Es gibt eine lange Dürreperiode.
Der Pastor ruft die Gemeinde zusammen um für Regen zu beten.
Er steigt auf seine Kanzel und schaut sich in der Gemeinde um. Nach und nach wird sein Blick zorniger.
Dann sagt er: „Ihr Ungläubigen, wo sind eure Regenschirme?“

Unser Überthema für dieses Jahr lautet: Geschichten aus der Bibel.
Ich möchte euch heute die biblische Geschichte einer besonderen Gebetserhörung erzählen.
Samuel war einer der ganz großen Männer Gottes im AT. Er war der letzte Richter Israels (erklären) und er war der, der die ersten beiden Könige Israels (Saus und David) für ihr Amt salbte. Samuel war also so etwas wie das Bindeglied zwischen zwei Epochen in der Geschichte Israels.
Dass es diesen Samuel überhaupt gab, verdanken wir dem Gebet seiner Mutter.

1. Sam 1 Anfang erzählen.

10 Hanna war ganz verzweifelt. Unter Tränen betete sie zum HERRN und machte ein Gelübde. Sie sagte: 11 »HERR, du Herrscher der Welt, sieh doch meine Schande und hilf mir! Vergiss mich nicht und schenk mir einen Sohn! Ich verspreche dir dafür, dass er dir sein ganzes Leben lang gehören soll; und sein Haar soll niemals geschnitten werden.«
12 Hanna betete lange, und Eli beobachtete sie. Er sah, wie sie die Lippen bewegte; 13 aber weil sie still für sich betete, konnte er nichts hören. Darum hielt er sie für betrunken.
14 »Wie lange willst du dich hier so aufführen?« fuhr er sie an. »Schlaf erst einmal deinen Rausch aus!«
15 »Nein, Herr«, erwiderte Hanna, »ich habe nichts getrunken; ich bin nur unglücklich und habe dem HERRN mein Herz ausgeschüttet.
16 Denk nicht so schlecht von mir! Ich habe großen Kummer, ich bin ganz verzweifelt. Deshalb habe ich hier so lange gebetet.«
17 »Geh in Frieden«, sagte Eli zu ihr, »der Gott Israels wird deine Bitte erfüllen.«
18 Hanna verabschiedete sich und ging weg. Sie aß wieder und war nicht mehr traurig.
19 Am nächsten Morgen standen Elkana und seine Familie früh auf, beteten noch einmal im Heiligtum des HERRN und kehrten dann heim nach Rama.
Als Elkana das nächste Mal mit Hanna schlief, erhörte der HERR ihr Gebet.
20 Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Sie sagte: »Ich habe ihn vom HERRN erbeten« und nannte ihn deshalb Samuel.

Es war also ein Gebet, dass dazu führte, dass es diesen besonderen Mann Gottes in Israel gab. Diesem Gebet vorangegangen ist ein tiefer Schmerz.
Der Lebenszweck einer Frau in dieser Zeit und in dieser Kultur war es, Kinder zur Welt zu bringen. Wenn eine Frau, diese ihre ureigenste Bestimmung nicht erfüllen konnte, aus welchem Grund auch immer, galt sie als wertlos und fühlte sich auch so.
Das ist vielleicht so zu vergleichen, wie wenn Usain Bolt plötzlich querschnittgelähmt werden würde.

Schmerz und Leid sind Dinge, die jeder von uns kennt, der eine mehr, der andere weniger. Probleme, Herausforderungen, Niederlagen, ja selbst der Tod gehört zu unserem Leben dazu.
Wie reagierst du auf Schmerz? Wie gehst du damit um, wenn Dinge nicht so laufen, wie du es dir wünscht? Was tust du, wenn du dich Herausforderungen gegenüber siehst, die du selber nicht lösen kannst?

Hanna suchte und fand ihr Heil im Gebet.
Es gibt Situationen, da fangen sogar Atheisten zu beten an. (Witz vom Busfahrer, der in den Himmel kommt)
Wie viel mehr sollten wir diese Möglichkeit nutzen, die uns der Vater gibt. Das Gebet hat eine große Verheißung:
• Mt 21,22: Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen.
• Mt 7,11: Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
• Mk 11,24: Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden.
• Joh 14,13: Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.
• Joh 16,24: Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.
• Jak 5,16: Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass in Teilen der Welt, in denen viel gebetet wird, Gott auch außergewöhnliche Dinge tut.
Natürlich wäre es verkehrt beim Gebet ein Leistungsdenken an den Tag zu legen, aber ich denke, dass unser aller Gebetsleben durchaus noch ausbaufähig ist.

Jesus hat in seiner schwersten Stunde seine Jünger gefragt: Könnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? (Mt 26,40)
1 Std. beten = nicht so leicht
„Ich habe keine Zeit“  Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich!
1 Std. fernsehen, radfahren, schlafen, Computer spielen…kein Problem!
1 Std. beten?
Gebet = Arbeit: Es geht nicht von selbst.

Eines der drei Säulen im Trafotreff ist das Gebet. Auch wenn wir nicht von einer Gebetserhörung zur nächsten eilen, so ist es doch toll mit zu erleben, was sich durch das Gebet im Leben derer tut, für die gebetet wird und auch im Leben derer, die beten. Gebet hat ja immer geistlichen Einfluss bei allen Beteiligten.

