Letze Woche sind wir Jesus begegnet, wie er seine ersten Jünger berief und anfing, das Reich Gottes nicht nur zu predigen, sondern es ganz konkret in seinen Jüngern zu pflanzen. Es wächst seither beständig und gerade jetzt, mitten in dieser Corona Zeit breitet es sich aus. Gerade jetzt ist so ein Kairos Moment, in dem Gott dich und mich dazu verwendet, seine Botschaft der Liebe weiterzugeben.

 

Wir begleiten Jesus und seine Jünger im Markusevangelium, wie sie die Stadt Kapernaum erreichen.

Kapernaum in Galiläa damals: Von den gläubigen Juden verachtete Gegend, weil sie weit weg von Jerusalem, und außerdem mit Heiden durchmischt war.

Petrus lebte hier und hier hatte Jesus so etwas wie einen „Stützpunkt“.

 

Mk 1,21-28

21 Sie kamen in die Stadt Kapernaum. Am Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte dort die Menschen.

22 Sie waren von seiner Lehre überwältigt, denn er sprach – anders als die Schriftgelehrten – mit Vollmacht.

23 In der Synagoge war ein Mann, der von einem bösen Geist besessen war.

24 Er fing an zu rufen: »Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist – der Heilige Gottes, den er gesandt hat!«

25 »Schweig!«, herrschte Jesus ihn an. »Verlass diesen Mann.«

26 Da schüttelte der böse Geist den Mann hin und her, schrie auf und verließ ihn.

27 Staunen erfasste die Zuschauer, und sie redeten untereinander darüber. »Was ist das für eine neue Lehre, die so viel Vollmacht hat?«, fragten sie einander aufgeregt. »Sogar böse Geister gehorchen seinem Befehl!«

28 Und die Nachricht von dem, was Jesus getan hatte, verbreitete sich rasch in ganz Galiläa.

 

Das erste, das mir an diesem Text aufgefallen ist, dass Jesus am Sabbat selbstverständlich in der Synagoge war.

in Lk 4,16 steht: Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge.

Für Jesus war das keine Frage, ob er den Gottesdienst besuchen sollte, oder nicht. Es hatte für ihn Priorität.

Wir Menschen brauchen geistliche Gemeinschaft für unser geistliches Wachstum.

Keine Sonntagspflicht, aber auch keine Lust und Laune Haltung.

Da ist es dann zwar nicht unwichtig, aber doch zweitrangig, ob ich den Lobpreis jedes Mal so toll finde, ob ich nette Menschen treffe, oder ob die Predigt genau in meine Lebenssituation passt, oder eben diesmal nicht.

Wir kommen zusammen, um Gott zu dienen und damit er uns dienen kann. Der Gottesdienst ist eine gestaltete Beziehungspflege mit dem Vater und unter einander.

 

In diesem Synagogengottesdienst in Kapernaum (Kafarnaum) passierte etwas Außergewöhnliches: Die Predigt Jesu riss die Zuhörer buchstäblich vom Hocker.

22 Sie waren von seiner Lehre überwältigt, denn er sprach – anders als die Schriftgelehrten – mit Vollmacht.

In der LÜ heißt es sogar: Sie entsetzten sich über seine Lehre. Und das lag sicher nicht daran, dass die Predigt an sich entsetzlich gewesen wäre.

 

Die Zuhörer waren überwältigt. Das Verb, das Markus hier verwendete (exeplesonto) beschreibt so etwas wie einen Faustschlag. Etwas, das dich wirklich trifft. Es ist ein sehr starkes Wort, das darauf hinweist, dass die Menschen stark betroffen waren von dem, was Jesus sagte. Man kann auch sagen: Es haute sie buchstäblich um.

Und warum? Seine Lehre hatte etwas Überzeugendes, etwas ganz anderes als die sonst üblichen Predigten der Schriftgelehrten. Er lehrte als „jemand, der Vollmacht/Autorität hatte“.

Was bedeutet das?

 

 

  1. Was ist Vollmacht?

 

Ist es Vollmacht, wenn man recht geistlich tut?

Bsp.: Laute Predigt in Nairobi

 

Oder ist es Vollmacht, wenn man sich recht gut ausdrücken kann?

