Der Chef fragt den Angestellten: „Glauben Sie an die Auferstehung?“
Dieser antwortet verdutzt: „Ja.“ Chef:
„Das erklärt alles. Kurz nachdem Sie gestern zur Beerdigung Ihres Vaters gegangen waren, ist er gekommen und hat nach Ihnen gefragt!“

Die Karwoche beginnt, Ostern steht vor der Tür. Es ist die Zeit, in der man sich eigentlich Gedanken über den Tod, und was danach noch kommt macht.
Nicht nur bei Beerdigungen!

Die Frage nach dem (eigenen) Tod ist eine unangenehme, aber eine unausweichliche. Der Tod ist ein fixer Bestandteil des Lebens in dieser gefallenen Schöpfung.
Und die Frage, was passiert mit mir nach dem Tod, ist vermutlich so alt, wie die Menschheit selber.

Predigtserie über die „Ich bin Worte“ Jesu.
Er knüpft dabei an das AT JHWH an und verbindet diese „Formel“ mit einem Bildwort.
Bilder, die die Sehnsucht nach Sinn und Erfüllung ausdrücken, wie z.B.: Brot (letzte Predigt von mir)
Auch diese ultimative Frage, nach dem Tod, beantwortet er mit dem Satz: Joh 11,25: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Er sagt diesen Satz einer Frau, die gerade ihren Bruder verloren hat.

Joh 11,1-44

Eine sehr bekannte, aber auch sehr bewegende Geschichte, durch die wir viel von Jesus, für unser Leben nach – und vor allem vor dem Tod lernen können.

Ich möchte mit 4 Beobachtungen beginnen und dann aufzeigen, was genau wir von Jesus lernen können.

1. Der drohende Tod versetzt JC nicht in Panik.

Bsp: Buch von Melanie Schmidt (Gekämpft, gefallen, gesiegt)
Was würdest du tun, wenn du wie JC die Gabe hättest zu heilen und jemand, den du liebst ist todkrank?
Jesus eilte nicht zu Lazarus.

Er verfällt nicht in Angst und Panik um „das Schlimmste“ zu verhindern, weil ganz offensichtlich für ihn der Tod nicht das Schlimmste ist, das einem Menschen passieren kann.

2. Jesus vergleicht den Tod mit Schlaf.
Tochter des Jairus Mk 5,39
Er ging ins Haus und sagte: »Was soll der Lärm? Warum weint ihr? Das Kind ist nicht tot – es schläft nur.«

Der Tod als Zustand, aus dem man jederzeit geweckt werden kann.
Für JC ist der Tod nicht das Letzte, das Endgültige (Endstation Zentralfriedhof), sondern ein vorübergehender Seins Zustand.
Martha wusste zwar bereits von der Auferstehung der Toten: Joh 11,24
… »er wird auferstehen, wenn alle Toten lebendig werden, am letzten Tag.«
Aber dieses Wissen war für Martha in dieser Situation nur ein schwacher Trost.
Erst als Jesus ihr (und allen anderen) demonstrierte, dass er Menschen jederzeit aus dem Tod auferwecken kann, schlug ihre Trauer in Freude und vermutlich Lobpreis um.

3. Jesus zeigt Gefühle.
Zornig:
Passt irgendwie nicht in unser Bild vom „lieben Jesus“.
Tempelreinigung
Tief bewegt (HfA); sehr erregt (GN); wurde erschüttert (Elb):
Blut kocht über, Eingeweide drehen sich um…
Er weinte:
Er als Mann???
Er war der Mann, den sich alle Frauen auf dieser Welt wünschen würden. Hart und weich zugleich.
Voller Tatendrang mit einem konkreten Ziel, ohne über die Mensch drüber zu fahren. Seinen Gegnern lieferte er sich harte Wortgefechte aber gleichzeitig war er voller Erbarmen und Liebe für alle Menschen. Er ließ seine Gefühle zu, wurde aber nicht gesteuert von ihnen.
Er war so, wie Gott sich einen Mann gedacht hatte.

Wissenschaftlich denkenden Menschen versuchen JC auf sein Menschsein zu reduzieren.
Religiöse Menschen versuchen ihn göttlich zu verklären.
Beide Ansätze werden ihn nicht gerecht.
Jesus war und ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Beides 100%!

