Ein Mann erwacht im Krankenhaus aus dem Koma. Ein Arzt steht am und sagt: „Sie haben schwere Knochenbrüche, ein blaues Auge, Blutergüsse auf dem ganzen Körper und einen Milzriss. Sind Sie in eine schwere Kneipenschlägerei geraten?“

Der Mann schüttelt den Kopf. Nein, das ist wohl beim Golfspielen mit meiner Frau passiert. Wir waren gerade bei einem schwierigen Loch und haben beide unsere Bälle auf eine benachbarte Kuhweide geschlagen. Wir suchen also unsere Bälle, und da sehe ich im Hintern einer Kuh etwas Weißes. Ich geh also hin, heb den Schwanz der Kuh und sehe im Hinterteil des Tieres einen kleinen Golfball stecken. Als ich genauer hinsah, erkannte ich das Monogramm meiner Frau. Ich dreh mich also zu meiner Frau um, immer noch den Kuhschwanz hochhaltend und rufe:

„Hey, der sieht aus wie deiner!“ Was dann passierte, weiß ich nicht mehr.“

 

Unser Körper ist etwas Wunderbares. Selbst die besten Computer sind noch nicht in der Lage das zu leisten, was unser Gehirn leistet. Auch wenn unser Körper, so wie die ganze irdische Schöpfung durch die Sünde dem Verfall preisgegeben ist, so ist doch jeder von uns ein einzigartiges Kunstwerk, von Gottes Meisterhand geschaffen.

 

Unser Körper ist auch Modell für einen ganz anderen, noch viel wunderbareren Leib: den Leib Christi.

Unsere Freizeit steht unter dem Motto: Ein Leib sein.

Der Leib Christi ist mehr als nur ein Bild, um eine Zusammengehörigkeit zu symbolisieren, er ist geistliche Realität. Über diesen Leib schreibt Paulus in 1. Kor 12:

12 Es ist wie beim menschlichen Körper:

Er bildet eine Einheit und besteht doch aus vielen Körperteilen.

Aber obwohl es viele Teile sind, ist es doch ein einziger Leib.

So ist es auch mit Christus.

13 Denn als wir getauft wurden, sind wir durch den einen Geist alle Teil eines einzigen Leibes geworden – egal ob wir Juden oder Griechen, Sklaven oder freie Menschen waren.

Und wir sind alle von dem einen Heiligen Geist durchtränkt worden.

14 Der menschliche Körper besteht ja auch nicht nur aus einem einzigen Teil, sondern aus vielen.

15 Selbst wenn der Fuß sagt: »Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Körper.« Er gehört trotzdem zum Körper.

16 Und wenn das Ohr sagt: »Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Körper.« Es gehört trotzdem zum Körper.

17 Wenn der ganze Körper ein Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör?

Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruchssinn?

18 Nun hat Gott aber jedem einzelnen Körperteil seinen Platz am Körper zugewiesen, ganz wie er wollte.

19 Wenn aber das Ganze nur ein Körperteil wäre, wie käme dann der Leib zustande?

20 Nun sind es zwar viele Teile, aber sie bilden einen Leib.

21 Deshalb kann das Auge nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht.« Oder der Kopf zu den Füßen: »Ich brauche euch nicht.«

22 Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer zu sein scheinen, umso notwendiger.

23 Die Teile des Körpers, die wir für weniger edel halten, kleiden wir mit besonderer Sorgfalt.

Und gerade bei den unanständigen Körperteilen achten wir darauf, dass sie anständig bedeckt sind.

24 Unsere anständigen Körperteile haben das nicht nötig.

Doch Gott hat den Leib zusammengefügt.

Er hat dafür gesorgt, dass die unscheinbaren Körperteile besonders geehrt werden.

25 Denn im Leib darf es keine Uneinigkeit geben, sondern alle Teile sollen einträchtig füreinander sorgen.

26 Wenn ein Teil leidet, leiden alle anderen Teile mit.

Und wenn ein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen Teile mit.

27 Ihr seid der Leib von Christus!

Jeder Einzelne von euch ist ein Teil davon.

 

Paulus beschreibt diesen Gedanken sehr ausführlich, weil ihm offensichtlich wichtig ist, dass wir diesen Gedanken nicht nur verstehen, sondern auch unser Leben miteinander als Leib Christi gestalten.

 

Was heißt das für uns nun ganz praktisch?

Leidet ein Glied, so leiden alle anderen Glieder mit. Wenn mein Kopf weh tut, dann sag ich auch nicht: Mein Kopf hat Schmerzen, sondern ICH habe Kopfschmerzen. Genauso natürlich auch umgekehrt.

