Ein älterer Italiener bat seinen Priester, ihm die Beichte abzunehmen.

„Vater, während des 2. Weltkrieges klopfte eine Frau an meine Tür und bat mich, sie auf meinem Dachboden vor den Deutschen zu verstecken.“

Der Priester sagte: „Das war wundervoll von Dir und Du brauchst dafür nicht zu beichten.“

„Ja, es ist halt so, Vater, ich war schwach und verlangte von Ihr, sich erkenntlich zu zeigen.“

„Das war zwar eine Erpressung, aber wenn du diese Tat bereust, sei dir vergeben.“

„Danke, Vater. Das erleichtert mich wirklich sehr. Ich habe nur noch eine Frage: Soll ich ihr sagen, dass der Krieg vorbei ist?“

 

 

 

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des Krieges.

Krieg ist etwas Furchtbares. Schon nach dem ersten Weltkrieg gab es die Devise „Nie wieder Krieg“.

Erst recht nach dem zweiten Weltkrieg.

Bereits im 19. JH entwickelte sich der Pazifismus als eine Gesellschaftsbewegung, die viele begeisterte. Trotzdem gab es die beiden Weltkriege. Einen Höhepunkt erlebte die Friedensbewegung in den 1960er Jahren. Slogans wie „make love, not war“ stammen aus dieser Zeit. Aber wirklich friedlich ist unsere Welt bis heute nicht geworden. Lediglich die Art der Bedrohung hat sich geändert.

 

Ich bin sehr froh, in einer Gegend dieser Welt und zu einer Zeit zu leben, die relativ friedlich ist. Aber dass es auf der ganzen Welt, einen durch Menschen hervorgerufenen Frieden geben wird, halte ich für eine Utopie.

Vor allem ist es gefährlich zu glauben, dass nur weil ich friedlich bin, es automatisch auch alle anderen sind.

Diese Erfahrung musste wahrscheinlich jeder von uns beispielsweise im Sandkasten machen.

Vieles, was wir heute an Freiheiten und Errungenschaften genießen können, musste hart erkämpft werden.

 

Botschaft an Kinder: Du darfst zurückhauen

Andere Wange hinhalten = auch Kampf

 

Western funktionieren nach dem gleichen Schema: Gaunerbande tyrannisiert eine Stadt. Solang bis es den meist jungen Männern reicht.

Sie bewaffnen sich, erschießen die Banditen und stellen Recht und Ordnung wieder her.

 

Das schlimmste, was man im Angesicht des Unrechts tun kann ist nichts zu tun.

 

Bsp.: Skinheads verprügeln einen Ausländer in der Linzer Altstadt.

 

 

Auch und gerade für unser geistliches Leben gilt: Wir müssen kämpfen.

Jak 4,7: Wiedersetzt euch dem Teufel!
1. Petr 5,9: Leistet ihm Wiederstand.

Eph 6,10-12 Die Waffen Gottes

… Werdet stark durch die Verbindung mit dem Herrn! Lasst euch stärken von seiner Kraft!

Legt die Waffen an, die Gott euch gibt, dann können euch die Schliche des Teufels nichts anhaben.

Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen. Wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen.

 

Ob wir es wollen, oder nicht, wir sind in einem geistlichen Kampf. Den Kopf in den Sand zu stecken und so tun, als ob nichts wäre ist die schlechteste aller Lösungen.

 

 

Wir haben einen kämpferischen Gott!

2.Mose 15,3: Welch großer Kämpfer ist er, dieser Gott!

Jes 42,13 Denn der HERR zieht aus wie ein Held, er führt seine Scharen zum Kampf und feuert sie an. Er erhebt das Kriegsgeschrei und wirft seine Feinde zu Boden.

Landnahme, Simson, Jesus (z.B. Tempelreinigung)

 

 

Es gibt Dinge für die man kämpfen muss.

Werte, Ehe, Kinder, Freundschaften, Schöpfung…

Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel, aber ein Soldat, oder ein Polizist muss manchmal töten um größeres Leid zu verhindern.

 

 

Einer meiner Lieblingshelden des AT ist David.

David war zunächst Schafhirte. Das waren keine gemütlichen „Alm-Öhis“, sondern meist junge Burschen, die die ihnen anvertraute Herde gegen wilde Tiere und Räuber verteidigen mussten.

