Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (LÜ)

 

 

Drei Schildkröten sind zu einer Quelle unterwegs. Sie plagt nämlich mächtig der Durst. Sie laufen ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre und endlich kommen sie an. Gierig wollen sich die ersten beiden Schildkröten auf das Wasser stürzen, da merkt doch die dritte, dass sie ihre Trinkbecher vergessen haben.

 

„Ach, das ist doch egal!“, sagt die erste Schildkröte. „Ich habe so einen Durst!“, klagt die zweite Schildkröte. „Nein, nein“, sagt die dritte Schildkröte, „also ohne Trinkbecher, das geht doch nicht! Wo bleiben denn da die Manieren! Passt auf, ihr wartet hier und ich gehe zurück und hole unsere Trinkbecher!“

 

Die anderen müssen sich wohl oder übel darauf einlassen, setzen sich auf einen Stein und warten. Sie warten ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre… Da hält es die eine Schildkröte nicht mehr aus und sagt zur anderen: „Also mir ist jetzt alles egal, ich muss jetzt etwas trinken!“ Sie geht zur Quelle und gerade als sie einen Schluck nehmen will, kommt die dritte Schildkröte aus einem Busch und sagt: „Also wenn ihr schummelt, gehe ich gar nicht erst los …“

 

 

„Durst ist schlimmer als Heimweh.“

Einen Tag ohne Essen auszukommen ist schon eine Herausforderung, aber einen Tag ohne etwas zu trinken ist sehr schwer. Vor allem, wenn es heiß ist.

 

Jeder von uns kennt Durst. Aber nicht nur den Durst nach H2O, wir dürsten nach Leben. Und jeder von uns zapft verschiedenste Quellen an um diesen Lebensdurst zu stillen.

 

Wir sind zwar als Freikirche Traditionen gegenüber sehr zurückhaltend, aber eine gute Tradition ist es, am Jahresanfang sich mit der Jahreslosung zu befassen.

Die Jahreslosung für 2018 steht in Off 21,6 und lautet: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

 

Da ich in der Bibelschule gelernt habe, dass der wichtigste Text der „Kontext“ ist, möchte ich mit euch den ganzen Abschnitt lesen:

 

Off 21

1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der vorige Himmel und die vorige Erde waren vergangen, und auch das Meer war nicht mehr da.

2 Ich sah, wie die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam: festlich geschmückt wie eine Braut für ihren Bräutigam.

3 Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: »Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst1 in ihrer Mitte leben.

4 Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei.«

5 Der auf dem Thron saß, sagte: »Sieh doch, ich mache alles neu!« Und mich forderte er auf: »Schreib auf, was ich dir sage, alles ist zuverlässig und wahr.«

6 Und weiter sagte er: »Alles ist in Erfüllung gegangen. Ich bin der Anfang, und ich bin das Ziel, das A und O2. Allen Durstigen werde ich Wasser aus der Quelle des Lebens schenken.

7 Wer durchhält und den Sieg erringt, wird dies alles besitzen. Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Kind sein.

8 Furchtbar aber wird es denen ergehen, die mich feige verleugnen und mir den Rücken gekehrt haben, die ein Leben führen, das ich verabscheue, den Mördern und denen, die sexuell unmoralisch leben, allen, die Zauberei treiben und Götzen anbeten, den Lügnern und Betrügern. Sie alle werden in den See aus brennendem Schwefel geworfen. Das ist der zweite, der ewige Tod.«

 

Hier in diesem Teil der Bibel sind wir bildlich gesprochen auf der Zielgeraden. Jemand hat einmal gesagt: „Die Bibel besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil erzählt von der perfekten Welt, die Gott ursprünglich erschaffen hatte. Das sind die ersten zwei Kapitel der Bibel. Und der zweite Teil handelt davon, was Gott alles unternimmt, damit er das Paradies wiederherstellt, nachdem der Mensch es zerstört hatte.“

In der ganzen Bibel begegnet uns ein Gott, der das Verlorene sucht, das was krank ist heilt und das was kaputt ist, wiederherstellt. Und hier, am Ende der Bibel lässt er den Propheten Johannes ein Bild von dem sehen, wie es am Ende der Zeit wieder sein wird.

Die Heilsgeschichte Gottes liegt vom Anfang bis zum Ende in Gott selber begründet. Er ist das Alpha und das Omega.

Gott steht zu seinem Wort, auf ihn können wir uns verlassen. Deshalb können wir das, was wir gerade gelesen haben, als Realität annehmen, auch wenn wir es noch nicht sehen.

 

Gott lädt alle, die Durst haben ein, aus der Quelle des lebendigen Wassers zu trinken.

Ich hab mich gefragt: Aus welcher Quelle trinke ich?