Ausreden des Mose: Ich kann nicht gut reden. Es geht vielen von uns so. (LEAD Seminar)

Jesus war gewiss ein brillanter Redner. Er konnte meisterhaft Geschichten erzählen und seine Bilder sind weit über die Bibel hinaus bis heute bekannt. Wer kennt nicht die Geschichte des barmherzigen Samariters?

Menschenmassen saßen auf dem Boden und hörten ihm stundenlang zu, sprachlos und vergaßen manchmal zu essen. Er wusste ohne Frage, wie man ein Publikum bei der Stange hält.

Aber sein Ziel war gewiss nicht die Unterhaltung. Sein Ziel war Transformation. Er wollte, dass Menschen sich ändern und mit Gott wieder ins Reine kamen. Deshalb sagte er manchmal auch harte Dinge und scheute nicht die Konfrontation.

Aber es war nicht seine Begabung zu reden, die seine Vollmacht begründete!

 

Was ist Vollmacht wirklich?

Bsp.: Auto anmelden: Vollmacht = jemanden autorisieren in meinem Namen zu handeln.

Geistliche Vollmacht bedeute, ich bin von Gott autorisiert, in seinem Namen, seine Werke zu tun.

 

Vollmacht = nicht lernbar

Vollmacht = nichts, das ich nehmen kann (Raub, Schmeichelei, Leistung…)

Vollmacht bekomme ich, wenn der, der mich bevollmächtigt mir vertraut.

 

Wenn ich eine Vollmacht bekomme muss ich vertrauenswürdig sein, sonst wird mir diese Vollmacht wieder ganz schnell entzogen. Und ich werde ganz schwer wieder eine Vollmacht bekommen.

 

Bei geistlicher Vollmacht geht es nicht um unser Vertrauen zu Gott, sondern um Gottes Vertrauen zu uns.

Bist du in Gottes Augen vertrauenswürdig? Das ist die Voraussetzung für Vollmacht. Damit allein hast du sie noch nicht! Erst dann, wenn Gott beschließt, dich zu bevollmächtigen.

Die gute Nachricht ist: Jesus hat seine Jünger bevollmächtigt. Dazu möchte ich später noch mehr sagen.

 

Was ist geistl. Vollmacht?

Geistliche Vollmacht ist eine Kraft, die ihren Ursprung in Gott selber hat und die dein Leben und das Leben anderer verändert! Sie hat sehr starke Auswirkungen auf dein Leben und auf das Leben anderer: Bsp.: Jona, Elia, Elischa, Daniel, Paulus…

 

Jesu Vollmacht war kein Papier mit Stempelmarke, das ihm eine Behörde ausstellte, sondern seine Vollmacht zeigte sich durch seine Worte und vor allem durch seine Taten.

 

Wenn dir meine Predigt gefällt, oder du sogar durch meine Predigt bewegt bist, ist das alleine noch kein Beweis dafür, dass ich eine vollmächtige Predigt gehalten habe.

 

Die berühmte Gänsegeschichte vom dänischen Philosophen und Theologen Sören Kierkegaard (1813-1855) verdeutlicht dies:

 

„Eine Schar schnatternder Gänse wohnte auf einem wunderbaren Hof. Sie veranstalten alle sieben Tage eine herrliche Parade. Das stattliche Federvieh wanderte im Gänsemarsch zum Zaun, wo der beredte Gänserich mit ergreifenden Worten schnatternd die Herrlichkeit der Gänse und die Gnade ihres Schöpfers vortrug. Immer wieder kam er darauf zu sprechen, wie in Vorzeiten die Gänse mit ihrem mächtigen Gespann die Meere und Kontinente beflogen haben. Er vergaß nicht dabei das Lob an Gottes Schöpfermacht zu betonen.

 

Schließlich hat er den Gänsen ihre kräftigen Flügel und ihren unglaublichen Richtungssinn gegeben, dank deren die Gänse die Erdkugel überflogen. Die Gänse waren tief beeindruckt. Sie senkten andächtig ihre Köpfe und drückten ihre Flügel fest an den wohlgenährten Körper, der noch nie den Boden verlassen hatte. Sie watschelten auseinander, getröstet in der Seele und am Gemüt darüber, dass Gott alle liebt und nichts von uns verlangt, sondern alles schenkt. Und voll Lobes für die gute Predigt und den beredten Gänserich. Aber das war dann alles.

