Eines Nachmittags fuhr ein reicher Mann in seiner fetten Limousine durch die Gegend, als er am Wegrand zwei Männer entdeckte, die Gras aßen. Verwirrt befahl er seinem Fahrer, den Wagen anzuhalten und stieg aus, um die Situation unter die Lupe zu nehmen.

Er fragte den einen Mann: „Warum essen Sie Gras?“ „Wir haben kein Geld, um etwas zu Essen zu kaufen“ antwortet der Mann „Wir müssen Gras essen.“ Der Reiche antwortete: „Wenn das so ist, dann könnt ihr mit zu meinem Haus kommen und ich werde euch was zu essen geben.“

„Aber mein Herr, ich habe eine Frau und zwei Kinder. Sie sind dort drüben unter dem Baum.“ „Dann bring sie mit“, antwortete der Reiche. Der zweite Mann sagte: „Ich habe auch eine Frau und sechs Kinder.“ „Dann bringt sie alle mit“, sagte der Reiche.

Sie quetschten sich alle in die riesige Limousine. Als sie einmal unterwegs waren, wandte sich einer der armen Typen an den Reichen und sagte: „Mein Herr, Sie sind sehr freundlich. Vielen Dank, dass Sie uns alle mitnehmen.“

Ehrlich gerührt sagte der Reiche: „Es ist mir eine Freude. Ihnen wird es bei mir gefallen, das Gras in meinem Garten steht fast dreißig Zentimeter hoch!“

 

 

Jesus hat gesagt: Arme wird es immer bei euch geben. (Mt 26,11) Mit den Worten „bei euch“, meinte er sicher nicht nur Israel, diese Aussage gilt global, bis heute.

Armut ist ein Stück weit auch eine Frage der Definition, bzw. des Maßstabs, der angelegt wird.

In Österreich gelten 431.000 Menschen, das sind rund 5% der Bevölkerung, als arm, weil sie weniger als 60% des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung haben und weitere Faktoren wie Krankheit, oder eine schlechte Wohnsituation dazu kommen.

Im Vergleich zu diesen Menschen bin ich reich, obwohl ich im Vergleich mit wirklich reichen Menschen ein armer Schlucker bin.

Weltweit betrachtet sind die armen Österreicher aber wohlhabend, im Vergleich zu den vielen Menschen die beispielsweise hungern. Das sind immer noch erschreckende 11% der globalen Bevölkerung!

 

Wir könnten uns auf Grund der Aussage Jesu, dass es immer Arme bei uns geben werde zurücklehnen, so nach dem Motto: Wir können ja ohnehin nichts ändern. Dann hätten wir Jesus aber gründlich missverstanden. Ich bin davon überzeugt, dass der Kampf gegen Armut im Allgemeinen und die Unterstützung für Arme, wo immer uns das möglich ist, untrennbar mit dem Leben als Jünger Jesu verbunden ist.

Die Frage ist nur: Wie?

 

Der erste Schritt, den wir dazu tun müssen, ist die eigene Armut, die in unserem Kopf und in unserem Herzen ist abzulegen. Mit der eigenen Armut meine ich eben nicht unseren Kontostand, sondern das „Nicht-sehen“ der Reichtümer, die uns unser himmlischer Vater schenkt. Da sind materielle Dingen mit eingeschlossen.

 

Unserem Papa im Himmel gehört alles! Wir als seine Kinder haben Anteil an seinem Reichtum. Das sagt sich jetzt so leicht, aber was ist, wenn ich nicht weiß, wie ich die Reparatur der Waschmaschine bezahlen soll?

 

Im Reich Gottes ist manches auf den Kopf gestellt, zumindest wenn es nach unserer menschlichen Logik geht. Die letzten werden die ersten sein, wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden, wer der Größte unter euch sein will, sei der Diener aller…

 

Wisst ihr wie man wirklich reich wird? Indem man anfängt zu geben. Das gilt nicht nur für Geld. „Im Geben liegt mehr Segen, als im Nehmen“, wird Jesus in der Apg zitiert.

