„Chef, darf ich heute zwei Stunden früher Schluss machen? Meine Frau will mit mir einkaufen gehen.“

„Kommt gar nicht in Frage.“

„Vielen Dank Chef, ich wusste, sie würden mich nicht im Stich lassen.“

 

Wir feiern heute das Erntedankfest. Dieses Fest hat eine lange Tradition. Im Judentum gibt es Schawuot, das Wochenfest, nach Beginn der Ernte, und das Sukkot, das Laubhüttenfest, im Herbst am Ende der Weinlese.

Im römischen Reich wurde ein ähnliches Fest schon gefeiert, bevor das Christentum Staatsreligion wurde.

Auch in vielen nichtchristlichen Kulturen gibt es ähnliche Feste. So feiern beispielsweise Japaner ein Fest, das sich „Kosten des neuen Reises“ nennt, bei welchem den Göttern durch den Kaiser frisch geernteter Reis geopfert wird.

Da Nahrung für uns lebensnotwendig ist und wir vom „Ertrag der Erde“ abhängig sind, liegt es auf der Hand, sich dafür zu bedanken.

 

Wir Christen wissen, dass es kein evolutionärer Zufall ist, dass die Erde gute Früchte hervorbringt, sondern dass es Gottes Plan war, uns auf diese Weise mit Nahrung zu versorgen. Von daher ist es selbstverständlich ihm dafür zu danken.

Als Kinder Gottes haben wir darüber hinaus jede Menge Gründe unserem Vater im Himmel dankbar zu sein.

Das amerikanische „Thanksgiving“, das in den USA am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, geht über unser Verständnis des Erntedankfestes hinaus. An diesem Tag bedankt man sich für alles Gute und allen Erfolg.

Alle bisherigen Präsidenten der USA, von George Washington bis Barack Obama haben zu diesem Anlass ihren Dank an Gott proklamiert. „Zu Gott richten wir unsere Herzen empor aus Dankbarkeit für unsere vielen Segnungen, füreinander und für unsere Nation.“ (Barack Obama: Presidential Proclamation–Thanksgiving Day 2010; whitehouse.gov, 23. November 2010)

Übrigens wird dieser Tag nicht nur von den Christen in Amerika, sondern von fast allen Menschen begangen.

 

Einen Einheitlichen Termin für unser Erntedankfest gibt es nicht. Die meisten Kirchen feiern dieses Fest Ende September oder Anfang Oktober. Auch wir haben die Freiheit dieses Fest dann zu feiern, wenn es vom Termin her passt.

 

Wenn wir in die Bibel schauen, dann sehen wir, dass beispielsweise Jesus ein Leben voller Dankbarkeit führte.

Bsp.: Speisung der 4 und 5000, Abendmahl, Lazarus…

Wir lesen auch in der Bibel, dass Paulus und die anderen Schreiber immer wieder darauf hingewiesen haben, wie wichtig Dankbarkeit für unser Leben als Christ ist.

Beispielsweise schreibt Paulus in Kol 3, wie wir unser Leben als Christen gestalten sollen. Er spricht davon, dass wir den alten Menschen abgelegt und einen neuen Menschen angezogen haben (Vergangenheit!)

Nun sollen wir auch gemäß dieser neuen „Kleidung“ leben.

Zu diesem neuen Leben gehört Dankbarkeit:

Kol 3,15-17

15 Der Frieden, den Christus schenkt, muss euer ganzes Denken und Tun bestimmen. In diesen Frieden hat Gott euch alle miteinander gerufen; ihr seid ja durch Christus ein Leib. Werdet dankbar!

16 Gebt dem Wort Raum, in dem Christus bei euch gegenwärtig ist. Lasst es seinen ganzen Reichtum unter euch entfalten. Unterweist und ermahnt einander mit aller Weisheit. Singt Gott von ganzem Herzen Psalmen, Hymnen, Loblieder, wie seine Gnade sie schenkt und sein Geist sie euch eingibt. [LÜ: singt Gott dankbar in euren Herzen.]

17 Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn, gehört. Euer ganzes Leben soll ein einziger Dank sein, den ihr Gott, dem Vater, durch Jesus Christus darbringt.

 

Eph 5,20:

Dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

 

Wenn man diesen Vers ernst nimmt, dann ist der schon eine Herausforderung. Natürlich gibt es vieles, wofür wir Dankbar sein können. Dass Gott uns versorgt, dass er unsere Gebete hört, dass er für uns da ist, dass er uns hilft und uns segnet. Wir können ihm gar nicht genug dafür danken, dass er uns so unendlich liebt, obwohl wir das nicht verdient haben. Allein für das, was Jesus am Kreuz für uns getan hat, können wir gar nicht genug danken. Ihm verdanken wir unser Leben im umfassendsten Sinn des Wortes.