 

Voraussetzung für einen gesunden Körper, ist dass der Informationsfluss innerhalb meines Körpers funktioniert. Dafür zuständig sind die Nerven. Sie geben Signale, die beispielsweise die Haut aufnimmt: Hitze, Kälte, Schmerz… an das Gehirn weiter, das dann die Information weiter verarbeitet und die passende Reaktion folgen lässt.

Wenn ein Mensch an Lepra (Aussatz) erkrankt, dann sterben die vom Aussatz betroffen Nervenzellen ab, was dazu führt, dass die Betroffenen kein Schmerzempfinden mehr haben und daher etwaige Verletzungen unbehandelt bleiben.

 

Übertragen auf den Leib Christi bedeutet das, dass wenn Jesus der Kopf (Gehirn) ist, und wir die einzelnen Glieder sind, dass die Nerven dann unsere Gebete sind.

Genauso wie die Nerven, ihre Information nicht nur in eine Richtung weiterleiten, so sind auch unsere Gebete keine Einbahnstraße. Genauso wichtig, wie die Anbetung, der Dank und die Fürbitte ist auch das hörende Gebet. Im letzten Monat haben wir viel darüber gelernt, dass wir einen redenden Gott haben, der sich gerne uns mitteilt. Meine Schafe kennen meine Stimme, hat Jesus uns versprochen.

 

Sehr viel, von dem was wir von Gott hören betrifft uns ganz persönlich. Aber je besser ich die Stimme des guten Hirten kenne, desto mehr wird er mir auch anvertrauen, das andere betrifft. Es geht dabei überhaupt nicht darum, dass wir an Geheimnisse, oder sehr persönliche Informationen kommen. „Ich weiß was du gestern getan hast und jetzt kann ich mit dem Finder auf dich zeigen!“

Wenn Gott dir Informationen über eine andere Person gibt, dann deshalb, weil er dich dazu gebrauchen will, dieser Person zu helfen. Du kannst Gott dann gleich fragen, was du für diese Person tun sollst: Für sie beten, ein Gespräch anbieten, ihr praktisch dienen usw.

 

Gott redet ja recht unterschiedlich zu uns. Dem Einen schenkt er vielleicht ein Bild, oder ein Wort der Erkenntnis, wieder andere merken intuitiv, was der Andere gerade braucht. Auch das kann Reden Gottes sein, auch wenn es sich für dich ganz „normal“ und unspektakulär anfühlt. Entscheidend ist ja, dass das passiert, was Gott sich wünscht: Dass wir in Liebe aufeinander Acht haben. Dass wir uns gegenseitig helfen und auferbauen. Dass wir unsere Schwester, oder unseren Bruder nicht alleine lassen mit seinem Problem, seiner Krankheit, seinen Kämpfen, oder was auch immer ihn/sie gerade belastet.

 

In gleicher Weise dürfen wir uns aneinander erfreuen. V26: wenn ein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen Teile mit.

 

In der Theorie klingt das alles super, aber wie sieht das in der Praxis aus? Wir sind, um jetzt ein anderes Bild zu gebrauchen, als geistliche Familie zusammengestellt. Wir bezeichnen uns zurecht als Brüder und Schwestern.

Seine Freunde kann man sich aussuchen, seine Familie nicht.

Die Familie und die Gemeinde sind die Orte, an denen wir uns sicher fühlen sollten, aber trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, sind die beiden Orte diejenigen, wo wir die tiefsten Verletzungen erfahren.

 

Die schlimmsten Verbrechen werden an Menschen verübt, die den Tätern Nahe stehen. Die meisten Morde sind Beziehungstaten. Täglich hören und lesen wir von Beziehungsdramen von Scheidungskriegen, von Missbrauch in der Familie usw.

 

Wir kennen Geschichten von Geschwistern, die nicht mehr miteinander reden, von Kindern, die ihre Eltern hassen und auch von enttäuschten Pastoren und Gemeindemitgliedern, die nichts mehr miteinander zu tun haben wollen.

 

Aber in unserer Gemeinde gibt es so etwas nicht, oder???

 

 

Ihr alle kennt den Vers aus 2. Kor 5,17:

Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen.

 

Im nächsten Vers heißt es dann: All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. Er hat uns beauftragt, diese Botschaft [von der Versöhnung] überall zu verkünden.

 

Dieser neue Mensch hat jetzt eine besondere Fähigkeit und eine damit verbundene Aufgabe: Versöhnung. Gott hat sich, durch JC mit uns versöhnt. Er hat uns nicht nur vergeben und alle unsere Sünden im Meer versenkt, dort wo es am tiefsten ist. Er ist noch einen Riesenschritt weitergegangen. Im Wort „versöhnt“ steckt das Wort „Sohn“ drin. Er macht uns zu seinen Kindern. Sein größter Wunsch ist, dass wir mit ihm zusammen sind, und nicht nur brav sind und nichts anstellen. Er will Kinder, keine Sklaven!

