Erneuertes Denken

GD 18. Nov 18

 

Angeklagter, wie kamen Sie eigentlich auf den Gedanken, das Auto zu stehlen?

„Na ja, das Auto stand vor dem Friedhof und ich dachte der Besitzer sei tot.“

 

 

Die Gedanken sind frei. Sind sie das wirklich?

Natürlich kann mir niemand vorschreiben, was ich denken darf und was nicht. Aber ohne, dass wir das wollen, oder in der Regel auch merken, wird ständig auf unsere Gedanken Einfluss genommen.

 

Z.B. im TV läuft ein Werbespot für Schokolade…

Oder du siehst jemanden, der toll gekleidet ist und denkst dir: Wow, diesen Pullover hätte ich auch gerne.

Oder du triffst einen Bekannten, der dir erzählt, dass er gerade in seinem Traumjob arbeitet. Und du denkst dir: Soll ich mich nicht auch nach etwas Neuem umsehen?

 

Es begegnen uns laufend Dinge, die unsere Gedanken beeinflussen.

 

In Spr 4,23 heißt es (LÜ)

Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben.

(Hfa) Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben!

 

Ich denke, diese Übersetzung ist durchaus angebracht. Das was die Bibel mit Herz meint, ist das innerste des Menschen. Seine Werte, seine Erfahrungen und eben auch seine Gedanken.

 

Gedanken haben Macht, mehr als uns in der Regel bewusst ist.

Deshalb fordert die Bibel alle Menschen, die Jesus nachfolgen ganz klar auf: Röm 12

1 Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe.

2 Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.

Neugeburt hat etwas mit unserem Denken zu tun. Unser Körper wird ja nicht von neuem geboren, sehr wohl aber unser Geist. Unser Geist hat viel mit unseren Gedanken zu tun.

 

Jesus hat ganz klar festgestellt, dass Sünde zu allererst eine Sache der Gedanken ist. Wenn wir uns die Bergpredigt ansehen, dann kommt das ganz klar heraus:

Nicht erst, wer einen Mord tatsächlich begeht, sondern wer im Zorn etwas Böses zu jemandem sagt ist schuldig.

Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.

 

Der biblische Befund des alten menschlichen Herzens, ist eindeutig:

  1. Mo 8,21: Nachdem Noah aus der Arche stieg und dem Herrn opferte:

…das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an.

Jesus sagte dazu:

Mk 7, 21 Denn aus dem Inneren, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken wie sexuelles Fehlverhalten, Diebstahl, Mord, 22 Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Betrügerei, ausschweifendes Leben, Neid, Verleumdung, Überheblichkeit und Unvernunft.

23 All dieses Böse kommt von innen heraus und macht die Menschen vor Gott unrein.

 

Diese Diagnose bedeutet eigentlich unser Todesurteil. Wie Krebs im Endstadium. Der ganze Körper durchsetzt mit Metastasen…

Die Gute Nachricht ist, dass Gott uns nicht nur diesen Befund ausstellt, er ist vor allem auch der heilende Arzt, der die richtige Therapie für uns hat.

Bereits im AT verspricht er uns, dass er uns ein neues, lebendiges Herz geben wird, ein Herz, das ihn kennt und sich danach ausstreckt, so zu leben, wie es seinem, guten Plan für unser Leben entspricht.

 

Und er schließt einen neuen Bund mit uns:

Beim alten Bund wurde Gesetz Gottes als Antwort Gottes auf das böse Herzen des Menschen, auf Steintafeln geschrieben.

Vom Gesetz heißt es: 5. Mo 30,16 Dies ist’s, was ich dir heute gebiete: dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben…

 

Allerdings schaffte niemand das ganze Gesetz zu befolgen.

 

Im Neuen Bund, der bereits in Jer 31,33 angekündigt wird heißt es:

Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließe, wird ganz anders aussehen: Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.

 

Im Alten Bund war das Gesetz außen: Ich kann es zwar lesen und auch verstehen, aber ich muss mich anstrengen um es aus eigener Kraft zu befolgen.

Im Neuen Bund ist das Gesetz innen. Gott schreibt es, wenn wir ihm vertrauen und dem HG Raum in unserem Leben geben, in unser Herz. Seine Gebote, die ja gut für uns und für alle Menschen sind, prägen unser Denken und damit unser ganzes Leben. Aber das geschieht leider nicht automatisch.

