Jesus sagt von sich: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Er bringt damit sein ureigenstes Sein, sein Bestimmung / Berufung auf den Punkt.

Abschluss der Serie über die „Ich bin“ Worte“.
Bisher: Gute Hirte, Weinstock, Licht der Welt, Auferstehung.

Heute gleich drei „Ich bin Worte“ in einem Satz.

Text gemeinsam lesen:

Joh 14,1-11
1 Dann sagte Jesus: »Erschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut auf Gott, und vertraut auch auf mich!
2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe.
3 Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
4 Den Weg zu dem Ort, an den ich gehe, den kennt ihr ja.«
5 Thomas sagte zu ihm: »Herr, wir wissen nicht einmal, wohin du gehst! Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?«
6 Jesus antwortete: »Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.
7 Wenn ihr mich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.«
8 Philippus sagte zu ihm: »Herr, zeige uns den Vater! Mehr brauchen wir nicht.«
9 Jesus antwortete: »Nun bin ich so lange mit euch zusammen gewesen, Philippus, und du kennst mich immer noch nicht? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du dann sagen: ‚Zeige uns den Vater‘?
10 Glaubst du nicht, dass du in mir dem Vater begegnest?
Was ich zu euch gesprochen habe, das stammt nicht von mir. Der Vater, der immer in mir ist, vollbringt durch mich seine Taten.
11 Glaubt mir: Ich lebe im Vater und der Vater in mir. Wenn ihr mir nicht auf mein Wort hin glaubt, dann glaubt mir wegen dieser Taten.

Gott ist unsichtbar. Man kann auch sagen, Gott ist verborgen. Er ist für uns Menschen bestenfalls an seinen Werken (Schöpfung) erkennbar.
Wenn ich ein schönes Auto sehe, kann ich daraus schließen, dass der Designer sein Handwerk versteht. Aber weiß nicht, ob er ein freundlicher umgänglicher Mensch ist, oder seine Mitarbeiter bis aufs Äußerste ausbeutet.

Wenn ich in die Natur schaue, muss ich anerkennen, dass der, der das alles geschaffen hat unendlich kreativ ist und dass er einen Sinn für Ordnung hat.
Ich kann gewisse Rückschlüsse über den Schöpfer ziehen, aber ihn erkennen, wie er wirklich ist, kann ich nicht.

Wir sind wie durch eine dichte Nebelwand von Gott getrennt.
Wir Menschen haben ein natürliches Verlangen danach, den Dingen auf den Grund zu gehen.
Religionen: Versuch des Menschen durch diese Nebelwand zu kommen.
Sie haben sich verirrt.

Wir sind auf Hilfe angewiesen, darauf, dass sich Gott von sich aus zu erkennen gibt.
In Jesus machte sich Gott selber auf den Weg durch diesen Nebel zu uns. ER kennt, den Weg, ja er selber ist dieser Weg zum Vater.

Er lebte als Mensch unter uns. Er musste viel leiden. Damit meine ich nicht nur den Tod am Kreuz. Auch vorher schon:
Er war bereits etwas 3 Jahre mit seinen Jüngern zusammen, hat sie berufen (herausgerufen) mit ihnen gelebt, sie unterrichtet, viele Wunder vor ihren Augen getan, lebendige Predigten gehalten, sie geliebt, ausgebildet und auf die Zeit vorbereitet, wenn er nicht mehr unter ihnen ist. Er hat sich ihnen geoffenbart, sein Innerstes mit ihnen geteilt, und jetzt so etwas…
Von Thomas dem Zweifler wissen wir ja schon, dass er ein bisschen länger gebraucht hat um geistliche Dinge wirklich zu schnallen.
Aber von Philippus war er hörbar enttäuscht: V9: Nun bin ich so lange mit euch zusammen gewesen, Philippus, und du kennst mich immer noch nicht?

Es war Philippus, der zu den ersten Jüngern gehörte, der am Anfang voller Eifer andere Menschen zu Jesus führte, weil er in Jesus den gefunden hatte …, über den Mose im Gesetz geschrieben hat und den die Propheten angekündigt haben. (Joh 1,45)

Diesem Philippus musste JC das Zeugnis ausstellen: „Kennst du mich immer noch nicht?“
Frage: Kennst du ihn?

Zwischen jemanden kennen und wirklich kennen kann ein riesengroßer Unterschied sein. Ich kenne Niki Lauda, den Bundespräsidenten und die Biene Maya. Zu den Menschen, die ich wirklich kenne, zähle ich meine Frau, meine Kinder und einige Freunde.

