Vorletzte Woche hat Josef eine sehr gute Predigt über die Gesinnung Christi gehalten. Wir sind ja in einer Predigtserie über das „Verwandelt werden in das Ebenbild Christi“. Dazu ist es notwendig, dass wir den Sinn, oder die Gesinnung Christi zu unserer Gesinnung machen (lassen). Es ist ja nicht so, dass wir mit eigener Anstrengung so etwas unerreichbares leisten müssten oder auch könnten. Vielmehr ist es so, dass der HG, der in den Kinder Gottes wohnt, in uns das Wollen und das Vollbringen schenkt.

 

Ein Punkt bei Josef war, dass die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten uns bei dem Ziel, in das Bild Christi verwandelt zu werden, hilft.

Wir Menschen sehnen uns nach Gemeinschaft, nach Freunden, nach Menschen, die uns wohlgesonnen sind, uns annehmen, uns lieben usw.

Wenn ich von einem „Platz“ spreche, wo ich hingehöre und mich zuhause fühle, dann ist das in der Regel kein Platz im geographischen Sinn, sondern ein Umfeld von Menschen, unter denen ich mich wohl fühle.

Auch das hängt mit unserer Ebenbildlichkeit Gottes zusammen.

 

Gott ist zutiefst ein Beziehungswesen. Die Trinität war vor Anbeginn der Schöpfung da. Als er sagte: 1. Mo 1,26: „Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist“; spiegelt das die Gemeinschaft in Gott selbst, aber auch den Wunsch Gottes nach Gemeinschaft mit uns Menschen wieder.

 

Josef hat über den berühmten Text in Phil 2 gepredigt, den sogenannten „Christushymnus“:

6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,

10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

Paulus war nicht nur ein Mann, der große Worte schuf, er war auch sehr praktisch veranlagt. Es war ihm klar, dass alleine durch schöne Worte, sich im Leben seiner Zuhörer nur wenig ändern würde. Seine Briefe haben daher auch immer einen sehr praktischen Teil, mit ganz konkreten Hinweisen, wie beispielsweise diese Gesinnung Christi, auch in unserem Leben Realität wird.

Nach diesem Christushymnus folgen ein paar Aufforderungen und Ermutigungen, wie zum Beispiel bereits erwähnt: V13 Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

 

Dann gibt Paulus ein ganz praktisches Beispiel, indem er die Philipper, und damit auch uns heute Einblick in sein „Privatleben“ (Herz) gewährt.

 

Phil 2,19-30 (Hfa)

19 Im Vertrauen auf unseren Herrn Jesus hoffe ich, dass ich Timotheus bald zu euch schicken kann. Das würde auch mir neuen Mut geben, denn dann könnte er mir endlich berichten, wie es euch geht!

20 Mit niemandem bin ich so tief verbunden wie mit Timotheus, und kein anderer wird sich so aufrichtig um euch kümmern wie er.

21 Alle anderen beschäftigen sich mit ihren eigenen Angelegenheiten und nicht mit dem, was Jesus Christus will.

22 Aber ihr wisst ja selbst, wie zuverlässig Timotheus ist. Wie ein Kind seinem Vater hilft, so hat er sich mit mir für die rettende Botschaft eingesetzt.

23 Ich will ihn zu euch schicken, sobald ich weiß, wie es hier mit mir weitergeht.

24 Im Übrigen habe ich im Vertrauen auf den Herrn die feste Zuversicht, dass ich bald selbst zu euch kommen kann.

25 Ich hielt es für notwendig, Epaphroditus zu euch zurückzuschicken. Er hat mir eure Gaben überbracht und mir dadurch sehr geholfen. Nun, er ist mir wirklich ein Bruder, ein guter Mitarbeiter und Mitkämpfer geworden.

26 Inzwischen aber hat er große Sehnsucht nach euch allen. Es hat ihn sehr beunruhigt, dass ihr von seiner Krankheit erfahren habt.

27 Tatsächlich war er todkrank, aber Gott hatte Erbarmen mit ihm – und auch mit mir. Er wollte mir zusätzliche Trauer ersparen.

