Intro:
Vor einiger Zeit (Bild 1) war ich Mitglied bei den „Wolf Cubs“ („Wölflinge“ / „Wolfsjungen“ = Juniorzweig der Boy Scouts bzw. Pfadfinder).
Aufgebaut in Anlehnung an das Dschungelbuch vom Anglo-Indischen Kolonialautor Rudyard Kipling – ihr kennt sicher alle den Disney-Film (Bild 2) davon.
Ortsgruppe = „Rudel“ und der Gruppenleiter oder „Rudelsführer“ hieß – wie der Leitwolf im Dschungelbuch – „Akela“.
Verschiedene exzentrische Gruppenrituale und „Geheimrufe“:
AKELA: „Pack – Pack – Pack!“ („Pack“ = „Rudel“). Alle Wölflinge mußten sofort gelaufen kommen und einen Kreis um die Akela bilden.
Bes. in Erinnerung geblieben: Geschichte von unserer „Akela“, warum wir bei „Pack-Pack-Pack“ immer sofort folgen müssen (anderes Wölflingsrudel am Strand in South Wales, Felsen fingen an, von den Klippen zu fallen, diesen Wolf Cubs ist nichts passiert).

Teil 1:
An der Anekdote habt ihr’s vielleicht erraten: es geht heute in der Predigt um Gehorsam.
Flashback zu heute vor einer Woche auf AE in Wien (Bild 2a): Wer nicht da war hat es sicher in den Medien erfahren, wie Evangelist Ben Fitzgerald Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz gesegnet hat. Was meist nicht in den Medien stand: es war offensichtlich spontan, und wie wir wissen auf eine plötzliche Eingebung vom HG hin. Meiner Meinung nach ist Ben einfach gehorsam gewesen.
Für die säkularen Medienkommentatoren und manche Politiker, die über Kurz, Fitzgerald und die Freikirchen im allgemeinen so bissig hergezogen sind, wäre mein Predigtthema ein gefundenes Fressen: „Gehorsam! Da haben wir’s wieder – Sekte! Gehirnwäsche! Bevormundung! Unterdrückung“!
Sogar unter uns Christen hat das Thema manchmal einen unangenehmen Beigeschmack. Zu oft sind wir in der Geschichte und vielleicht in unserer eigenen Vergangenheit irregeführt und unser Vertrauen mißbraucht worden. Wenn Gehorsam von mißbräuchlichen Autoritätspersonen gefordert wurde. Oder von einer Institution, einer Organisation, einer Religion oder einem Staat. Von Menschen, also, denen die eigenen Interessen viel wichtiger waren, als deine und meine.
Das ist bei Gott anders. Er ist ein guter Vater, der Inbegriff des Guten. “You’re a good, good Father – that’s who you are!” singen wir. Sein Wille für uns ist gut! Ich hoffe, du siehst und erlebst das auch so. Oder gehörst du noch zu denen, die Vater/Sohn/HG als den großen himmlischen Spaßverderber sehen? Als den fernen, unnahbaren, unerbittlichen Gott, der dich immer einschränken und um all die guten und lustigen Dinge im Leben bringen will? Dann melde dich an zu einem SOZO und laß dein Gottesbild von Ihm persönlich korrigieren. Wir vom SOZO-Team erleben immer wieder, wie Er das in den SOZOs macht und sich Menschen zeigt, wie Er wirklich ist.
Gesundes Gehorsam setzt Vertrauen voraus. Wenn du Gott noch nicht wirklich vertraust, wird dein Gehorsam eine trockene, widerwillige oder zumindest halbherzige Sache sein. Oder erst gar kein Gehorsam. Die Israeliten in der Wildnis (nachdem Gott sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat) haben gemurrt und gemeckert und nicht gefolgt, weil sie Gott trotz allem nicht vertraut haben. Habt ihr übrigens gewußt, daß Murren und Meckern eine ganz schwere Sünde gegen Gott ist? Wenn wir das tun, brüskieren und beleidigen wir Seinen Charakter! Wieso? Weil unser Murren voraussetzt, daß wir besser wissen, als Er, wie es längsgehen sollte. Auch, weil Murren immer hinterrücks geht, statt das wir so gerade und ehrlich sind und unsere Klage direkt zu Ihm bringen. Die ganze Geschichte kannst du im 4. Mose Kap. 14 lesen; der Psalmist König David bezieht sich darauf in Psalm 95 (V. 7b-11).
