Ps. 23 aus 2 verschiedenen Übersetzungen:

Schlachter:

Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.

 

Neues Leben. Die Bibel:

Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, ich habe alles, was ich brauche. Er lässt mich in grünen Tälern ausruhen, er führt mich zum frischen Wasser. Er gibt mir Kraft. Er zeigt mir den richtigen Weg um seines Namens willen. Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe, fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite. Dein Stecken und Stab schützen und trösten mich. Du deckst mir einen Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du nimmst mich als Gast auf und salbst mein Haupt mit Öl. Du überschüttest mich mit Segen. Deine Güte und Gnade begleiten mich alle Tage meines Lebens, und ich werde für immer im Hause des Herrn wohnen.

 

Ich möchte heute über eine Stelle in der Bibel sprechen, die sehr bekannt ist, von vielen zitiert ist und auch wirklich wunderschön ist. Die erste Stelle, die jemand auswendig lernt, weil sie immer so gut in alle Lebenslagen passt und Halt gibt.

 

Das ist ein Psalm, wo David von Frieden spricht, der Friede in uns. Friede ist eine Manifestation Gottes Gedanken über uns. Wenn wir ihn an unsere Probleme heran lassen, sie mit ihm besprechen, ihn um Rat fragen dann breitet sich in uns ein körperlicher Friede aus. Gott ist nie nervös über etwas!

 

Wir hingegen machen unsere Probleme größer. Je länger wir sie betrachten, desto größer werden sie. Das wird dann zu einer Rechtfertigung dafür, dass wir uns fürchten. Denn wenn wir auf Gott schauen, relativiert sich unser Problem, wir bekommen eine ewige, eine himmlische Perspektive, und damit auch Zugang zu übernatürlichen Lösungen.

 

In diesem Psalm wird nichts ignoriert. Es geht da um alle Tiefen und Höhen eines Menschenlebens, konkret die des König Davids. Und wir zitieren oft diesen Psalm und berufen uns auf das was dann kommt, und lassen diesen ersten Punkt aus den Augen.

 

Aber das, was David da als erstes ausdrückt, und das ist wahrscheinlich sein Geheimnis, das Rezept seines erfolgreichen Lebens als ein Mensch nach Gottes Herzen, das sind seine Prioritäten. Der erste Punkt, den David anführt ist der Schlüssel zu all dem Nachfolgenden.

 

Der Herr…

 

Wir haben letztes Mal über Verlässlichkeit geredet und darüber, dass wir unsere Versprechen Gott gegenüber halten sollen. Hier in dem Psalm lesen wir, wie das Leben eines Menschen ausschaut, der genau das tut. Der die Zugehörigkeit, die Intimität zu seinem geliebten Gott fast immer an erste Stelle setzt und so ein Mann nach dem Herzen Gottes wird, wie die Bibel das ausdrückt.

 

Und wir dürfen nicht vergessen, das ist im AT, also vor Jesus! Als nur der Hohe Priester und auch nur 1x im Jahr sich Gott nähern durfte und eine solche Angst davor hatte, dass er an seinem Gewand Schnüre befestigt hatte, damit ihn die Kollegen aus dem Allerheiligsten herausziehen konnten, falls ihn Gottes Gegenwart töten würde. Und da ist der König David, der einst ein kleiner Hirtenbub war, einer, der von seiner Familie verachtet bzw. nicht einmal wahrgenommen wurde.

 

Und doch hatte er schon damals seinen Gott als Herrn kennengelernt, als er Hirte war und Gott ihm im Kampf gegen Löwen und Bären half, die er mit übernatürlicher Kraft mit bloßen Händen erlegte.

 

Der Herr ist mein Hirte. Da steht nicht: mein Kollege ist mein Hirte, oder mein Buddy ist mein Hirte, oder mein Diener ist mein Hirte oder dieser Unbekannte, über den ich mir noch keine Gedanken gemacht habe. Ich denke, David hatte seine Priorität richtig. Zuerst einmal war Gott sein Herr.

