Ich gebe bei der Arbeit immer 100 %:

12 % am Montag.

23 % am Dienstag.

40 % am Mittwoch.

20 % am Donnerstag.

5 % am Freitag!

 

Was sagt die Bibel zum Thema Arbeit?

  1. Thess 3,10: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.

Paulus stellt sich klar gegen Sozialschmarotzer.

 

Das Mühlviertel ist eine Region, die dafür bekannt ist, dass die Menschen hier sehr fleißig sind.

Das betrifft nicht nur die Erwerbsmäßige Arbeit, sondern auch die nicht bezahlte. Vereine, Nachbarschaftshilfe, Garten, Haushalt…

Ein Kabarettist hat einmal gesagt, dass der Großteil der im Haushalt anfallenden Arbeiten vom ältesten weiblichen Familienmitglied geleistet wird…

„Mama, mach die Tür zu, ich kann nicht mit ansehen, wie du dich abschuftest!“

 

Manchmal übernimmt die älteste Schwester die Mutterrolle, wie auch in der folgenden Geschichte:

Lk 10,38-42 (NL)

38 Auf ihrem Weg nach Jerusalem kamen Jesus und die Jünger auch in ein Dorf, in dem eine Frau mit Namen Marta sie in ihr Haus einlud.

39 Ihre Schwester Maria saß Jesus zu Füßen und hörte ihm aufmerksam zu.

40 Marta dagegen mühte sich mit der Bewirtung der Gäste. Sie kam zu Jesus und sagte: »Herr, ist es nicht ungerecht, dass meine Schwester hier sitzt, während ich die ganze Arbeit tue? Sag ihr, sie soll kommen und mir helfen.«

41 Doch der Herr sagte zu ihr: »Meine liebe Marta, du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten!

42 Im Grunde ist doch nur eines wirklich wichtig. Maria hat erkannt, was das ist – und ich werde es ihr nicht nehmen.«

 

Arbeit ist Segen und Fluch gleichzeitig.

Wenn jemand nach längerer arbeitsloser Zeit eine Arbeit findet, ist er sehr froh, aber bereits nach kurzer Zeit wird er Tage erleben, an denen er nicht gerne zur Arbeit geht.

 

Geld zu verdienen ist nur eines von mehreren Gründen, warum es sinnvoll ist zu arbeiten.

„Arbeit befreit von drei Grundübeln: Not, Langeweile und Laster.“

Zu unseren menschlichen Grundbedürfnissen gehört auch einer sinnvollen und erfüllenden Tätigkeit nachzugehen.

Deshalb halte ich auch das Beschäftigungsverbot für Asylwerber falsch.

 

Aber Arbeit ist nicht alles im Leben. Sie kann auch zum Götzen werden, wenn sie mein ganzes Leben ausnahmslos bestimmt. Wenn ich 70, 80 oder mehr Stunden in der Woche arbeite, dann bleibt weder Zeit noch Energie um mich beispielsweise um soziale Kontakte zu kümmern, die aber auch enorm wichtig sind.

 

Martha kann man gut mit einer tüchtigen Mühlviertler Hausfrau vergleichen. Alles im und rund ums Haus ist sauber und aufgeräumt.

Sie hat sich rund um den Besuch von Jesus viele Gedanken gemacht, vielleicht ganz besondere Zutaten eingekauft, ein tolles Menü zusammengestellt, den Raum schön dekoriert und jetzt, wo er mit seinen Jüngern da ist, schwirrt sie zwischen Küche und Esszimmer hin und her.

Und ihre Schwester, das faule Stück, sitzt einfach da und lässt es sich gut gehen. Maria saß Jesus zu Füßen und hörte ihm aufmerksam zu.

 

Verständlich, dass sich Martha über diese Situation aufregt!

Müsste die Bibel Martha nicht Recht geben? Will Gott etwa nicht, dass wir fleißig sind? Sollte Jesus Maria nicht auffordern, ihrer Schwester zu helfen? Zumindest wünscht sich Martha das so von Jesus, aber dieser spielt nicht mit! Warum?

 

Gott lässt sich nicht so leicht für unsere Wünsche und Zwecke einspannen, auch wenn sie auf den ersten Blick noch so gut, brav, ja vielleicht sogar geistlich aussehen.

 

Jesus ließ sich auch bei der Hochzeit von Kana nicht von seiner Mutter einspannen, auch wenn er letztendlich doch ihrem Anliegen entsprochen hatte. Aber er selbst bleibt frei in seiner Entscheidung, wem er wann und auf welche Weise hilft, begegnet, rettet usw., oder auch noch nicht.

 

Es ist ja nicht so, dass Jesus den Fleiß der Martha kritisiert, ganz im Gegenteil. Er würdigt, dass sie sich so viel Mühe gibt. Aber Maria hat das bessere Teil erwählt, oder wie es in der obigen Übersetzung heißt: Maria hat erkannt, was wirklich wichtig ist.

 

Was ist dieses bessere Teil?

Was heißt das für uns ganz konkret: Zu Jesu Füßen zu sitzen und ihm zuhören?