Nach seinem Sieg über Goliath wurde er so etwas wie Elitesoldat bei König Saul. Nachdem Saul auf ihn eifersüchtig wurde und er ihn töten wollte, begannen die wilden Jahre des David, in denen er zu einem Untergrundkämpfer wurde. Er war Anführer einer etwa 4-600 Mann starken „Bande“, die eine Mischung aus Söldnertruppe und Mafiaclan waren.

  1. Sam 22,2 Auch alle möglichen Leute, die verfolgt, verschuldet oder verbittert waren, schlossen sich ihm an, insgesamt etwa 400 Mann. David wurde ihr Anführer.

 

David lebte in dieser Zeit im Land der Philister in einer Stadt namens „Ziklag“: Diese Stadt wurde gerade als David und seine Männer mit dem Heer der Philister in den Krieg ziehen wollte, überfallen. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von den Amalekitern.

 

Bei Menschen, die sich im AT und/oder im Judentum auskennen, bei denen läuten die Alarmglocken, wenn sie das Wort „Amalekiter“ hören.

Als Mose das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten herausführte waren die Amalekiter die ersten, die sie in der Wüste überfielen.

Die Feindschaft zwischen Israel und Amalek läuft wie ein roter Faden durch das AT. Amalek steht dort für DAS Böse, das ausgerottet werden muss.

 

Amalek, oder die Amalekiter sind übrigens für die Juden bis heute ein Bild für Menschen, oder Völker, die Feinde Israels sind. Beispielsweise Haman, der Judenfeind aus dem Buch Esther, Hitler und die Nazis, oder auch Jassir Arafat wurden als Amalekiter bezeichnet.

 

 

Ihr kennt sicher die Bibelstelle „Gehorsam ist besser als Opfer“. (1. Sam 15,22) Samuel warf König Saul vor ungehorsam gewesen zu sein. Wisst ihr auch worin?

Der Auftrag an Saul war: 1. Sam 15, 1 Eines Tages kam Samuel zu Saul und sagte: »Der HERR hat mich damals beauftragt, dich als König über sein Volk Israel einzusetzen. Nun ist es an dir, dem Befehl zu gehorchen, den der HERR dir heute gibt.

2 Der HERR, der allmächtige Gott, hat gesagt: Ich habe nicht vergessen, was die Amalekiter meinem Volk angetan haben. Als die Israeliten damals unterwegs waren von Ägypten nach Kanaan, da stellten sich ihnen die Amalekiter in den Weg.

3 Darum sollst du nun gegen dieses Volk in den Kampf ziehen und mein Urteil an ihnen vollstrecken! Verschone nichts und niemanden, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.«

 

Saul schlug die Amalekiter zwar vernichtend, aber er verschonte ihren König und nahm ihn „nur“ gefangen und behielten die besten Tiere als Kriegsbeute. Samuel sprach Saul auf diesen Ungehorsam an und der rechtfertigte sich damit, dass er die Tiere für Gott opfern wolle.

Daraufhin sagt eben Samuel zu ihm: Gehorsam ist besser als Opfer.

 

Die Konsequenz aus dem Ungehorsam war für Saul sehr weitreichend: Er verlor seine Berufung als König.

Es ist Gott überhaupt nicht wichtig was du für ihn tun willst. Er möchte, dass du das tust, was er von dir erwartet.

 

Wenn Gott sagt, dass Amalek, das Böse vernichtet werden muss, dann können wir es uns nicht erlauben, darin Kompromisse zu machen.

Ja, Gott liebt uns Sünder, aber er hasst die Sünde!

 

 

Zurück zu David: 1. Sam 30

3 Als David und seine Männer die niedergebrannte Stadt sahen und entdeckten, dass ihre Frauen und Kinder verschleppt waren, 4 schrien sie entsetzt auf. Sie weinten so lange, bis sie vor Erschöpfung nicht mehr konnten.

5 Auch die beiden Frauen Davids, … waren in Gefangenschaft geraten.

 

Oftmals ist es so, dass wenn man meint am Tiefpunkt angelangt zu sein, legt der Teufel noch einmal nach:

 

6 David befand sich in einer schwierigen Lage. Seine Leute sprachen schon davon, ihn zu steinigen, denn alle waren erbittert über den Verlust ihrer Söhne und Töchter.