Angebote, die mir versprechen meinen Durst zu stillen gibt es auf dieser Welt zur Genüge. Wenn ich genug Geld hätte, oder wenn ich diesen Job haben würde, wenn ich mehr Sport mache, wenn ich dieses, oder jenes Ziel erreiche, wenn ich diesen einen bestimmten Partner finde, wenn ich mich gesund ernähre, wenn es der Familie gut geht, wenn ich mit dem Hausbau fertig bin, wenn ich auf Urlaub fahren kann…

All das ist weder unwichtig, noch schlecht. Alle diese Dinge können mir für kurze Zeit das Gefühl geben, dass mein Durst nach Leben gestillt wird, aber ich werde wieder durstig werden.

Als Jesus die Frau am Jakobsbrunnen traf sagte er zu ihr: »Wer dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig.

Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie mehr Durst haben. Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben weitersprudelt.« (Joh 4,13-14)

 

Also: Aus welcher Quelle trinke ich?

Aus welcher Quelle trinkst du? Was stillt deinen Lebensdurst?

Wir alle haben verschiedenste Quellen aus denen wir schöpfen. Sehr oft unbewusst. Wir merken es erst, wenn diese, oder jene Quelle plötzlich versiegt. Plötzlich ist der Job, in dem ich so viel Bestätigung erhalten habe, weg. Plötzlich kann ich nicht mehr diese sportlichen Leistungen vollbringen und bekomme eine Krise. Manche Elternteile, die sich für die Familie sprichwörtlich aufgeopfert haben, fallen in ein tiefes Loch, wenn die Kinder erwachsen und flügge werden.

Was bleibt, wenn das was mir die Energie zum Leben gab plötzlich weg ist?

 

Gott allein hat den Zugang zu DER Quelle des Lebens, eine Quelle, die nie versiegt.

 

Diese Quelle des lebendigen Wassers ist da. Sie sprudelt unaufhörlich. Unabhängig davon, ob wir daraus trinken, oder nicht. Gott nötigt uns nicht, oder zwingt uns gar aus dieser Quelle zu trinken. Aber er weiß, dass wir dieses lebendige Wasser brauchen um wirklich zu leben. Er bietet uns ein echtes Lebensmittel an.

 

Jedes Mal, wenn ich am Ufer eines Gebirgsbaches mit glasklarem Wasser stehe, bin ich Gott unendlich dankbar für das Vorrecht in so einem schönen Land leben zu dürfen. In vielen Teilen der Welt ist sauberes Trinkwasser nicht so im Überfluss vorhanden wie bei uns.

Obwohl der Zugang zu sauberem Wasser eigentlich ein Menschenrecht ist, sterben trotzdem jährlich über drei Millionen Menschen, alle zwanzig Sekunden stirbt ein Kind, an unzureichender Wasserversorgung.

 

All die weltlichen Angebote, die mir versprechen meinen Durst zu stillen erweisen sich in der Regel nur als in Plastikflaschen verpacktes Wasser. Es erfüllt seinen Zweck, zumindest für eine gewisse Zeit. Aber der Durst kommt wieder.

 

Dieses lebendige Wasser, von dem wir in der Offenbarung gelesen haben, hängt mit dem neuen Jerusalem zusammen, das in den Versen zuvor beschrieben wird. Es geht darin nicht um einen bestimmten geographischen Ort, sondern es kommt ganz klar zum Ausdruck, was diese Stadt so besonders macht:

Zum ersten kommt sie direkt aus dem Himmel, also aus Gottes unmittelbarer Umgebung und zweitens ist das neue Jerusalem der Ort, an dem Gott selber, mitten unter den Menschen „zeltet“, wie es wörtlich heißt. Es ist das gleiche Wort, das Johannes bereits am Anfang seines Evangeliums verwendete: Joh 1,14: Das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns. Gott ist ein Camper 😊

Von dieser Stadt heißt es, dass sie festlich geschmückt ist, wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam schön macht. (V2)

Kommt euch dieses Bild bekannt vor? Wir, die Gemeinde Jesu, wir werden im NT ebenfalls als die Braut bezeichnet, die Jesus am Ende der Zeit zu sich nach Hause holt. Ich denke, dass sich diese beiden Bilder nicht zufällig gleichen.

Die Gemeinde ist so etwas wie die erste Bauphase des neuen Jerusalems. Wir sind noch nicht vollkommen, es gibt noch die eine, oder andere Baustelle, noch ist Gott nur im Glauben unter uns erlebbar, aber er wohnt (zeltet) jetzt schon hier. Und deshalb gibt es auch jetzt schon dieses lebendige Wasser, das Gott allen anbietet, die Durst haben. Hier bei uns in der Gemeinde. Nicht im Gebäude, oder in speziellen Veranstaltungen. Wir als seine Kinder, du und ich, wir sind die Wasserträger und die Hoffnungsbringer für eine Welt, die am verdursten ist.

