Ein Fisch kommt in eine Drogerie und sagt: Ich hätte gern ein Antischuppen Shampoo 😊

 

Die griechische Vorsilbe „Anti“ findet sich in vielen deutschen, oder eingedeutschten Wörtern wieder. Das geht von der Antiautoritären Erziehung über Antialkoholische Getränke, Medikamenten wie Antibiotika und Antidepressiva bis hin zum derzeit aktuellen Antigen Test.

 

Im NT, das ja im Original in Altgriechisch verfasst ist, kommt diese Vorsilbe ebenfalls vor: Beim Antichristen.

 

Ich habe ja letzten Sonntag angefangen, darüber zu sprechen, was die Bibel tatsächlich über das Ende der Welt sagt. Wir haben anhand der Prophezeiungen im Buch Daniel gesehen, dass viele der dort getroffenen Aussagen, bereit erfüllt sind. Dass die dort angekündigten Kriege, Bedrängnisse und Katastrophen schon stattgefunden haben. Aber wir haben auch gesehen, dass bereits damals, vor etwa 2500 Jahren das Reich Gottes angekündigt wurde. Dieses Reich breitet sich seit Jesu Leben auf dieser Erde kontinuierlich aus. Keine Macht auf dieser Welt hat es seither aufhalten können und es wird auch in Zukunft durch nichts und niemanden aufgehalten werden können. Es wird so lange weiterwachsen, bis Jesus, am Ende der Zeit, für alle sichtbar wiederkommen wird.

 

Was hat es aber jetzt mit diesem Antichristen auf sich? War der auch schon da, oder kommt der erst? Ist er gleichzusetzen mit dem „Tier“, von dem in Off 13 berichtet wird? Wenn nicht, wer ist das dann?

Und was hat Jesus wirklich in seinen „Endzeitreden“ in Mt 24 und Lk 21 gesagt?

Diesen Fragen werden wir heute auf den Grund gehen.

 

Habt ihr gewusst, dass der Begriff Antichrist in der ganzen Bibel, nur an 4 Stellen erwähnt wird und diese 4 Stellen sich alle im 1. und 2. Johannesbrief befinden. Sonst kommt dieser Begriff nicht vor. Weder verwendet ihn Johannes in der von ihm verfassten Offenbarung, noch erwähnt ihn Jesus in seinen Endzeitreden, noch kommt er bei Paulus vor und auch nicht im AT. Weder bei Daniel, noch einem der anderen Propheten.

 

Lasst uns deshalb zunächst diese vier Stellen in den ersten beiden Johannesbriefen einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen:

 

  1. Joh 2,18-23

18 Liebe Kinder, die letzte Stunde ist angebrochen. Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und es sind schon viele solche Antichristen aufgetreten. Daher wissen wir, dass das Ende der Welt gekommen ist.

19 Diese Leute haben unsere Gemeinden verlassen, weil sie nie wirklich zu uns gehörten; sonst wären sie bei uns geblieben. Als sie uns verließen, wurde deutlich, dass sie nicht zu uns gehören.

20 Aber für euch gilt das nicht, denn der Heilige Geist ist auf euch herabgekommen, und ihr kennt alle die Wahrheit.

21 Ich schreibe euch also nicht, weil ihr nichts von der Wahrheit wisst, sondern weil ihr sie kennt! Euch ist klar, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt.

22 Und ist nicht der ein Lügner, der behauptet, Jesus sei nicht der Christus? Wer das behauptet, ist der Antichrist, denn er verleugnet den Vater und den Sohn.

23 Wer den Sohn verleugnet, gehört auch nicht zum Vater. Doch wer den Sohn bekennt, der gehört auch zum Vater.

 

  1. Joh 4,1-4

1 Liebe Freunde, glaubt nicht jedem, der behauptet, was er sagt, käme vom Heiligen Geist. Ihr müsst die Menschen prüfen, um festzustellen, ob der Geist, durch den sie reden, wirklich der Geist Gottes ist. Denn es gibt zahllose falsche Propheten in der Welt!

2 Und so erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder, der bekennt, dass Jesus Christus wirklich als Mensch auf die Erde gekommen ist, hat den Geist Gottes.

3 Wer Jesus so nicht bekennt, gehört nicht zu Gott. In einem solchen Menschen ist der Geist des Antichristen. Ihr habt ja gehört, dass dieser Geist in die Welt kommen wird, und er ist tatsächlich schon da.