 

Ich glaube, wenn wir Angst haben, haben wir ein Herrschaftsproblem. In der Bibel steht, dass Angst das Gegenteil von Liebe ist. Angst geht nie von Gott aus und sie ist nie konstruktiv. Sie rechnet nicht mit Gott. Sie kennt Gott nicht. Mein Problem wird so groß, dass ich vergesse, wer Jesus ist. So groß, dass ich selber Jesus befehlen möchte wie er was und wann zu tun hat.

 

Wenn ich Probleme in Beziehungen zu anderen Menschen habe (oft innerhalb der Familie am ärgsten), ist das auch meistens ein Herrschaftsproblem. Ich bin so drinnen im Anschuldigen und im Verurteilen von anderen oder mir selber, im Vergleichen nach oben oder nach unten, dass ich vergesse, wer Jesus ist. Dass ich wiederum von Jesus wegschaue und ihm damit sage, dass ich es besser weiß, oder dass ich so arm bin, also ein Opfer, das nicht einmal von Jesus aus meiner furchtbaren Situation herausgeholt werden kann. Also ich will Jesus diktieren, was er zu tun hat, damit es mir besser geht!

 

Oder ich ziehe einfach Schlüsse, was Gott wohl will. Das ist auch eine Schwäche. Wenn ich in einer Situation bin und so gewöhnt, dass ich weiß, was die Lösung ist und was Gott will, dass ich vergesse zu beten und Jesus zu fragen. Das ist auch ein Herrschaftsproblem. Ich soll so mit ihm in Verbindung sein, dass ich immer nach seinem Willen lebe und das sage und tue, was ich Jesus tun und sagen sehe.

 

Oft ist es so, dass Jesus uns trotzdem deckt, weil er ja weiß, dass wir es in seinem Sinn meinen. Aber manchmal muss er uns da unterbrechen und wir stehen ungedeckt da, weil es nicht sein Wille war. Wir waren zu familiär, haben schon vorher gewusst, was er wollen wird und Dinge in seinem Namen gesagt oder gebetet, ohne ihn zu fragen. Hat außer mir noch jemand diese Erfahrung gemacht?

 

In Ps. 23 stellt König David nicht fest, dass er keine Probleme mehr hat, sondern weil Jesus der Herr ist, ist er in jeder Situation seines Lebens erfolgreich!

 

In Römer 8/28 steht: „Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt.“ Das ist im Grunde das selbe. Auch hier steht nicht, dass wir nichts Schlechtes oder Unangenehmes erfahren wenn wir zu Gott gehören. Es steht nicht, dass uns Gott alles aus dem Weg räumt. Sondern dass das, was wir erleben, auch wenn es so schlimm ist, dass wir glauben, wir müssen sterben, es geht einfach nicht mehr, sogar das wird nur das Beste für uns sein. Im Nachhinein werden wir sehen, dass es wichtig war, dass wir das erlebt haben und dass Gott uns die ganze Zeit zur Seite war. Er hat auch in diesen Zeiten immer unsere Bedürfnisse gestillt, wir waren nie alleine.

 

Römer 8 Die ganze Schöpfung stöhnt und wir stöhnen mit ihr. Der Herr möchte von uns Anerkennung seiner Herrschaft. Und in dem Zusammenhang, im Zusammenhang damit, dass er der Herr ist, dass er das Sagen hat, bezeugen wir seine Güte. Wir dürfen nie aus unserer Abhängigkeit von ihm herauswachsen. Er ist der Vater, der gute Vater, der alles gibt, um mich zu gewinnen, ich kann immer mit allem zu ihm kommen, und er vergibt und versteht alles und seine Liebe hört nie auf, egal was ich mache,—- aber er ist immer Herr. Das bleibt er. Güte ist hier nicht zu verwechseln mit Schwäche.

 

Das Ziel ist – wie unser Motto in diesem Kirchenjahr: unsere Heiligung. Dass wir so werden wie Jesus. Rein und heilig. Er macht uns komplett neu. Wir, seine Braut, seine Gemeinde, jeder von uns, sollen ihn in Reinheit und Heiligkeit repräsentieren.