(Folie 3) 7b Würdet ihr doch heute auf Seine Stimme hören! 8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, wie in der Wüste am Tag von Massa! 9 Dort haben eure Väter mich versucht, sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen. 10 Vierzig Jahre war mir dieses Geschlecht zuwider und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht, sie kennen meine Wege nicht. (Anm.: sie waren also ungehorsam). 11 Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Niemals sollen sie in das verheißene Land kommen, nie die Ruhe finden, die ich ihnen geben wollte!
Sie dachten, Gott bringt sie um etwas, wenn sie ihm gehorsam sind. Aber das Gegenteil war der Fall: durch ihr Ungehorsam konnte ihnen Gott noch nicht all das anvertrauen, was Er für sie vorhatte. Sie haben sich selbst um etwas gebracht: um den „Rast“ und die Ruhe vom Gelobten Land.
Bei dir und mir heute ist es nicht anders. Gott ist gut und sein Wille für uns ist gut. Darum: wenn wir im Reich Gottes Gehorsam ablehnen, bringen wir uns selber um etwas Gutes, was unser Himmlischer Papa für uns vorhat und worauf Er uns vorbereiten möchte. Wenn du nie zur Ruhe findest und einfach nicht in deinen „Rast“ hineinkommst – könnte es mit Gehorsam bzw. eigentlich Ungehorsam in deinem Leben zu tun haben? Vielleicht Zeit, wieder einmal zum SOZO zu kommen und den HG bei dir „unter der Motorhaube“ werken zu lassen? Frage Ihn, wie das bei dir ist.

Teil 2:
„Schön und gut, Martin“, höre ich euch jetzt denken, „aber was heißt diese ganze Sache mit Gehorsam für mich und wie soll ich das jemals schaffen? Es steht so viel in der Bibel, was ich tun und lassen sollte, das kann ich mir nicht einmal alles merken, geschweige denn in die Tat umsetzen!“
Ja – irgendwie stimmt dieser Einwand. Aber was wäre, wenn wir dieses „Gehorsam“ falsch verstehen; zu menschlich, zu gesetzlich verstehen? Was sagt Jesus dazu? (Das sollte überhaupt immer das Ausschlaggebende sein).
In Joh.15:9-11 (Folie 4) sagt Er: „9 Ich habe euch genauso geliebt, wie der Vater mich geliebt hat. Bleibt in meiner Liebe. 10 Wenn ihr mir gehorcht, bleibt ihr in meiner Liebe, genauso wie ich meinem Vater gehorche und in seiner Liebe bleibe. 11 Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt.“
Und ein Kapitel vorher in Joh.14:23 sagt Er (Folie 5): „Wer mich liebt, wird tun, was ich sage. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“
Wir haben einmal eine witzige Situation miterlebt, wo ein koptischer Christ aus Ägypten und ein junger Mann aus Ostafrika mit uns im Auto mitgefahren sind. Im Gespräch mit dem Ostafrikaner kommt der ägyptischer Christ drauf, daß sein Gesprächspartner eigentlich aus einem moslemischen Hintergrund kommt und noch kein Christ ist! Sofort schaltet er auf Evangelisations-Turbomodus hoch und redet eindringlich auf den Ostafrikaner ein: “Now you listen to me! You have to understand – Christianity is about love! Remember – it’s about love!”
Die Art war vielleicht nicht ganz angebracht, aber als Versuch, unseren Glauben in wenig Worte zu verpacken, war das gar nicht so schlecht, finde ich!