4 Ihr aber gehört zu Gott, meine Kinder. Ihr habt euren Kampf gegen diese falschen Propheten bereits gewonnen, weil der Geist, der in euch lebt, größer ist als der Geist, der die Welt regiert.

 

So auch in 2. Joh 7

Viele Betrüger sind in die Welt gekommen. Sie glauben nicht, dass Jesus Christus wirklich in menschlicher Gestalt auf die Erde kam. Wer so denkt, ist ein Betrüger und Antichrist.

 

Lasst uns zunächst ganz nüchtern zusammentragen, was Johannes hier schreibt:

  1. Die letzte Zeit ist angebrochen.

Das stellte Johannes vor knapp 2000 Jahren fest. Tatsächlich ist es so, dass heilsgeschichtlich gesprochen fast alle wichtigen „Events“ schon stattgefunden haben. Jesus ist schon auf die Erde gekommen, er ist Mensch geworden. (Weihnachten)

Er ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben und am dritten Tag auferstanden. (Ostern)

Er hat uns den Heiligen Geist geschickt. (Pfingsten)

Das einzige ganz große Ereignis, das heilsgeschichtlich noch aussteht, ist dass Jesus am Ende aller Tage, für alle sichtbar erscheinen wird.

So gesehen ist nicht erst seit den Weltkriegen, oder der Neugründung Israels, oder der Corona Pandemie „Endzeit“. Sondern seit dem ersten Pfingsten im ersten Jahrhundert. Also auch bereits in den Tagen, als Johannes seinen ersten, uns erhaltenen Brief schrieb.

Diese Endzeit kann, wie wir letzten Sonntag bereits gehört haben noch ein paar Sekunden, Tage, Wochen, oder auch noch viele Jahre dauern. Gott allein weiß den genauen Zeitpunkt.

 

  1. Es gibt nicht nur den einen Antichristen, sondern viele, die bereits im ersten Jahrhundert aufgetreten sind.

Wenn man den genauen Zusammenhang betrachtet, dann spricht Johannes generell über den AC nicht als einzelne Person, sondern als eine bestimmte Haltung, oder dem Anhängen einer Irrlehre. Er spricht in diesem Zusammenhang auch vom „Geist des AC“.

 

  1. Besonders hart: Anhänger dieser Irrlehre sind Menschen aus den eigenen Reihen.

Menschen, die einmal Teil der Gemeinde waren, die das Reich Gottes kennengelernt hatten, aber jetzt, aus welchem Grund auch immer, einem anderen Weg folgen.

 

  1. Die AC Haltung betrifft eine wichtige Grundlehre des Christlichen Glaubens: Es geht um die Frage, ob Jesus nur ein Mensch war, oder ob er tatsächlich Gott war und ist, der ganz Mensch wurde.

Im Alphakurs sind wir dieser Frage recht gründlich nachgegangen und zu dem Schluss gekommen, dass Jesus, mit seiner Behauptung Gottes Sohn zu sein, einfach recht hatte.

 

Es geht also bei dieser Frage um die Trinität, die auch für uns Gläubige ein Stück weit ein Geheimnis bleibt, das wir nicht logisch hinbekommen, sondern im Glauben annehmen müssen.

 

Doch bereits im ersten Jahrhundert gab es Menschen, die zwar zunächst von der Gemeinde Jesu angezogen waren, aber letztendlich doch diesem Jesus nicht vertrauten.

 

Es gab seit dieser Zeit eine neu auftretende Irrlehre, deren Ausläufer bis heute erkennbar sind: Die Gnosis. (oder Gnostizismus)

Die Grundannahme der Gnosis war eine strikte Trennung zwischen der geistlichen Welt und der natürlichen Welt. Zur natürlichen Welt gehört alles Materielle, so auch unser Körper mit all seinen Bedürfnissen.

Die geistliche Welt wurde als gut und göttlich angesehen, wogegen alles Natürliche als schwach, böse, korrupt, fleischlich usw. betrachte wurde.

Da Gott Geist ist, was ja Jesus auch sagte und Gott gut ist, war es für einen Gnostiker undenkbar, dass dieser Gott „Fleisch“ (ganz Mensch) wurde. So gesehen ist auch die Einleitung ins Johannesevangelium schon eine klare Absage an den Gnostizismus.

 

Wenn aber Jesus gar nicht Gottes Sohn war, dann starb irgendein Märtyrer am Kreuz, aber dann muss ich immer noch selber dafür sorgen, dass Gott mich annimmt und ich in den Himmel komme.

