Erklärt der Lehrer: „Wörter die mit ‚un-‚ anfangen bedeuten immer etwas schlechtes, wie z.B. Unfrieden oder unangenehm. Kennt ihr noch ein Beispiel?“

Fritzchen meldet sich und sagt: „Ich kenn noch eins: UNTERRICHT!“

 

 

Die Sommerpause ist vorbei, wir wollen mit vollem Elan in das neue Arbeitsjahr starten.

Immer wenn wir etwas Neues beginnen, dann sind wir in der Regel mit vollem Eifer bei der Sache. Egal ob das in der ersten Klasse der Volksschule ist, ob es ein neuer Job ist, oder vielleicht eine neue Beziehung. Ein neuer Anfang hat einen besonderen Reiz.

Leider ist es oft so, dass dieser besondere Reiz schneller als uns lieb ist verloren geht und die Mühen des Alltags die Startenergie wieder auffrisst.

 

Ist das vielleicht auch im Glaubensleben so? Brauchen wir manchmal „Urlaub von Gott“, damit uns die Beziehung zu ihm wieder ganz neu wichtig wird?

Es ist ja nachgewiesenermaßen so, dass es manchen Menschen erst einmal schlecht gehen muss, damit sie umkehren und anfangen Jesus zu vertrauen.

Natürlich ist es so, dass es auch in unserer Beziehung zu Gott ähnlich ist, wie in menschlichen Beziehungen. Es gibt intensivere Zeiten und weniger intensive Zeiten. Es gibt Tage, an denen man sich ganz nahe ist, und andere Tage, an denen man das Gefühl hat, meilenweit voneinander entfernt zu sein, obwohl man vielleicht unter dem gleichen Dach wohnt.

Aber „Urlaub von Gott“ zu machen, nur um mit ihm dann den „Reiz des neuen Anfangs“ zu erleben halte ich nicht für sinnvoll.

 

Die Gemeinde an sich und auch das Programm der Gemeinde sind wichtige und wertvolle Hilfen um unser Glaubensleben zu unterstützen, aber wenn deine Gottesbeziehung nur dann lebendig ist, wenn es in der Gemeinde ein Programm gibt, dann heißt dein Gott nicht Jesus, sondern „Gemeinde“, und das ist dann eine Form von Götzendienst.

 

Mein primäres Ziel ist nicht, dass ihr von mir, oder von Treffpunkt Leben begeistert seid, sondern von Jesus. Um ihn geht es in der Gemeinde, nicht um ein Programm, nicht um den Pastor, nicht um den noch so tollen Lobpreis, noch um sonst etwas, das das Potential hat „wichtig“ für uns zu werden.

 

Um Jesus soll es gehen. Um ihn allein. Er ist der, der uns einen neuen Anfang, ein neues Leben geschenkt hat, und der, der immer wieder neu mit uns anfängt.

 

 

Ein Sportler brauch ein klar definiertes Ziel vor Augen, das er anpeilt.

In der Bibel wird des Öfteren ein Vergleich zwischen einem Sportler und unserem Glaubensleben gezogen:

 

Heb 12,1-2a

1 Da wir von so vielen Zeugen umgeben sind, die ein Leben durch den Glauben geführt haben, wollen wir jede Last ablegen, die uns behindert, besonders die Sünde, in die wir uns so leicht verstricken. Wir wollen den Wettlauf bis zum Ende durchhalten, für den wir bestimmt sind.

2 Dies tun wir, indem wir unsere Augen auf Jesus gerichtet halten, von dem unser Glaube vom Anfang bis zum Ende abhängt.

Wörtlich: „wegschauend von allem anderen, hin auf Jesus, den Anfänger (Urheber) und Vollender des Glaubens“

 

Jesus, der Anfänger (nicht im Sinne von Schüler) und Vollender unseres Glaubens. Ohne ihn hätte unser Glaube keinen Sinn, wäre all das, was wir an christlichen Dingen machen nur leere Religiosität.

 

Jesus wird im letzten Buch der Bibel als das Alpha und das Omega bezeichnet, er ist der, von dem her und zu dem hin alles geschaffen wurde, er gibt unserem Dasein auf dieser Erde erst Sinn.

 

Der Anfang ist entscheidend, wenn ich beispielsweise ein Haus baue. Wenn der Grundstein, oder das Fundament nicht ordentlich gemacht ist, dann macht es kaum einen Unterschied, ob ich ein schönes, oder ein einfaches Haus drauf stelle. Wenn das Fundament nicht trägt, wird beides einstürzen.

Auf den Anfang kommt es also an.

 

Kol 1,15-18:

15 Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Er war bereits da, noch bevor Gott irgendetwas erschuf, und ist der Erste aller Schöpfung.

16 Durch ihn hat Gott alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist. Er machte alles, was wir sehen, und das, was wir nicht sehen können, ob Könige, Reiche, Herrscher oder Gewalten. Alles ist durch ihn und für ihn erschaffen.