Aber der Vers geht weiter:

Da suchte David Zuflucht bei seinem Gott, und das Vertrauen auf den HERRN gab ihm wieder Mut und Kraft.

 

David war kein Mann, der deprimiert aufgegeben hätte. Er war ein Mann der Tat, ein Kämpfer, der sich nicht unterkriegen ließ.

 

Den ersten, den er in dieser Situation um Rat fragte, war Gott selber:

  1. Sam 30,7-9:

Er befahl dem Priester Abjatar, dem Sohn Ahimelechs, die Orakeltasche zu bringen.

Dann fragte er den Herrn: »Soll ich diese Räuberbande verfolgen? Werde ich sie einholen?« Er erhielt die Antwort: »Verfolge sie! Du wirst sie einholen und die Gefangenen retten.«

David brach mit seinen 600 Mann sofort auf.

 

David war ein Kämpfer mir Herz und Leidenschaft. Er konnte seine Männer motivieren und gab ihnen ein neues Ziel.

Und tatsächlich: Mit der Hilfe eines ägyptischen Sklaven fanden sie die Amalekiter, die gerade ihren vermeintlichen Sieg feierten. David und seine Männer konnten nach einem schweren Kampf (V17 von der Morgendämmerung an bis zum Abend des folgenden Tages) alle Gefangenen befreien und die Amalekiter in die Flucht schlagen.

Gott hatte den Sieg geschenkt, aber kämpfen mussten sie selber.

 

 

Unser Kampf heute sieht natürlich anders aus.

Wie Paulus schreibt, kämpfen wir nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die dunklen Mächte, die diese Welt beherrschen.

Wir tun dies im Gebet, im Fasten, im Vertrauen auf Gott und in Taten der Liebe.

 

Dieser andere Kampf benötigt andere Strategien und andere Waffen als beispielsweise ein Kampf mit dem Schwert.

 

Wenn Jesus in der Bergpredigt davon spricht, dass wir unsere Feinde lieben sollen, die andere Wange hinhalten- und die extra Meile mitgehen sollen, dann ist das keine Form von Schwäche, sondern auch eine Art von Kampf.

Wenn ich bewusst die andere Wange hinhalte, dann sage ich damit: „Du kannst mir zwar körperlich Gewalt antun, aber du kannst mir mein Innerstes, oder meine Identität nicht wegnehmen! Du kannst mich schlagen, aber ich bin stärker als du.“

 

Mahatma Gandhi war zwar Hindu, aber er las angeblich täglich die Bergpredigt und er lebte das, was Jesus lehrte.

Seine Kampftaktik bestand in gewaltlosem Widerstand. Dieser Kampf kostete ihn viel, aber er erreichte auch sehr viel damit. Letztendlich führte sein Widerstandskampf dazu, dass Indien von ihren Kolonialherren befreit wurde.

 

Sogar Dietrich Bonhoeffer wurde von Gandhi geprägt. Das wahrscheinlich berühmteste Buch Bonhoeffers „Nachfolge“, das sich ausführlich mit der Bergpredigt befasst, ist wahrscheinlich auch von Gandhis Leben mitgeprägt worden.

 

 

Also: Lasst uns nicht verzagen, wenn Kämpfe, Herausforderungen und Widerstände auf uns warten. Umso intensiver diese Kämpfe werden, desto mehr ist das ein Indiz dafür, dass der Feind zittert und wild um sich schlägt.

 

Bruce Lee (chin. Kampfsportler u. Schauspieler, 1940-1973):

„Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgendetwas richtigmachen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.“

 

 

Wir können es uns nicht aussuchen, ob wir kämpfen wollen, oder nicht, wir sind bereits im Krieg! Aber wir sind in diesem Kampf nicht allein und vor allem nicht dem Feind schutzlos ausgeliefert. Ganz im Gegenteil.

Jesus hat am Kreuz den Sieg für uns errungen.

Er hat unsere Wunden versorgt und geheilt.

Er hat uns unsere Würde wieder hergestellt, wir sind Königkinder.

Er hat uns mit seinen Waffen ausgerüstet.

Lasst uns also an seiner Seite kämpfen und Land für den Herrn einnehmen.