Noch ist die Welt, mit ihrem ganzen Unheil noch nicht vergangen. Gott allein weiß, wann das passieren wird. Noch müssen wir voll vertrauen darauf warten, dass Gott alle Tränen abwischen wird, dass er Krieg, Leid, Elend und Krankheit ein Ende macht. Noch immer endet dieses Leben auf dieser Erde tödlich. Für jeden Menschen.

Aber Jesus bereitet sich seine Braut. Er lässt sein lebendiges Wasser unter uns sprudeln aus einer Quelle, die nie versiegt. Ist das nicht wunderbar? Danke Jesus!

 

Bevor wir aber andere Menschen zu dieser Quelle führen können, müssen wir selbst immer wieder, tagtäglich von dieser Quelle trinken. Dazu gehört die tägliche Bibellese, das vertrauensvolle Gebet und die Gemeinschaft mit anderen Glaubensgeschwistern. Wie willst du Gottes Wort kennen, wenn du es nicht liest, wie willst du es verstehen, wenn du dich nicht mit ihm unterhältst und ihm zuhörst? Wie willst du in deinem Glaubensleben wachsen, wenn du nicht umsetzt, was du gelernt hast? Wie willst du andere zu der lebendigen Quelle führen, wenn du den Weg dorthin selber nicht so genau kennst?

 

 

Gott hat viel Geduld mit uns. Wenn wir uns ihm anvertrauen, wird er uns zum Ziel bringen. Aber am Ende dieses Abschnitts heißt es auch sehr klar, dass die, die durchhalten und den Sieg erringen all das, was Gott verheißt auch empfangen werden. Natürlich können wir unser Heil nicht erarbeiten, es ist ein Geschenk, das wir annehmen, oder auch ablehnen können. Das bedeutet aber nicht, dass wir Christen unsere Hände in den Schoß legen sollen und untätig darauf warten, dass Jesus am Ende der Zeit wiederkehrt.

Jetzt ist die Zeit, in der wir lernen müssen mit geistlichen Waffen zu kämpfen. Wozu sonst hätte Gott eine geistliche Waffenrüstung für uns bereitgelegt?

Es hat mich sehr gefreut, dass in der Woche vor Weihnachten so viele spontan für Birgit mitgefastet und mitgebetet haben. Auch wenn sie noch nicht vollständig wiederhergestellt ist, haben wir da einen Sieg feiern dürfen. Letztendlich ist es sowieso Jesus, der den Sieg erringt. Aber er will, dass wir mit ihm, Seite an Seite kämpfen.

 

Wir im Westen, und da nehme ich mich selber gar nicht aus, haben verlernt was es heißt zu kämpfen. Ich bin natürlich darüber froh, dass es aktuell in Mitteleuropa keinen Krieg zwischen einzelnen Staaten gibt. Aber das darf uns nicht dafür blind machen, dass wir uns sehr wohl in einem geistlichen Krieg befinden. Satan und seine dämonischen Mächte und Heerscharen geben ihr Land nicht freiwillig auf.

 

Als die Israeliten über den Jordan gezogen sind, kamen sie in das Land, das Gott ihnen schon vor langer Zeit geschenkt hatte.

Jos 1,3-4 Jedes Gebiet, das ihr betretet, gehört euch. Das habe ich schon Mose versprochen.

Euer Land wird von der Wüste im Süden bis zum Libanon im Norden reichen und vom Euphrat im Osten bis zum Mittelmeer im Westen; das ganze Gebiet der Hetiter wird euch gehören.

Es war bereits ihres, aber sie mussten es trotzdem erst erobern.

 

Off 21

7 Wer durchhält und den Sieg erringt, wird dies alles besitzen. Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Kind sein.

Gleichzeitig spricht Jesus auch eine Warnung aus:

8 Furchtbar aber wird es denen ergehen, die mich feige verleugnen und mir den Rücken gekehrt haben, die ein Leben führen, das ich verabscheue, den Mördern und denen, die sexuell unmoralisch leben, allen, die Zauberei treiben und Götzen anbeten, den Lügnern und Betrügern. Sie alle werden in den See aus brennendem Schwefel geworfen. Das ist der zweite, der ewige Tod.«

 

Lasst uns also im neuen Jahr Gott beim Wort nehmen. Wir wollen täglich aus seiner Quelle trinken, unseren Lebensdurst von ihm stillen lassen.

Wir wollen so leben, dass Menschen, die diese Quelle noch nicht kennen auch Durst auf sie bekommen.

Und wir wollen lernen, was es bedeutet geistlich zu kämpfen.

Dann werden wir 2018 viele Siege feiern dürfen.