 

Da die Gnostiker Geist und Leib so strikt trennten führte das zu zwei sehr konträr verlaufenden Entwicklungen: Die einen waren überzeugt, dass man das „böse“ Fleisch knechten müsse. Sie lebten extrem asketisch und lehnten jede Form von Sexualität ab, auch innerhalb der Ehe. Ein Stück weit lebt dieses Denken im Festhalten am Zölibat in der RKK bis heute fort. Auch da leben die „wirklich Geistlichen“ sexuell enthaltsam.

Andere Gnostiker kamen aber zu einem ganz anderen Schluss: Da allein entscheidend ist, was ich mit meinem Geist mache, ist alles körperliche „egal“. Sie trafen sich „im Geist“ in geheimen Zirkeln um immer größere Erkenntnis zu gewinnen, während „ihre Körper“ Orgien feierten.

 

Primär gegen diese Verirrung des Glaubens richtet sich Johannes und bezeichnet diese Haltung als Antichristlich.

 

Vor ein paar Wochen hat Sabine auf TPL online eine Predigt von Leo Bigger mit dem Titel „Wie durchschaue ich den Antichristen“ gepostet.

Auch dort geht es nicht um eine konkrete Person, sondern um Haltungen, die unser Leben negativ prägen können.

Vieles von diesen Haltungen sieht auf den ersten Blick ganz gut aus, aber letztendlich kommst du genau am gegenüberliegenden Ort an, von dem, wo Gott dich hinbringen will.

Wie sollen wir als Gläubige mit dem Thema AC umgehen?

Was mir keinesfalls hilft, ist die Angst: „Hoffentlich gehe ich dem AC nicht auf den Leim“, sondern die intensive Gemeinschaft mit Christus. Er ist das Original. Wenn ich ihn kenne, dann werde ich auf sein „Anti – Pendant“ nicht hineinfallen!

Wir sollen wachsam sein, aber wir brauchen keine Angst haben.

 

Was aber ganz sicher nicht mit dem biblischen Befund übereinstimmt, ist dass der AC in Form einer konkreten Person am Ende der Zeit auftritt um ein teuflisches Reich aufzurichten und die Christen zu bekämpfen. Das steht einfach so nicht in der Bibel.

 

 

Ich möchte mit euch aber jetzt noch einen Blick auf das werfen, was Jesus selber über die letzten Tage gesagt hat. Da ist sehr viel Ermutigendes, aber natürlich auch Herausforderndes dabei.

 

Die wichtigsten Stellen finden wir in Mt 24 bzw. in Lk 21. Diese beiden Kapitel sind vom Inhalt her weitgehend ident.

Ausgehend vom Tempel in Jerusalem, den die Jünger sehr imposant fanden, sagt Jesus, dass er zerstört werden wird. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Und zwar innerhalb einer Generation.

Auch als Jesus eine Stelle des Propheten Daniel zitiert, wo er vom „Gräuel der Verwüstung“ spricht, und davon, dass die Leute in die Berge fliehen sollen, bezieht er sich auf die Ereignisse, die dann im Jahr 70n.Chr, also etwa 40 Jahre nach seiner Hinrichtung passieren sollten.

In diesem Jahr wurde nicht nur der Tempel zerstört, sondern ganz Jerusalem dem Erdboden gleich gemacht und die noch verbliebenen Juden in alle Richtungen zerstreut.

Dieses Datum markiert das Ende des Staates Israel für viele Jahrhunderte. Und wie gesagt, viele der Dinge, die Jesus in seiner Endzeitrede ankündigt, fanden bei diesem Ereignis seine Erfüllung.

 

Was aber bleibt von dem was Jesus angekündigt hat für die Zeit, unmittelbar bevor er am Ende der Zeit wiederkommt?

 

Kriege, Unruhen, Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen und dergleichen hat es immer gegeben. Genauso wie Verfolgung der Christen. Wobei wir in Mitteleuropa heute geradezu paradiesische Zustände haben, im Vergleich zu verschiedenen Teilen dieser Welt und auch im Vergleich zu früheren Zeiten. In den ersten drei Jahrhunderten gab es kaum Christen, die nicht verfolgt wurden.

 

Das alles erwähnt Jesus zwar, bezeichnet diese Dinge aber erst als Anfang der Wehen.

 

Ich möchte heute nur noch auf zwei Dinge hinweisen, die Jesus in Zusammenhang mit dem Ende der Welt gesagt hat und die für uns heute Relevanz haben.

Zum einen betrifft es das, was wir in Mt 24,14 lesen:

Die Botschaft vom Reich Gottes wird auf der ganzen Welt gepredigt werden, damit alle Völker sie hören, und dann erst wird das Ende kommen.

