Ein Mann schenkt seiner Frau zum 25. Hochzeitstag eine Reise nach China.

Sie: „Danke, Schatz! Weißt du auch schon, was du mir zum 50. Hochzeitstag schenken wirst?“

Er: „Ja, da hole ich dich dann wieder ab!“

 

Eine Hochzeit ist immer etwas ganz Besonderes. Auch wenn es im vergangenen Jahr sehr viele davon gab, ist jede für sich ein Highlight. So auch gestern.

 

Früher war die Hochzeit das ultimative Ziel das zwei Menschen, die sich lieben, erreichen wollten.

Bsp.: Liebesfilme endeten bis in die 80er mit einer Hochzeit.

Früher musste man den Brautleuten sagen: Die Hochzeit ist nicht das Ziel eurer gemeinsamen Reise, sondern erst der offizielle Beginn.

Da gab es manches böses Erwachen, nachdem die erste Phase des verliebt seins vorbei war.

 

Heute, im Zeitalter der „Lebensabschnittspartner“ ist eine Hochzeit, von zwei Menschen, die wirklich einen Bund fürs Leben eingehen, und nicht nur ein schönes Fest feiern wollen, schon etwas Besonderes.

Christine und Johannes haben gestern vor Gott und vor Zeugen ein Versprechen über ihre Liebe und ihre lebenslange Treue, in guten, wie in schlechten Tagen abgegeben. Das ist ja wie gesagt heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Umso schöner ist es, wenn sich zwei Menschen auf diese Verpflichtung einlassen.

 

Das erste Wunder, von dem Johannes in seinem Evangelium berichtete, tat Jesus bei einer Hochzeit.

Die Hochzeiten in Israel waren Feste, die über mehrere Tage gingen. Viele Menschen waren eingeladen und feierten mit.

 

Jesus hatte ja den Ruf eines Partytigers.

Mt 11, 18-19: Johannes der Täufer trank keinen Wein und fastete oft, und nun sagt ihr von ihm, er sei von einem Dämon besessen.

Der Menschensohn trinkt und feiert, und von ihm sagt ihr: `Er ist ein Schlemmer und Säufer, und die schlimmsten Leute sind seine Freunde! ´

 

Die sogenannte „Matthäusparty“ ist ja sogar ein evangelistisches Konzept geworden. (Mt 9,10)

 

Joh 2,1-11

1 Zwei Tage später wurde in dem Dorf Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dort, 2 und auch Jesus hatte man mit seinen Jüngern eingeladen.

3 Als während des Festes der Wein ausging, sagte seine Mutter zu ihm: »Es ist kein Wein mehr da!«

4 Doch Jesus antwortete ihr: »Es ist nicht deine Sache, mir zu sagen, was ich tun soll! Meine Zeit ist noch nicht gekommen!«

5 Da sagte seine Mutter zu den Dienern: »Was immer er euch befiehlt, das tut!«

6 Nun gab es im Haus sechs steinerne Wasserkrüge. Man benutzte sie für die Waschungen, die das jüdische Gesetz verlangt. Jeder von ihnen fasste 80 bis 120 Liter.

7 Jesus forderte die Diener auf: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten die Gefäße bis zum Rand.

8 Dann ordnete er an: »Nun bringt dem Mann, der für das Festmahl verantwortlich ist, eine Kostprobe davon!« Die Diener befolgten seine Anweisungen.

9 Der Mann probierte das Wasser: Es war zu Wein geworden! Er wusste allerdings nicht, woher der Wein kam. Nur die Diener wussten Bescheid. Da rief er den Bräutigam zu sich 10 und hielt ihm vor: »Jeder bietet doch zuerst den besten Wein an! Und erst später, wenn die Gäste schon betrunken sind, kommt der billigere Wein auf den Tisch. Aber du hast den besten Wein bis jetzt zurückgehalten!«

11 So vollbrachte Jesus in dem Dorf Kana in Galiläa sein erstes Wunder. Er offenbarte damit zum ersten Mal seine göttliche Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

 

Wein steht in der Bibel für Freude. In Jes 16,10 wird beispielsweise berichtet, dass in Zeiten des Gerichts, die sonst üblichen Lieder und der Freudenjubel bei der Weinernte verstummt sind.

