Lied von „Wir sind Helden“: Gekommen um zu bleiben (wie ein perfekter Fleck)

Jesus ist auch in diese Welt gekommen um zu bleiben. Er ist heute mitten unter uns, auch wenn wir ihn nicht sehen.

Anderseits war das Ziel seines Kommens nicht nur, dass er für die Gläubigen bleibt, seine Mission war weit größer und weitreichender.

 

Ich habe letzten Sonntag damit angefangen, über die „Ich bin gekommen um…“ Worte von Jesus zu predigen.

Im Advent warten wir ja auf die Ankunft Jesu. Genau genommen auf das zweite Kommen, also dann, am Ende der Zeit, wenn er kommt um diese Welt zu richten und endgültig das Reich Gottes aufzurichten.

 

Aber natürlich hat das Erste Kommen Jesu, vor 2000 Jahren bis heute Auswirkungen. Nicht nur für uns Gläubige, sondern für alle Menschen.

Seine Mission, die er begonnen hatte, und die er in vielen „Ich bin gekommen um… Worten“ beschreibt, ist noch nicht vollständig erfüllt. Er hat die Staffel an uns, seine Jünger weitergegeben. Wir, die Kirche, werden nicht zufällig in der Bibel als „Leib Christi“ bezeichnet.

Unsere Aufgabe ist es, seine Mission so lange fortzuführen, bis er wiederkommt. Wenn JC sagt: „Ich bin gekommen um…“, dann müssen wir uns fragen, welche dieser Aussagen wir heute auf uns Jünger Jesu beziehen müssen: Wir sind heute da um…

 

Letzten Sonntag wurden wir mit folgender Aussage Jesu konfrontiert:

Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen… (Lk 12,49)

Nicht Frieden, sondern Entzweiung.

Wir haben gesehen, dass es, wenn wir Jesus nachfolgen, unweigerlich dazu kommt, dass einige Menschen gegen uns sind. Je klarer wir uns auf die Seite von Gottes Wahrheit stellen, desto mehr Wind wird uns entgegenwehen.

Bsp.: Abtreibungsfrage, Gender Ideologie…

Wir brauchen viel Weisheit und Gespür, um nicht unnötig in Konflikte zu geraten, aber wir brauchen und dürfen auch keine Konfrontationen scheuen, um des lieben Friedens willen.

 

Der Wind wird rauer. Wir haben, gerade als Freikirchen, in den letzten Jahren Gunst beim Volk gehabt. Akzeptanz, Anerkennung FKÖ…

Aber wir merken auch, dass diese Gunst abnimmt. Dass wir wieder viel schneller in ein Radikales Eck gestellt werden. Nicht nur die Freikirchen, sondern Gläubige ganz allgemein.

Bsp.: Fernsehdokus, Teenstar…

 

Wir haben aber auch gesehen, dass wir, aufgrund dieser Entwicklung nicht verzagen müssen, ganz im Gegenteil. Umso mehr Dunkelheit uns umgibt, desto heller scheint unser Licht. (Andrea auf Freizeit)

 

Die Strategie, die uns die Bibel mit auf den Weg gibt, lautet dem Hass, mit dem wir konfrontiert werden, weil wir zu Jesus gehören, mit Liebe zu begegnen.

 

Röm 12,20 Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt.

 

 

Ich habe mir die schwierigeren Stellen bewusst gleich am Anfang dieser Predigtserie vorgenommen, heute und nächsten Sonntag wollen wir uns die „erbaulichen“ Aussagen Jesu zu diesem Thema ansehen.

Und so machen wir heute das zweite „Türchen“ in unserem Adventkalender der „Ich bin gekommen um… Worte“ Jesu auf.

 

Ich möchte heute gleich vier dieser Worte anschauen, die miteinander in Verbindung stehen:

Das erste finden wir in Mt 5,17, also mitten in der Bergpredigt.

Wie ich euch vor ein paar Wochen erzählt habe, war der AT Weg zum Leben über das Gesetz. Jenes Gesetz, dass durch Mose dem Volk Israel gegeben wurde.