 

Das ist ein Aspekt, den wir nur allzu leicht übersehen, wenn wir an das Ende der Welt denken.

Das Evangelium, die frohe Botschaft wird allen Völkern gepredigt werden. Das ist ein Kernauftrag an uns, seine Gemeinde!

Es gibt heute nur noch ganz wenige Ethnien, die noch keine Bibel, oder zumindest Bibelteile in ihrer Sprache zur Verfügung haben. Sehr viele Missionare arbeiten an der Umsetzung dieses Zieles.

Aber es geht nicht nur um die weit entfernten Volksgruppen, für uns geht es auch darum, die aktuelle Generation mit dem Evangelium wieder ganz neu zu erreichen.

Und wenn hier vom predigen der guten Botschaft die Rede ist, dann ist dieses predigen sehr umfassend zu verstehen. Die effektivste Predigt, die du halten kannst, ist immer noch dein Leben, das du aus der Beziehung zum liebenden Vater heraus lebst. Wenn dein Umfeld in deinem Leben diese Liebe erkennt, brauchst du keine großen Reden mehr schwingen. Dieses Leben wird so attraktiv sein, dass viele es haben wollen.

 

Das Andere, auf das ich hinweisen möchte, formuliert Jesus so:

Mt 24,37-39

37 Wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein wie zur Zeit Noahs.

38 In den Tagen vor der Sintflut feierten die Menschen rauschende Feste, Orgien und Hochzeiten, bis Noah in seine Arche stieg.

39 Sie merkten nicht, was geschah, bis die Flut kam und sie alle hinwegschwemmte. Genauso wird es sein, wenn der Menschensohn kommt.

 

Zuvor sagt Jesus, dass er so plötzlich erscheinen wird, wie ein Blitz, der den Himmel erleuchtet. (Mt 24,27)

Noah und seine Familie waren auf die große Flut vorbereitet. Sie hörten auf das, was Gott seit langem und mit großer Geduld angekündigt hatte.

Für uns Gläubige ist der Tag, an dem das Licht Jesu für alle sichtbar aufleuchtet ein Freudentag. Dann sind wir am Ziel unserer Glaubensreise. Dann können wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Dann beginnt unsere Hochzeit mit ihm.

 

Auch heute geht Gott allen Menschen nach, die noch fern sind. Er lädt sie ein zu seinem Fest, er wirbt um ihr Herz. Er hat alles dafür getan, dass alle Menschen gerettet werden. Und das ist auch der ausdrückliche Wunsch Gottes.

Gott nutzt auch die gegenwärtige Corona Krise dazu, Menschen zu sich zu rufen. Einige antworten ihm. Darüber können wir uns mit ihm gemeinsam freuen.

 

Wenn wir bei Jesus, oder in der Offenbarung und in anderen biblischen Endzeittexten von schlimmen Dingen lesen, dann ist das das Ergebnis davon, dass Menschen auf Gottes Liebeswerben nicht antworten.

 

Die Bibel sagt es ganz klar: Es gibt ein zu spät. Es kommt der Moment, da geht bei der Arche die Tür zu. Und alle, die dann nicht an Bord sind, gehen verloren.

Er gehört zum Wesen der Liebe, das Nein des Gegenübers zu akzeptieren. Mit allen Konsequenzen. Wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein wie zur Zeit Noahs.

 

Vielen Menschen ist das „Jetzt sofort“ wichtiger als das Morgen.

Aber noch ist es nicht zu spät. Noch ist die Tür in den Himmel offen.

 

Deshalb haben wir jetzt schon Grund zur Freude, eine Freude, die so ansteckend sein darf, dass viele bei diesem Fest, das Jesus mit seiner Braut feiern wird, dabei sein wollen.

 

Keine Zukunftsangst, kein Coronavirus, keine Beschränkung, aber auch keine mögliche Verschlechterung unserer äußeren Situation kann uns diese Freude rauben.

In Apg 5 wird berichtet die Apostel verhaftet, eingesperrt und ausgepeitscht wurden. Ihre Reaktion darauf: Apg 5,41

Die Apostel verließen den Hohen Rat voller Freude darüber, dass Gott sie für würdig gehalten hatte, für den Namen von Jesus zu leiden.

 

Das waren keine Masochisten. Aber sie hatten eine ansteckende Freude im Herzen, die ihnen kein äußerer Umstand rauben konnte.

Diese Freude ist auch in deinem Herzen angelegt, auch und gerade am Ende der Zeit.