 

Das mit dem Geben ist auch so eine Sache: Viele Landsleute spenden beispielsweise vor Weihnachten etwas, oder wenn irgendwo eine große Naturkatastrophe passiert. Im Schnitt werden pro Jahr ca. 10 Mil. € an „Nachbar in Not“ gespendet. Das ist toll!

Aber viele Spender wollen damit ihr Gewissen beruhigen, oder sich sogar als der große Wohltäter feiern lassen.

Jesus hat gesagt: Wenn du etwas spendest, dann tu es so unauffällig, dass deine linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.

 

Etwas von meinem Überfluss abzugeben, damit ich es dann steuerlich absetzen kann, ist kein wirkliches Opfer.

 

Apropos Opfer: Es gibt zwei Arten von Opfern: Zum einen die Opfer, die von Tätern gemacht werden.

Zum anderen kann ein Opfer aber etwas sein, das ich freiwillig hergebe (darbringe), um beispielsweise meine Dankbarkeit auszudrücken.

 

Diese Woche habe ich in der Bibel eine interessante Entdeckung über das Darbringen von Opfern gemacht:

Im AT mussten die Menschen bestimmte Tier opfern um von ihrer Schuld befreit zu werden. Aber es gab auch verschiedenste Opfer, die die Menschen freiwillig, eben, beispielsweise aus Dankbarkeit Gott entgegengebracht haben. Solche Opfer gab es schon lange bevor die Israeliten unter Mose die Fülle an Opfervorschriften von Gott erhielten.

Die ersten Opfer, die in der Bibel erwähnt sind, waren die von Kain und Abel. Habt ihr euch auch immer gefragt, warum Gott das Opfer Abels wohlwollend ansah, aber das Opfer Kains zurückwies?

 

Ich bin darüber gestolpert, als ich den Begriff „Erstling“ in das Bibelprogramm eingegeben habe:

  1. Mo 4, 3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes.

4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an.

 

Kain gab aus seinem Überfluss etwas an Gott ab, damit seine religiösen Gefühle und/oder Gott zufrieden war. (Strafzettel/Geschenk)

Abel gab Gott den ersten und den besten Ertrag seiner Herde ab. Das Erste zu geben bedeutet eigentlich alles zu geben, weil es das einzige ist, was ich derzeit habe. Aber es bedeutet auch, dass ich von Gott erhoffe und erwarte, dass noch viele weitere Früchte folgen werden.

Aber im Vertrauen darauf, bis das passiert, gebe ich das Erste ab.

 

Wie die Geschichte von Kain und Abel ausgegangen ist, wissen wir. Der Unterschied zwischen den beiden Brüdern war ihr Herz. Das Herz Kains war selbstbezogen, aber Abels Herz war auf Gott ausgerichtet.

 

Ich habe die Bibel deshalb nach diesem Stichwort „Erstling“ durchsucht, weil das unser Thema für die nächste Zeit sein wird. In der Bibel taucht es immer wieder auf. Hauptsächlich im AT, aber auch im NT.

 

Wir haben in der GL dieses Thema ausgewählt, weil wir glauben, dass Jesus uns ein neues Herz geschenkt hat. Ein Herz, wie das von Abel, dem Gott wichtiger ist, als die eigene Brieftasche und das eigene Ansehen. Ein Herz, das von Großzügigkeit und Glauben gefüllt ist. Kein Herz, welches in Armut, egal in welcher Form, gefangen ist.

 

Es ist jetzt an der Zeit zu lernen, mit diesem neunen Herz zu leben, es zur Entfaltung kommen zu lassen.

 

Wie gesagt: Um die Reichtümer des Himmels zu entdecken, müssen wir das loslassen, was uns nur kurzfristig, aber nicht dauerhaft „reich“ macht.

Indem wir Gott unsere „Erstlingsgabe“ geben sprechen wir, nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben aus, dass wir ihm, nur ihm allein vertrauen.

 

 

Eines der grundlegendsten Lektionen, die das Volk Gottes im AT zu lernen hatte, war, dass es als auserwähltes Volk kein Sklavenvolk war, sondern eines mit einer Bestimmung und einer Aufgabe.