Auch bei dieser Hochzeit, zu der Jesus und seine Jünger eingeladen waren, gab es natürlich Wein zu trinken. Aber der ging aus. Peinlich für den Gastgeber. Unvorstellbar bei einer Hochzeit.

 

Mir geht es heute gar nicht so sehr um das Wunder an sich. Das für sich allein ist schon erstaunlich und führte, wie wir gerade gelesen haben dazu, dass seine Jünger an ihn glaubten.

Ich möchte auch nicht auf die Rolle Marias und den Umgang Jesu mit ihr eingehen. Auch das wäre eine eigene Predigt wert.

 

Ich möchte diesen Text heute aus einem ganz bestimmten Blickwinkel betrachten:

Diese Geschichte von der Hochzeit in Kana ist für mich ein ganz starkes Bild dafür, wie wir unser Leben in der Nachfolge Jesu sehen dürfen: Nämlich als Hochzeitsfest, genauer gesagt, als Zeit, in der wir uns auf „unsere“ Hochzeit freuen dürfen. Das Leben mit Jesus als Fest!

Auch wenn uns nicht jeden Tag nach feiern zumute ist, auch wenn es Herausforderungen gibt in der Nachfolge Christi, auch wenn wir nach wie vor noch unterwegs sind: Aber wir wissen, wohin wir unterwegs sind: Zu einer Hochzeit. Nicht nur zu irgendeiner Hochzeit von irgendjemanden, den wir kennen. Es ist unsere Hochzeit: Die Hochzeit Jesu mit seiner Braut!

 

Davon lesen wir in Off 19, 6-9

Da dürfen wir mit Johannes einen Blick in den Himmel werfen. Er berichtet:

6 Und wieder hörte ich viele Stimmen wie von einer großen Menschenmenge: gewaltig wie das Tosen einer mächtigen Brandung und wie lautes Donnergrollen. Sie riefen: »Halleluja – lobt den Herrn! Denn der allmächtige Gott, unser Herr, hat seine Herrschaft angetreten.

7 Wir wollen uns freuen, jubeln und Gott ehren. Jetzt ist der große Hochzeitstag des Lammes gekommen; seine Braut hat sich dafür bereitgemacht!

8 In reines, strahlend weißes Leinen durfte sie sich kleiden.« Das Leinen ist ein Bild für die gerechten Taten der Menschen, die zu Gott gehören.

9 Dann befahl mir der Engel: »Schreib: ›Glücklich, wer zum Hochzeitsfest des Lammes eingeladen ist!‹«

 

Wie Franz immer wieder gerne sagt, ist die Vorfreude die längste Freude. Diese Vorfreude prägt unseren Alltag, unser Leben und trägt uns durch die Zeiten, in denen uns gerade nicht nach Feiern zumute ist.

 

Gestern durften wir uns mitfreuen mit dem Brautpaar, aber die eigene Hochzeit zu erleben, ist noch einmal ganz etwas anderes.

Ich erinnere mich immer wieder gern an meine eigene Hochzeit mit Sabine zurück. Und ich kann mich noch ganz genau an die Freude erinnern, als meine Braut von ihrem Vater zu mir geführt wurde und wir dann gemeinsam den Bund fürs Leben eingegangen sind. Das war, neben der Geburt meiner Kinder und vielleicht meiner persönlichen Berufung zum Dienst, eines der prägendsten und schönsten Momente meines Lebens.

 

Und ich darf noch einmal heiraten; ich bin auch Teil der Braut Christi, die er zu sich holt, am Ende der Zeit.

