Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

GD auf Gemeindefreizeit 25. Nov 18

 

Ein DDR-Inlandsflug wird nach Köln-Bonn entführt. Das Flugzeug steht von der Polizei bewacht auf dem Rollfeld. Das ZK berät seit zwei Stunden, wie verfahren werden soll. Einer schlägt endlich vor, den Kidnapper zu fragen, welche Forderungen er stellt.

Der Kidnapper, ein Familienvater von zwei Kindern stellt drei Forderungen:

1) Er möchte endlich seinen Trabant ausgeliefert haben, für den er schon 14 Jahre angemeldet ist.

2) Er möchte eine Drei-Zimmer-Wohnung für seine Familie.

3) Er möchte dieses Jahr einen Ferienplatz an der Ostsee.

Der Unterhändler teilt dem ZK die Wünsche mit. Man berät wieder mehrere Stunden, ob man den Forderungen nachgeben soll. Mielke warnt, dass das Schule machen könnte, also besser nicht nachgeben. Irgendjemand meint, man solle zunächst noch in Erfahrung bringen, womit der Kidnapper droht, wenn man nicht auf seine Forderungen eingeht. Der Unterhändler wird wieder zum Flughafen geschickt.

Die Antwort des Kidnappers lautet: „Dann lasse ich stündlich zwei Geiseln frei …“

 

Der Kommunismus entstand im 19Jh als große gesellschaftspolitische Utopie. Die Idee war, eine Welt zu bauen in der es keine sozialen, gesellschaftlichen und materielle Unterschiede geben sollte. Alles würde allen gehören.

Männer wir Marx und Lenin griffen diese Ideen auf und wollten damit ein Paradies auf Erden schaffen.

Wie dieses „Paradies“ dann ausgesehen hat, haben wir im 20. Jh. erlebt.

 

Und doch, ist dieses „alles miteinander teilen“ bereits weit älter und nicht immer so negativ verlaufen, wie die Entwicklung des Kommunismus.

 

Wenn wir ins NT schauen finden wir durchaus kommunistische Ansätze:

Apg 4,32 Alle, die zum Glauben an Jesus gefunden hatten, waren ein Herz und eine Seele. Niemand betrachtete sein Eigentum als privaten Besitz, sondern alles gehörte ihnen gemeinsam.

33 Mit großer Überzeugungskraft berichteten die Apostel von der Auferstehung des Herrn Jesus, und alle erlebten Gottes Güte.

34 Keiner der Gläubigen musste Not leiden. Denn wenn es an irgendetwas fehlte, war jeder gerne bereit, Häuser oder Äcker zu verkaufen 35 und das Geld den Aposteln zu übergeben. Die verteilten es an die Bedürftigen.

 

Was war jetzt der Unterschied, zwischen der Gütergemeinschaft der ersten Gemeinde und dem Kommunismus?

Die Antwort dazu finden wir gleich im nächsten Kapitel der Apg. Es ist die Geschichte von Hananias und Saphira. Auch sie verkauften ein Grundstück und brachten einen Teil des Geldes zu den Aposteln. Mir geht es jetzt nicht um den Betrug und dessen Folgen für die Beiden. Das worauf ich hinaus will, ist das was Petrus zu den Beiden sagt, als er merkt, dass sie es nicht ehrlich meinen:

Apg 5,4: Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen. Es war dein Eigentum. Und auch nach dem Verkauf hättest du das Geld behalten können.

 

Das, was die Jünger der ersten Gemeinde in Jerusalem gemacht haben, haben sie aus freien Stücken heraus getan, nicht weil es eine Vorschrift gab, oder weil man es halt so machte. Sie haben für sich erkannt, dass sie von Gott, über alle Maßen beschenkt sind und dass sie ihren ganzen irdischer Besitz Gott verdanken. Deshalb hatten sie die Freiheit, diesen Besitz nicht als den ihren zu betrachten, sondern sie gaben buchstäblich alles her, weil sie wussten, dass Gott sie mit allem versorgen wird, was sie brauchen, wenn sie sich für sein Reich einsetzen. Mt 6,33!

 

Wir sind eine Freikirche. In diesem Wort steckt „Freiheit“. Mir ist diese Freiheit ganz wichtig. Wir sind nicht nur frei vom Staat (keine Staatskirche), obwohl wir uns FKÖ anschließen wollen, bei uns gibt es ausschließlich freiwillige Mitgliedschaft.

Vor allem aber finanzieren wir uns aus freiwilligen Beiträgen. Das ist uns besonders wichtig. Ja, wir lehren, dass der „Zehnte“ Gott gehört und dort hingegeben werden soll, wo du deine geistliche Nahrung beziehst. Im AT waren das die Priester und die Leviten, denen der Zehnte gegeben wurde, im NT ist das die Gemeinde. Aber über allem steht die Freiwilligkeit. Niemand wird genötigt, oder gar gezwungen, den Zehnten zu geben. Weder in die Gemeinde, noch sonst wohin.

Natürlich sind wir davon überzeugt, dass Gott das Geben des Zehnten und darüber hinaus segnet. Deshalb ermutigen wir euch, euch in diesen Segen Gottes zu begeben. Aber wenn du das für dich (noch) nicht sehen kannst, bist du trotzdem herzlich willkommen.

 

Die Freude des Gebens ist etwas, das dir ohnehin nur Gott schenken kann. Wenn du diese Freude für dich entdeckst, merkst du, wie aus dem „ich“ ein „wir“ wird. Es ist dann nicht mehr dein Geld und Besitz, es ist dann „unser“ Kapital um das Reich Gottes zu bauen. Du wirst merken, wie dich Geben nicht ärmer, sondern reicher macht! Vielleicht nicht am Bankkonto, aber im Herzen.

 

Die erneuerten Herzen sind die Voraussetzung dafür, dass das Teilen funktioniert. Der Kommunismus ist daran gescheitert, dass mit gut gemeinten Ideen, aber mit steinernen Herzen versucht wurde, ein Paradies zu schaffen. Genauso wie die unzähligen Versuche in der Kirchengeschichte, einen Staat auf den Prinzipien der Bergpredigt zu bauen, ohne dass die Bevölkerung das von sich aus wollte, so misslang auch der Versuch der Gütergemeinschaft im großen Stil. Diese Utopie zerbrach an den nicht erneuerten Herzen.

 

Wenn dein Herz nicht zum Geben bereit ist, sondern dazu gezwungen wird, wird es niemals fröhlich darüber werden.

 

Der Schlüsselvers zum Geben steht für mich in 2.Kor 9,7:

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

 

 

Da das Wort Gottes für sich spricht, möchte ich die beiden Kapitel vorlesen in dessen Zusammenhang Paulus vom fröhlichen Geber spricht:

 

  1. Kor 8+9

 

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Das gilt übrigens nicht nur für das leidige Thema Geld, es gilt für alle Bereiche deines Lebens. Wenn du die Freiheit entdeckst Zeit, Engagement, Aufmerksamkeit, Hilfe und vor allem Liebe zu geben, wirst du merken, wie sehr du selber wieder davon profitierst.

Und dass sich Jesus nicht geirrt hat, als er sagte:

Im Geben liegt mehr Segen, als im Nehmen.