Der Bräutigam flüstert seiner jungen Frau ins Ohr:

„Und von nun an, meine Liebste, werde ich dich auf Händen tragen“,

„Um Himmels willen“, entfährt es ihr, „hast du etwa das Auto verkauft?“

 

Mit unseren Händen können wir viel machen. Jemanden die Hand zu geben, bedeutet aber nicht, dass ich sie mir amputieren lassen muss.

Die Geste des „Hand Gebens“, oder genauer gesagt des „Hände Schüttelns“ ist bei uns weit verbreitet. Im Moment zwar eingeschränkt, auf Grund der Ansteckungsgefahr durch das Covid 19 Virus, aber grundsätzlich ist es bekannt als Zeichen der Begrüßung, der Nähe und Verbundenheit.

Eines der vermuteten Wurzeln des Handreichens besteht darin, meinem Gegenüber zu demonstrieren, dass ich in meiner rechten Hand keine Waffe trage und deshalb in friedlicher Absicht komme.

 

Aber nicht in allen Kulturen ist das so. Besonders in der Muslimen Welt drückt der Händedruck sehr viel Nähe, Verbundenheit und Herzlichkeit aus und ist deshalb in manchen streng religiösen Kreisen zwischen Männern und Frauen, die nicht verheiratet sind verboten, oder zumindest unüblich.

Aus genau diesem Grund kann es sein, dass ein Muslim zwar allen anwesenden Männern die Hand schüttelt, aber den Handschlag mit einer Frau verweigert. Dies tut er nicht, weil er sie beleidigen will, sondern weil er sie nicht entehren möchte.

Natürlich dürfen wir erwarten, dass Muslime, die bei uns leben, sich auch gemäß unserer Kultur verhalten. Aber so wie in allen kulturellen Belangen, so ist auch hier ein aufeinander zugehen von beiden Seiten hilfreich.

 

Im Hebräischen bedeutet [JaDa´H] danken so viel wie „Hand geben“.

Danken heißt also: dem Geber aller guten Gaben anerkennend meine Hand zu geben.

1Tim 4,4: Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Wir brauchen nichts davon abzulehnen, sondern dürfen es alles gebrauchen – wenn wir es nur mit Dank aus der Hand Gottes empfangen.

Ps 92,2: Es ist gut, dem HERRN zu danken!

Indem ich Gott danke, nehme ich seine Verheißungen als persönliches Geschenk an.

Das Danken (Hand geben) symbolisiert das Halten und Bekräftigen einer persönlichen Beziehung.

Durch das Danken wird ein offenes Bekenntnis zum Geber zum Ausdruck gebracht.

Deshalb kann man anstatt danken auch bekennen übersetzen, da der Dank ein Bekenntnis zum Geber ist.

 

Die hebräische Wortwurzel von danken [JaDa´H] ist auch in [JaDa´˜] erkennen (tiefe persönliche Beziehung, intim sein) enthalten.

D.h. ich kann mich nur zu jemand bekennen, wenn ich ihn vorher erkenne bzw. näher kenne.

 

Wenn ich Gott danke, bringe ich einerseits zum Ausdruck, dass ich mich zu IHM bekenne, und andererseits habe ich erkannt, dass die Gabe von ihm kommt und nicht von mir!

 

Das griechische Wort für danken im NT heißt: „eucharistäo“. Das Wort kennen wir in Zusammenhang mit der Eucharistiefeier in der RKK.

Es leitet sich von „chara“ Freude bzw. „charis“ Gnade (wörtlich: „erfreut werden“) ab.

Die Vorsilbe „euv-“ [ÄW-] bedeutet „wohl- “ (wie z.B. bei „Evangelium“ = Wohl-Kunde, gute Nachricht).

So ist das Danken eine WohlFreude, d.h. eine Freude am „Wohl“ des Geschenkten und ebenso auch ein auf das Wohl des Gebers bedachtes Freude-Bereiten.

 

Dank ist also ein freudiges Annehmen der Gnade und damit gleichzeitig auch ein Bekenntnis zum Geber der Gnade!

In dieser Freude über die Gnade Gottes steckt auch noch etwas ganz Besonderes:

Ich kann aufhören, die Gebote aus Angst vor Strafe einhalten zu wollen – was eh nichts bringt – stattdessen kann ich beginnen, seinen Willen zu tun, weil ER mich beschenkt und ich ihn erfreuen will!