Als Jesus als Rabbi in Israel auftrat, wusste man, dass dieses Gesetz zwar theoretisch der Weg zum Leben war, aber praktisch, sich niemand wirklich daran hielt. Es gab zwar immer wieder große Anstrengungen, es gab immer wieder Menschen, die sich viel Mühe gaben und es gab auch eine ganze Reihe von Gesetzeslehrern, die wie Polizisten darauf achteten, dass möglichst niemand das Gesetz übertrat, aber der Gehorsam gegenüber dem Gesetz war bestenfalls äußerlich gegeben, nicht aber mit dem Herzen. Sie befolgten bestenfalls den Buchstaben des Gesetzes, nicht aber den Sinn.

 

Vielleicht gab es deshalb die Hoffnung, dass Jesus, als der Messias, dieses AT Gesetz abschaffen würde. Aber Jesus, der auch von vielen seiner Zeitgenossen als Messias gesehen wurde, konterte mit einer interessanten Aussage:

Mt 5,17 »Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um außer Kraft zu setzen, sondern um zu erfüllen.

18 Denn ich sage euch: Solange Himmel und Erde nicht vergehen, wird auch kein einziger Buchstabe und nicht ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen; alles muss sich erfüllen.

19 Wer darum eines dieser Gebote – und wäre es das geringste – für ungültig erklärt und die Menschen in diesem Sinn lehrt, der gilt im Himmelreich als der Geringste. Wer aber danach handelt und entsprechend lehrt, der gilt viel im Himmelreich.

20 Denn ich sage euch: Wenn euer Leben der Gerechtigkeit Gottes nicht besser entspricht als das der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht ins Himmelreich kommen.«

 

Jesus ist nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen (Elb.), sondern zu erfüllen.

Kann man ein Gesetz erfüllen? Wenn ja, was ist genau damit gemeint?

Ich kann ein Gesetz halten, oder auch brechen, aber erfüllen? Erfüllen kann ich eine Forderung. Und ja, das Gesetz fordert etwas. Damals wie heute. Aber wenn eine Forderung erfüllt ist, dann gibt es diese Forderung nicht mehr!

Interessant ist auch, dass JC nicht nur vom Gesetz spricht, sondern vom Gesetz und den Propheten. Das war eine gängige Formulierung die die ganze, damals vorhandene Heilige Schrift (AT) meint.

Wenn Jesus sagt, dass er gekommen ist um das AT zu erfüllen, heißt das, dass es mit ihm abgeschlossen ist. Dass ab diesem Zeitpunkt etwas Neues beginnt. Dass der Weg zum Leben nicht mehr über die Einhaltung des Gesetzes führt, sondern über ihn. Gleichzeitig betont er aber, dass das Gesetz an sich nicht falsch ist, oder wir uns in falsch verstandener christlicher Freiheit an nichts mehr zu halten brauchen. Dass jeder tun und lassen kann, was ihm gerade Spaß macht.

 

V 20 Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen.

Der Maßstab wird nicht kleiner, sondern größer. Aber der Weg, wie wir dieses vorbildliche Leben erreichen ist nicht mehr, dass wir uns mehr anstrengen müssen, sondern dass wir ihm mehr vertrauen, der uns diesen Weg geebnet hat. Die Last liegt nicht mehr auf unseren Schultern, sondern auf seinen.

 

Ich bin gekommen, das Gesetz zu erfüllen.

 

Wie hat Jesus das ganz praktisch gemacht: Das Gesetz zu erfüllen?

Joh 6, 37-40

Alle Menschen, die mir der Vater gibt, werden zu mir kommen, und keinen von ihnen werde ich je abweisen.

38 Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um zu tun, was ich will, sondern um den Willen des Vaters zu erfüllen, der mich gesandt hat.

39 Und das ist sein Wille: Kein Einziger von denen, die er mir anvertraut hat, soll verloren gehen. Ich werde sie alle am letzten Tag vom Tod auferwecken.

40 Denn nach dem Willen meines Vaters hat jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben. Ich werde ihn am letzten Tag zum Leben erwecken.

 

Das zweite Ich bin gekommen Wort lautet kurz: Ich bin gekommen, um den Willen des Vaters zu tun.