28 Jetzt soll Epaphroditus so schnell wie möglich zu euch zurückkehren. Ihr sollt ihn gesund wiedersehen und euch über ihn freuen. Dann werde auch ich eine Sorge weniger haben.

29 Nehmt ihn voller Freude als euren Bruder auf. Menschen wie ihn sollt ihr achten und ehren.

30 Denn mit seinem Einsatz für Christus riskierte er sein Leben. Weil ihr nichts für mich tun konntet, hat er mir an eurer Stelle geholfen und wäre dabei selbst fast gestorben.

 

 

Paulus beschreibt in diesem Abschnitt seine Beziehung zu zwei Männern: Timotheus und Epaphroditus.

Sie sind seine Freunde.

 

Freundschaft / Gute Beziehungen = Kern des Christseins.

 

Wenn Gott ganz am Anfang der Schöpfung feststellt: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei, (Gen 2,18) bezieht sich das nicht nur auf die Ehe. Das gilt ganz allgemein für uns Menschen.

 

Beziehungsdreieck:        Gott

Ich    Du

 

Durch den Sündenfall geschah ein Zerbruch der Beziehung(en)

Seither sind die Menschen wie zwei Stachelschweine, die versuchen sich gegenseitig zu wärmen.

 

Durch JC wurde die Mauer zwischen Gott und mir durchbrochen.

Jetzt wieder hergestellte Freundschaft möglich.

Eine Freundschaft ist in gewisser Hinsicht wichtiger als Ehe, weil sie ewig anhalten kann.

 

Woran erkennt man echte Freunde?

 

 

Echte Liebe:

 

Timotheus: griechisch aufgewachsen (Mutter Jüdin, Vater Grieche)

Durch Paulus zum Glauben gekommen.

1.Kor 4,17: … ich habe Timotheus zu euch geschickt. Als Christ ist er mein geliebtes Kind, und ich kann mich auf ihn verlassen.

Die beiden verband eine tiefe Vater-Sohn Freundschaft.

Reisebegleiter (Philippi), gemeinsame Briefe: 2.Kor: Paulus, …, und der Bruder Timotheus schreiben diesen Brief an die Gemeinde Gottes in Korinth …

Gemeinsam im Gefängnis (Häfenbrüder)

Manchmal schickte Paulus Tim als seinen Stellvertreter.

V 20: Mit niemand bin ich im Glauben so verbunden, wie mit Timotheus.

 

Wie kommt es zu solch „echter Liebe“?

Was zeichnet einen echten Freund aus?

Laut denken dürfen.

Ich darf so sein, wie ich bin, weil ich angenommen bin.

 

Echte Freunde kümmern sich nicht in erster Linie um sich selbst, sondern um den Anderen.

Laut Analyse in NY = das Wort „ich“ das am häufigsten verwendete Wort beim Telefonieren. (8x/Tel)

 

Selbstsucht = Kennzeichen und Fluch der Menschen, die nicht sich nicht mit Gott versöhnt haben. Das gilt nicht nur in unserer Zeit.

Paulus suchte die Freundschaft von zwei Männern, die anders waren, als die Umwelt.

Solche Menschen gibt es heute auch noch.

Auch du kannst so ein „anderer“ Mensch werden.

 

Wie gewinne ich Freunde?

Ansatz der Welt: Ich mache mich interessant: Make up, ausgefallenes Hobby, Porsche…

Studie: Du gewinnst in 2 Monaten mehr Freude, wenn du dich für andere interessierst, als in 2 Jahren, wenn du versuchst andere für dich zu interessieren!

 

Wenn du einen Freund finden willst, fang an ein Freund zu sein.

 

Freundschaft als Evangelisationsmethode? Das funktioniert nur, wenn die Freundschaft echt ist.