 

Er manifestiert sich verschieden in verschiedenen Lebenssituationen. Hier im Psalm sind einige dieser Stationen aufgezählt. Im Todestal gibt er uns Ruhe, Trost. Er führt uns durch unsere Anfechtungen, durch unsere Schmerzen. Er ist da.

 

Neulich hatte ich ziemliche Schmerzen. Natürlich in der Nacht. Es waren genau genommen 3 Nächte hinter einander. In der Früh war es jedes Mal wieder viel besser. Ich hatte einen Rückenschmerz, wo ich dachte, es hat jemand ein Messer in meinen Rücken gerannt und jetzt wird kräftig herumgebohrt damit. Sehr akut, nichts hat geholfen. Im Zimmer auf und abgegangen. Zuerst gebetet, befohlen, gejammert, mit Gott gehadert, so eine Nacht ist lang! Im Grunde hatte ich Angst, dass das immer so weiter geht und wer weiß was ich da habe!

 

Dann hab ich beschlossen, dass ich mich in seinen Willen begebe. Ich habe angefangen ihn anzubeten. Hab ihm gesagt, dass ich komplett ihm gehöre, mit oder ohne Schmerz, dass er das Recht hat, mir den Schmerz wegzunehmen oder zu behalten. Ich hab ihm gesagt, dass ich nie wieder im Himmel die Möglichkeit haben werde, ihm zu sagen, dass ich ihn in so einer Situation anbete und liebe, und dass es nichts gibt, das mich von meiner Meinung abbringen könnte, dass er ein liebender Vater ist und vollkommen gut.

 

Zuerst war es ganz rostig. Es hat sich unecht angefühlt. Aber ich konnte diese Dinge mit immer mehr Überzeugung sagen. Am Schluss hatte ich ein wirklich tolles Gefühl dabei. Gott hat mir etwas zurückgeschickt. Ich habe einfach gemerkt, dass er sich freut, dass er meine Anstrengungen würdigt. Ich habe seine Nähe gespürt. Und ich habe auch bemerkt, dass ich mich etwas entspannen konnte, indem ich nur auf ihn schaute. Es hat immer noch sehr weh getan aber ich habe von meinem Problem weggeschaut und er hat meine Bedürfnisse erfüllt. Ja, tatsächlich. In der Nacht hat er mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin mit meinen Schmerzen sondern dass er bei mir ist und alles weiß und mich liebt, dass er sich freut über unsere Beziehung, auch in dieser Extremsituation.

 

Ich habe in diesen Nächten eine neue Seite von ihm kennengelernt, habe gelernt, dass ich mich absolut auf ihn verlassen kann, und das war die ganze Situation wert. Ich meine, versteht mich nicht falsch, es war wirklich schlimm. Es war nicht so, dass ich das jederzeit wieder möchte. Aber es war gut. Ich war OK trotz der Umstände.

 

„Er bereitet einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“

 

Ein Tisch bedeutet Intimität, Gemeinschaft. Definiere deine Lebensumstände nicht am Feind, sondern an der Herrschaft Jesu. Die Schwierigkeiten sind nicht weg, aber sie sind nicht mehr so wichtig wegen dem Tisch. Schau den Feind gar nicht an! Setz dich mit dem Herrn an den Tisch, den er dir gedeckt hat – Gemeinschaft. Versuche nicht, dein Problem selber zu lösen, sondern schau auf den Herrn. Jedes Mal wenn du zu Jesus sagst: „ich liebe dich“, hört das der Feind. Intimität mitten in der Schlacht. Rund herum tobt es, und du sitzt mit deinem Herrn am Tisch und flüsterst ihm Liebesbotschaften zu. Feind frustriert? Wetten?