Ja – es geht um die Liebe. Um die größte und vollkommenste Liebe, die es jemals gab und die es jemals geben wird. Um die Liebe des Himmlischen Vaters für uns, Seine Kinder, in Jesus Christus. Und um die Liebesantwort unserer Herzen auf Seine Liebe zu uns.
Und auch bei Gehorsam geht es um die Liebe. Um Gehorsam als Teil unserer Liebesantwort auf Seine Liebe und Güte zu uns. Jesus hat diese innige Verbindung zwischen Liebe und Gehorsam klipp-und-klar gemacht – wie wir z.B. in den beiden Bibelstellen aus dem Johannesevangelium gesehen haben.
Gehorsam ist nicht etwas, was wir „tun“, um Seine Liebe (oder mehr von Seiner Liebe) irgendwie zu bewirken oder zu verdienen. Das geht gar nicht. Seine Liebe ist unverdient und geschenkt. Freiwillig. Nicht käuflich. (Ein bißchen wie eine Rot-Kreuz-Jacke?) Gehorsam ist etwas, was aus unserer Liebe zu Ihm herauskommt, was aus einem verwandelten, dankbaren, Christus-erfüllten Herzen einfach resultiert.

Teil 3:
Aber was ist denn Gehorsam in Gottes Reich – und was ist es nicht? Seine Liebe zu haben, d.h. in einer Liebesbeziehung zu Gott zu stehen, aber ohne Gehorsam – das geht gar nicht. Ungehorsam heißt nicht, daß du dich weigerst, oder es einfach nicht schaffst, pflichtbewußt eine nie-enden-wollende fromme „To-Do“-Liste abzuarbeiten. Nein, Ungehorsam ist, wenn du dich weigerst, in einer Liebesbeziehung zum Vater/Sohn/HG zu stehen. Wenn du dich weigerst, eine Beziehung von Gnade, Barmherzigkeit und Gehorsam mit dem König der Könige einzugehen. Es geht hier also nicht in erster Linie um das, was du tust oder nicht tust; es geht vielmehr darum, wer du in deinem Herzen bist.
Wozu Gehorsam überhaupt? Was bezweckt Gott damit? Was hat Er davon? Bestimmt nicht, daß es Ihm ein Bauchkitzeln gibt, wenn wir recht untertänig sind und uns für Ihn abstrampeln und hoffen, wir haben damit ein paar mehr Bravsein-Punkte bei Ihm gesammelt. (Like Wolf-Cub badges!) Er hat für uns nur Gutes im Sinn (Jeremiah 29:11 – „Gedanken des Friedens und nicht des Leides“). Er will, daß wir reifen, Frucht tragen, in die Bestimmung kommen, die Er für uns vorgesehen und vorbereitet hat. Daß wir physisch, geistig und geistlich wachsen.
Damit ein Kind physisch, also körperlich wächst, braucht es Nahrung und Zeit: ca. 18 Jahre von der Geburt bis zum ausgewachsenen Erwachsenen. Und geistiges Wachstum geht nur mit Lernen. Ein 10-Jähriger, der viel gelernt hat, ist einem 30-Jährigen, der gar nichts gelernt hat, geistig weit voraus. Aber geistliches Wachstum hat mit Zeitablauf gar nichts zu tun. Es gibt Menschen, die erst seit 1 Jahr Christ sind, die geistlich viel reifer sind, als Leute, die seit Jahrzehnten Christ sind. Und geistliche Reife hat auch nicht mit Kopflernen zu tun – denkt daran, daß die Pharisäer stundenlang aus dem Alten Testament auswendig zitieren konnten, aber den Messias haben sie nicht einmal erkannt, als er direkt vor ihren eigenen Augen stand!
