Ein Mann kommt ins Restaurant und sagt zum Kellner. „Ich möchte nur eine Kleinigkeit essen. Ich muss ganz schnell wieder weg.“

Darauf der Kellner: „Wir hätten da ein Salamibrot. Das muss auch ganz schnell weg.“

 

 

Ich liebe Palatschinken. Aber jeden Tag möchte ich sie nicht essen.

Brot esse ich praktisch täglich. Es ist ein Grundnahrungsmittel.

Im VU beten wir: Unser tägliches Brot gib uns heute.

 

JC sagt von sich: Ich bin das Brot des Lebens.

Fast das ganze Kap 6 im Joh. Evangelium dreht sich um das Thema Brot.

 

Zunächst vermehrt er 5 Brote und 2 Fische so, dass 5000 Menschen satt werden und sogar noch 12 Körbe übrigblieben.

Dann folgt die „Brot Rede“ in der Jesus dreimal sagt, dass er das Brot des Lebens, bzw. „das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist“ sei. (V 51)

 

Wir wissen ja, dass in JC Gottes Liebe angreifbar wird.

Joh 1,18 Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist7 und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.

 

In dieser Brot Rede greift er eine AT Formulierung auf „Ich bin“ (JHWH) eine Formulierung, die ja zu seiner Zeit eigentlich nicht mehr ausgesprochen wurde und füllt sie ganz neu mit Inhalt.

 

Er stellt sich dadurch selbst als der im AT verheißene Retter vor. (vgl. Jes 41,4.10.13; 48,12; 51,12 usw.)

Und Jesus verbindet er dieses „Ich bin“ mit einem Bildwort. Übrigens auch in den anderen „Ich bin Worten“, die wir aus dem Johannesevangelium kennen. Es sind Bilder, die die Sehnsucht nach Sinn und Erfüllung ausdrücken, wie z.B.: Brot (Lebenserhaltung), Licht (für Orientierung), Weinstock (für Freude) usw.

Alles, was unter diesen Sinnbildern von der Menschheit ersehnt und erstrebt wird, ist in Jesus – und nur in ihm – zu finden und will sich den Menschen schenken, die dieses Angebot im Glauben annehmen.

 

Jesus sagt in den „Ich bin“ Worten etwas Wesentlich, etwas Grundsätzliches und auch etwas Absolutes über sich selbst aus.

 

Es ist schon interessant, dass nicht er selbst, sondern seine Zuhörer aufgrund seiner Aussage eine Brücke ins AT schlagen: 30 …: »Wenn du willst, dass wir an dich glauben, dann zeige uns ein Wunder. Was wirst du für uns tun? 31 Immerhin haben unsere Vorfahren auf ihrer Wüstenwanderung Manna gegessen! In der Schrift heißt es: `Mose gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.´«

Das mit dem Manna in der Zeit der Wüstenwanderung war schon eine interessante Sache, die auch für uns heute Bedeutung hat.

Es war ja so, dass dieses Manna immer nur für einen Tag gereicht hat. Wenn die Israeliten es für den nächsten Tag aufheben wollten, war es faulig und ungenießbar. Außer es war für den Sabbat. Am Freitag fanden die Israeliten die doppelte Menge an Manna und dieses hielt dann auch den ganzen nächsten Tag.

Gott ist ein Meister der Versorgung. Wenn wir ihm vertrauen, gibt uns immer genau die Menge, die wir brauchen. Das gilt selbstverständlich nicht nur für Nahrungsmittel, oder sonstige materielle Dinge. Das gilt auch für Ressourcen, Zeit, Kraft usw.

In den letzten Wochen war mein Kalender übervoll. Ich habe mich gefragt: Wann finde ich Zeit um die Predigt für heute vorzubereiten? Aber spätestens rechtzeitig bin ich von Gott überreich beschenkt worden. Danke Jesus!

 

Auch wir heute müssen, so wie die Israeliten damals, unsere „Speise“ einsammeln. Jesus ist für uns heute dieses Manna, dieses Brot vom Himmel, das unseren Hunger nach Leben stillt.

 

Ich habe euch in meiner letzten Predigt, vor zwei Wochen bereits gesagt, dass ich diese regelmäßige Zeit mit Jesus brauche um geistlich wachsen zu können. Diese tägliche Gemeinschaft, in der ich in erster Linie in seiner Gegenwart bin, ohne etwas leisten zu müssen.

Und es ist der HG, der mir die Worte des Vaters verständlich macht, der mir weiters dabei hilft, das zu tun, was Jesus durch mich tun will, der mich von innen her verändert und gute Frucht hervorbringt. (Predigt Erika, letzte Woche)

 

Jesus spricht in Joh 6 davon, dass das himmlische Brot sein Leib (Körper) ist. Und dass wir ihr essen und sein Blut trinken müssen um das wahre Leben zu haben.

