„Ich habe ein sehr höfliches Pferd!“ erzählt der Springreiter stolz.

„Immer wenn wir an ein Hindernis kommen, stoppt es und lässt mich zuerst hinüber.“

 

Jeder von euch kennt eine Stopptafel im Straßenverkehr. Manchmal brauchen wir auch im Leben eine Stopptafel. Dann, wenn unser Leben zur Routine geworden ist, und sich ein Tag an den Anderen reiht, ohne Lichtblick und Perspektive.

 

Wir Menschen sind als Ebenbild Gottes geschaffen. Gott ist unendlich kreativ und er liebt es, sinnbildlich aus Dreck, Gold zu machen.  Am Anfang der Bibel heißt es auch, dass Gott uns Menschen aus dem Staub der Erde formte.

Gen 2,7: Da nahm Gott, der Herr, Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.

Wir sind Staub. Alles, was wir an Nahrung zu uns nehmen, stammt direkt, oder zumindest indirekt vom Ackerboden. Und doch ist der Mensch mehr, als eine Ansammlung verschiedener Bodenbestandteile.

Aus dem Dreck der Erde, macht Gott Gold, solche Goldschätze wie euch! Durch seinen Lebensatem (Geist) wurden wir zu lebendigen Wesen, mehr noch, wir sind sein Ebenbild. In vielen Bereichen spiegeln wir die Schönheit, Weisheit, Stärke, aber auch die Kreativität und Schaffenskraft unseres Schöpfers wieder. Wir Menschen lieben es etwas zu bauen, zu kreieren und zu gestalten.

Die Erschaffung des Menschen war der Höhepunkt (Krone der Schöpfung), aber noch nicht der letzte Akt der Schöpfungsgeschichte.

 

Gen 2,2: Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk und ruhte von seiner Arbeit aus.

3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig, weil es der Tag war, an dem er sich von seiner Schöpfungsarbeit ausruhte.

 

Auch darin sind wir Gottes Ebenbild: Wir brauchen Ruhe. Wenn Gott sie braucht, um wieviel mehr dann wir.

 

Er gönnt uns die Ruhe, damit wir wieder gestärkt werden, auftanken und uns neu ausrichten können.

 

Er bietet uns an, in seine Ruhe zu kommen. In die Ruhe Gottes zu kommen ist eine Verheißung, die Gott bereits im AT macht und in Heb 4 noch einmal bekräftigt.

In die Ruhe Gottes zu kommen bedeutet, diesen „Shalom“, diesen tiefen inneren Frieden zu finden. Zu entdecken, dass ich nicht das bin, was ich leiste, sondern ich zu allererst ein geliebtes Kind Gottes bin. Gott freut sich über mich und mit mir. Er liebt es, mit uns einfach zusammen zu sein, miteinander zu reden, oder manchmal einfach nur nebeneinander zu gehen. Wir dürfen tief im inneren ganz neu erfahren, was es bedeutet, dass Gott da ist.

 

Mehr noch: Zur Ruhe kommen, feiern und in Gottes Gegenwart kommen (Gottesdienst) sind ein Vorgeschmack auf den Himmel.

Deshalb ist der Godi auch keine Sonntagspflicht, der man als braver Christ halt nachkommt, sondern immer wieder neu eine Gelegenheit in Gottes Nähe und in seine Ruhe zu kommen um von ihm verändert, erneuert und gestärkt zu werden. Dir entgeht etwas, wenn du nicht da bist.

 

In der Bibel gibt es aber nicht nur den Sabbattag, sondern auch das Sabbatjahr.

  1. Mo 25,2: `Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, soll auch das Land selbst einen Sabbat für den Herrn einhalten.

3 Sechs Jahre lang dürft ihr eure Felder bestellen, eure Weinberge beschneiden und eure Ernte einbringen.

4 Im siebten Jahr aber soll das Land ein Sabbatjahr – eine Ruhezeit für den Herrn – haben. Während dieses Jahres sollt ihr nichts aussäen und eure Weinberge nicht beschneiden.

5 Bringt keine Ernte von dem ein, was von selbst wächst, und lest auch keine Trauben, die an euren unbeschnittenen Weinstöcken wachsen. Das Land soll ein Jahr Ruhezeit haben.

6 Was während des Sabbatjahres von selbst in eurem Land wächst, soll euch, euren Sklaven und Sklavinnen, euren Tagelöhnern und allen Ausländern, die bei euch leben, zur Nahrung dienen.

7 Auch euer Vieh und die wilden Tiere, die in eurem Land leben, sollen sich davon ernähren.

 

Die Frage, die sich da aufdrängt heißt: Geht das überhaupt? Ist dann genug für alle da? Auf diese Frage möchte ich später eingehen.

 

 

Sabbat bedeutet wörtlich „aufhören“. Die Tradition des Sabbats begann für die Israeliten, als Gott sie aus Ägypten, aus der Sklaverei befreite und für sie, dieser schlimme Abschnitt aufhörte. Sie konnten damit aufhören, jeden Tag Ziegel herstellen zu müssen, die sie selbst nicht brauchten, weil sie ja Fremdlinge in diesem Land waren. Sie konnten damit aufhören, für andere schuften zu müssen. Das Joch der Sklaverei hörte auf. Deshalb gab Gott ihnen diese Kultur des „Aufhörens“. Jeden siebten Tag und auch jedes siebte Jahr sollten sie mit der Arbeit aufhören und zur Ruhe, bzw. in Gottes Gegenwart kommen. Das war für sie ein Lernprozess.

