Wovon träumt eine verliebte Katze nachts?

Von einem starken Muskelkater!

 

Ihr kennt wahrscheinlich die berühmtesten Worte des Baptistenpastors und Menschenrechtsaktivisten Martin Luther King: „I have a dream“

Er meinte damit klarerweise keinen Traum, den er in der Nacht hatte, sondern einen Lebenstraum, den er verfolgte.

Sein Traum war die Aufhebung der Rassentrennung und die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA und darüber hinaus.

Vieles hat sich geändert, durch den Traum und das Engagement von Menschen mit großen Träumen und Visionen.

 

Wir Menschen brauchen diese Träume um vorwärts zu kommen, um Unrecht zu beseitigen, um Erfüllung zu finden und um an ein Ziel zu gelangen.

Jeder, zumindest junge Mensch hat Träume und das ist gut so. Nicht nur für einzelne Menschen, auch für ganze Gruppen ist es wichtig, dass sie ein gemeinsames Ziel verfolgen, dem ein gemeinsamer Traum zugrunde liegt.

 

Wir als Gemeinde habe auch so einen Traum, eine Vision, oder wie auch immer wir das nennen wollen, etwas, das uns verbindet, uns ein Ziel und eine Richtung gibt, etwas das uns motiviert und antreibt, das uns Kraft und Hoffnung verleiht.

 

Leider ist es immer wieder so, dass eine Vision aus dem Blickfeld gerückt wird, von Alltagsdingen überlagert wird, oder im schlimmsten Fall ganz verloren geht. Wenn das passiert, dann existiert so eine Gruppe nur noch aufgrund von Tradition, oder Gewohnheiten, aber keiner kann mehr sagen, wozu es diese Gruppe überhaupt noch gibt.

 

Deshalb ist es für uns als Gemeinde wichtig, sich immer wieder diesen Traum vor Augen zu führen, den wir von Anfang an hatten.

Als Sabine und ich vor über zwanzig Jahren ins Mühlviertel gezogen sind, wollten wir eine Gemeinde gründen. Aber nicht irgendeine Gemeinde, sondern eine, die lebendig ist, die Jesus wiederspiegelt und die ihre Umgebung durch die beste Botschaft, die es gibt beeinflusst und gestaltet.

Eine Gemeinde, die aus Menschen besteht, die Jesus bedingungslos lieben, ihm nachfolgen und die ihre Mitmenschen mit einem ehrlich und fröhlich gelebten Christsein anstecken wollen.

 

Wir haben von einer Gemeinde geträumt, die echt und authentisch ist, die keine religiösen Klischees bedient, sondern so im Mühlviertlern das Reich Gottes baut, wie es hierher passt.

 

Auch wenn ich schon länger nicht mehr über diese Vision explizit geredet habe, so war es für mich am Mittwoch sehr schön zu sehen, dass vieles von dieser Vision bereits umgesetzt ist.

Sabine hat bei ihrer Einleitung gesagt, dass wir zwar nicht immer einer Meinung sein müssen, aber dass es wichtig ist, eines Sinnes zu sein und dass uns dieser Sinn Christi verbindet.

Ich habe mich sehr gefreut, dass bei dieser Diskussion genau das sichtbar wurde. Es gibt unter uns unterschiedliche Sichtweisen, nicht nur was die weiterhin offenen Fragen, rund um die nicht eingetroffenen Prophezeiungen anlangt. Es gibt verschieden Herangehensweisen zu gewissen Themen, unterschiedliche Stile, Unterschiede bei den Dingen, die uns wichtig sind, verschiedenen Arten, wie wir unseren Glauben leben und ausdrücken, ein breites Spektrum an Persönlichkeitsstilen usw.

Aber bei all der Unterschiedlichkeit habe ich es sehr genossen zu sehen, dass es an diesem Abend keinem in erster Linie darum ging „recht zu haben“, sondern es war ein ehrliches Bemühen spürbar, den Anderen zu verstehen, zu respektieren und zu unterstützen. Wenn Paulus schreibt: Phil 2,3 „in Demut achte einer den andern höher als sich selbst“, dann ist genau das am Mittwoch sichtbar geworden.

Ich traue mich voller Freude und mit gesundem Stolz zu sagen, dass diese Gemeinde „echt ganz sein“ ist.

 

Echt zu sein ist etwas ganz Wichtiges, aber es ist natürlich nicht der einzige Existenzgrund für uns als Gemeinde.

 

Vor etwa 10 Jahren haben wir unsere Vision einmal genauer formuliert und folgende Missionsaussage aufgeschrieben:

Wir wollen, dass suchende Menschen aus unserer Region,

durch das Erleben von gesunden Beziehungen,

Vertrauen zu Gott zu fassen und seine Freunde werden.

 

In diesem Zusammenhang wurde auch unser Slogan „echt ganz sein“ kreiert.