Kein Sklavenvolk zu sein bedeutet aber nicht, dass jeder tun und lassen kann, war er/sie gerade will. Sondern es bedeutet, dass jetzt Gott derjenige ist, der mein Leben prägt und nicht mehr der Pharao, oder um es für uns umzulegen: Jetzt leitet mich der HG und nicht mehr die Sünde!

Das Volk der Israeliten wurde durch die mächtige Hand Gottes aus der Sklaverei Ägyptens befreit. Gott zwang den Sklaventreiber Pharao durch schreckliche Plagen in die Knie. Die zehnte und letzte Plage war die, der Tötung der Erstgeburt. Alleine die, die sich mit dem Blut des Opferlammes schützten, wurden verschont. Welch ein imposantes Bild, das seit dem Tod Jesu am Kreuz, geistliche Realität ist!

 

Gleichzeitig macht Gott unmissverständlich klar, dass ihm allein alle Erstgeburt, und alle Erstlingsfrüchte zustehen.

  1. Mo 13,2 »Weiht mir alle erstgeborenen Söhne der Israeliten und jedes erstgeborene männliche Tier. Sie gehören mir!«

11 »Der HERR wird euch ins Land der Kanaaniter bringen und es euch schenken, so wie er es euch und euren Vorfahren geschworen hat. Wenn ihr in dem Land seid, 12 dann sollt ihr dem HERRN eure ältesten Söhne weihen und ihm jedes männliche Tier opfern, das von seiner Mutter als erstes zur Welt gebracht wird.

14 Wenn eure Kinder eines Tages fragen, was dieser Brauch bedeutet, dann erklärt ihnen: ›Der HERR hat uns mit starker Hand aus der Sklaverei in Ägypten befreit.

15 Als der Pharao sich hartnäckig weigerte, uns ziehen zu lassen, hat der HERR jeden ältesten Sohn und jedes erstgeborene männliche Tier in Ägypten getötet. Darum opfern wir dem HERRN unsere erstgeborenen männlichen Tiere, unsere ältesten Söhne aber kaufen wir frei.

16 Dieser Brauch soll uns wie ein Zeichen an der Hand oder ein Band um die Stirn daran erinnern, dass der HERR uns mit starker Hand aus Ägypten befreit hat.‹«

 

Fest der Erstlingsernte 2. Mo 23

14 Dreimal im Jahr sollt ihr mir zu Ehren ein Fest feiern:

15 Feiert als erstes das Fest der ungesäuerten Brote! …

16 Feiert dann das Erntefest, bei dem ihr mir den ersten Ertrag von dem Getreide darbringt, das ihr ausgesät habt. Als drittes sollt ihr das Fest der Wein- und Obsternte am Ende des Jahres feiern, wenn ihr die Früchte aus den Weinbergen und Gärten geerntet habt.

17 Dreimal im Jahr sollen alle Männer Israels zum Heiligtum kommen und sich dort vor mir, dem HERRN, versammeln.

 

Geben/Opfern ist ein Akt der Freude und ein Grund zum Feiern! Unser Herz wird freigesetzt für das, was Gott durch uns tun will. Gleichzeitig bringt es uns näher zu Gott und zu einander! Das ist wunderbar!

 

 

Die Erstlingsfrucht gehört dem Herrn. Wenn wir in dieser Ordnung leben, wird das positive Auswirkung auch auf unser Umfeld haben.

 

Wie sieht das ganz praktisch aus?

Wir leben zwar am Land, jedoch sind die wenigsten von uns selber Bauern. Und es geht Gott ja auch nicht darum, dass wir seine Gebote dem Buchstaben nach erfüllen. Wie ich vorhin schon gesagt habe, hat er uns ein neues Herz geschenkt, damit wir damit den Sinn dieser Gebote erfassen, und unser Leben danach richten können.