Trotzdem kommen wir immer wieder in Situationen, in denen uns nicht nach Dank zumute ist. Sollen wir Gott auch für die negativen Dinge danken, die uns widerfahren? Sollen wir ihm danken, wenn jemand krank wird, oder einen Unfall hat? Müssen wir ihm für eine nicht bestandene Prüfung danken oder dafür, dass uns jemand verletzt hat?

 

Manchmal hilft es nicht, von den Problemen weg zu schauen und seine Gedanken auf etwas Positives zu richten, so wie das manche Psychologen vorschlagen. Es ist auch nicht immer hilfreich, sich vor Augen zu führen, dass es anderen noch schlechter geht als mir.

 

Dankt Gott zu jeder Zeit für alles?

Natürlich sind manches Jammern und die Unzufriedenheit in unserer Zeit ungerechtfertigt. Wenn ich mich darüber beklage, dass ich ein altes, verbeultes Auto fahre, dann hilft es mir sehr wohl mich daran zu erinnern, dass es seinen Zweck durchaus erfüllt, dass, als wir es bekommen haben auch schon einige Beulen hatte, aber wir sehr froh waren, es kaufen zu können und dass es sehr viele Menschen auf diesem Planeten gibt, die froh wären ein Auto wie das unsere zu besitzen.

So gesehen sind Ratschläge wie eine Dankbarkeitsliste zu erstellen und sie durchzulesen, wenn ich niedergeschlagen bin, durchaus hilfreich.

Oder auch sich dessen bewusst zu werden, was ich an Materiellen wie auch an nichtmateriellen Dingen habe.

Manchmal ist es auch wichtig, dass die verschiedenen Dinge im Leben den richtigen Stellenwert bekommen.

Bsp.: Berühmter Musiker nach einer schweren Operation:

„Ich sehe die Dinge nun anders. Ich weiß jetzt, dass Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist. Jeder Tag ist ein Glücksfall. Ich genieße jede einzelne Handlung, jeden Bissen Brot, jeden Blick aus dem Fenster.“

 

Es liegt sehr viel an unserer Einstellung, ob wir dankbar sein können, oder nicht.

 

Aber natürlich gibt es Schicksalsschläge, die mich zutiefst treffen und mich bis ins Innerste erschüttern. Soll ich dafür dankbar sein?

Dankt Gott zu jeder Zeit für alles?

 

Ich denke, es geht nicht darum, für die schlechten Dinge an sich dankbar zu sein, es ist auch nicht Gott, der mir diese negativen Dinge schickt, aber ich kann im Vertrauen auf Gott sehr wohl dafür dankbar sein, dass er aus diesen schlimmen Dingen etwas Gutes machen kann.

Ich glaube nicht, dass uns Gott Krankheiten schickt, damit wir etwas daraus lernen, aber er lässt Krankheiten durchaus zu damit wir die Möglichkeit haben im Vertrauen zu ihm zu wachsen. Wenn ich einen sehr anstrengenden Kollegen habe, dann hat Gott diesen Menschen nicht so gemacht, damit ich Geduld lerne, aber trotzdem kann ich mit Gottes Hilfe durch diesen Kollegen lernen geduldiger, nachsichtiger oder verständnisvoller zu werden. Hört ihr den Unterschied heraus?

Jak 1,17 Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen.

 

Und deshalb ist es Gott so wichtig, dass wir als seine Kinder lernen in Allem ihm zu vertrauen und dankbar zu sein.

Wenn wir Gott danken, dann richten wir unseren Blick weg von unseren Sorgen und Problemen, hin zu dem, der die Lösung für alle unsere Sorgen ist.

 

Zum Abschluss noch einmal ein Blick auf Kol 3:

1 Wenn ihr nun mit Christus zu einem neuen Leben auferweckt worden seid, dann richtet euer ganzes Leben nach ihm aus. Seht dahin, wo Christus ist, auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite.

2 Richtet eure Gedanken auf Gottes unsichtbare Welt und nicht auf das, was die irdische Welt zu bieten hat.

 

Dankbarkeit beginnt in meinen Gedanken und in meinem Herzen. Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über sagt JC.

Ein Dankbares Herz verändert unser Leben.

 

Der englische Philosoph Francis Bacon hat einmal gesagt:

„Nicht die Glücklichen sind dankbar,

es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“