Vorbereitung auf das Kommen Jesu

 

Eisbärenmama und Eisbärenbaby sitzen auf einer Eisscholle.

Eisbärenbaby: „Bist du ein richtiger Eisbär?“

Eisbärenmama: „Ja, mein Kind.“

Eisbärenbaby: „Und Papa, ist der auch ein richtiger Eisbär?“

Eisbärenmama: „Ja, mein Kind.“

Eisbärenbaby: „Und Oma und Opa, sind das auch richtige Eisbären?“

Eisbärenmama: „Ja, mein Kind, aber warum fragst du?“

Eisbärenbaby: „Mir ist so kalt!“

 

Wer von euch hat es gerne so richtig kalt?

Wer liebt die Dunkelheit?

Wer mag es gerne neblig und feucht?

 

Im Advent ist es meist neblig, feucht, kalt und dunkel. Deshalb hassen wir den Advent, oder???

 

Der Advent ist im Kirchenjahr die Zeit, in der wir uns auf das Kommen von Jesus vorbereiten. Und zwar auf das zweite Kommen, wenn er am Ende der Zeit für alle sichtbar wiederkommt.

Diese letzte Zeit ist, genauso wie der Advent, begleitet von nicht so tollen Dingen. Dingen, die durchaus Angst machen können.

 

Wir lesen in der Bibel vom, oder von den Antichristen, von der großen Trübsal, davon dass die Liebe in vielen erkalten wird, von Erdbeben, Kriegen und Naturkatastrophen, von Verfolgung usw.

All das hat das Potential und Angst zu machen. Wer wünscht sich solche Dinge schon?

 

Ja, viele dieser Dinge gehören zur Endzeit. Und Ja, wir leben in den letzten Tagen. Wie lange diese letzte Zeit noch dauern wird kann niemand so genau sagen. Es kann sein, dass Jesus heute wiederkommt, oder morgen, oder nächste Woche, oder nächstes Jahr, oder vielleicht erst in 100, oder 1000 Jahren.

Es ist unsinnig über das Wann zu spekulieren. Viel wichtiger für uns ist die Frage, wie wir heute so leben können, dass wir bereit sind, wenn das letzte Sandkorn in der „Weltuhr“ fällt.

 

Ich möchte heute der Frage nachgehen, welche Antworten wir als Gläubige auf die zu erwartenden Dinge haben, die kommen werden. Vor allem möchte ich euch auch einen kurzen Überblick darüber geben, was die Bibel wirklich über diese letzte Zeit sagt.

 

Ein paar Stichworte habe ich bereits angerissen, aber Tatsache ist leider auch, dass viele Menschen – und vor allem auch viele Christen leider nur so eine ungefähre Vorstellung davon haben, was es mit diesen letzten Dingen auf sich hat.

Das liegt zum Teil daran, dass das, was die Bibel darüber sagt, in sehr bildhafter Sprache kommuniziert wird. Bilder laden ein zur Interpretation. Aber ob diese Interpretation dann tatsächlich mit dem übereinstimmt, was sich der „Künstler“, beim anfertigen dieses Bildes dabei gedacht hat, ist dann wieder eine ganz andere Frage.

 

Die meisten Christen stellen sich das Ende der Welt in Kurzform so vor:

Kriege, Erdbeben und andere Naturkatastrophen nehmen zu. Alles wird schlimmer. Irgendwann taucht in dem größer werdenden Chaos ein charismatischer Führer auf, der alle Probleme scheinbar löst. Er, der in Wirklichkeit der Antichrist ist, führt eine Welteinheitsregierung, eine Welteinheitswährung und eine Welteinheitsreligion ein.

Um die Menschen besser kontrollieren zu können müssen sich alle einen Biochip implantieren lassen, ohne den man nicht einmal mehr eine Wurstsemmel kaufen kann.

Alle Christen werden grausam verfolgt, je nach theologischer Meinung werden die Gläubigen vor- oder nach der „großen Trübsal“ zu Gott in den Himmel entrückt.

Wenn dieser Antichrist am Höhepunkt seiner Macht ist, besiegt ihn Jesus in einer alles entscheidenden Schlacht in/bei Harmagedon. (Wo auch immer das liegt.)

Dann wird der Teufel, der Antichrist und alle bösen Menschen in die Hölle geworfen. Wir braven Christen hingegen kommen in den Himmel.

 

Soweit, in aller Kürze, die Vorstellung vieler Christen, die natürlich, je nachdem was sie zu diesem Thema bisher gehört, oder gelesen haben, ein wenig variieren kann.

 

Aber steht das wirklich so in der Bibel? Können die Bilder, z.B. in der Offenbarung auch anders interpretiert werden? Was sagt die Bibel wirklich über den Antichristen? Und vor allem: Was sagt Jesus selber zu all diesen Dingen?

 

Darüber möchte ich heute und am nächsten Sonntag sprechen.

