Ein Name, der in der HS relativ häufig vorkommt ist Philippus (Pferdefreund).
U.a. ein Apostel.
Der bekannteste Philippus begegnet uns in der Apg.
Er war einer der 7 Diakone, die in Apg 6 gewählt wurden.
Unmittelbar vor dessen Begegnung mit dem „Kämmerer aus Äthiopien“ (Philippus Airlines) lesen wir eine sehr interessante und entscheidende Geschichte:

Apg 8,1-25 (GN)
1 An diesem Tag begann für die Gemeinde in Jerusalem eine harte Verfolgung. Alle, die zu ihr gehörten, zerstreuten sich über Judäa und Samarien; nur die Apostel blieben in Jerusalem zurück.
2 Ein paar fromme Männer begruben Stephanus und hielten eine große Totenklage für ihn.
3 Saulus aber wollte die Gemeinde vernichten. Er durchsuchte die Häuser und ließ Männer und Frauen ins Gefängnis werfen.
Die Botschaft kommt nach Samarien
4 Die über das Land zerstreuten Christen zogen umher und verkündeten die Botschaft Gottes.
5 Unter ihnen war auch Philippus. Er kam nach Samaria, der Hauptstadt von Samarien, und verkündete, dass in Jesus der versprochene Retter gekommen sei.
6 Die Menge schenkte dem, was Philippus sagte, durchweg die größte Aufmerksamkeit; denn alle hörten von den Wundern, die er vollbrachte, und wurden auch selbst Augenzeugen davon.
7 Mit lautem Geschrei fuhren aus vielen Besessenen böse Geister aus, und viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden geheilt.
8 In der ganzen Stadt herrschte große Freude.
9 Nun lebte dort in der Stadt seit einiger Zeit ein Mann namens Simon, der sich mit Magie befasste und mit dem Anspruch auftrat, ein ganz Großer zu sein. Das ganze Volk von Samaria war von ihm hellauf begeistert.
10 Bis jetzt war er es gewesen, der alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, und alle Leute, von den einfachsten bis zu den gebildetsten, sagten von ihm: »Er ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird!«
11 Dass er so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, hatte seinen Grund; denn durch seine Zauberkünste hatte er die Menschen im Lauf der Zeit regelrecht um den Verstand gebracht.
12 Als nun Philippus die Botschaft von der anbrechenden Herrschaft Gottes verkündete und von Jesus Christus und der Macht seines Namens, glaubten die Leute ihm und ließen sich taufen, Männer wie Frauen.
13 Auch Simon kam zum Glauben. Nach seiner Taufe schloss er sich eng an Philippus an und konnte nicht genug staunen über die großen, machtvollen Wunder, die durch ihn geschahen.
14 Die Apostel in Jerusalem hörten, dass die Leute in Samarien die Botschaft Gottes angenommen hatten. Deshalb schickten sie Petrus und Johannes dorthin.
15 Die beiden kamen in die Stadt Samaria und beteten zu Gott, dass er den Getauften seinen Geist schenke.
16 Denn die Menschen waren zwar im Namen von Jesus, dem Herrn, getauft worden, aber der Heilige Geist war noch auf keinen von ihnen herabgekommen.
17 Nach dem Gebet legten Petrus und Johannes den Getauften die Hände auf, und sie wurden vom Heiligen Geist erfüllt.
18 Als Simon sah, dass die Menschen den Heiligen Geist empfingen, wenn die Apostel ihnen die Hände auflegten, bot er Petrus und Johannes Geld an
19 und sagte: »Verleiht doch auch mir diese Fähigkeit! Ich möchte, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt!«
20 Aber Petrus sagte zu ihm: »Zur Hölle mit dir und deinem Geld! Meinst du vielleicht, du könntest kaufen, was Gott schenkt?
21 Du gehörst nicht mehr zu uns, für dich ist kein Platz in der Gemeinde, weil du dich Gott nicht aufrichtig zuwendest.
22 Kehr um und gib deine Falschheit auf! Bete zum Herrn, dass er dir vielleicht deine bösen Absichten verzeiht!
23 Ich sehe, du bist voller Verkehrtheit und ganz ins Böse verstrickt!«
24 Da bat Simon die Apostel: »Betet ihr für mich zum Herrn, dass die Strafen nicht über mich kommen, die ihr mir angedroht habt!«
25 Petrus und Johannes blieben noch in Samaria, bezeugten Jesus als den Herrn* und sagten den Menschen die Botschaft Gottes; dann kehrten sie nach Jerusalem zurück. Unterwegs verkündeten sie in vielen Dörfern Samariens die Gute Nachricht.