 

Ja, es stimmt: Wenn wir JC in unser Leben einladen, sind wir eine neue Schöpfung, wie es in 2. Kor 5,17 heißt, aber Gott macht keine Gehirnwäsche mit uns und gibt uns dann nur noch seine Befehle ein. Er teilt sein Herz mit uns. Wir können ihn erkennen.

Je mehr wir ihn und seine Gegenwart suchen, je mehr wir unsere Gedanken auf ihn und sein Wort ausrichten, desto mehr wird sein Wille in unserem Leben sichtbar werden.

Deine Gedanken bleiben frei.

 

Sei dir allerdings dessen bewusst, wieviel Macht in deinen Gedanken liegt.

Es ist so, dass alles was du tust, letztendlich eine Folge deiner Gedanken ist. Unser Körper folgt unserem Denken, niemals umgekehrt!

Ich sehe meinen dicken Bauch und denke mir: Ich sollte wieder mal Sport machen. Erst danach tue ich es.

 

Du selbst warst, lange bevor du gezeugt wurdest ein Gedanke Gottes. Er wollte, dass es dich gibt und er hat alles so wunderbar gefügt, dass du heute hier sitzen kannst.

Diese Schöpferischen Gedanken hat Gott auch in uns Menschen hinein gelegt. Ich habe mir in den letzten Jahren ein „Velomobil“ gebaut. Es fing damit an, dass ich es mir in meinen Gedanken vorstellte, lange bevor es Realität wurde.

 

Aber wir bringen durch unsere Gedanken nicht nur positive Dinge hervor:

Bevor ich einen Menschen beleidige, habe ich zuerst negative Gedanken über diese Person. Ich sehe sie nicht so, wie Jesus sie sieht. Weil ich diesen negativen Gedanken Raum gebe, öffnet sich (fast automatisch) mein Mund und ich sage Dinge, die ich danach bereue. Eigentlich will ich ja keine anderen Menschen verletzen, aber die bösen Gedanken in mir treiben mich förmlich dazu.

 

Die wiederum Gute Nachricht ist: Wir sind diesen Gedanken, die sich gegen den Willen Gottes stellen nicht schutzlos ausgeliefert. Wenn der HG in dir lebt, hast du die Möglichkeit, dich anders zu entscheiden. Du kannst zu diesen Gedanken „STOP“ sagen. Natürlich ist das nicht immer so leicht. Unser Herz und dazu gehören auch unsere Gedanken, ist ein Kriegsschauplatz. Schlimmer als in Syrien, im Jemen, oder an einem der anderen Kriegsschauplätze dieser Welt.

In deinem Herzen werden Schlachten für die Ewigkeit ausgefochten.

 

Die beste Strategie im Kampf gegen die schlechten Gedanken ist die, die schlechten durch gute Gedanken zu ersetzen.

Wie heißt es in Röm 12,2: …lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird.

 

Gott hat uns sein Wort gegeben, damit wir darin jeden Tag Munition für diesen Kampf finden. Je mehr ich Gottes Wort in meinem Gedanken Raum gebe, desto mehr wird er auch mein Handeln prägen.

Schlechte Gewohnheiten wird man am besten los, indem man sie durch gute Gewohnheiten ersetzt. So ist es auch mit den Gedanken. Immer nur gegen die bösen Gedanken zu kämpfen ist mühsam. Wenn das Erste, womit ich mich am Morgen beschäftige das Wort Gottes ist, wird das meinen Tag anders prägen, als wenn meine ersten Gedanken der Arbeit, der Gesundheit, der Politik oder was auch immer gelten.

 

Umso reichlicher wir dem Wort Gottes Raum in unserem Leben geben, desto mehr Auswirkung wird es haben und desto weniger Platz ist für die Gedanken, die sich gegen Gottes Weisheit stellen. Deshalb ist es gut, nicht nur ab und zu ein bisschen in der Bibel zu lesen, sondern die Bibel zu studieren und zu meditieren.

 

Als Mose starb und Gott Josua als dessen Nachfolger einsetzte, redete Gott mit Josua und ermutigte ihn. Er gab ihm ganz praktische Anweisungen für seinen Dienst: Sei Mutig und entschlossen!