Sollen wir immer dann, wenn es etwas zu tun gibt hinsetzen und in der Bibel lesen? Wohl kaum.

Jesus will uns keinesfalls zur Faulheit animieren.

 

Aber oft ist es so, dass wir vor lauter Geschäftigkeit das Wesentliche aus den Augen verlieren.

Stell dir vor, du bekommst Besuch von einem lieben Freund, den du schon lange nicht mehr gesehen hast. Während der ganzen Zeit, in der er bei dir ist kochst du auf, bewirtest ihn, sorgst dafür, dass er gut sitzt, immer genug zu trinken hat, ihn die Sonne nicht blendet, oder es ihm nicht zu kalt ist; kurz du bemühst dich darum, dass er alles bekommt, was er will. Aber nachdem er wieder weg ist, kommst du drauf, dass du gar nicht weißt, wie es ihm wirklich geht, weil du vor lauter Mühe und Arbeit für ihn, gar nicht dazu gekommen bist, wirklich in Ruhe mit ihm zu sprechen.

 

Oftmals schaut aber unsere Gottesbeziehung genau so aus. Wir dienen anderen Menschen im Namen Jesu, was ja voll super ist, wir spenden Geld, was ja auch nicht verkehrt ist, wir dienen im Lobpreis, in der Seelsorge, im Alltag mit unseren Gaben, wir erzählen Menschen, die Gott noch nicht kennen von unserem Glauben. In all dem verlieren wir uns in unserem Dienst für Jesus.

Ich kann sogar beten und in der Bibel lesen, mit der inneren Haltung es für Gott zu tun.

 

Für Gott und sein Reich aktiv zu sein ist ja nicht grundsätzlich falsch. Der Dienst für den Herrn kann sogar sehr erfüllend sein. Aber als Gott uns Menschen schuf, dachte er nicht daran jemanden zu erschaffen, der ihm Arbeit abnimmt. Wir sind nicht als Sklaven oder Roboter gedacht, denen Gott Befehle gibt, damit wir sie ausführen.

Als Gott dich schuf, wollte er ein Gegenüber haben. Jemanden, zu dem er eine Beziehung aufbauen- und diese Beziehung Tag für Tag vertiefen kann. Gemeinsam zu arbeiten kann durchaus auch beziehungsförderlich sein, wenn wir wirklich gemeinsam arbeiten. Meist ist es aber so, dass ich für Gott arbeite und dann zu ihm komme, in der Hoffnung, dass er zufrieden mit mir ist.

Vor allem aber braucht eine gesunde Beziehung zweckfreie Zeit miteinander. Zeit die wir nur für uns haben. Dazu braucht es ein „zur Ruhe kommen“.

 

Echte, tiefe Beziehungen brauchen Zeit, ein aufeinander zugehen und zuhören. Das braucht Nähe, manchmal sogar Intimität.

 

Für dieses zur Ruhe kommen hat Gott vorgesorgt: Das Sabbatgebot hat uns Gott ja nicht nur deshalb gegeben, weil unser Körper Erholung von der Arbeit braucht.

Der Sabbat ist zu allererst eine Maßnahme um die Beziehung zwischen Gott und mir zu gestalten.

Zum anderen dient er auch dazu, damit die Beziehungen unter einander wachsen können. Zeit für den Ehepartner, die Familie usw.

 

  1. Mo 20,8-11

8 Denke an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten.

9 Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun, 10 aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und dein Vieh und der Fremde bei dir, der innerhalb deiner Tore wohnt.

11 Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

 

Den Tag zu heiligen bedeutet, dass dieser Tag Gott gehört. Er selber ist der Grund, warum es diesen Ruhetag gibt und deshalb sollen wir uns am Feiertag primär auf ihn ausrichten. Ihn und seine Nähe suchen.

An allen anderen Tagen der Woche natürlich auch, aber am Sonntag in besonderer Weise.

Ich bin froh, dass der Sonntag bei uns in Österreich auch kulturell sehr stark verwurzelt ist und mir ist wichtig, dass das auch möglichst lange noch so bleibt: Stichwort: Ladenöffnung am Sonntag.

 

Vom Judentum her ist der Sabbat ja eigentlich der Samstag, die christliche Kirche hat den Sonntag zum Feiertag gemacht, weil es der Tag war, an dem Jesus von den Toten auferstand. Vom Neuen Testament her haben wir durchaus diese Freiheit.

Wichtig ist, dass wir ihn regelmäßig begehen.

 

Wenn der Gottesdienst, so wie in unserem Fall am Sonntagvormittag stattfindet, dann hat das den Zweck dass wir uns an diesem Tag, so wie Maria zu Jesu Füßen setzen und ihm zuhören.

Glücklich ist, wer für sich erkannt hat, dass er dadurch „das Gute Teil erwählt hat“.

Dieses Gute Teil soll dir nicht genommen werden. Hüte es um wieder Kraft und Freude für die Arbeit zu haben.

 

 

Lied: Herr, ich suche deine Ruhe