Wie müssen wir uns das vorstellen? Wir sind doch keine Kannibalen!

Die Empörung seiner Zuhörer ist also gut nachvollziehbar.

Was meint also Jesus jetzt damit?

Das Kap 6 im Johannesevangelium ein recht herausfordernder Text. Ehrlich gesagt wundert es mich nicht, dass ihn nach dieser Rede einige von denen die ihm nachgefolgt sind verlassen haben. (V60+66)

Ich war auch schon versucht, nur die netten Bibelstellen aus diesem Text herauszupicken und den Rest heimlich zu „vergessen“. Aber so kann man mit Gottes Wort im Allgemeinen, und dem was Jesus gesagt hat im Besonderen nicht umgehen. Auch die „harten Wahrheiten“, die Gott uns zumutet, sind Seiten seiner Liebe zu uns.

 

Jesus buchstäblich zu essen scheidet für uns aus. Sein irdischer Körper ist nicht mehr da.

Wie müssen wir diese Worte Jesu dann verstehen?

 

Viele Theologen haben quer durch die Jahrhunderte viele schlaflose Nächte über diese Frage verbracht.

In der röm. kath. Kirche ist man auf die Transsubstantiationslehre gekommen:

 

Wikipedia:

Die römisch-katholische Kirche lehrt die Realpräsenz Jesu Christi in den Gestalten von Brot und Wein in der Eucharistie. Indem der Priester, … während des Hochgebetes die Einsetzungsworte „Das ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“ ausspricht (Konsekration), geschehe die geheimnisvolle Wandlung (Transsubstantiation) der Substanz von Brot und Wein in den wahren Leib und das wahre Blut Christi. In der konsekrierten Hostie sei Christus wahrhaft gegenwärtig und bleibe es auch nach der eigentlichen Opferfeier. Darum werden konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt und dienen zur Kommunion für die Kranken und Sterbenden (Wegzehrung) wie auch zur anbetenden Verehrung durch die Gläubigen.

 

Welche Frucht wächst daraus?

Wenn Jesus das so gemeint hätte, dann müsste die RKK anders aussehen, oder?

 

Ich glaube nicht, dass Jesus diese Worte gesagt hat, damit wir wieder einen Kult daraus machen sollen, ähnlich dem im AT. Und dass es nur einigen wenigen, besonders auserwählten Menschen (geweihte Priester) gestattet sein soll, über die Kraft, die von dieser besonderen Speise ausgeht zu verfügen.

 

Wie müssen wir diese Worte Jesus aber dann verstehen?

 

Obwohl Jesus es so drastisch formuliert ist es nur ein Bild.

Essen & Trinken = wesentlicher Bestandteil unseres Lebens.

 

Mund -> Magen -> Darm -> Blut -> ganzer Körper

Nahrung wir assimiliert

V 57 Ich lebe durch die Kraft des lebendigen Gottes, der mich gesandt hat. Ebenso wird jeder, der meinen Leib isst, durch mich leben.

 

Jesus muss zur Gänze in uns sein, nicht nur so ein bisschen am Sonntag. Wir müssen „Eins“ mit ihm werden. Er wird, wenn wir ihn so „essen“ zum wichtigsten Teil unseres Selbst.

Wenn ich etwas esse, dann geht es mir im wahrsten Sinne des Wortes in „Fleisch und Blut über“.

 

Das ist die eine Seite vom Bild.

Aber es beantwortet noch nicht die Frage: Wie kann ich ihn essen?

 

Die andere Seite:

Dieses Wort Jesu birgt ein Geheimnis in sich, das die Menschen damals noch nicht verstehen konnten.

Wann kann das Fleisch einer Kuh essen? Erst wenn sie tot ist!

 

Jesus „musste“ sterben.

Es gibt keinen anderen Weg.

 

JC: Ihr könnt das Brot des Lebens erst essen, wenn ihr mein Opfer am Kreuz für euch akzeptiert.

… wenn ich auch für dich und deine Sünden am Kreuz gestorben bin.

JC essen heißt jedes Mal zum Kreuz kommen.

Sein Opfer in seiner ganzen Realität und Härte aufnehmen.

Deshalb hängt bei uns auch ein „hässliches“ Kreuz.

 

Aber nur im Kreuz ist das (ewige) Leben.

In der Hässlichkeit leuchtet die Schönheit durch.

Ohne Kreuz kein Ostern.