Jos 1,8 Sag dir die Gebote immer wieder auf! Denke Tag und Nacht über sie nach, damit du dein Leben ganz nach ihnen ausrichtest. Dann wird dir alles gelingen, was du dir vornimmst.

 

Ich möchte euch ermutigen Psalmen und andere Bibelverse zu beten.

Bibelverse auswendig lernen!

Das Wort Gottes hat Kraft. Lass es deine Gedanken prägen und du wirst staunen, welche Auswirkungen es auf dein Leben hat!

 

Sehr oft hilft es auch, das Wort Gottes zu proklamieren, damit mein Glaube gestärkt wird.

Ich bin ein geliebtes Kind Gottes!

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!

Gott sagt: Sieh, ich habe dich in meine Handflächen gezeichnet.

Durch seine Wunden bin ich geheilt!

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

 

Natürlich dürfen und können wir solche Proklamationen nicht als magische Formeln missbrauchen, damit ein Gebet „funktioniert“. „Nur dann, wenn ich dieses oder jenes sage, erhört Gott mein Gebet.“ Das ist Unsinn und eigentlich eine Form von Aberglauben.

 

Solche Proklamationen haben den Sinn, dass mein Glaube gestärkt wird und sich mein Denken ändert. Meine Gedanken gehen weg vom irdisch möglichen, oder besser gesagt unmöglichen, hin zu dem was Gottes Gedanken und Sichtweisen für eine Situation sind. Und wir wissen (zumindest im Kopf), Gott ist nichts unmöglich. Diese Proklamationen dienen dazu, dass dieses „Wissen“ vom Kopf in mein Herz rutschen. Erst wenn es da angekommen ist, werden diese Gedanken des Herzens nachhaltige Auswirkung auf mein Leben haben.

 

Jesus hat gesagt: Womit das Herz voll ist, geht der Mund über. Also wenn wir von den Gedanken des Herzens sprechen, dann sind es die, die aus meinem tiefsten Inneren kommen. Es sind die Gedanken, nach denen sich mein Leben richtet. Um diese Gedanken und Glaubensüberzeugungen geht es. Wenn diese Gedanken durchdrungen sind mit Gottes Wahrheiten, dann kann Gott dich uneingeschränkt gebrauchen.

Wir alle haben da noch Luft nach oben, aber ich strecke mich danach aus und ich bin froh, dass ich nicht der einzige bin in unserer Gemeinde, dem das ein Anliegen ist.

All die Verheißungen, die Gott uns als Gemeinde mitgegeben hat, dass wir Geschichte schreiben werden, dass er uns segnet und wir viel Frucht bringen werden, hängt zusammen mit der Bereitschaft unser Denken von ihm verwandeln zu lassen. Dann kann Gott all die Dinge tun, die wir jetzt noch für unmöglich halten.

 

Als David noch ein kleiner Hirtenjunge war, zeichnete ihn dieses Denken nach Gottes Maßstäben aus. Als er davon erfuhr, wie Goliath die Israeliten verspottete, ließ er sich nicht von der Angst der anderen Soldaten anstecken. Und das waren kriegserprobte, harte Männer.

  1. Sam 17,25: »Hast du gesehen? Dort kommt er wieder!«, riefen sie einander zu. »Hör nur, wie er uns wieder verspottet.«

26 David fragte einige Soldaten in seiner Nähe: »Welche Belohnung soll der Mann erhalten, der diesen Philister da erschlägt und die Schande von unserem Volk abwendet? Wir können doch nicht dulden, dass dieser unbeschnittene Philister sich über das Heer des lebendigen Gottes lustig macht!«

Seine Gedanken waren nicht von Angst bestimmt, ihm ging es um die Sache Gottes.

Wie die Geschichte ausgegangen ist, wissen wir.

 

David war der Gesalbte Gottes, sind wir das nicht auch?

David war von Gott zum König auserkoren. Er verhielt sich so, lange bevor er es tatsächlich wurde.

Auch wir sind zu Königen und Priestern bestimmt. Das ist jetzt schon geistliche Realität. Lasst und darin leben! Lass seine göttlichen Gedanken und Wahrheiten dein Leben prägen!

David war siegreich, weil Gott mit ihm war.

Für uns gilt: Röm 8,31 Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?