Nein, geistliches Wachstum und geistliche Reife haben mit Gehorsam zu tun! Wenn wir in Gehorsam auf Gottes Wort antworten, besonders wenn die Zeiten schwierig sind, dann reifen wir. Wir wachsen charakterlich, also in unserem Charakter, wenn wir inmitten unserer Schwierigkeiten Gottes Wort nicht nur empfangen sondern auch praktisch anwenden. Gott gibt uns immer wieder Gelegenheiten, das, was wir gelernt haben, auch anzuwenden. Auch Jesus selbst hat auf diese Weise Gehorsam gelernt, wie wir im Hebr.5:8 lesen:
(Folie 6) „Allerdings blieb es selbst ihm, dem Sohn Gottes, nicht erspart, durch Leiden zu lernen, was es bedeutet, gehorsam zu sein.“

Teil 4:
„Brüder, was sollen wir tun?“ fragen die bestürzten Zuhörer nach Petrus’ Pfingstpredigt in Apg. 2:37. Ja, wo anfangen?
1. Als erstes: Prüfe dein Herz. Wem (oder was) gehörst du? Wenn das etwas anderes ist, als dem Herrn Jesus Christus, dann mache es fix mit Ihm, denn nur in Ihm ist Rettung und Heilung und ewiges Leben. Zögere nicht, komm gleich nach vorne zu unserem Gebetsteam nach dem GD und übergib dein Leben Jesus Christus!
2. Lerne Jesus immer besser kennen und lieben. Je mehr du Ihn anschaust und zu Ihm schaust und dich von Ihm leiten und prägen läßt, desto mehr wirst du Ihm ähnlich und die Dinge wollen, die Er will. Somit wird das Gehorsam immer „natürlicher“. Nähre deinen Geist mit Seinem Wort. Je mehr du davon aufnimmst, desto mehr davon kannst du aufnehmen. Im Hebr. 6:7 steht (Folie 7), daß Gott den Boden segnet, der den Regen aufsaugt, der oft auf ihn fällt, indem dieser Boden Frucht hervorbringt. Erinnert ihr euch noch an die Stelle wo es heißt „verhärtet euer Herz nicht“? Wenn du deinen Geist, dein Herz, nicht mit Gottes Wort ernährst, wird es nicht schreien (so wie dein Körper, wenn du den nicht ernährst), sondern es verstummt und allmählich vertrocknet es und verhärtet sich. Es kann nur ein erweichtes Herz diesen Regen aufnehmen, und nur ein Herz, auf das der Regen von Gottes Wort oft fällt, wird weich und bleibt weich.
3. In Psalm 128:1 steht (Folie 8), daß alle gesegnet sind, die den Herrn fürchten und im Gehorsam auf Seinen Wegen gehen. Fordert dich Gott auf, etwas bestimmtes zu tun? Vielleicht schon länger? Tue es, und tue es ganz. Dein Gehorsam Gott gegenüber wird die Türen Seines Segens aufmachen und dich für das vorbereiten und befähigen, was Er für dich bereithält. Laß es dir persönlich von Ihm sagen: manchmal verlangt Jesus eben verschiedene Gehorsamsschritte von verschiedenen Menschen. Vom Reichen Jüngling in Matt.19, der Geld als Götzen anbetete, hat Er verlangt, daß er alles verkauft und aufgibt; von anderen gut situierten Menschen, so wie seinen Freunden Lazarus und dessen Schwestern in Bethanien, wo Er oft zu Gast war, hat Er das nicht verlangt. Von manchen verlangt Er den völligen Verzicht auf z.B. Alkohol- oder Fernsehkonsum; von anderen nicht. Frage Ihn ernsthaft und im Vertrauen, und vertraue Ihm, daß Er es dir sagt! Auch hier, wenn du unsicher bist, kann ein SOZO recht hilfreich sein.
4. Sprüche 3:5 (Folie 9): „Vertraue von ganzem Herzen auf den Herrn und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“
Je mehr und je selbstverständlicher und entspannter wir Gott vertrauen, desto leichter und natürlicher werden wir Ihm gehorsam sein können.

Schluß:
(Folie 10) “Trust and obey, for there’s no other way to be happy in Jesus but to trust and obey”
(Persönliche Worte zu diesem Gemeindelied aus meiner Kindheit – bringt alles auf den Punkt).

Amen