Fliegen tun sie nicht. Sie machen nicht einmal den Versuch. Sie kommen gar nicht auf den Gedanken. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut, der Hof ist sicher, und ihre Leben ist bequem. Getröstet und beruhigt im Herzen bliebt alles so, wie es immer war.“

 

Eine Predigt in Vollmacht = wenn sie dein Leben verändert.

Ich will dich zum „Fliegen“ bringen.

 

Jesu Vollmacht zeigt sich nicht nur in seinen Worten, seinen Worten folgen Tagen.

Nach der Predigt Jesu wurde nicht nur der Mann von Dämonen befreit, sondern auch die anderen Zuhörer veränderten sich. Viele fassten zu ihm Vertrauen, sie brachten Kranke zu ihm…

 

Seine Zuhörer wurden darüber hinaus zu Evangelisten.

28 Und die Nachricht von dem, was Jesus getan hatte, verbreitete sich rasch in ganz Galiläa.

JC war Gesprächsthema Nummer Eins!

Heute würde man sagen: Diese Story ging „viral“.

 

 

Wie sieht das mit unserer Vollmacht aus?

 

  1. Was ist der Schlüssel für die Vollmacht Jesu?

 

Joh 5,19

Der Sohn kann nichts von sich aus tun; er kann nur tun, was er den Vater tun sieht. Was der Vater tut, genau das tut auch der Sohn.

 

Wir können zwar den Vater nicht sehen aber: Joh 1,18

Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.

Wenn wir auf Jesus schauen, können wir den Vater erkennen!

Jesus im NT ganz genau beschrieben.

 

Wir bekommen die Vollmacht Jesu verliehen, wenn wir auf ihn schauen.

W.W.J.D.?

Jesus zu sehen, ihn im Alltag zu erkennen ist keine Fähigkeit, die der eine hat und der andere eben nicht. Es ist das logische Ergebnis einer engen Beziehung zu Jesus.

So wie man nur dann ein guter Sportler wird, wenn man regelmäßig trainiert und ein guter Musiker, nur dann, wenn man täglich übt, so ist das auch mit der Fähigkeit, Jesus zu erkennen. Das erfordert Hingabe und Leidenschaft, das geht nicht so nebenbei auch noch.

Aber das schöne ist: Wir brauchen weder besondere körperliche oder geistige Voraussetzungen dafür.

Jesus hat gesagt: Sucht und ihr werdet finden! (Mt 7,7)

 

Damit können wir uns zwar keine Vollmacht erarbeiten, aber wir können die Voraussetzung schaffen, damit Gott uns bevollmächtigt!

Er wird ein suchendes Herz nicht unbelohnt lassen.

 

Jesus hat seine Jünger damals bevollmächtigt.

Mt 10,1

Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, böse Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

Lk 10,19

Ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zunichte zu machen. Er wird euch nicht das Geringste antun können.

 

Glaubst du, dass er diese Bevollmächtigung an seine Jünger heute, also an dich und mich zurückgenommen hat? Das glaube ich nicht!

 

 

  1. Vollmacht wozu?

 

Mt 28,18-20

Jesus trat auf sie zu und sagte: »Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben.

19 Darum geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen!

Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe.

Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.«

 

Die Übertragung von Vollmacht beinhaltet immer einen Auftrag! Z.B.: Auto anmelden

 

Darum: Jünger machen

 

Was heißt das jetzt für uns ganz praktisch?

Ich bin überzeugt davon, dass ab dem Moment, an dem wir in anfangen seinem Namen zu gehen, seine Vollmacht uns begleitet. Wir alle, mich eingeschlossen sind gerade erst dabei, diese ersten Schritte im Vertrauen auf Jesus zu machen. Diese Schritte in der vollkommenen Abhängigkeit von ihm. Den inneren Blick auf Jesus gerichtet und den äußeren auf die Nöte und Bedürfnisse unserer Mitmenschen.

Aber ich bin überzeugt- und ich freue mich schon auf all die vielen, tollen Erlebnisse, die vor uns liegen.

 

Zusammenfassung:

Was ist Vollmacht?

Eine Übertragung einer Aufgabe an eine vertrauenswürdige Person.

 

Was ist der Schlüssel für geistliche Vollmacht?

Auf Jesus schauen, was er tut, das tue ich auch!

 

Wozu Vollmacht?

Jünger machen, sein Reich bauen, die Hölle plündern.

 

Das Mühlviertel braucht keine „braven“ Christen, die einfach nur nett sind. Es braucht vollmächtige Jünger Jesu!

Bist du einer?