„Denen habe ich’s aber gegeben!“, sagte der Steuerzahler, als er das Finanzamt verließ.

 

Ich möchte heute über das Geben- aber nicht über Geld sprechen.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns so viel mehr zu geben hat, als uns auf den ersten Blick bewusst ist. Ich denke dabei an Zeit, an Aufmerksamkeit, an verschiedenste Mittel, an Engagement, an Ermutigung, an Freude, an gute Worte usw. Jeder von uns kann die beste Botschaft, die es gibt weitergeben: das Evangelium. Jeder kann sein Herz, also sich selbst geben. Sag jetzt nicht: Du hast kein Herz! 😊

 

Der erste Gedanke, der den meisten Menschen, wenn sie das Wort „Geben“ hören, in den Sinn kommt ist der: Wenn ich gebe, bleibt nichts mehr für mich übrig. Aber das genaue Gegenteil davon ist wahr.

Warum das so ist, werden wir uns heute genauer ansehen.

 

Ihr kennt sicher das Gebet: „Alle guten Gaben…“

Wenn du dieses Gebet ernst nimmst, sagst du damit aus, dass du aus eigener Kraft nichts erworben, oder selbst erarbeitet hast, sondern dass alles, was du besitzt, an materillen, aber auch an immateriellen Dingen, letztendlich ein Geschenk ist. Ein Geschenk dessen, der Himmel und Erde gemacht hat.

Das heißt, dass wir gut daran tun (=es für uns selber gut ist), wenn wir alle diese Geschenke in seinem Sinn einsetzen.

Von ihm heißt es in Jak 1,17: Alles, was gut und vollkommen ist, wird uns von oben geschenkt, von Gott, dem Vater des Lichts. (Lied!)

 

Man kann Gott mit sehr vielen verschiedenen Eigenschaften beschreiben. Dass er groß ist, allmächtig, wunderschön, unendlich kreativ usw. Er ist vor allem auch jemand, der gibt. Nicht nur so ein bisschen, oder weil er in seinem Überfluss nicht mehr wüsste, was er mit allen seinen Sachen anstellen soll.

 

Sein Wesen ist es zu geben und zu schenken. Er verschenkt nicht nur Dinge, die er geschaffen hat, er verschenkt auch nicht nur Gaben im Sinne von Fähigkeiten, er verschenkt sich vor allem selbst. Und das nicht nur einmalig, etwa bei der Erschaffung der Welt, sondern beständig, bis heute! Bei ihm gibt es keinen Neid und keine Missgunst. Er ist die Großzügigkeit in Person.

 

Vielleicht denkst du: Er kann es ja machen, ihm gehört ja alles. Wenn ich auch so viel besitzen würde, wäre es mir ein leichtes auch viel zu geben. Aber die Wahrheit ist, dass Gott nicht deshalb so großzügig gibt, weil er so viel hat, sondern weil es seinem Wesen entspricht. Es ist nämlich genau andersrum: Nicht, weil er alles hat, gibt er, sondern weil er alles gibt, darum hat er auch alles. Dahinter steht das geistliche Prinzip von Saat und Ernte.

 

Wenn ein Bauer Samen aussäht, dann muss er als erstes etwas geben. Er tut dies in der Hoffnung, dass die Saat aufgeht und viel mehr Frucht bringt, aus ausgesät worden ist.

Wenn du als Unternehmer erfolgreich sein willst, musst du immer wieder etwas investieren, damit deine Firma weiter existieren kann. Du musst zuerst immer etwas hergeben, damit dann später mehr daraus wird.

 

Mit jedem Investment, mit jeder Aussaat ist natürlich auch ein Risiko verbunden. Es gibt Missernten, Umweltkatastrophen, Wirtschaftskrisen oder ähnliches, das meine Hoffnung auf viel Frucht, wie auch immer die aussieht, zunichte macht.

Aber all das hält einen erfolgreichen Bauern oder Unternehmer nicht davon ab, reichlich auszusäen. Nur wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.

 

Natürlich wird er versuchen die Risiken zu minimieren und eine Strategie wählen, die mehr Erfolg verspricht.

Im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld erzählt Jesus von einem Bauern, dem beim Aussäen einige Körner auf den Weg, auf felsigen Boden, oder unter die Dornen fallen. Aber der Bauer wäre dumm, wenn er nicht dafür sorgen würde, dass der Großteil seiner Saat auf guten, fruchtbaren Boden fällt, damit die Saat viel Frucht bringt.

Aber noch viel dümmer wäre es, aus Angst davor „falsch“ auszusäen, oder aus Gier (ich muss ja beim Säen etwas hergeben) gar nicht zu säen. Dann würde es garantiert keine Ernte geben.

 

Gott ist ein großes Risiko eingegangen, als er sich entschlossen hat uns zu lieben. Du und du und du, wir alle waren ihm dieses Risiko wert. Wer liebt geht immer das Risiko ein, dass diese Liebe nicht erwidert wird. Aber sollen wir deshalb aufhören zu lieben? Gott hat nicht aufgehört!

 

Wenn Gott die Großzügigkeit in Person ist, und wir seine Kinder sind, dann ist es ganz natürlich, dass auch wir mit der Großzügigkeit des Vaters „angesteckt“ werden.

 

Ich habe vor zwei Wochen über die Erstlingsgabe gepredigt. Und dieses Thema wird uns sicher noch länger beschäftigen. Ich habe darüber gesprochen, dass das Erste und Beste unseres Ertrags Gott gehört.

