

Geschichte noch einmal kurz erzählen – wie und wo er Gunst hatte.

Vater, Potifar, im Gefängnis, beim Pharao

Er hatte Gunst bei den Menschen, weil er Gunst bei Gott hatte. Ich denke diese beiden Dinge hängen zusammen. Wenn ich Gunst bei Gott habe, wirkt es sich langfristig auch auf die Gunst bei Menschen aus.

Bsp: Apg 2,47

(Die Gläubigen) lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten.

 

Natürlich tritt die Gunst beim Volk nicht automatisch ein, wenn ich Jesus nachfolge. Manchmal ist zunächst genau das Gegenteil der Fall. Aber langfristig kann ich voller Überzeugung sagen: Wenn ich Gunst bei Gott habe, wirkt sich das positiv auf mein Leben aus.

Deshalb ist die Gunst, die ich bei Gott haben kann viel wichtiger, als die Gunst bei den Menschen.

 

Über zwei Personen in der Bibel wird interessanterweise das selbe gesagt: 1.Sam 2,26:

Der Junge Samuel aber nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem HERRN und bei den Menschen.

 

Lk 2,52

Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.

 

Die Frage, die sich hier aufdrängt ist: War Jesus nicht schon von Anfang an der geliebte Sohn des himmlischen Vaters? Dass Jesus bei den Menschen erst Gunst finden musste ist klar, aber dass seine Gunst bei Gott im Laufe der Zeit zunahm ist schon ein herausfordernder Gedanke.

 

Wir sehen an diesen Stellen außerdem, dass Gunst nicht etwas Statisches ist, das man entweder hat, oder auch nicht. Gunst kann wachsen, aber auch wieder verloren gehen. Auch die Gunst bei Gott. Bsp.: Saul

 

 

Wenn jetzt die Gunst, die ich bei Gott habe zu- und auch abnehmen kann, drängt sich die Frage auf: Habe ich einen Einfluss darauf? Oder verteilt Gott seine Gunst, so wie seine Gaben, in dem Maß wie er will?

Wenn wir uns die Personen in der Bibel genauer ansehen, denen Gott seine Gunst entzogen hat, dann sehen wir eine Gemeinsamkeit: Sie rebellierten gegen ihn oder waren ihm ungehorsam.

Bsp: Kain

 

Umgekehrt, wenn wir uns die Personen ansehen, denen er seine Gunst geschenkt hat, dann sehen wir auch eine Gemeinsamkeit: Sie waren nicht vollkommen, aber sie suchten seine Nähe und Gegenwart.

Bsp: Mose, David

 

Natürlich liebt Gott alle Menschen gleich, aber er drängt sich nicht auf. Er gibt seine Gunst denen, die in seiner Nähe sind. Er selbst hat uns ein Herz gegeben, das ihn sucht. Deshalb ist der Mensch auch „unheilbar religiös.“ Das Problem ist, dass viele Menschen an der falschen Stelle suchen, oder auf ihrer Suche aufgegeben haben, uns sich jetzt mit ihrer geistlichen Situation abfinden. Die ihn aber ehrlich suchen, von denen wird er sich finden lassen. Das hat er uns in seinem Wort versprochen.

 

Die, die ihn gefunden haben, haben durch den HG wieder Zugang zum Herzen Gottes. Diese Fähigkeit Gott zu „erkennen“ darf und soll sich weiter entwickeln. Es ist ein Lebenslanger Lernprozess, weiter in Gottes Gegenwart einzutauchen und zu bleiben.

Natürlich ist Gott nicht einmal mehr und einmal weniger bei uns. Einmal da und dann wieder weg. Wenn wir von neuem geboren werden erhalten wir den HG und er bleibt in uns. Aber die Intensität, wie wir Gott erleben und wie er in unserem Leben wirken kann, hängt davon ab, wie sehr ich seinem Leben, seiner Güte und seiner Liebe in mir Raum gebe. Dem entsprechend wird auch seine Gunst in meinem Leben wachsen.

Seine Gunst ist also etwas, dem wir nachjagen sollen und die wir ein Stück weit selber beeinflussen können in dem wir seine Gegenwart suchen.

 

Es geht bei der Suche nach Gottes Gegenwart und seiner Gunst aber NICHT darum, Gott zum Handeln zu bewegen. Sondern es geht darum zu IHN zu erkennen, ihn als Beziehungswesen.

Die Dreieinigkeit ist für uns logisch denken Menschen nicht zu verstehen. Aber sie zeigt bereits, dass Gott in sich Gemeinschaft hat. Und zwar in Form von positiven, fördernden, liebevollen Beziehungen. In diese Gemeinschaft will uns Gott mit hineinnehmen.

Als Gott uns Menschen schuf, hat er uns ihm ähnlich gemacht. Warum? Damit auch wir in seine Beziehung mit hinein kommen können. Es war von Anfang an sein Plan, dass wir Teil seiner „Familie“ sind.

 

In seiner Gegenwart dürfen wir erkennen, dass Gott absolut gut ist. Dass in ihm kein Funken von Falschheit oder Lüge ist und dass wir ihm deshalb zu 100% vertrauen können.