 

Die prophetischen Aussagen in der Bibel haben immer auch einen historischen Kontext. Das heißt, sie sind in eine- oder manchmal auch mehrere konkrete historische Situationen hineingesprochen und beziehen sich demnach primär auf diese historischen Ereignisse. Es wäre falsch, alle Aussagen, die die Bibel über zukünftige Ereignisse macht, automatisch auf das Ende der Welt zu beziehen.

 

Z.B. gibt es im AT ganz viele Prophetien die auf den Messias gerichtet sind. Als Jesus dann auf diese Erde kam, wurden diese Prophetien erfüllt. Diese Prophetien jetzt noch einmal auf eine kommende Zeit anzuwenden wäre schlichtweg falsch. Sie sind ja schon in Erfüllung gegangen.

 

Kann es sein, dass manche der biblischen Aussagen, die wir fast reflexartig mit dem Ende der Welt in Verbindung bringen, in Wirklichkeit schon stattgefunden haben und sie deshalb für uns eine ganz andere Bedeutung haben, als wir das bisher immer geglaubt haben?

Eine gewagte These. Aber ich möchte euch einladen zu einer Reise, in der wir die einzelnen biblischen Aussagen, die wir bisher auf das Ende der Welt bezogen haben, genauer zu betrachten. Vielleicht ziehen wir dann neue Schlüsse daraus. Vielleicht müssen wir dann, wenn wir über das Ende der Welt sprechen, nicht mehr automatisch in eine Art Schockstarre verfallen, wie das Kaninchen vor der Schlange und hoffen, dass diese Dinge irgendwie vorüber gehen.

Kann es sein, dass diese Texte mehr Trost und Hoffnung verbreiten, als die, dass am Ende, nach all dem Schlamassel, Jesus eh siegen wird?

 

Vom AT werden sehr häufig Stellen aus dem Propheten Daniel herangezogen um einzelne Aussagen das auf das Ende der Welt zu deuten.

Von Daniel kenn wir ja die Geschichten, von den Freunden im Feuerofen, oder wie ihm die Löwen in der Grube nichts anhaben konnten, weil Gott ihn beschützte.

 

Das was beim Propheten Daniel aber auch sehr zentral ist, sind seine Visionen und die Auslegung von Träumen, die sehr stark in seine damalige Zukunft gerichtet waren.

Kurz zusammengefasst sah Daniel im Voraus die vier kommenden Weltreiche kommen, die sich dann der Reihe nach etablierten.

Es selber lebte im 6. Jhd. v.Chr. Zu seiner Zeit regierten die Babylonier, die die Israeliten in die Verbannung führten. Einer dieser Verschleppten war Daniel.

Exemplarisch für viele Aussagen im Buch Daniel möchte ich einen Traum Nebukadnezzars dem zweiten Kapitel herausgreifen:

Dan 2,31-35 Du, König, hattest eine Vision. Im Mittelpunkt dieser Vision befand sich ein großes Standbild. Es war sehr groß und hatte einen ungewöhnlichen Glanz, und seine Erscheinung war Furcht erregend.

32 Der Kopf des Standbildes war aus feinstem Gold, Brust und Arme aus Silber, der Bauch und die Hüften aus Bronze.

33 Die Beine waren aus Eisen, die Füße dagegen bestanden zum einen Teil aus Eisen, zum anderen aus Ton.

34 Während du noch in die Betrachtung versunken warst, löste sich auf übernatürliche Weise ein Stein aus einem Berg. Er schlug gegen die Füße des Standbildes, die ja aus Eisen und Ton bestanden, und zerschmetterte sie.

35 Da wurden auf einen Schlag Eisen, Ton, Bronze, Silber und Gold zertrümmert. Die Stücke wurden vom Wind verweht, so wie im Sommer die Spreu auf der Tenne vom Wind davongetragen wird, und es blieb nichts von der Statue übrig. Der Stein aber, der die Vernichtung des Standbildes verursacht hatte, wurde zu einem großen Berg, der schließlich die ganze Erde ausfüllte.

 

Wie gesagt, Daniel bezog dieses Traumbild auf vier kommende Weltreiche, die dann auch die Geschichte prägten.

 

Auf das Reich der Babylonier folgte das Reich der Meder und Perser, dann errichteten die Griechen unter Alexander dem Großen ein Weltreich. Diese wurden schließlich von den Römern verdrängt.

Viele Details die Daniel voraussah passen sehr gut zum dem, was sich dann in der Geschichte ereignete, bis hin zur Teilung des römischen Reiches in Ost und West. (Füße aus Ton und Eisen)

Gesamt Geschichtlich betrachtet gab es zu dieser Zeit – und auch später weitere Weltreiche, aber diese vier Weltreiche hatten unmittelbaren Einfluss auf Israel.

 

Spannend für uns, ist aber was Daniel voraussah, wie die Geschichte dann weitergeht.

Die Vision von Nebukadnezzar endet ja damit, dass ein großer Stein die Statue, die für die vorhin genannten 4 Reiche steht, zermalmt. Am Ende von Dan 2 erklärt Daniel dem König:

Dan 2, 44f In der Zeit dieser Königreiche wird der Gott des Himmels ein Reich errichten, das niemals untergehen wird. Dieses Reich wird nie einem anderen Volk überlassen werden, im Gegenteil: Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zum Verschwinden bringen, selbst aber ewig bestehen.