 

Weil wir nun versöhnt sind mit Gott, dürfen wir uns mit uns selber versöhnen. Das heißt wir dürfen uns selber so annehmen, wie wir sind und uns darüber freuen, dass Gott uns so wunderbar gemacht hat. Dass er dich einzigartig, schön, begabt und beauftragt hat.

 

Und zu diesem Versöhnt sein mit dem Vater im Himmel gehört auch, dass wir in diesem Geist der Versöhnung leben. Zuallererst in unserer geistlichen Familie.

 

Jesus hat gesagt:

Mt 5, 23f Wenn du also deine Opfergabe zum Altar bringst und dir fällt dort ein, dass jemand dir etwas vorzuwerfen hat, dann lass dein Opfer am Altar zurück, geh zu deinem Mitmenschen und versöhne dich mit ihm. Erst danach bring Gott dein Opfer dar.

 

Nicht nur Gehorsam, auch Versöhnung ist besser (und Gott wichtiger) als Opfer.

 

Die Gemeinde ist ein Ort der Heilung, im umfassendsten Sinn des Wortes. Gerade Beziehungen brauchen immer wieder Heilung. Gott kann- und er wird heilen, wenn wir mit ehrlichem Herzen zu ihm kommen.

 

Da wir ein Leib sind, brauchen wir immer wieder diese Versöhnung unter einander. Das heißt nicht, dass wir alle immer sympathisch finden und ständig zusammen sein müssen. Letzteres ist allein schon aufgrund unserer Größe und geographischen Gegebenheit schwierig. Aber es bedeutet, dass jedem, der sich zur Gemeinde zählt, etwas daran liegen muss, eine freundliche, entspannte und respektvolle Haltung zu allen anderen Gemeindemitgliedern zu haben. Natürlich wird es auch unter uns immer wieder Meinungsverschiedenheiten, Probleme und gelegentlich auch Streit geben. Das ist nicht das Problem. Als Paulus zu seiner zweiten Missionsreise aufbrach, gab es einen heftigen Streit mit Barnabas. (Apg 15,39) Grund war, dass Barnabas einen Mitarbeiter Namens Johannes Markus, der sie auf ihrer ersten Missionsreise im Stich gelassen hatte, wieder mitnehmen wollte, Paulus aber nicht.

 

Wichtig ist, dass wir im Streit nicht um jeden Preis auf unserer Position verharren und vor allem nicht unversöhnlich werden. Paulus und Barnabas lösten ihren Streit dadurch, dass sie nicht gemeinsam auf Missionsreise gingen, sondern zwei Teams bildeten. Später lobte Paulus den Johannes Markus als wertvollen Mitarbeiter. (2.Tim 4,11)

 

Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Diese Anweisung aus Eph 4,26 gilt nicht nur für Eheleute. Weil wir ja ein Leib sind, tun wir uns selber etwas Gutes, wenn wir uns am schnellstmöglichen Weg wieder versöhnen. Nochmals: Es ist ungesund Probleme um des lieben Friedens willen gar nicht anzusprechen, oder so zu tun, als gäbe es keine. Lasst uns ehrlich miteinander streiten, wenn es einen Grund dafür gibt. Aber lasst uns so streiten, dass wir uns danach wieder die Hand geben und in die Augen schauen können.

 

In der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, wird sichtbar, ob wir als Leib entweder wunderschön sind, oder aber auch unattraktiv. Menschen, die uns sehen merken sehr bald, ob wir nur so tun, als ob wir zusammengehören, oder ob das füreinander da sein, echt ist.

Unser Slogan lautet ja: Echt Ganz Sein.

 

Ich freue mich, dass wir da auf einem sehr guten Weg sind, dass dieser Slogan nicht nur am Papier steht, sondern mehr und mehr unseren „Leib“ wiederspiegelt.

Das Echte, die echte ungeheuchelte Liebe untereinander ist das, worin wir uns als Jünger Jesu auszeichnen.

Das ist unser „christliches Logo“.

Joh 13,35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

 

Wenn ich euch so ansehe, dann sehe ich viel von dieser Liebe zueinander. Eine Liebe, die durch den HG, in unsere Herzen ausgegossen ist.

 

Deshalb ist auch der Leib, zu dem Jesus uns zusammengestellt hat ein sehr schöner. Lasst uns da weiter dranbleiben und in dieser Gesinnung, dass für einander da sind, dass wir konstruktiv streiten und dass wir, wo immer es uns möglich ist, die Versöhnung suchen, weiterwachsen.