 

Danken ist somit die beste Medizin gegen Sorgen und Unzufriedenheit! Phil 4,6 (LÜ): Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!

 

Dieses Danken, bereits bevor ich etwas erhalte, zeichnete nicht nur Jesus aus (Auferweckung des Lazarus, Abendmahl, Speisung der 4+5000 etc.), es durchzieht beispielsweise die Briefe des NT und ein Lebensmodell für uns Christen. Wer, wenn nicht wir haben jeden Tag unzählige Gründe zum Danken für alle die Schätze des Himmels, die er für uns bereithält.

Bei meinem Sozo letzte Woche wurde mir dieser Reichtum des Himmels wieder ganz neu bewusst und vor Augen geführt.

 

Dieses „dankbar Gott meine Hände entgegenstrecken“ lenkt meinen Blick weg von meinen eigenen Unmöglichkeiten, hin zu Gottes Möglichkeiten. Es drückt das Vertrauen aus, dass er nicht nur meine Bedürfnisse und Wünsche kennt, sondern dass er sich auch um alle diese Anliegen kümmern wird.

 

Wir dürfen alles in der Haltung des Dankes tun. Kol 3,17: Und alles, was auch immer ihr tut oder sagt, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen, durch den ihr Gott, dem Vater, danken sollt!

 

Das gilt in ganz besonderer Weise für alle Menschen. Paulus ermutigt Timotheus in 1Tim 2,1: Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist das Gebet, und zwar für alle Menschen. Bringt Bitten und Fürbitten und Dank für sie alle vor Gott!

 

Welch ein Vorrecht wir doch als seine Kinder haben.

Viele von uns haben Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Arbeits- und Schulkollegen, die das Leben-, die die Freiheit in Christus-, die Jesus selber noch nicht kennen. Viele von diesen Menschen sträuben sich hartnäckig, sich auf diesen Gott der Liebe einzulassen. Und es ist auch nicht unsere Aufgabe sie zu „bekehren“.

Was wir aber sehr wohl tun können, ist diese Menschen im Gebet vor den himmlischen Thorn zu bringen und den Heiligen Geist bitten, dass er ihre Herzen berührt, auf welche Weise auch immer.

 

Dankbarkeit beginnt in meinen Gedanken und in meinem Herzen. Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über sagt JC.

Ein dankbares Herz verändert unser Leben.

Und dieses neue Herz hat dann wieder, und damit schließt sich der Kreis, Auswirkung auf unsere Hände.

Nicht nur mein Mund geht über, wenn das Herz voller Lob und Dank ist, meine Hände werden ganz natürlich und selbstverständlich anfangen das zu tun, was Gott will.

 

Sabine hat euch bei der 20 Jahr Feier ein Bild unserer Vision von der Gemeinde gezeichnet. Dieses Männlein mit dem erneuerten, lebendigen, hingegebenen Herzen, mit den Augen und Ohren, die gleichzeitig beim HG, aber auch bei den Nöten der Mitmenschen sind und dessen Denken von der Weisheit und Wahrheit Gottes geprägt ist.

 

Dieser „Prototyp“ eines Gemeindemitglieds von TPL hat Hände, die nicht nur das Gute von Gott dankbar empfangen, was er uns gibt, sondern diese Hände werden zu einem ganz praktischen Kanal der Liebe Gottes für unsere Mitmenschen. Ganz egal, ob diese Mitmenschen zur Gemeinde gehören, oder noch nicht, egal ob sie an Jesus glauben, oder ihn vielleicht sogar aktiv ablehnen.

 

Diese dienenden Hände helfen auf der Baustelle, sie pflegen kleine Kinder und alte Menschen, sie geben durch einfache Berührungen das Gefühl von Geborgen sein wieder, sie bauen auf, was andere zerstört haben, sie geben Schutz, wo es nötig ist, sie tragen, wo andere die Kraft verlässt und sind manchmal einfach nur da, um eine andere Hand zu halten.

Aus der Dankbarkeit heraus wachsen uns solche Hände.

 

 

Video: „Hände“ von Carolin No

https://www.youtube.com/watch?v=nmTgIevvQdk