 

Diese Verse legen den Schluss nahe, dass während des Römischen Reiches, das Reich Gottes beginnt. Gal 4,4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn

Als Jesus auf dieser Erde lebte, war das ja ein absolut zentraler Bestandteil seiner Verkündigung: Das Reich Gottes ist da!

Mk 1,15: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Endlich passiert das, was Daniel und andere Propheten vor vielen Hundert Jahren angekündigt hatte.

 

Allerdings sieht das Reich Gottes ganz anders aus, als es sich die Juden damals, vermutlich auch anders als es sich Daniel vorgestellt hatte.

Bis heute ist es so, dass sein Reich zwar schon begonnen hat, aber noch nicht vollendet ist. Und selbst wir Gläubige leben in dieser Spannung. Wir sind zwar schon im Reich Gottes zu Hause, aber gleichzeitig müssen auch noch in dieser vergänglichen, gefallenen, mit Sünde, Schmerz und Krankheit beladenen Welt leben.

Aber das Reich Gottes ist schon da! Jedes Wunder, jede Gebetserhörung, jede „Typisch Gott“ Geschichte zeugt von diesem Reich, das sich immer noch beständig ausbreitet. So lange, bis sich jedes Knie vor Jesus beugen wird.

 

Die anderen Visionen die Daniel empfing sind von der Grundaussage ähnlich wie der Traum, den er Nebukadnezzar deutete, nur wesentlich Detailreicher. Dort geht es um viele Kriege und auch um die Entweihung und die Zerstörung des Tempels in Jerusalem.

Auch wenn es später im Text heißt, dass es um „die letzte Zeit“ geht, so lässt sich vieles von dem, was dort beschrieben ist, auch auf die letzten Tage der Juden in Israel anwenden, bevor die Römer Jerusalem und vor allem dem Tempel im Jahr 70 n.Chr. zerstörten.

 

Was aber bleibt für uns heute von den Aussagen, die Daniel aufschrieb?

Das Reich Gottes wird nicht nur in Kap 2 angedeutet, es durchzieht das Buch Daniel wie ein roter Faden. Dieses Reich hat Bestand, wenn alle anderen Reiche untergehen.

Genauso wie die vier Weltreiche für die Juden viele schwere Zeiten brachten, so gibt es auch bis heute immer wieder Regime, die nicht nach Gottes Willen fragen. Auch in unserem christlich geprägten Europa.

Es wird immer wieder Entscheidungen geben, die uns nicht schmecken. Sei es im ethischen Bereich (Abtreibung, Sterbehilfe…) im gesellschaftspolitischen (z.B. Gender), oder im Gesundheitsbereich, oder wo auch immer.

Aber hindert das das Reich Gottes am Wachsen?

Jesu Königreich breitet sich aus! Das kann keine Regierung, keine EU, keine WHO, keine Krise, auch kein Virus, keine Impfung, oder was auch immer aufhalten.

 

Wir Gläubige sind bereits jetzt schon Teil dieses Königreiches. Sabine hat ja ausführlich darüber gesprochen.

Das bedeutet unser Lebensfokus ist nicht auf die Umstände gerichtet. Ob die schön sind, oder vielleicht schwierig. Ob wir jung, reich und schön sind, wie die Menschen auf den Werbeplakaten, oder ob wir mit Krankheiten, Schmerz und Leid konfrontiert sind.

Unser Herr ist und bleibt Jesus! Auf ihn schauen wir.

 

Das berühmte Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther endet mit den Worten:

Nehmen sie den Leib,

Gut, Ehr, Kind und Weib:

lass fahren dahin,

sie haben’s kein’ Gewinn,

das Reich muss uns doch bleiben.

 

Es kann sein, dass auf dem Weg bis Jesus wiederkommt, einiges an Herausforderung auf uns wartet, aber diese Herausforderungen sind nicht das, was unser Leben bestimmt, oder prägt.

Ja, im Dezember ist es lange dunkel, oft neblig, feucht und kalt. Aber wenn ich an den Dezember denke, dann ist in mir zu allererst die Vorfreude auf Weihnachten. Dass wir die Geburt unseres Erlösers feiern können.

 

So ist es auch mit all dem, was uns in der „Endzeit“ erwartet. Zu allererst freue mich, dass sein Reich kommt. Ich freue mich auch, dass ich dann ganz bei Jesus sein darf. Dass er uns zu sich holt. Aber zuvor freue ich mich schon über die vielen liebevollen „Meilensteine“ dorthin.

Dass immer mehr Menschen anfangen, Jesus nachzufolgen.

Dass viele den Segen entdecken, der ein Leben mit Jesus mit sich bringt.

Dass ganze Volksgruppen und Nationen errettet werden.

Es ist wie bei einem Adventkalender. Mit jedem Türchen, das ich aufmache, wächst die Freude. So lange, bis nicht nur Weihnachten ist. Sondern so lange, bis Jesus ganz da ist.