17 Er war da, noch bevor alles andere begann, und er hält die ganze Schöpfung zusammen.

18 Christus ist das Haupt der Gemeinde, und die Gemeinde ist sein Leib. Er ist der Anfang und als Erster von den Toten auferstanden, damit er in allem der Erste ist.

 

Jesus, in allem der Erste! Auch in deinem Leben? Ist er für dich dir uneingeschränkte Nr.1?

 

Was heißt das ganz praktisch: Jesus in allem der Erste?

Heißt das, dass wir immer „brav“ sein müssen, zu allen Menschen nett und freundlich, uns stets „politisch korrekt“ äußern sollen, unsere Steuern rechtzeitig bezahlen, niemanden betrügen, schon gar nicht unseren Ehepartner usw.?

Ist Jesus dann bereits Nr.1 in unserem Leben?

All das ist gut und richtig, aber ist das alles?

Jesus hat den Pharisäern und Schriftgelehrten nicht vorgeworfen, dass sie selbst von den Küchenkräutern den Zehnten Teil gaben. Sie haben sich in vielen Bereichen vorbildlich verhalten. Trotzdem kritisierte Jesus sie aufs Schärfste.

Warum? Weil sie nur äußerlich Gott gehorsam waren, nicht aber in ihrem Herzen.

 

Ist Jesus dann der Erste in deinem Leben, wenn du ein WWJD (What Would Jesus Do) Armband trägst und du versuchst ihn in möglichst viele Entscheidungen deines Lebens mit einzubeziehen?

Solche „liebevollen Stolpersteine“ sind sehr gut und können gute Hilfen sein, mein Leben „christlicher“ zu gestalten.

Aber so ein Armband macht noch keinen Nachfolger Jesu aus mir. Auch nicht mein Bemühen, ihn in meine Entscheidungen mit einzubeziehen. Das Leben mit Jesus geht noch viel weiter. Jesus war absolut radikal. Halbherzigkeit ging ihm gegen den Strich. Ihm nachzufolgen bedeutet auch, mich auf seine Radikalität einzulassen.

 

Diese Radikalität beginnt in meinem Denken.

Was ist der erste Gedanke, der dir morgens beim Aufwachen durch den Kopf geht? Wenn du verliebt bist, dann gilt der erste Gedanke deinem Liebling. Ganz automatisch. Erfahrungsgemäß flaut das Verliebt sein nach einer Weile wieder ab.

In der Offenbarung fordert Jesus uns auf, wieder zur ersten Liebe zu ihm zurück zu kehren.

Geht das überhaupt? Natürlich kann ich mich nicht auf Wunsch verlieben, aber ich kann die Entscheidung treffen, Jesus mit meinem ganzen Herzen zu lieben. (Eros – Agape)

 

In vielen Lobpreisliedern heißt es: „Ich geb mir dir ganz hin“, oder „ich folge dir“… Natürlich kann ich diese Lieder auch singen, ohne das Gesungene so zu meinen, aber damit mache ich mich zum Heuchler und ihr wisst ja, dass Jesus mit den Heuchlern ganz besonders hart ins Gericht ging. Jesus hasst Heuchelei heute noch genauso wie damals, als er als Mensch über diese Erde wanderte.

 

Deshalb möchte ich dich herausfordern: Wenn du diese erste Liebe vielleicht verloren hast, oder auch, wenn du Jesus bisher noch nicht wirklich nachgefolgt bist, vielleicht nur so religiös ein bisschen mitgeschwommen bist: Heute ist die Chance für einen neuen Anfang!

Jesus wartet darauf, dass du dein Herz aufmachst und dich ihm zuwendest. ER will dir begegnen. Er verspricht dir kein sorgenfreies Leben, aber ein Leben mit Sinn, ein erfülltes Leben.

Nur Jesus kann dir geben, wonach dein Herz sich sehnt: Die Liebe des Vaters im Himmel. Wenn du diese Liebe für dein Leben entdeckt hast, dann erkennst du, dass alles andere im Vergleich dazu keinen Wert besitzt.

Triff deine Entscheidung, er wartet mit offenen Armen auf dich!

 

 

Nach dem Gottesdienst gibt es ein paar Leute hier vorne, die dir anbieten, mit dir gemeinsam zu beten. Wenn du diesen ersten, oder vielleicht einen neuen Start mit Jesus wagen möchtest, dann komm hierher und bete gemeinsam mit diesen Mitarbeitern.

 

In Off 22,12-14 sagt Jesus:

Ja, ich komme bald. Und ich bringe jedem den Lohn mit, der seinen Taten entspricht. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Ursprung und das Ziel.

Wie glücklich werden dann alle sein, die ihre Kleider gewaschen haben. Die Tore der Stadt werden ihnen offenstehen und sie haben das Recht, vom Baum des Lebens zu essen.