In der Bibel steht kennen / jemanden erkennen für eine ganz enge, ja intime Beziehung. Da ist Vertrautheit und Nähe. Genau diese Art von Beziehung, die sich Gott zu uns wünscht.
Wie vertraut bist du mit Jesus?
Wie nahe lässt du ihn an dein Herz?

Gott kennt dich, von Anfang an und er wünscht sich, dass du ihn auch immer besser kennen lernst.
Es geht nicht nur darum, dass sich Menschen bekehren.
Bekehrung ist der Anfang eines Weges.

Ich bin der Weg

Wenn JC sagt, dass er der Weg ist, heißt das, dass wir uns mit ihm gemeinsam auf eine Reise begeben. Eine Reise, dessen Ziel er kennt.
Interessant, dass JC nicht sagt: „Ich bin das Ziel“, was theologisch durchaus auch richtig wäre, aber indem er sagt, dass er der Weg ist, heißt das, dass er die ganze Zeit bei uns bis zum Ziel ist.

Auf einem Weg zu sein bedeutet Veränderung. Das Leben nimmt Wendungen, die nicht immer vorhersehbar sind.
In den Urlaub fahren: Neue Landschaft sehen.
Nicht ich bestimme, wo die Reise hingeht, sondern er. (Busfahrer vertrauen)

Wirst du mir folgen? Ich kann nicht stehen bleiben, mich ausruhen auf meine einmaligen Glaubenserfahrungen, die ich irgendwann einmal gemacht habe.
Blick auf JC: Was tut er? Wohin geht er? Da muss ich hin!
Leben in der Nachfolge heißt: Ich bin unterwegs.

Er hat auch gesagt:
Ich bin die Wahrheit.

Pilatus: Was ist das: Wahrheit?
Wahrheit ist mehr als mathematische Richtigkeit, oder die Belegung von historischen Fakten.
Wahrheit in der Bibel bezeichnet eine Wirklichkeit, die tragfähig, gültig und verbindlich ist und somit Gottes Wirklichkeit wiederspiegelt.
Wahrheit ist nicht immer angenehm, aber sie macht frei und ist daher heilsam.

Wenn du mit JC unterwegs bist, wird die Wahrheit in deinem Leben eine immer größere Rolle spielen. Das fängt vielleicht bei deiner Steuererklärung an und geht dann in die Richtung, dass du immer mehr Lebenslügen die du bisher geglaubt hast und die dein Leben bestimmt haben aufdeckst, zum Kreuz bringst und sie gegen Gottes Wahrheit über dein Leben eintauschst. Das ist ein herausfordernder, längerfristiger, durchaus auch schmerzhafter aber wie gesagt ein sehr heilsamer Prozess.
Jünger Jesu, die sich diesem Prozess stellen gewinnen: Ausstrahlung, Selbstbewusstsein, auch Attraktivität. Sogar deren Umfeld profitiert.
Das Reich Gottes wird sichtbar und wächst.

Wahrheit ist exklusiv. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
JC: Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.
Was ist dann mit Mohamed, Buddha, Humanismus usw.? Es kann nur eine Wahrheit geben. Letztendlich wirst du dich entscheiden müssen, ob du dem vertraust, der von sich behauptet die Wahrheit zu sein, oder ob du jemand anders dein Vertrauen schenkst. Es ist deine Entscheidung. Gott respektiert sie, mit allen Konsequenzen.

Ich bin das Leben

Genau so wie es verschiedene Arten gibt, jemanden zu kennen, so verschieden sind auch unsere Vorstellungen wenn wir vom Leben reden.
Leben ist ja viel mehr als biochemische Prozesse, die in uns ablaufen. Unser Leben braucht einen Sinn, damit wir von echtem Leben reden können.

Wenn JC behauptet, dass er das Leben ist, bedeutet das, dass wir ohne ihn das wesentlichste am menschlichen Leben verpassen.
Er kann es deshalb zurecht behaupten, weil er derjenige ist, der das Leben kennt. Und zwar sowohl das Leben hier auf dieser Erde, als auch das Leben bei und aus Gott – das ewige Leben.
Dieser ewige Leben schenkt er allen, die ihm vertrauen. Eine Qualität des Lebens, dass über dieses irdische Leben hinaus geht.

Zum Leben brauchen wir Lebensmittel. Sowohl für unser irdisches, aber auch für unser geistliches Leben.
Ein solches geistliches Lebensmittel ist das Abendmahl, zu dem wir euch nun herzlich einladen.