Wie gesagt: Echtheit ist ein Wert, der bei uns stark gelebt wird. Unser Slogan bringt auf den Punkt wie wir leben wollen. Die Missionsaussage beschreibt darüber hinaus was wir erreichen möchten. Wir wollen, dass Menschen Gottes Freunde (und Kinder) werden.

Ehrlich gesagt: Ja, wir erleben dass genau das passiert, aber leider nur vereinzelt.

 

Es findet jedes Mal ein Fest im Himmel statt, wenn ein Mensch umkehrt und einen Neubeginn macht mit Gott. Aber dieser Neubeginn (Bekehrung) ist erst die halbe Miete.

Unser Ziel ist auch nicht primär einen weiteren Gottesdienstbesucher zu haben, sondern einen Jünger Jesu. Jemand, der im Glauben wächst und wieder andere zu Jüngern macht. Das ist der Auftrag, den Jesus uns gegeben hat. (Mt 28 u.a.) Das gehört absolut dazu, wenn wir von „Freunden Gottes“ sprechen.

 

In diesem Bereich unseres Traumes gibt es durchaus noch Luft nach oben.

 

Vor etwa zwei Wochen gab es in Freistadt ein Treffen der Freikirchen, zu dem der Baumeister Franz Wimberger eingeladen hatte. Wer Franz kennt, weiß, dass sein Herz für die Evangelisation schlägt. Er hat uns erklärt, dass ein Unternehmen nur dann langfristig überleben kann, wenn es nicht starr an einer Strategie festhält, sondern immer wieder überprüft, wie erfolgreich der eingeschlagene Weg ist. Wenn etwas nicht mehr funktioniert, dann muss die Firma neue Wege suchen und diese auch gehen.

Das Gleiche gilt für unser Ziel, neue Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.

 

Natürlich ist die Herausforderung, Menschen zu gewinnen, sehr vielschichtig und nicht 1 zu 1 mit einer Firma und deren Zielen vergleichbar. Und eine Predigt ist der falsche Rahmen um über „bessere Strategien“ auszutauschen. Damit werden wir uns demnächst in der GL beschäftigen müssen.

Das worum es mir heute geht, ist uns alle sensibel für dieses Thema zu machen. Menschen zu Jüngern zu machen ist nicht etwas, das wir uns ausgesucht haben, damit wir wachsen und um groß und anerkannt zu werden. Alleine durch die Tatsache, dass wir der „Leib Christi“ sind, ist dieser Wunsch, andere in sein Königreich hinein zu lieben, in uns angelegt. Es ist diese DNA des Reiches Gottes, die Jesus selber in uns gepflanzt hat. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Tim 2,4)

Und deshalb können wir gar nicht anders, als dieses Ziel zu verfolgen, ob es so auf irgendeinem Papier steht, oder nicht.

 

Menschen zu Jüngern Jesu zu machen ist auch keine Sache, die man an ein paar „Auserwählte“ delegieren kann. Es ist keine Sache allein der Pastoren, oder der GL. Wenn du Jünger Jesu bist, ist es natürlich, dass du weitere Jünger hervorbringst. Jünger sein und Jünger machen gehört untrennbar zusammen.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Jünger machen ist ein Prozess, an dem viele Wegbegleiter, Lehrer, Hirten, Seelsorger und vor allem echte Freunde beteiligt sind. Wir brauchen einander, aber vor allem brauchen wir den Blick nach „außen“, um die Menschen zu finden und zu Jüngern zu machen, die Gott auerwählt hat.

 

Am 24. Juni findet der bereits traditionelle Linzer Gemeindetag statt. Als Gastsprecher konnten wir Johannes Reimer gewinnen. Sein Fachgebiet ist die „Missiologie“, also die Frage, wie wir in unserer Mission an das bestmögliche Ziel kommen. Der Titel seines aktuellen Buches lautet: „Familie – Zukunft der Kirche“. Er geht darin der Frage nach, was es für uns bedeutet, dass 9 von 10 lebendigen Christen durch ein Familienmitglied zum Glauben gekommen sind.

Auch wenn es mitunter sehr schwer ist, in der eigenen Familie über den Glauben etwas weiterzugeben, selbst für Jesus war das nicht einfach, so steckt gerade in dieser Herausforderung auch eine riesige Chance in diesen familiären Beziehungen ein Zeugnis zu sein.

 

Ich möchte mich in der nächsten Zeit, wieder verstärkt diesem Thema widmen, in verschiedenster Hinsicht: Im Gebet, in den Predigten, eventuell auch in gezielten Veranstaltungen, die das Ziel haben, die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen, mit dem Evangelium zu erreichen. Dass sie nicht nur davon hören, sondern betroffen und ergriffen sind, ihr Leben ändern und ihrerseits wieder zu Jüngermachern werden.

Es gibt eine große Ernte, auch bei uns im Mühlviertel.

 

Ich habe einen Traum, dass eines Tages, wir Christen im Mühlviertel keine unbeachtete und belächelte Minderheit mehr sind, sondern es so wie in Apg 2,47 von uns heißt: Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil der Herr viele Menschen rettete.