 

 

Echte Gemeinschaft:

 

Gemeinsame Interessen

Liebende werden meist sich gegenüberstehend dargestellt, aber Freunde meist nebeneinander. In einer Freundschaft geht es immer auch um etwas außerhalb der Beiden. Hobby, (Fußball) Vorliebe…

 

Unter Christen hat Gemeinschaft noch eine ganz andere Dimension:

„Die Freundschaften die ich geschlossen habe seit ich vor zwei Jahren Christ wurde sind viel enger und intensiver, als die Freundschaften mit den Menschen, die ich seit dreißig Jahren kenne.“

 

Es gibt diese 4 Ebenen der Gemeinschaft:

Diese gelten auch für die Gemeinde als Gemeinschaft:

  • Dazugehören
  • Teilen (Sorgen, Freuden, Leben, Güter)
  • Mitarbeiten
  • Geschwister vor ganzem Herzen lieben

 

 

Nicht Fußball, Briefmarken oder Gartenzwerge sind die gemeinsame Mitte, auch nicht die gemeinsame Mission, sondern die Liebe zu Jesus selbst. Unsere Gemeinsame Mitte ist eine Person, keine Sache!

 

Deshalb kann es Gemeinschaft nie um sich selbst willen geben.

Aus der Gemeinschaft heraus folgt eine gemeinsame Vision.

Wenn die Gemeinschaft verloren geht, geht auch die Vision verloren.

Und umgekehrt!

 

Leider ist es in manchen Kirchen nicht gewünscht, dass der Pfarrer freundschaftliche Beziehungen zu seinen „Schäfchen“ pflegt. (Dadurch könnten sich andere benachteiligt fühlen.)

Aber im NT und Kirchengeschichte zeigt sich: Wenn enge Freundschaften zwischen den Leitern und der Gemeinde bestehen, ist das Fundament einer gesunden, lebendigen und wachsenden Gemeinde.

 

 

Echtes zusammenhalten (in Risiken und Kämpfen):

 

V 25: Epaphroditus = Freund, Mitarbeiter und Mitstreiter.

Gemeinsame Sympathie,

gemeinsame Arbeit,

gemeinsame Gefahren, Mühen und Leid.

 

In schweren Zeiten weißt du, wer deine Freunde sind.

Epaphroditus setzte sein Leben für Paulus ein. (V 30)

 

Das Leben als Christ ist nicht automatisch leicht, im Gegenteil.

Es gibt zwar heute andere Herausforderungen als die mit der die ersten Gemeinden. (Gefängnis, Folter, Tod…)

Heute: Ausgelacht, Verachtung (Spinner…)

Aber es ist heute genauso wichtig, einander in diesen Herausforderungen beistehen.

 

Epaphroditus war buchstäblich bereit sein Leben für Paulus einzusetzen.

V 30: Denn beim Einsatz für Christus wäre er fast zu Tode gekommen. Er hat sein Leben gewagt, um mir den Dienst zu leisten, den ihr selbst mir nicht leisten konntet.

 

JC (Joh 15,12-13):

Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe. Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde opfert.

 

Es gehört zu einer echten Freundschaft dazu, dass man, wenn es sein muss Risiken eingeht.

Bsp.: Jemand fällt in einen reißenden Fluss: Springst du nach?

Was ist, wenn dieser „Jemand“ dein Kind ist?

 

JC ist ein Risiko für seine Freunde eingegangen.

Er machte sich für seine Jünger verletzlich. Er war völlig offen mit ihnen, ließ sie in sein Herz schauen.

Joh 15,15

Ich nenne euch nicht mehr Diener; denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr nenne ich euch Freunde; denn ich habe euch alles gesagt, was ich von meinem Vater gehört habe.

 

Er wurde von ihnen, verraten, verleugnet und im Stich gelassen. Trotzdem ging er das Risiko ein.

 

Paradox: Wenn du gibst, wirst du bekommen.

Wenn du dein Leben riskierst, wirst du Freunde gewinnen.

 

„Normale“ Reihenfolge: Ich → Andere → Gott

Epaphroditus und Timotheus: Gott → Andere → Ich

  1. 29 Solchen Menschen müsst ihr Achtung entgegenbringen.

 

In Paulus, Tim & Epaphroditus haben wir Mensch vor uns, die dem Beispiel JC gefolgt sind und uns gezeigt haben, was Freundschaft wirklich bedeutet.

 

Wenn wir ihrem Beispiel folgen, dann passiert das ganz von selbst, wozu wir berufen sind: Wir spiegeln Jesus wieder. Er hat alles dafür getan, um dein Freund zu sein.