 

Die Frucht steht für all das, was Gott uns zukommen lässt. Wenn wir ihm, im Vertrauen die erste Frucht geben, in der Erwartung, dass er uns noch viele weitere Früchte schenken wird, dann wird er diese Haltung reich segnen.

 

Wir haben ganz am Anfang über Armut und Reichtum gesprochen und natürlich hat das ganz konkret mit Geld zu tun.

Ich bin davon überzeugt, dass die Praxis den Zehnten zu geben, also wirklich 10% meines Einkommens, kein AT Relikt ist, sondern ein sehr gut praktikables Vorbild für uns heute darstellt.

 

Lasst uns aber diesen Zehnten nicht als Gesetz sehen, sondern als Möglichkeit, damit wir unsere Dankbarkeit, unsere Zugehörigkeit und unser Herz ausdrücken können. Wenn du gerne den „Fünften Teil“ (also 20%) geben möchtest, fühl dich frei!

 

Je freier du geben kannst, desto freier bist du auch zu empfangen! Letztendlich gehört Gott sowieso alles. Ohne seinen Segen kannst du noch so hart schuften, es wird niemals genug sein! Aber wenn du in ihm bleibst, so wie Jesus das ausgedrückt hat, dann kann er mit deinen fünf Broten und zwei Fischen 5000 Menschen satt machen.

 

 

Ich bin in meiner Recherche zum Thema Erstlingsgabe auch über König Hiskia gestolpert. Er war ein Nachkomme Davids.

 

Es gab in der Königszeit Judas ein ständiges auf und ab, je nachdem, welcher König regierte. Der Vater Hiskias, König Ahas von Juda wandte sich von Gott ab, stellte überall Götzenaltäre auf, plünderte die eigenen Leute aus und schloss sogar den Tempel.

 

Hiskia jedoch erkannte, dass der Weg seines Vaters das ganze Volk ins Verderben stürzte und wandte sich wieder von ganzem Herzen dem Herrn zu.

Gleich zu Beginn seiner Regentschaft ließ er den Tempel wieder öffnen und den Tempeldienst wiederherstellen. Auch das Passafest wurde unter seiner Herrschaft wieder gefeiert.

In all dem erwies sich Hiskia als Großzügig. Das Passafest wurde auf zwei Wochen ausgedehnt (normalerweise nur 7 Tage). Hiskia schenkte dem Volk 1000 Stiere und 7000 Schafe.

Auch nach dem Fest steuerte der König aus seinem persönlichen Besitz Opferstiere für die täglichen Brandopfer bei.

 

  1. Chr 31,4 Hiskia forderte die Einwohner von Jerusalem dazu auf, den Priestern und Leviten Abgaben zu bezahlen, damit sie für den Tempeldienst frei waren, wie es das Gesetz des HERRN verlangte.

5 Als der Aufruf des Königs bekannt wurde, übergaben ihnen die Israeliten den ersten Teil ihrer Ernte – große Mengen an Getreide, Most, Öl, Honig und was sonst noch auf ihren Feldern wuchs. Ein Zehntel ihrer ganzen Ernte brachten sie zum Tempel.

6 Auch die Einwohner der anderen Städte Judas einschließlich der Israeliten, die dort wohnten, lieferten ein Zehntel ihres Ertrags ab. Sie brachten Rinder, Schafe und andere Gaben, die sie dem HERRN, ihrem Gott, geweiht hatten.

 

Das Ergebnis war, dass Gott König Hiskia und das ganze Volk segnete.

Am Ende seines Lebens war der König sehr reich und berühmt.

 

 

Wie sieht deine Erstlingsgabe aus?

Was kannst du ihm geben, an deiner Zeit, Geld, Talenten…?

Wenn du die Reichtümer des Himmels erhalten willst, dann befreie dein Herz und nütz die irdischen Reichtümer dazu, es denen zu geben, die es wirklich nötig haben.

Freu dich an den (auch materiellen) Dingen, die er dir schenkt, aber lass nicht zu, dass sie dich beherrschen, sonst wirst du wieder Sklave von Dingen (oder Mächten), die kein echtes Leben geben können.

Das kann Jesus allein!