Jesus erläutert ganz genau, was der Wille des Vaters ist: Dass keiner von denen, die an ihn glauben, verloren geht, sondern jeder, der JC vertraut, das ewige Leben hat.

 

Wie hängt das mit dem Gesetz zusammen?

Diejenigen, die an JC glauben, sind gleichzeitig diejenigen, die ihre Hoffnung nicht auf die Einhaltung von Geboten richten, sondern allein darauf vertrauen, dass Jesus diese Tür zum Leben für sie öffnet. Das interessante dabei ist, dass obwohl Christen frei vom Gesetz sind, sie diese Freiheit dazu nützen, nach den Geboten zu leben. Aber nicht mehr, weil sie müssen, sondern weil sie es wollen.

 

Durch den HG bekommen wir dieses neue Gebot, das Dreifachgebot der Liebe in unser Herz geschrieben. Liebe Gott und deinen Nächsten, wie dich selbst! Je mehr wir JC vertrauen, desto mehr wird dieses neue Herz lebendig und sichtbar werden. In diesem Dreifachgebot wird bekanntlich die ganze Forderung des AT erfüllt.

 

Wenn das neue Herz sichtbar wird, wenn die Liebe, die durch den HG in unsere Herzen ausgeschüttet ist, bei unseren Mitmenschen ankommt, dann ist dieser Teil, der Mission Jesu geglückt. Wir wissen, dass diejenigen, die Jesus so verändern darf, im ewigen Leben angekommen sind. Egal wie lange sie noch auf dieser Erde leben. Sie sind nicht mehr verloren, sondern haben den Tod und das Gericht hinter sich.

 

Genau jenen Tod und jenes Gericht, das Jesus, stellvertretend für uns auf sich genommen hat. Und damit kommen wir direkt zum dritten „Ich bin gekommen um… Wort“ für heute:

 

Joh 12, 27 Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.

Hfa: …ich bin in die Welt gekommen, um diese Stunde zu durchleiden.

 

JC spricht hier von der schwersten Stunde seines Lebens.

Wenn wir im Alphakurs der Frage nachgehen: „Warum starb Jesus?“, dann schauen wir uns die näheren Umstände seines Todes an. Wer von euch den Film von Mel Gibson: „Die Passion Christi“, der von ein paar Jahren im Kino gelaufen ist, gesehen hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass viele Kritiker ihn als zu brutal und deshalb verstörend fanden. Ich denke nicht, dass dieser Film das Leiden Jesu unrealistisch darstellt. Eine römische Kreuzigung war an Brutalität kaum zu überbieten. Sie war irgendwann selbst den Römern zu grausam, so dass sie diese Art der Todesstrafe im Jahr 315 abschafften.

Nicky Gumbel schreibt dazu: „Der schlimmste Teil seines Leidens waren nicht die körperlichen Schmerzen, die Folter oder die Kreuzigung, nicht einmal der seelische Schmerz, von der Welt verstoßen und von seinen Freunden im Stich gelassen zu sein; es war die geistliche Qual, von seinem Vater getrennt zu sein, als er unsere Sünden auf sich nahm. Das tat er um unseretwillen.“ (Fragen an das Leben, S.50)

 

Ich bin gekommen, um diese Stunde zu durchleiden.

Warum tat er sich das an? Er wusste, was ihn auf dieser Erde erwarten würde, und ist trotzdem gekommen.

Ich bin gekommen, um diese Stunde zu durchleiden.

 

Wenn du die Liebe hinter dieser Tat erkennst, kannst du gar nicht anders, als diesem Jesus voller Dankbarkeit dein Herz und dein ganzes Leben zur Verfügung zu stellen.

 

Später, in diesem Kapitel Joh 12, erklärt Jesus, warum er all das auf sich nahm: Im vierten „Ich bin gekommen um… Wort“, das wir uns heute ansehen heißt es:

 

46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.

47 Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.

 

Er ist als Licht gekommen.

Er ist gekommen um die Welt zu retten.