 

Ganz am Anfang, in der Zeit der Wüstenwanderung kämpften sie jeden Tag ums Überleben. Gott versorgte sie mit „Manna“. Er gab ihnen jeden Tag genau die Menge, die sie brauchten. So ist es auch mit Gott heute. Er gibt dir heute das, was du brauchst. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Aber am Freitag (Tag vor dem Sabbat) schenkte Gott die doppelte Menge an Manna. Normalerweise hielt sich dieses Manna nur einen Tag, am nächsten Tag war es verdorben. Nicht so beim Manna, das die Israeliten für den Sabbat sammeln sollten. Es hielt sich den ganzen nächsten Tag. Auf diese Weise lernten die Israeliten, dass Gott absolut vertrauenswürdig ist und dass ich mich auf ihn verlassen kann.

 

Und auch beim Sabbatjahr war es so, dass es genug gab, auch wenn nicht extra dafür gearbeitet werden musste. Die Botschaft, die die Israeliten damals, und auch wir heute lernen mussten ist, dass es nicht an unserer Leistung liegt, ob wir „genug“ haben und ob unser Leben gelingt, sondern es einzig und allein an Gottes Segen liegt. Wenn Gott segnet, und das tut er gerne, dann gibt es dieses „Genug“ für alle unsere Lebensbereiche, aber wenn wir uns Gottes Segen entziehen, dann können wir uns noch so sehr anstrengen, es wird nie „Genug“ sein. Es wird immer etwas fehlen.

 

Nachdem Gott den Israeliten die Gebote gegeben hatte, stellte er sie vor die Wahl:5. Mo 11:

26 Nun müsst ihr euch entscheiden: Wählt zwischen Segen und Fluch!

27 Der HERR, euer Gott, wird euch segnen, wenn ihr auf seine Gebote achtet.

28 Doch sein Fluch trifft euch, wenn ihr nicht darauf hört, sondern vom Weg abweicht, den ich euch heute zeige,

 

Gott drängt sich nie auf. Die Liebe beinhaltet immer die Freiheit, sich auch dagegen zu entscheiden.

Sowie alle anderen Gebote, ist auch das Sabbatgebot nicht dazu gegeben, unser Leben in Schranken zu weisen oder Kontrolle auszuüben, sondern es dient dem Leben. Gott will, dass wir in die Fülle seines Segens kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, heißt es auch für uns, immer wieder „aufzuhören“, die Stopptaste zu drücken und Sabbat zu machen. Darauf zu vertrauen, dass Gott das vervollständigt, was ich nicht (mehr) leisten kann.

 

 

Mir persönlich geht es so, dass ich nach diesem Arbeitsjahr einfach müde bin. Es war ein tolles Jahr, indem wir alle gewachsen sind, aber es war auch ein Jahr mit mancher Herausforderung. Ich habe gegeben, was ich geben konnte um euch geistliche zu „füttern“, aber ich merke, dass ich jetzt eine Sabbatzeit brauche, um meine Batterien wieder aufzuladen. Ich freue mich, dass ich mich mit ruhigen Gewissen in den Urlaub verabschieden kann, auch deshalb, weil Karin und Martin im August zwei Gottesdienste gestalten werden und dadurch kein Sommerloch entsteht.

 

Ich möchte die Zeit nutzen, um viele persönliche, tiefe, reinigende und auferbauende Begegnungen mit unserem himmlischen Vater zu haben, ohne gleichzeitig an die nächste Predigt denken zu müssen. Es ist für mich nicht leicht einfach „nur“ ein Kind Gottes zu sein. Meist bin ich gleichzeitig auch in meiner Aufgabe als Arbeiter im Reich Gottes beim Vater.

 

Ich will auch für mich ganz neu entdecken, was es heißt Ruhe zu finden. Die Gottesruhe, von der die Bibel spricht.

Jesus lädt uns alle ein: Mt 11,28: Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.

Diesen Satz werde ich in meinen „Urlaubsrucksack“ einpacken und jeden Tag hervorholen um herausfinden, was er für mich ganz persönlich bedeutet.

 

 

Auch euch möchte ich dazu ermutigen, in dieser bevorstehenden Urlaubszeit nicht Urlaub von Gott, sondern Urlaub mit Gott zu machen. Deine Beziehung mit Gott ist ja hoffentlich keine Sonntagsbeziehung, sondern wird jeden Tag der Woche gelebt. Wenn du arbeitest, aber auch wenn du im Urlaub bist. Gerade im Urlaub ja man ja die Gelegenheit mehr Zeit mit den Personen zu verbringen, die man liebt.

Genieße es, den Tag mit einem ausgedehnten geistlichen Frühstück, mit einer doppelten Portion Bibellese und Gebet zu beginnen, ohne dabei auf die Uhr schauen zu müssen. Nimm dir Zeit, mit deinem Partner, deinen Kindern und deinen Freunden ausführlich über deine Erlebnisse mit Gott auszutauschen.

Lass dein Herz wieder ganz neu mit seiner heilenden Gegenwart, Freude und Liebe füllen.

 

Es ist so wichtig und es tut so gut zur Ruhe zu kommen.

Und da Sabbat „aufhören“ bedeutet, höre ich jetzt mit meiner Predigt auf. 😊