Und wenn wir dann immer tiefer in seine Liebe und Güte eintauchen, dann gelangen wir zu immer noch tieferen Wahrheiten, die unser Leben verändern und bereichern.

 

 

Das griechische Wort, das im NT für Gunst verwendet wird ist „charis“. Meist wird es mit „Gnade“ übersetzt. Wir kennen dieses Wort auch von den „Charismen“, also den Gnadengaben, auch das Wort „charismatisch“ hängt damit zusammen.

So wie bei den Geistesgaben (Charismen) ist uns als Kinder Gottes ein gewisses Maß an Gunst von Gott, quasi als Vorschuss gegeben worden. Die Erfahrung zeigt, dass wenn wir unsere Gaben nicht einsetzen, sie wieder verkümmern, aber wenn wir sie für Gott und sein Reich einsetzten, sie wachsen und wir noch weitere Gaben dazu bekommen. Das sagt uns Jesus auch ganz deutlich im Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Mt 25,14-30)

Das gleiche Prinzip gilt auch für die Gunst, die Gott uns schenkt. Wir sollen uns darum bemühen dass die Gunst bei Gott wächst.

 

Die Gunst bei Gott hinterlässt in unserem Leben zwei Auswirkungen: Zum einen sehnt sich unser Herz immer mehr danach in Gottes Gegenwart zu sein und auch dort zu bleiben.

Dort wird auch mein Herz gereinigt. Dinge, die nicht mit der Heiligkeit zusammen passen fliegen raus. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Und dieser Prozess ich auch nicht schmerzfrei, aber unendlich heilsam.

Auch Verwundungen, die ich vielleicht schon viele Jahre mit mir herumschleppe werden geheilt. Ich werde mehr und mehr als der Mensch hergestellt, der ich nach dem Plan Gottes bin.

Ich bekomme ein neues, lebendiges Herz und als Folge dieser Reinigung steigt meine Gunst bei Gott weiter. Das Gegenteil eines Teufelskreises – also ein „Gotteskreis“ beginnt.

 

 

Zum anderen bewirkt die Gunst Gottes eine Zunahme an geistlicher Kraft.

Große Evangelisten, Heilungsprediger und Menschen, die das Reich Gottes auf unterschiedlichste Weise bauten, wie z.B.: Billy Graham, Amy Semple McPherson oder Mutter Theresa lebten in der Gunst Gottes und taten außerordentliche Dinge durch die Kraft Gottes.

 

Jesus hat uns gesagt, dass wir noch größere Dinge als er tun werden. (Joh 14,12)

Wir als Gemeinde haben den Auftrag die Werke des Teufels zu zerstören und mit Zeichen und Wundern auf unseren wunderbaren Gott hinzuweisen. Jesus hat uns u.a. in Mt 10,7-8 ganz klar aufgetragen:

…, predigt und sprecht: Das Reich der Himmel ist nahe gekommen. Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus!

Dieser Auftrag ist heute aktueller denn je. Wer, wenn nicht wir, die wir Zugang zu Gottes Herzen haben und in seiner Gunst stehen soll diesem Auftrag nachkommen?

 

Es geht nicht darum vor anderen Menschen (Christen, Gemeinden…) gut da zu stehen. Unser Ziel muss es sein Gott zu gefallen.

Schon kleine Kinder suchen die Anerkennung und das Lob ihrer Bezugspersonen: „Papa schau!“ Das ist völlig normal und gesund. Wir Menschen brauchen Lob und Anerkennung. Aber wenn ich nur noch etwas „Gutes“ tue, damit ich dann von den Anderen gelobt werde und gut da stehe, dann läuft etwas schief. Und meine Gunst, sowohl bei Gott, als auch bei den Menschen ist bald dahin.

 

Der Vater im Himmel bezeugte seine Gunst für Jesus: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. (Mt 3,17) Und alle anderen konnten es hören.

Die Bibel fordert uns auf unser Denken und unsere Haltung zu erneuern. Die Anerkennung durch Gott soll unser Ansporn und unsere Belohnung sein.

Wenn wir unsere Anerkennung nicht von Gott erwarten, werden wir immer abhängig von dem sein, was andere Menschen von uns denken und halten. Wir werden versuchen immer anderen zu gefallen. Die Bibel nennt das Menschenfurcht. Diese Menschenfurcht ist das größte Hindernis, wenn es darum geht in Gottes Gunst zu kommen.

 

Du musst dich entscheiden: Was ist dir wichtiger: Was andere Menschen über dich denken, oder was Gott von dir hält? Du wirst es nicht schaffen, beides unter einen Hut zu bekommen.

 

Wenn es dir wichtiger ist, was andere Menschen von dir halten, wirst du immer Abhängig bleiben. Abhängig vom Urteil einzelner Menschen in deinem Umfeld, in deinem Ort, an deinem Arbeitsplatz.

Aber wenn du deine Menschenfurcht überwindest und dich danach ausstreckst Gott zu gefallen, wirst du erfahren, dass die Gunst bei Gott ist, die mit nichts in dieser Welt zu vergleichen ist. Wer immer in dieser Gunst Gottes ist, will sie nicht mehr loslassen.

Es ist deine Entscheidung.