Hier in dieser Geschichte muss die noch junge Gemeinde Jesu 2 Gefahren ins Auge blicken:
1.) Gefahr von außen: Verfolgung.
Ein paar Kapitel (Monate) vorher lesen wir, dass die junge Gemeinde in Jerusalem „Gunst beim Volk“ hatte.
Aber so eine allgemeine Stimmung kann sehr schnell umschlagen: Hosianna, kurz darauf: Kreuzigt ihn!

Die Verfolgung hat das Ziel, die noch junge Gemeinde zu schwächen, bzw. zu vernichten. Aber wie so oft, wird damit genau das Gegenteil erreicht.
„Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche“
So trägt auch die Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem dazu bei, dass sich die Gemeinde rasch ausbreitet, weil: Apg 8,4
Die über das Land zerstreuten Christen zogen umher und verkündeten die Botschaft Gottes.

Vor ziemlich genau 25 Jahren fiel die Berliner Mauer.
Die DDR als kommunistischer Staat kämpfte gegen die Religion (Opium für das Volk) und verfolgte daher auch die christliche Kirche. Pastoren und Pfarrer, die zu kritisch predigten wurden verhaftet, Gläubige wurden benachteiligt, sogar historische Kirchengebäude wurden gesprengt.
Viele „Traditionschristen“ traten daraufhin aus den Kirchen aus, so dass es letztendlich offiziell weniger als 20% an Christen in der DDR gab.
Aber dieser verbleibende Rest war dafür lebendig. Das berühmt gewordene „Montagsgebet“ in der Leipziger Nikolaikirche war eines der entscheidendsten „Waffen“ im friedlichen Kampf gegen das Unterdrücker Regime. Es waren die Christen, die der Bevölkerung den Glauben an eine unblutige Wende gaben, wie sie dann ja auch passierte. Das so genannte „Wunder von Dresden“ begann im Gebet und dieses Gebet war eine Folge des Drucks von Außen.
Der Teufel hat sich damit, wie so oft in der Geschichte ein Eigentor geschossen.
Solche Prozesse haben wir wie gesagt in der Kirchengeschichte immer wieder erlebt.
Druck von Außen schadet der Sache Jesu meist nur kurzfristig. Die „Schlacke“ fällt ab und das reine Gold leuchtet dann um so heller.

Das was in der Kirchengeschichte und auch hier in dieser Begebenheit in der Apg viel gefährlicher war, war die:

2.) Gefahr von Innen.

Simon der Zauberer hat auch seinen Platz in der Kirchengeschichte – und zwar als der erste gnostische Irrlehrer.
Die Gnosis war eine Strömung innerhalb der frühen Kirche, die einen ein Leib – Geist Dualismus lehrte. Der Körper wird entweder als Gefängnis des Geistes betrachtet und muss geknechtet werden (Askese). Alles Körperliche wird als „weltlich“ und daher „schlecht“ und abgelehnt.
Oder aber es ist ganz egal was der Körper tut, also kann er alle Triebe hemmungslos ausleben.
Für uns Menschen, die wir in diesem bösen Körper gefangen sind, geht es darum sich des göttlichen Kerns, der in uns ist bewusst zu werden, um die Verhaftungen an die materielle Welt erkennen und lösen zu können. Ziel ist es also ein „Geistmensch“ zu werden.
Dieser Leib – Geist Dualismus taucht bis heute immer wieder in den verschiedensten Formen im Christentum und darüber hinaus auf.