 

Die Welt wollten schon viele retten. Derzeit läuft in Polen die Weltklima Konferenz. So wichtig und notwendig diese Rettungsversuche für unseren Planeten auch sind, sie sind von überschaubarem Erfolg, wenn überhaupt gekrönt.

 

Wenn es Jesus darum geht die Welt zu retten, dann meint er aber nicht nur den Planeten. Der wird irgendwann durch eine neue Erde ersetzt. Was aber nicht bedeutet, dass wir auf die derzeitige Schöpfung nicht achten sollten!

Aber Jesus geht es in erster Linie um die Menschen.

Die größte Herausforderung für Jesus bestand und besteht bis heute darin, dass sich viele Menschen gar nicht retten lassen wollen. Großteils deshalb, weil sie sich ihrer Lage als Verlorene gar nicht bewusst sind.

Uns geht es doch allen so gut, wozu brauchen wir Jesus?

 

Wir leben in der so genannten „Endzeit“. Das klingt recht dramatisch und ist es auch. Gleichzeitig ist es eine Zeit in der das, worauf wir hoffen näher da ist, als jemals zuvor.

Die Bibel ganz allgemein und auch Jesus selbst sagen viel über diese letzte Zeit. Manchmal hat man den Eindruck, dass in der Bibel zwei komplett konträre Endzeitszenarien beschrieben werden. Auf der Einen Seite ist von Erweckung und von vielen Segnungen Gottes die Rede, davon dass Gott sich seinem Volk zuwendet, das Evangelium allen Völkern verkündet wird und seine Herrschaft anbricht.

Auf der Anderen Seite lesen wir von unvorstellbaren Naturkatastrophen, von Kriegen, Hungersnöten, Zerstörung und Elend.

 

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass beides stimmt. Es sind zwei Entwicklungen, die parallel zu einander ablaufen, wie die zwei Seiten der gleichen Medaille. Je näher das Ende kommt, desto stärker zieht die Dunkelheit die Menschen in die Tiefe. Aber gleichzeitig passiert das, was ich vorhin schon gesagt habe: Je dunkler die Umgebung, desto heller leuchtet das Licht.

 

Egal, wie sehr der Feind zu siegen scheint, egal wie viele antichristliche Entscheidungen getroffen werden. Immer dann, wenn das Reich Gottes eine scheinbare Niederlage erleiden musste, wandelte Gott es in den größten Triumph um. Das war beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten so, das war bei David und Goliath so, das war vor allem am Kreuz Christi so und das hat sich auch in der Kirchengeschichte immer wieder bestätigt.

 

Die Prophetien des AT, die Endzeitreden Jesu, das Buch der Offenbarung usw. haben ein großes, alles überstrahlendes Thema: Jesus ist der Sieger. Er wird das letzte Wort haben. Egal wie hart sich der Fürst dieser Welt auch auflehnt: Er hat verloren und vor allem wird er die alles entscheidende letzte Schlacht verlieren.

 

Mit Jesus dürfen sich alle die mitfreuen, die ihm treu bleiben, die sich nicht in diesen Strudel aus Angst vor- und Rebellion gegen Gott hineinziehen lassen.

Die Bibel verspricht uns, dass alle, die ihm vertrauen, mit Jesus bei seinem Triumphzug dabei sein werden.

 

Bis das passiert, bis JC wiederkommt ist er dabei, die Welt zu retten, Menschen zu retten. Seine Mission ist jetzt unsere Mission. Nicht wir brauchen die Welt zu retten, aber wir können Menschen, die ihn noch nicht kennen mit ihm bekannt machen. Wir können ihnen erzählen, was Jesus für uns Menschen getan hat, ihnen das Friedensangebot Gottes unterbreiten und sie in sein Reich hineinlieben.

 

Gemeinsam mit denen, die sich retten lassen, können wir uns darauf freuen, dass Jesus wiederkommt. Gemeinsam mit den Christen der ersten Generation, die weit mehr als wir heute erleiden mussten, können wir voller Überzeugung sagen: Ja! Komm Herr Jesus! Komm bald!

 

Oder um es mit dem Text eines alten Kirchenliedes auszudrücken:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden!