Joh 10,1-16, GD 14.4.13

Schafe sind ja nicht gerade die intelligentesten Tiere. Aber sie sind hervorragende Nutztiere. Sie liefern Wolle, Milch und Fleisch. (lebendiger Kühlschrank) Zu biblischen Zeiten, so auch zur Zeit Jesu gab es riesengroße Schafherden in Israel. (Kostbarster Besitz der Erzväter ð Nomaden)
Heute: Funktion als Rasenmäher.

Allerdings sind domestizierte Schafe sehr schutzbedürftig und größere Herden brauchen die Leitung eines Hirten um genug Futter zu finden. Daher wird in der Bibel das Schaf oft als Bild für den Menschen gebraucht, der Leitung, Schutz und Pflege braucht. Ein Schaf, das sich selber überlassen wird, geht verloren. Auch dieses Bild vom verlorenen Schaf (Menschen) taucht immer wieder in der HS auf. So geht z.B. in

Hes 34, Gott mit den führenden Männern Israels hart ins Gericht, weil sie ihre Aufgabe, sich um die „Schafe“ Israels zu kümmern nicht erfüllt haben:
2 …’So spricht der Herr, der mächtige Gott: Weh euch! Ihr seid die Hirten meines Volkes; aber anstatt für die Herde zu sorgen, habt ihr nur an euch selbst gedacht.
3 Die Milch der Schafe habt ihr getrunken, aus ihrer Wolle habt ihr euch Kleider gemacht, und die besten Tiere habt ihr geschlachtet. Aber für einen guten Weideplatz habt ihr nicht gesorgt.
5 Weil meine Schafe keinen Hirten hatten, verliefen sie sich und fielen den Raubtieren zur Beute.
6 Sie irrten überall umher, auf Bergen und Hügeln, denn niemand war da, der sie suchte, niemand, der sich um sie kümmerte.
7 Darum, ihr Hirten, hört, was der HERR, sagt:
8 So gewiss ich lebe, der Herr, der mächtige Gott: Ich schaue nicht mehr länger zu!
11 … Ich selbst will jetzt nach meinen Schafen sehen und mich um sie kümmern.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass der größte König, den Israel jemals hatte (David), Hirte war.
An dem Bedürfnis der Menschen nach Schutz, und Wegweisung hat sich bis heute nichts geändert. Die Aufgabe eines Politikers ist es Entscheidungen zum Wohl der Allgemeinheit zu treffen. Da viele unserer Politiker heute es nicht besser machen als die führenden Männer zur Zeit des Hesekiel, sehn wir, dass wir auch heute noch die Zusage Gottes (V11) brauchen.

Jesus gebrauchte eine ganze Reihe von „Ich bin Worten“ um zu sagen, dass er die Lösung für die wesentlichen Herausforderungen unseres Lebens ist. Er war zwar kein Politiker im engeren Sinn, (obwohl die Menschen zu seiner Zeit ihn gerne als starken König gesehen hätten) aber mit dem Wort, das wir uns heute näher ansehen wollen: „Ich bin der gute Hirte“, sagt er, dass es absolut lohnenswert ist, Teil seiner „Herde“ zu sein.

Joh 10,1-16
1 Jesus sagte: »Amen, ich versichere euch: Wer den Schafstall nicht durch die Tür betritt, sondern auf einem anderen Weg eindringt, ist ein Räuber und ein Dieb.
2 Der Schafhirt geht durch die Tür hinein; 3 der Wächter am Eingang öffnet ihm. Die Schafe erkennen seine Stimme; er ruft die, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie ins Freie. 4 Wenn sie alle draußen sind, geht er vor ihnen her, und sie folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen.
5 Einem anderen Menschen werden sie niemals folgen. Im Gegenteil: sie werden vor ihm davonlaufen, weil sie seine Stimme nicht kennen.«
6 Dieses Gleichnis erzählte Jesus, aber seine Zuhörer verstanden nicht, was er ihnen damit sagen wollte.
7 Darum begann Jesus noch einmal: »Amen, ich versichere euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8 Alle, die vor mir gekommen sind, sind Räuber und Diebe, doch die Schafe haben nicht auf sie gehört.
9 Ich bin die Tür für die Schafe. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet. Er wird ein- und ausgehen und Weideland finden. 10 Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen, zu schlachten und ins Verderben zu stürzen. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben zu geben, Leben im Überfluss.«
11 »Ich bin der gute Hirt. Ein guter Hirt ist bereit, für seine Schafe zu sterben.
12 Einer, dem die Schafe nicht selbst gehören, ist kein richtiger Hirt. Darum lässt er sie im Stich, wenn er den Wolf kommen sieht, und läuft davon. Dann stürzt sich der Wolf auf die Schafe und jagt die Herde auseinander. 13 Wer die Schafe nur gegen Lohn hütet, läuft davon; denn die Schafe sind ihm gleichgültig.
14 Ich bin der gute Hirt. Ich kenne meine Schafe, und sie kennen mich, 15 so wie der Vater mich kennt und ich ihn kenne. Ich bin bereit, für sie zu sterben.
16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht zu diesem Schafstall gehören; auch die muss ich herbeibringen. Sie werden auf meine Stimme hören, und alle werden in einer Herde unter einem Hirten vereint sein.

Genau genommen haben wir hier 2 „Ich bin Worte“. Zum einen sagt JC: Ich bin die Tür, zum anderen: „Ich bin der gute Hirte“.
Und wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass Jesus zwei unterschiedliche Adressaten im Auge hatte, als er das alles sagte.

Jesus, die Tür

Zunächst wendet er sich an die Pharisäer, die versuchten durch einen frommen Lebenswandel Hirten für das Volk Israel zu sein.
Jesus geht mit ihnen hart ins Gericht.
8 Alle, die vor mir gekommen sind, sind Räuber und Diebe, doch die Schafe haben nicht auf sie gehört.

Damit meint er nicht die AT Propheten, sie haben ja „im Geist Christi“ geredet und sind somit „durch die Tür“ gegangen, sondern eben die Pharisäer & Schriftgelehrte Ü Die frömmsten der Frommen; gut gemeint.
Aber aus eigenem Antrieb, selbstgerecht.

Auch wir wollen Gott dienen und wir wollen Menschen mit dem Evangelium erreichen. Wir wünschen uns mehr zu werden, dass Menschen zum Glauben kommen.
Welche Motive treiben uns?

Prophetie: „Ich habe ein großes Volk im MV“
Wenn ich nicht „durch Jesus“ (getrieben von seiner Liebe für die Menschen) zu den Menschen gehe, muss ich durchs „Fenster“ steigen Ü Dieb!
Warum sollen Menschen zu uns in den Godi… kommen?

Geht es mir um „meine“ Gemeinde, oder um „seine“?
Wenn Jesus die Tür zu den Schafen ist, bedeutet das, dass er eben diese Tür zu den neue Menschen, die wir erreichen wollen ist.
Heißt das, dass wir ihn fragen müssen wann wir welchen Menschen auf welche Weise das Evangelium weiter geben sollen? Sollen wir nicht, um es mit den Worten von Franz von Assisi zu sagen, allen Geschöpfen, überall, zu jeder Zeit das Evangelium predigen, wenn nötig sogar mit Worten?
Die Tatsache, dass Jesus die Tür ist, schränkt den Missionsbefehl ja nicht ein, er konkretisiert ihn nur.
Wir sollen die Menschen, die wir erreichen möchten nicht als „Missionsopfer“ sehen, sondern durch die liebenden Augen Jesu. Er ist das Haupt der Gemeinde. Wenn wir Menschen in seinem Geist und mit seiner Haltung begegnen, werden unserer evangelistischen Bemühungen weit erfolgreicher sein.
Seit wir beispielsweise im Trafotreff angefangen haben regelmäßig für bestimmte Personen zu beten, können wir nur staunen, was Gott tut. Dinge, die wir niemals selber so geschafft hätten.
Er ist die Tür!

Jesus, der gute Hirte

Jesus ist aber nicht nur die Tür zu den Schafen, er ist auch die Tür für die Schafe, durch den die Schafe gutes Weideland finden und er ist der gute Hirte, der uns all das gibt, was ein erfülltes Leben braucht.

Er ist die die Tür, das bedeutet auch, dass er seine Schafe vor Wind und Wetter, Raubtieren und Räubern schützt.
Eine Tür schließt einen Raum buchstäblich ab und macht ihn somit zu einem geschützten Raum. Etwas, das wir in der Gegenwart Jesu immer wieder erleben dürfen. Bei ihm sind wir sicher.

Jesus wendet sich somit an alle Menschen, die eingesehen haben, das sie „Schafe“ sind. Menschen, die wissen, dass sie Schutz, Orientierung und Hilfe brauchen. Wenn jemand vorgibt keine Hilfe zu brauchen, kann ihm auch nicht geholfen werden. (Männer auf der Suche nach dem Weg, Gott sei Dank gibt es Navis…)
Hilfsbedürftigkeit zuzugeben setzt Demut voraus. Jak 4,6
»Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu.«

Die Beziehung zu Gott beginnt damit, dass ich ihn als meinen Retter annehme, sie gestaltet sich tagtäglich, indem wir in Abhängigkeit zu ihm leben und sie findet ihren Höhepunkt darin, dass wir ihn als unseren König und Herrn feiern.

Jesus spricht davon, dass wenn wir ihm vertrauen und Teil seiner Herde sind, wir genug Nahrung finden. Vor allem für unser geistliches Leben. (letzte Predigt!)

Wie gesagt war der große König David Zeit seines Lebens Hirte, zunächst hütete er die Schafe seines biologischen Vaters. 1.Sam 17,34-35
»Mein König«, sagte David, »als ich die Schafe meines Vaters hütete, kam es vor, dass ein Löwe oder Bär sich ein Tier von der Herde holen wollte.
35 Dann lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und rettete das Opfer aus seinem Rachen. Wenn er sich wehrte und mich angriff, packte ich ihn an der Mähne und schlug ihn tot.

Als er dann König war, hütete er die „Schafe“ seines himmlischen Vaters, das Volk Israel.
Das Geheimnis, warum er ein guter Hirte der ihm anvertrauten Herde war, ist dass er sich selbst dem besten aller Hirten anvertraute.
Texte wie der Psalm 23 zeugen von diesem tiefen Vertrauen, dass David in Gott hatte:
Der HERR ist mein Hirte, darum leide ich keine Not.
2 Er bringt mich auf saftige Weiden,
lässt mich ruhen am frischen Wasser
3 und gibt mir neue Kraft.
Auf sicheren Wegen leitet er mich,
dafür bürgt er mit seinem Namen.
4 Und muss ich auch durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil!
Du, HERR, bist ja bei mir;
du schützt mich und führst mich, das macht mir Mut.
5 Vor den Augen meiner Feinde deckst du mir deinen Tisch;
als Gast nimmst du mich bei dir auf und füllst mir den Becher randvoll.
6 Deine Güte und Liebe umgeben mich an jedem neuen Tag;
in deinem Haus darf ich nun bleiben mein Leben lang.

Menschliches Lebensmotto: „Für mich selbst!“ (Jeder denkt an sich…)
Lebensmotto des guten Hirten: „Für die Schafe“
* Du bist mir wichtiger als mein eigenes Leben = Agape!

Jesus hat seine göttliche Herrlichkeit aufgegeben, er ist in den Schmutz dieser Welt gekommen, nicht nur um sein Mitgefühl zu zeigen,
sondern um uns auf „saftige Wiesen“ zu führen.

Das „Schaf“ muss nur 2 Dinge tun:
* Vertrauen
* Folgen (Stimme des Hirten kennen)

Jesus ist der gute Hirte, glücklich ist der Mensch, der in seiner Herde ist.