Weil es bei der gnostischen Lehre um „Erkenntnis“ geht, braucht man besondere Offenbarungen um im Glauben weiter zu kommen. Die Gnostiker schufen ein Kastensystem, das zwischen einfachen (dummen) Gläubigen (Hyliker), Fortgeschrittenen (Psychiker) und geistlichen Profis (Pneumatiker) unterschied. Christen erster, zweiter und dritter Klasse. Nur die Pneumatiker durchsteigen geistig die Weiten der himmlischen Sphären, kennen sich mit kosmischen Mächten, Göttern und Dämonen aus, haben Eingebungen und Erkenntnis. Sie stehen einfach „über den Dingen“.
Paulus muss sich im 2. Korintherbrief mit solchen „Superaposteln“ herumschlagen, die sich auf ihre Erkenntnisse etwas einbilden. Er kommt in dieser Diskussion zu dem Ergebnis: 2.Kor 12,7-10
Ich habe unbeschreibliche Dinge geschaut. Aber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen ‚Stachel ins Fleisch‘ gegeben: …
… der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«
Jetzt trage ich meine Schwäche gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann.
Darum freue ich mich über meine Schwächen, über Misshandlungen, Notlagen, Verfolgungen und Schwierigkeiten. Denn gerade wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Geistliche Vorbilder sind gut, aber wenn sie zu (Halb) Göttern hochgepriesen werden, ist das weder für uns, noch für sie selber gut.
In Afrika und im Asiatischen Raum, zum Teil auch in Amerika genießen Pastoren oft einmal eine Sonderstellung, die nicht dem Evangelium entspricht.
Dieses Denken herrscht übrigens nach wir vor aber auch in der röm. kath. Kirche vor. Die „geistlichen Herren“ stehen über den Laien und deshalb war es lange Zeit zum Beispiel nicht denkbar, dass manche von ihnen sich an Kindern vergehen.
Jesus hat gesagt: Mt 23,8
Aber ihr sollt euch nicht ‚ehrwürdiger Lehrer‘ nennen lassen; denn ihr seid untereinander alle Brüder und Schwestern, und nur einer ist euer Lehrer.
Als Pastor bin ich nicht „geistlicher“ als du.

Hier in dieser Geschichte vom Zauberer Simon finden wir eine Wurzel für die gnostische Lehre, bzw. das Denken, dem diese Irrlehre vorangeht:
Dieser Simon hatte übernatürliche Fähigkeiten, die er dazu nutzte um sich selber in den Mittelpunkt zu stellen. Er ließ sich als „die große Kraft Gottes“ feiern und verehren. Er wollte den Platz Gottes einnehmen. „Ich will selber Gott sein“ ist ja bekanntlich die Ursünde des Menschen. Mit dem Versprechen „Ihr werdet sein wie Gott“ hat Satan die Menschen bereits im Paradies verführt. Bis heute steckt dieses Streben in uns drin.
Simon hatte die Menschen in Samaria fest in seiner Hand, bis zu dem Zeitpunkt als Philippus in der Stadt auftaucht.

Philippus vollbrachte auch aufsehen erregende Taten, aber im Unterschied zu Simon, waren die Zeichen und Wunder, die er vollbrachte keine Show um auf ihn selber hin zu weisen, sondern eine Bestätigung, dass das Evangelium, das Philippus predigte echt war. Dass der Gott von dem er erzählte stärker ist, als die Nöte, Sorgen, Krankheiten, Bindungen und Herausforderungen der Menschen. Wie sich herausstellte auch stärker als die Zauberkraft des Simon.
Wenn Gott Wunder tut, dann nicht um dem Menschen, den er als Werkzeug einsetzt zu Ruhm, Ehre und Reichtum zu verhelfen, sondern um den Kranken, Schwachen oder Benachteiligten seine Liebe, Hilfe und Fürsorge zu zeigen.

Die Predigt und die Taten von Philippus zeigten Wirkung: Viele kamen zum Glauben und ließen sich Taufen.
Sogar Simon wird gläubig, lässt sich taufen und hält sich eng an Philippus.
Jetzt möchte man glauben: Das ist ja alles super, happy end, alle sind glücklich.
Aber die Geschichte geht noch weiter:
18 Als Simon sah, dass die Menschen den Heiligen Geist empfingen, wenn die Apostel ihnen die Hände auflegten, bot er Petrus und Johannes Geld an
19 und sagte: »Verleiht doch auch mir diese Fähigkeit! Ich möchte, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt!«