Manchmal geht es mir so, dass ich mir denke: Jetzt bete ich schon so lange für XY und es tut sich noch immer nichts.
Jesus fordert uns im Gleichnis von der bittenden Witwe in Lk 18 auf, im Gebet nicht nach zu lassen. Und er sagt am Schluss dieses Gleichnisses: Wird dann nicht Gott erst recht seinen Erwählten zu ihrem Recht verhelfen, wenn sie Tag und Nacht zu ihm schreien? Wird er sie etwa lange warten lassen? Ich sage euch: Er wird ihnen sehr schnell ihr Recht verschaffen.

Hannas Gebet kam direkt aus ihrem Herzen. Und das ist ein Schlüssel für Gebetserhörungen.
Was hat Gott dir ins Herz gelegt, was ist dein Herzenswunsch?

Vor zwei Wochen hab ich darüber geredet, dass wir ein ehrliches, aufrichtiges Herz vor Gott brauchen. Mit einem ehrlichen Herzen wird es uns auch leichter fallen unseren Herzenswunsch zu erkennen. Letztendlich ist es Gott, der uns diesen Wunsch ins Herz gelegt hat. Somit dürfen wir mit Recht darauf hoffen, dass Gott uns diesen Wunsch erfüllt.
Fang an dein Herz regelmäßig vor Gott auszuschütten. Er kennt dich und dein Herz ohnehin. Aber für dich ist es wichtig, dir dessen bewusst zu werden, was Gott in dich hinein gelegt hat.

Gott hat seinen eigenen Zeitplan, aber „Gottes Züge fahren spätestens pünktlich!“
Hanna war noch nicht so alt wie beispielsweise Abrahams Frau Sara. Sie bekam später dann noch drei weitere Söhne und zwei Töchter. Aber zum Zeitpunkt der vorhin gelesenen Geschichte hätte sie schon Kinder haben „müssen“.
Dieses warten müssen auf den richtigen Moment, diese Ungewissheit, bin ich fruchtbar, oder nicht, war damals für Hanna sehr schwer.
Wir heute sind aber sicher nicht geduldiger geworden, ganz im Gegenteil. Wir leben ja in einer Instand Gesellschaft, in der ich immer alles sofort haben muss. Oder hast du dich nicht schon manchmal darüber aufgeregt, dass ein Fenster beim Computer „ewig“ nicht aufgeht, wenn es 3 oder 5 Sekunden dauert…
In Afrika haben die Leute nur verwundert den Kopf geschüttelt, wenn ich ihnen erzählt habe, dass beispielsweise eine Zugverspätung von 5 oder 10 Minuten auf der Anzeigetafel eingeblendet wird. Wenn der Zug oder der Bus innerhalb einer Stunde kommt ist er ja noch pünktlich, oder?

Gottes Zeitplan für die Erhörung deiner Gebete ist eben Gottes Zeitplan, auch wenn wir es eiliger hätten.
Wenn sich eine Gebetserhörung nicht einstellt, kann es das zwei Gründe haben: Entweder es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Vielleicht möchte Gott dich auch herausfordern, vielleicht ist auch Geduld die Lektion, die du gerade lernen musst.

Es kann aber auch sein, dass du um etwas bittest, das Gott gar nicht für dich vorgesehen hast. Vielleicht würde beispielsweise eine Gehaltserhörung um die du Gott bittest dich eher von Gott wegbringen, als deinen Glauben stärken. Manchmal bewahrt uns Gott Schaden, indem er unsere selbstsüchtigen Gebete nicht erhört.

Hannas Gebete wurden erhört. Sie bekam nicht „irgendein“ Kind. Samuel wurde wie gesagt ein ganz besonderer Mann in der Geschichte Israels.

Noch ein interessantes Detail zum Abschluss:
Hanna legte ein Gelübde ab: V 11 Vergiss mich nicht und schenk mir einen Sohn! Ich verspreche dir dafür, dass er dir sein ganzes Leben lang gehören soll; und sein Haar soll niemals geschnitten werden.

Gott ließ sich auf diesen „Deal“ mit Hanna ein. Erstaunlich, aber solche Deals mit Gott kommen in der Bibel des Öfteren vor.
4.Mose 6,1-8
Wenn ein Mann oder eine Frau das Gelübde ablegt, sich dem HERRN für eine bestimmte Zeit zu weihen,
3 dann darf die betreffende Person weder Wein noch Bier trinken. Sie darf überhaupt nichts trinken, was aus Weintrauben bereitet ist, und darf auch keine frischen oder getrockneten Trauben essen.
4 Sie soll nichts genießen, was vom Weinstock kommt.
5 Solange das Gelübde gilt, darf ein Gottgeweihter sich Haare und Bart nicht schneiden. Zum Zeichen, dass er dem HERRN geweiht ist, muss er das Haar ungehindert wachsen lassen.
6 Er darf auch die ganze Zeit über nicht in die Nähe eines Toten kommen.
8 Für die ganze Zeit seines Gelübdes gehört er ausschließlich dem HERRN.

Der Richter Simson war ein so genannter „Nasiräer“, von Paulus und anderen im NT lesen wir, dass sie dem Herrn ein Gelübde gegeben haben. Und eben auch Samuel war sein ganzes Leben Gott geweiht.
Von ihm lesen wir, dass er sein ganzes Leben gerechte Urteile als Richter fällte und absolut integer und unbestechlich war.

Gott kann und will unsere Generation erretten. Er wartet darauf, dass wir für die Menschen, die uns am Herzen liegen im Gebet eintreten. Er freut sich darüber, wenn wir ehrlich unser Herz vor ihm ausschütten und um Dinge bitten, die er selber in unser Herz gelegt hat.
Und er wird dir zu seiner Zeit das geben, worum du ihn in seinem Namen bittest. Das hat er uns mehrfach versprochen.

Lasst uns beten!