Was war die Ursache für diese Gefühlsäußerungen?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den Tod des Lazarus beweinte, weil er ja schon vorher wusste, dass er ihn auferwecken wird.
Vorwürfe der Schwestern? „Du warst nicht da, als wir dich am dringendsten gebraucht hätten“
Kleinglaube?
Am ehesten: Zornig auf den Tod, weil er so viel Leid in diese Welt bringt.
Der Tod, der Schmerz, das Leid… kommen nicht von Gott. Waren von ihm am Anfang der Schöpfung nicht vorgesehen.
Resultat der Sünde

Mitgefühl: Gott liebt uns so sehr, dass er auch den tiefsten Schmerz mit uns teilt. Nichts menschliches ist ihm fremd.
In diesem da sein im tiefsten Schmerz gibt er uns neue Hoffnung und Perspektive:

4. Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Im Nachsatz: Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und wer lebt und sich auf mich verlässt, (wörtlich wer an mich glaubt) wird niemals sterben…; macht Jesus deutlich, dass es zwei Arten von Leben gibt: Irdisches und geistliches Leben.
Das irdische Leben ist in jedem Fall vergänglich. Entscheidend für die Ewigkeit ist aber das geistliche Leben.
Das ewige Leben beginnt nicht mit unserem leiblichen Tod, sondern jetzt, mitten in diesem irdischen Dasein, wenn wir – wie es die Bibel nennt – von neuem geboren werden.
Der Mensch auf dieser Erde ist grundsätzlich von Gott getrennt, also geistlich gesehen tot!
Das geistliche (neue, ewige) Leben können wir uns nicht erarbeiten, sondern müssen es uns schenken lassen. Wir bekommen es geschenkt, wenn wir Jesus vertrauen.
Und dieses geistliche Leben, wenn es einmal angefangen hat, wirkt sich immer mehr auf unser irdisches Leben aus. Ich bin die Auferstehung und DAS Leben. Mit anderen Worten, ohne geistliches Leben ist das irdische Leben bestenfalls ein warten auf den Tod, der früher oder später eintritt. Aber wenn ich das geistliche Leben, das von Gott kommt in mir habe, dann habe ich nicht nur eine Perspektive, die über den Tod hinausgeht, ich habe dann eine Qualität des Lebens erreicht, die ein Mensch, der geistlich noch nicht lebt bestenfalls erahnen kann.

Dieses neue Leben bringt mich zu meiner eigentlichen Bestimmung zurück. Am Höhepunkt der Schöpfung sagte Gott: 1.Mose 1,26
»Nun wollen wir Menschen machen,
ein Abbild von uns, das uns ähnlich ist!«

Gott sehnt sich nach Gemeinschaft, nach Beziehung. Wir Menschen sind vor allem Beziehungswesen. Ohne Beziehungen verkümmern wir. (Tom Hanks in „Verschollen“)
Unsere ureigenste Bestimmung ist es in einer Beziehung zu unserem Schöpfer zu leben. So lange wir diese Beziehung noch nicht haben, leben wir noch nicht das Leben, von dem Jesus hier spricht.

Was können wir auf Grund dieser Beobachtungen von JC lernen?

1. Der leibliche Tod ist nicht das Schlimmste, das uns passieren kann. Natürlich wollen wir alle, so lange und so gesund wie möglich auf dieser Erde leben. Aber ob ich 100 Jahre alt werde, oder vielleicht nur 20, 30, oder 50, ob ich kraftstrotzend und vital bis ins hohe Alter bin, oder mich vielleicht mit einer Behinderung durchs Leben kämpfe, ob ich im Westen lebe, wo ich im Fall des Falles in spätestens 20min im nächsten Krankenhaus bin, oder irgendwo im Busch lebe, wo viele heilbare Krankheiten tödlich enden, ist aus der Perspektive der Ewigkeit zwar nicht unwichtig, aber zweitrangig.
Mose betete: Ps 90,12
Lass uns erkennen, wie kurz unser Leben ist,
damit wir zur Einsicht kommen!

2. Der leibliche Tod ist nicht das Letzte das uns passieren wird.
Wie gesagt: JC vergleicht den Tod mit Schlaf.
Alle Menschen werden auferstehen, die einen zum Gericht, die anderen zum Leben.
Der Tod ist somit nichts weiter als die „Deadline“ an der sich entscheidet, zu welcher der beiden Gruppen du einmal gehören wirst.

3. Der leibliche Tod eines Angehörigen oder Freundes ist schmerzhaft, aber Gott ist in all dem Schmerz mit dabei.
Er kennt die Erfahrung des Todes wie kein anderer. Er ist der, der wirklich trösten, den Schmerz heilen und eine neue Hoffnung geben kann.
Er hat versprochen, dass eine Zeit kommen wird, in der es keinen Schmerz, auch keine Krankheit und vor allem keinen Tod mehr geben wird.

4. Der leibliche Tod ist für die Gläubigen ein Übergang, durch den wir das sehen dürfen, was wir vor dem Tod geglaubt haben.
Unsere Beziehung zu Gott, die schon vor dem Tod angefangen hat kommt zur Vollendung.
1.Kor 13,12
Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild wie in einem trüben Spiegel;
dann aber schauen wir Gott von Angesicht.
Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen;
dann aber werden wir Gott völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt.

Unser Gebet und unser Eindruck: Dass noch viele der Einladung Jesu zu diesem geistlichen, ewigen Leben folgen werden.
Sei darauf vorbereitet Menschen zu helfen von neuem geboren zu werden.