Und da wird Petrus ziemlich sauer. Berechtigterweise.
Die Gaben, die Gott schenkt kann man nicht kaufen. Simon möchte ein Geschäft machen. Er dachte sich: Das ist eine gute Investition. Wenn ich jetzt den Aposteln Geld für die Fähigkeit gebe, den HG zu „verwalten“, habe ich ein Instrument, das ich zu meinem eigenen Vorteil nutzen kann. Für ihn ist der HG eine Ware über die er glaubt verfügen zu können.
In V21 bringt Petrus auf den Punkt, was bei Simon nicht in Ordnung ist:
Du gehörst nicht mehr zu uns, für dich ist kein Platz in der Gemeinde, weil du dich Gott nicht aufrichtig zuwendest.
Wörtlich: Dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott.

Ein Christ zu werden ist ja eine leichte Übung. Ich spreche ein Übergabegebet und – Schwups – schon bin ich errettet, oder?
Röm 10,9
Wenn ihr also mit dem Mund bekennt: »Jesus ist der Herr«, …, werdet ihr gerettet.
Wenn ihr also mit dem Mund bekennt: »Jesus ist der Herr«, und im Herzen glaubt, dass Gott ihn vom Tod auferweckt hat, werdet ihr gerettet.

Wenn das Herz nicht ehrlich meint, was ich in dem Übergabegebet sage, nämlich dass mir meine Sünden leid tun, und ich Jesus bitte Herr und Heiland meines Lebens zu werden, dann ist das schönste Übergabegebet nichts wert. Dann bleibt das Ganze ein netter Gedanke, und etwas warme Luft aus meinem Mund, mehr nicht.
Das Herz des Simon war nicht aufrichtig vor Gott, da half ihm auch seine Taufe und das Eng an Philippus halten nichts.

Jesus will keine Lippenbekenntnisse von dir hören, er will dein Herz verändern.

Leider gibt es bis heute viel zu viele Simons in dieser Welt. Menschen, die es vielleicht sogar gut meinen, aber ihr Herz nicht zur Gänze Gott unterstellt haben.
Viele Energetiker glauben durch „Gottes Kraft“ Menschen zu helfen, in Wahrheit aber, wissen sie gar nicht auf welche Kräfte sie sich da einlassen. Den Herrn der Herrn und den Arzt der Ärzte kennen sie nicht, weil ihr Herz nicht aufrichtig Gott und seinen Willen sucht.

Viele Menschen nennen sich zwar Christ, aber wenn es darum geht wirklich gehorsam zu sein, ist ihnen ihr Bauch wichtiger als ihr Herz.

Manche Menschen nennen sich aus voller Überzeugung Christ, besuchen vielleicht auch regelmäßig den Gottesdienst, aber auf dem Thron ihres Herzens sitzt nicht Jesus, sondern ihr eigenes Ego.
Das Traurige ist: Diese Menschen haben mehr Potential der Gemeinde Jesu zu schaden, als Menschen und Mächte, die uns offenkundig feindlich gegenüber treten.
Menschen mit einem unaufrichtigem Herzen führen zu Neid, Parteiungen, Spaltungen und dem Niedergang von Gemeinden.

Die Gefahr von Innen ist größer als die Gefahr von Außen.
Dieser Simon steckt in jedem von uns drin, wenn wir es zulassen, dass unser Herz nicht aufrichtig vor Gott bleibt.
Ich spreche nicht davon, dass wir schwache Menschen sind und immer wieder auf die Nase fallen, Gott ungehorsam sind und sündigen.
Aber wenn wir anfangen vor Gott nicht mehr ehrlich zu sein, verlieren wir den Anschluss, die Verbindung, die Beziehung zu unserem himmlischen Vater. Wir verlieren das, was uns als Christ ausmacht: Unseren Stand als Kinder Gottes. Nicht weil der Vater im Himmel uns verstößt. Sondern weil er mit seiner Liebe zu unserem verschlossenen Herzen nicht mehr vordringen kann.
Als Kinder sollten wir wissen, dass wir ihm ohnehin nichts vormachen können.

Wir haben auf unseren Foldern den Slogan: Echt Ganz Sein.
Genau darum geht es. Wir dürfen vor ihm – und dann auch vor einander ganz echt sein, um als Menschen in dieser Welt echt ganz sein zu können.