 

Gott ist zwar in keinster Weise angewiesen auf unsere Gaben. Er braucht weder unser Geld (über das ich heute ohnehin nicht sprechen werde 😊), noch unsere Zeit, oder unseren Dienst, beispielsweise in der Gemeinde.

Aber er will, dass wir lernen, ihm in allen Bereichen unseres Lebens zu vertrauen. Und er will, dass sein Charakter in unserem Leben sichtbar wird. Wenn er also großzügig ist, dann will er, dass auch wir die Freiheit entdecken, die ein großzügiger Lebensstil mit sich bringt.

 

Als ich ein Kind war, mussten wir als Familie sparsam leben. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sich mich gelehrt haben, dass ich auch mit weniger auskommen kann. Aber eine Zeitlang führte das dazu, dass ich mir selber gar nichts gönnte. Das wiederum führte dann aber dazu, dass ich auch anderen nichts gönnen wollte.

Also: Warum soll ich dir etwas geben, wenn ich selber nichts habe…?

 

Eine weitere Folge dieser Haltung war, dass ich zwar wusste, dass Gott alles gehört, aber warum sollte er gerade mir (oder jemand anders) etwas geben? Ich brauche ja nichts! Hört ihr den Stolz, der aus meiner Haltung sprach? Weil ich nichts brauche, deshalb haben alle anderen auch nichts zu brauchen. Das entspricht im Grunde einer Buddhistischen Weltsicht. Eine Welt voller Asketen ist aber keine bessere Welt. Es ist eine arme Welt, voll von armen Menschen, die zu stolz sind, das anzunehmen, was sie zwar brauchen, aber sich nicht verdienen können.

 

Die Menschen, die das größte aller Geschenke nicht annehmen können, sind die, die letztendlich auch das Leben selber ablehnen.

Das Leben besteht aus Geben und Nehmen.

 

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit ein Geschenk annehmen und sich selbst annehmen zu können. Wenn ich das Geschenk seiner Liebe ablehne, muss ich diese Liebe, die wir alle zum Leben brauchen, irgendwo anders suchen. Aber echte Liebe gibt es nur beim Original, auch wenn es viele Kopien gibt, die genau diese Liebe versprechen.

 

Tobis YouTube Clip: https://www.youtube.com/watch?v=f_Y1EFXROVI

 

 

Wenn Gott dich mit seiner Liebe füllt, dann kannst du gar nicht anders, als diese Liebe weiter zu geben. Wenn du Gottes Freundlichkeit begegnet bist, wirst auch du zu einem freundlichen Menschen, wenn dein Herz in Gott Frieden gefunden hat, wirst auch du zu einem Botschafter des Friedens.

 

Geben ist etwas Dynamisches, es hat Leben in sich. Du kannst zwar Geben, ohne zu lieben, aber du kannst niemals Lieben, ohne dann auch zu geben.

Wenn du anfängst, aus Liebe heraus zu geben, wirst du merken, wie du selbst immer mehr beschenkt wirst. So wie David in Ps 23, kannst auch du voller Überzeugung sagen: Mein Becher fließt über!

 

Echte Anbetung ist eine Form des Gebens: Du gibst dich selber, deinen Körper, deine Seele und deinen Geist Gott hin. Deine Lippen, dein Gesang, deine Hände, deine Bilder… schenkst du Gott.

Natürlich kannst du auch einfach nur Lieder singen, weil man das halt so macht, zum Beispiel im Gottesdienst. Aber erst wenn du dich Gott wirklich hingibst in der Anbetung, wirst du merken, wie sehr du in seine Liebe mithinein genommen wirst.

Wirst du dadurch ärmer, weniger, kleiner, weil du das tust? Nein, genau das Gegenteil passiert. Indem du anbetest und dich selber herschenkst, merkst du, wie sehr er dich beschenkt. Du merkst, wie diese Fluss in Gang kommt.

 

Das gleiche gilt für deinen Dienst. Wenn du von Herzen dienst und nicht, weil du musst, dann wirst du merken, wieviel in verschiedensten „Währungen“ zu dir zurückkommt. Dankbarkeit, Freude, das Gefühl etwas Gutes uns Sinnvolles getan zu haben…

 

Und es ist nicht so, dass wir zuerst Gott etwas geben müssen, um dann von ihm zu empfangen. Gott hat uns seinen Erstling geschenkt.

Jesus ist der Erste unter allen Kindern Gottes. Der Vater hat ihn uns geschenkt, hat ihn hingegeben, damit wir das Leben haben können.

In Röm 8,23 heißt es, dass wir den HG als Erstlingsgabe von Gott erhalten haben. Wenn wir Gott geben, egal ob direkt, oder indirekt (Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan), es ist genau genommen nur ein „zurückgeben“ an den, von dem wir ohnehin alles erhalten haben.

Gott lässt sich nicht übertreffen, er wird dir immer mehr geben, als du ihm gibst.

Du hast lediglich die Bremse in der Hand. Wenn du aufhörst zu geben, dann wird auch sein Segensstrom versiegen. Aber wenn du die Bremse löst und wieder anfängst Gott das zu geben, was du Gott schuldest, dem Kaiser (Staat) gibst, was du dem Kaiser schuldest und deinen Mitmenschen das gibst, was du geben kannst, dann kommt dieser wunderbare Kreislauf in Gang der das Reich Gottes so lebenswert und so voller Freude macht.