Wir brauchen nicht beim Kreuz stehen bleiben, aber wir dürfen es auch nicht übersehen.

 

Gal 2,20

Darum lebe nun nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Das Leben, das ich jetzt noch in diesem vergänglichen Körper lebe, lebe ich im Vertrauen auf den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sein Leben für mich gegeben hat.

 

Billiger gibt es das ewige Leben nicht.

 

So wie Bonhöffer es ausgedrückt hat: Es gibt keine billige Gnade.

„Komm zu Jesus und du wirst erfolgreich, glücklich, gesund, reich, schlank…“

 

Zum Kreuz kommen

= nicht: einfach „positiv denken“ und alle Probleme wegschieben.

= meine Welt (Sünde, Schuld, Verlorenheit, Fluch…) zu sehen.

„Komm zu mir die ihr mühselig und beladen seid“, „Lade deinen Müll beim Kreuz ab!“

 

Warum? Um mich schlecht zu fühlen?

Um die Kraft zu erfahren, die Jesus von den Toten auferweckt hat.

 

Dein Sterben o Herr, ist unsere Hoffnung.

Im Kreuz liegt die Kraft für unsere Rettung.

 

Es ist die Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat,

die uns die Hoffnung auf das ewige Leben gibt und

die Kraft, die uns dabei hilft mehr und mehr der Mensch zu werden, der wir nach Gottes Plan bereits sind.

 

Jesus als Brot des Lebens zu essen heißt, so selbstverständlich, wie wir unsere Mahlzeiten regelmäßig einnehmen, so selbstverständlich ihn zum bestimmenden Faktor unseres Lebens zu machen.

 

Es ist ja nicht egal, wie ich mich ernähre.

Film: „Supersize me“

Positive Auswirkung gesunder Ernährung.

 

Der Mensch lebt nicht von Brot allein.

Jeder Mensch hat „Hunger“ nach Liebe, Anerkennung, Bestätigung…

Womit versuche ich diesen Hunger zu stillen?

 

Wenn ich versuche meinen Hunger nach Liebe durch schnelle Lustbefriedigung zu stillen, werde ich bald sehr einsam sein. Das Hungergefühl ist zwar kurz bekämpft, aber wirklich satt im ganzheitlichen Sinn werde ich dadurch nicht werden.

 

Wenn ich mit der Ellbogentechnik durchs Leben kämpfe, werde ich vielleicht der erste bei der Supermarktkasse sein, aber der letzte, der mich als Freund haben will.

 

Meinen Hunger nach Anerkennung kann ich nicht dadurch stillen, dass ich mich mit aller Gewalt in den Vordergrund dränge. Letztendlich bewirkt so ein Verhalten das genaue Gegenteil.

Anerkennung finde ich bei dem, der mich liebt, so wie ich bin, der mich immer schon geliebt hat, noch bevor ich ihm zeigen konnte, wie toll ich bin, bei dem, der laut Bibel die Liebe in Person ist.

 

Und er gibt Liebe, Annahme, Vergebung, Anerkennung, Freude… Leben im Überfluss! (12 Körbe)

 

 

Das Abendmahl (Brotbrechen) ist nach freikirchlichem Verständnis ein Erinnerungsessen, bei dem wir uns bewusst machen, was er für uns getan hat. Nachdem das Christentum seinem Wesen nach unkultisch ist, können wir das Abendmahl auch ohne vorgegebene Riten gestalten.

 

Kult: „Eine religiöse Zeremonie, durch die eine Annäherung an Gott vollzogen werden soll, oder umgekehrt, Gott dazu bewegt werden soll, sich den Menschen zu nähern.“

 

Durch das Kreuz JC hat jeder Gläubige unmittelbaren Zugang zu Gott!

Im ganzen NT wird die Möglichkeit verneint Gott im Kult näher zu kommen als im Alltag.

 

Jesus hat gesagt, dass wir dieses Mahl feiern sollen, nicht um einen neuen religiösen Brauch einzuführen, sondern um ihn in unserem Gedächtnis zu behalten. Wir sollen es solange tun, bis er wiederkommt.

 

In diesem „an ihn erinnert werden“ dürfen wir bereits einen Blick in den Himmel erhaschen. Wie es einmal sein wird. Wenn wir eingeladen sind zum großen Hochzeitsmahl. Wenn der Bräutigam Jesus seine Braut, die Gemeinde zu sich holt um ewig mit ihr vereint zu sein.

Im Abendmahl bekommen wir einen Vorgeschmack auf dieses Fest.

Ein Fest der Freude, an dem Gott selber alle unsere Tränen abwischen wird, der Tod endgültig besiegt ist und unser Glück kein Ende findet.