 

Nicht nur wir dürfen in dieser Vorfreude leben, auch unser Bräutigam Jesus kann es kaum noch erwarten, dass wir mit ihm ganz vereinet sein werden.

 

Diese Woche hat der Firestarters Kurs angefangen und ich durfte am ersten Abend dabei sein. Danke Erika, du machst diesen Kurs sehr gut!

In der ersten Lektion haben wir da gelernt, dass Gott sich total über uns freut! Jedes Mal, wenn er uns sieht, ist er voller Freude und er genießt jeden Moment, in dem wir mit ihm zusammen sind.

Du bist der Grund dafür, dass sich Gott freut! Ist das nicht wunderbar!

Beim Lied „Oh happy day” heißt es am Schluss: He‘s rejoicing everyday!

 

Mit dieser Freude will und kann er dich anstecken. Er gibt dir, im übertragenen Sinn nicht nur Wasser (das was nötig ist zum Überleben), sondern Wein (Getränk der Freude) zu trinken.

Gott macht bis heute ständig aus Wasser Wein – bei jedem Weinstock.

Damals hat er diesen Prozess einfach nur ein wenig beschleunigt. ☺

 

Gott kann aber auch dein „Wasser“, deinen Alltag, das was uns als „gewöhnlich“ erscheint, zu „Wein“, zu etwas Besonderem machen. Du darfst mit all deinem Mangel zu ihm kommen, er kann jeden Mangel in Überfluss verwandeln, und er tut das auch gerne.

Sein „Wein“ übertrifft sogar unsere Erwartungen.

Der Wein, den Jesus machte, war noch besser, als der sicher ohnehin schon vorzügliche Hochzeitswein in Kana.

 

Ich spreche jetzt nicht davon, dass wir in schwierigen Zeiten unseren Schmerz mit einem Grinsen übertünchen müssen und so tun als ob es uns eh gut geht, obwohl es tief in uns drin anders aussieht. Gott hasst ja kaum etwas so sehr wie Heuchelei.

Was ich aber meine, ist dass wir als Christen eine positive Grundstimmung in uns tragen dürfen, die immer und in jeder Situation damit rechnet, dass Gottes Güte uns erreicht. Dass es gerade auch in schweren Stunden eine Hoffnung gibt, die sogar über den Tod hinausgeht. Und dieses Wissen, von dem Paulus in Röm 8,28 spricht, darf buchstäblich in uns leben: Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten.

 

Hast du diesen Satz für dich schon einmal durchbuchstabiert, was das bedeutet?

Wenn du von diesem Wissen der Güte Gottes noch nicht durchdrungen bist, rate ich dir das ganze Kapitel 8 im Römerbrief zu meditieren, nicht nur einfach zu lesen. Sondern grab dich tief hinein, kaue es so richtig. Lerne es vielleicht sogar auswendig.

Es beschreibt dieses Leben in der Vorfreude auf das Hochzeitsfest, zu dem wir als Jünger Jesu eingeladen sind. Dieses Kap 8 im Römerbrief beschreibt das, was für einen geistlichen Menschen „normal“ ist.

 

Und ich bin überzeugt, dass so ein Leben, das von der Güte, der Liebe und der Freude Christi überfließt, die beste Evangelisationsmethode überhaupt ist. So ein Leben ist nämlich hochgradig ansteckend im positivsten Sinn des Wortes.

 

Ich träume davon, dass unsere Gemeinde dafür bekannt ist, dass wir mit dieser Freude, mit dieser Hoffnung und mit dieser Liebe gefüllt sind. Dass es nicht nur Worte sind, sondern erlebbare Realität. Wir sind da schon auf einem guten Weg, aber es darf noch mehr werden.

Und ich träume davon, dass wir nicht nur in St. Martin dafür bekannt sind, sondern im ganzen Mühlviertel und weit darüber hinaus.

Denn dazu hat Gott uns berufen und dazu befähigt uns der HG.