 

Ich denke da an eine Werbung, die ich einmal gesehen habe. Martin hat gemeint, dass es vielleicht eine Vision war, weil niemand diese Werbung kennt…:) Da war eine Schlacht, so im Mittelalter mit Schwertern und Pfeilen, Pferden, es hat alles getobt. Und mitten durch ist eine wunderschöne Dame gegangen. Ganz ruhig und völlig unbeteiligt. Sie hat nicht einmal gemerkt, wie die Geschütze rund um sie herumschwirren. Sie ist einfach völlig unbekümmert mitten durch geschwebt. Ich hab mir gedacht, das ist genau das, was wir als Christen erleben. Wir sind mitten in einer Schlacht, mitten unter Feinden, aber wir sind mit Jesus intim, sitzen mit ihm an dem Tisch, den er uns gedeckt hat, flüstern ihm zu, wie sehr wir ihn lieben, unseren König! Wie schön! Ich möchte für mich, dass ich immer mehr diese Perspektive bekomme.

 

„Mein Becher fließt über“ – Beispiel

 

Das ist wie bei uns zu Hause. Ihr könnt Martin fragen! Wenn ich was herrichte, geht die Schüssel oder der Teller immer über. Er sagt immer zu mir, ich soll doch eine größere Schüssel nehmen! Aber weißt du was? Es hat keinen Sinn, die geht dann auch wieder über. Kann mir einfach nicht helfen…

Ich hab einen Bericht aus Bethel gehört. Einer der Pastoren ist nicht Amerikaner und war in seinem Heimatland auf Urlaub. Als er mit seiner Greencard wieder eingereist ist, hat ihn der Grenzpolizist gefragt, ob er leicht in der Bethel Church in Redding arbeitet. Er hat bejaht. Da hat der gesagt, er muss ihm etwas erzählen: Sein Freund hatte Krebs im letzten Stadium. Überall Metastasen. Die Ärzte haben ihm nur mehr ein paar Wochen zum Leben gegeben. Er ist zur Bethel Church gefahren und als Erstes in das Gebetshaus dort gegangen. Als er da hinein ging, war er geheilt.

 

War jemandes Becher übergeflossen? Gott schenkt uns so viel ein, dass für die anderen auch noch was da ist. Unser Gedankenmuster des Mangels muss gehen. Das ist ein Produkt der Angst, nicht der Wahrheit. In Wahrheit schenkt Gott uns so viel ein, dass alles übergeht, und für alle anderen auch noch was da ist.

 

„Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang“

 

Wir wollen gerne das Ergebnis. Das Wunder, dass alles sofort gut ist. Und das ist klar, das ist wirklich unser Ziel. Aber oft wollen wir, dass er sofort das tut, was wir wollen, weil wir wissen doch, was jetzt das Richtige ist, nämlich das Wunder, oder?

Er will aber lieber die Reise mit mir durch alle meine Umstände. Es ist Gott viel wichtiger, dass ich weiß und ihm vertrauen lerne, dass er bei mir ist, in allen Lebenslagen. Wie kann ich das lernen, wenn ich nie in Lebenslagen bin, wo ich ihn dringend brauche?

 

Wenn wir auf Jesus schauen, mit ihm intim sind, verfolgt uns das Gute und die Gnade. Wir können immer zu ihm gehen, wenn wir etwas angestellt haben. Gnade.

 

„Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

 

Das ist bereits im Hier und jetzt. Heute. Da geht es nicht um das Jenseits nach dem Tod. Auch. Aber das Schönste für Gott ist, wenn seine Kinder sagen: Beim Papa daheim ist es so gut und so schön, dass ich immer bei ihm sein möchte. Es geht da um ein Leben jeden Tag, jeden Herzschlag, das bei Gott wohnt, das bereits im Himmel ist. Himmlische Staatsbürger, wohnhaft auf dieser Welt. Wir sind schon jetzt im Hause des Herrn und bleiben es auch.

 

Gebet:

Jesus, du bist unser perfekter Hirte. Wir entschließen uns heute, dass wir auf dich schauen, dass du unser Herr und König bist, egal welche Probleme in unserem Leben sind. Wir gehören dir, und wir lassen uns ganz ein auf dich, egal ob es uns gut oder schlecht geht. Zeige uns, wer du bist und schenke uns immer mehr Hunger nach dir! Danke dass du uns Leben im Überfluss gibst.